Von der eisernen Jungfrau getreten!
Das Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby ist ein Collector’s-Edition-Wah-Wah-Pedal, das auf dem klassischen GCB95 Cry Baby basiert und dem Sound des Iron-Maiden-Albums „Killers“ von 1981 huldigt. Das Pedal richtet sich in erster Linie an Sammler und eingefleischte Iron-Maiden-Fans. Wer ausschließlich nach einem funktionalen Wah-Effekt für den täglichen Bühneneinsatz sucht, sollte diese Lektüre dennoch nicht überspringen.
Was ist es? Das Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby ist eine Collector’s-Edition des klassischen GCB95 Cry Baby mit exklusivem Iron-Maiden-„Killers“-Artwork.
- Sound: Identischer Wah-Wah-Sound wie beim klassischen GCB95 – zeitlos, direkt und charakterstark.
- Technik: Keine Änderungen an Schaltung oder Ausstattung gegenüber dem Standardmodell.
- Optik: Aufwendiges Iron-Maiden-Design mit hochwertiger Lackierung und Sammlercharakter.
- Zielgruppe: Besonders interessant für Iron-Maiden-Fans, Sammler und Liebhaber limitierter Sondermodelle.
- Preis: Deutlicher Aufpreis gegenüber dem GCB95, der ausschließlich durch Artwork und Exklusivität entsteht.
Inhaltsverzeichnis
Vorgezogenes Fazit
Für wen lohnt sich das Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby?
Direkt zu Beginn eine Einschätzung, die sich durch den gesamten Test ziehen wird: Das Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby ist klanglich identisch mit dem Standard-GCB95-Cry-Baby, das seit 1982 ununterbrochen im Dunlop-Portfolio geführt wird und aktuell für rund 102,- Euro über die Ladentheke geht. Das Killers-Pedal schlägt mit 255,- Euro zu Buche – ein Aufpreis von rund 150 %, der ausschließlich durch das Artwork gerechtfertigt wird. Ich schreibe das völlig wertfrei. Man sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, was man kauft.
Bist du Iron-Maiden-Sammler oder möchtest du deinem Pedalboard ein optisches Statement verpassen? Dann ist das Pedal für dich gemacht und jeden Cent wert. Bist du hingegen primär Gitarrist und benötigst einen verlässlichen Wah-Sound auf der Bühne, greifst du besser zum Original und sparst das Geld für ein neues Röhren-Duett im Amp. Die Botschaft ist so simpel wie eindeutig.
Eddie, Marketing und die Frage nach dem Geschmack
Lasst mich zu Beginn des Tests eine Sache festhalten: Es soll bei diesem Test in Sachen Layout des Pedals nicht um den persönlichen Geschmack gehen. Inwieweit die „Mördermumien“-Abteilung zur Unterhaltung eines jeden beiträgt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich habe nie ganz verstanden, warum die Mannschaft um Steve Harris „Eddie“ als Horror-Maskottchen gewählt hat. Unter Marketinggesichtspunkten muss ich jedoch neidlos anerkennen, dass das über nahezu alle Alben hinweg konsequent eingesetzte Artwork einen extrem hohen Wiedererkennungswert besitzt.
Böse Zungen behaupten zwar, dass man in der Drogenhochzeit von Ex-Drummer Nicko McBrain live auf das Puppentheater mit den übergroßen Eddies locker hätte verzichten können, da das Original den ganzen Abend hinter dem Drumset saß. Aber das ist eine andere Geschichte.
Die Marketingmaschinerie rund um dieses Pedal war jedenfalls bemerkenswert inszeniert. Dunlop versandte zunächst unmarkierte Pakete an Gitarrenprominenz wie Kirk Hammett und John Petrucci, die ihre Reaktionen auf Instagram teilten und damit in den sozialen Medien für Gesprächsstoff sorgten. Petrucci war sichtlich begeistert, Hammett zeigte sich gerührt. Ob man das als charmante Guerilla-Kampagne oder als kalkulierten Hype-Mechanismus betrachtet, liegt im Ermessen des Betrachters. Funktioniert hat es zweifellos. Zur NAMM 2026 wurde das Pedal offiziell vorgestellt und war kurz darauf bei Thomann für besagte 255,- Euro gelistet.
Die Geschichte des Cry Baby – Eulen nach Athen
Das Cry Baby irgendjemandem erklären zu wollen, würde nun wirklich bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen. Das Pedal gehörte zur „ersten Welle“ und war eines der ersten Effektpedale, die speziell für die E-Gitarre entwickelt wurden. Zudem dürfte es sich wahrscheinlich unter den Top 3 der kommerziell erfolgreichsten Pedale überhaupt wiederfinden.
Mitte der 1960er-Jahre erstmals auf den Markt gebracht und durch Jimi Hendrix in „Voodoo Chile (Slight Return)“ in den Olymp der Gitarrenpedale katapultiert, gehört das Cry Baby für viele längst zur Grundausstattung eines Pedalboards.
Im Laufe der Jahrzehnte wurden nahezu alle gitarristischen Zugpferde mit Signature-Editionen geehrt – von Slash über Dimebag Darrell bis hin zu Joe Bonamassa. Iron Maiden haben sich nun ebenfalls in diese illustre Runde eingereiht, was aus Marketingperspektive durchaus Sinn ergibt. Bekanntermaßen war das Cry Baby Wah ein integraler Bestandteil des Sounds auf dem 1981 erschienenen Album „Killers“. Vor allem in Songs wie „Wrathchild“, „Innocent Exile“ und „Drifter“ verleiht der charakteristische Wah-Sound der Musik jene düstere Spannung, die das Album damals wie eine Bombe einschlagen ließ.
Ausstattung und Optik: Auffälliges Finish, vertraute Technik
Dabei übernimmt das Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby konsequent alle Vor- und Nachteile des originalen GCB95 Cry Baby, das sich technisch stark an die frühe Vox-/Thomas-Schaltung aus dem Jahr 1966 anlehnt. Damit wären wir auch schon bei einem Punkt, der dem einen oder anderen Fan möglicherweise etwas Kopfzerbrechen bereiten könnte.
Die Auflage des Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby besteht aus einem optisch auffälligen fünffarbigen Hartgummi, das an das Artwork des Iron-Maiden-Albums „Killers“ angelehnt ist. Darüber hinaus ist die Unterseite des Pedals mit einem Eddie-Motiv verziert, ein böse blickender Eddie schmückt das Gehäuse hinter der Produktbezeichnung und das Gehäuse selbst ist glatt lackiert, anstatt wie beim Original mit einer aufgerauten Oberfläche versehen zu sein.
Das war es allerdings auch schon. Keine zusätzlichen oder modifizierten Schaltungen, keine On/Off-LED, keine „niemals kratzenden Potentiometer“ – alles entspricht exakt dem Original.
Das Gehäuse ist solide aus Metall gefertigt. Der Fußschalter arbeitet mit dem bekannten Toe-Down-Aktivierungsmechanismus und ist in Kombination mit Mono-Klinkenanschlüssen für einen reibungslosen Bühneneinsatz ausgelegt. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über ein 9-V-Netzteil oder eine Batterie. Funktional also keinerlei Überraschungen, was je nach Perspektive als Qualitätsmerkmal oder als vertane Chance interpretiert werden kann.
Der Fairness halber muss man sagen: Es gibt optisch kaum ein langweiligeres Pedal als das originale Cry Baby. Insofern sorgen die Farbspritzer des Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby tatsächlich für einen frischen Look. Allerdings auch nur für den Nutzer selbst. Das Publikum wird davon nicht viel mitbekommen – es sei denn, man spielt in einem sehr kleinen Club mit niedriger Bühne.
Sehr gelungen ist auch der Karton, in dem das Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby ausgeliefert wird. Zahlreiche Iron-Maiden-Anleihen sowie erneut ein teilweiser Abdruck des Original-Artworks von „Killers“ machen die Verpackung zu einem echten Sammlerstück. Iron Maiden könnten tatsächlich versuchen, das Pedal in ihr Merchandise-Programm aufzunehmen.
Sound: Der Wah-Wah-Klassiker in bewährter Form
Bekanntermaßen handelt es sich bei einem Wah-Wah-Pedal um ein flankensteiles Bandpassfilter, dessen Klang sich mit dem Öffnen und Schließen eines Mundes vergleichen lässt. Ein zeitloser Effekt, der sowohl im Rhythmus- als auch im Solospiel den persönlichen Stil des Nutzers deutlich unterstützen kann. In den Siebzigern wurde die aktivierte Mittelstellung des Pedals zudem häufig genutzt, um Vollröhrenverstärker anzublasen. Einfach in der Umsetzung, klassisch im Sound.
Apropos Sound: Das Original und das in den USA gefertigte Dunlop Iron Maiden Killers Cry Baby sind klanglich absolut identisch. Ich konnte das Pedal direkt mit einem Cry Baby vergleichen, das Mitte der Achtziger gefertigt wurde. Abgesehen davon, dass das ältere Pedal aufgrund der Poti-Abnutzung erwartungsgemäß etwas stärker kratzte, gab es klanglich keinerlei Unterschiede.
Der charakteristische analoge Sweep mit seinen voluminösen, kehligen Bässen in der Fersenposition und dem schneidenden Hochmittenbereich beim vollständigen Durchtreten ist nach wie vor vorhanden und klingt heute genauso zeitlos wie 1966.
Wer von Dunlop eine überarbeitete Schaltung, einen erweiterten Frequenzbereich oder sonstige Features erwartet hat, wie sie bei diversen Cry-Baby-Varianten erhältlich sind, wird enttäuscht werden. Das Killers Cry Baby ist ein GCB95 im neuen Kleid – nicht mehr und nicht weniger.































wow!
wunderschön, finde ich!
zum Glück bin ich kein Fan, dann würde ich es mir holen wollen!
der Preisaufschlag.. naja..😃
hab das hotone Soul Press 2, aber verwende es mit Synths!
aber das 3 in 1 Konzept ist genial!
wah wahlk Like an edgyptian! 😅😅
Ich liebe Iron Maiden und Eddie hat definitiv Kultstatus. Trotzdem bin ich eher der Typ, der nach Sound und Funktion kauft. Für Sammler sicher ein tolles Stück, für den reinen Bühneneinsatz würde ich wahrscheinlich zum normalen Cry Baby greifen und die gesparten Euro in andere Ausrüstung investieren.