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Test: Dynaudio 9S, Subwoofer

31. Dezember 2021

Kompakte Basserweiterung fürs Tonstudio

dynaudio 9s test

Dynaudio 9S, Subwoofer

Vor ein paar Wochen durften wir uns bereits des Budget-Nahfeld-Platzhirschen der Marke Dynaudio annehmen, den Dynaudio LYD-8 Lautsprechern. Im Zuge des Testzeitraumes ließ sich der dänische Traditionshersteller nicht lumpen und legte uns als Testpaket gleich auch die zur Serie passende Basserweiterung bei: den mit einer 9,5 Zoll großen Tieftonmembran bestückten Dynaudio 9s Subwoofer. Preislich ordnet sich dieser mit seinen rund 849,- Euro Anschaffungspreis im Verhältnis bemessen nicht ganz so günstig ein wie die Fullrange-Monitore der LYD-Serie, so kostet eine Dynaudio LYD-5 Monitor beispielsweise nur rund 419,- Euro pro Lautsprecher. Ein LYD-8 schlägt mit rund 700,- Euro/Stück zu Buche, dieser deckt allerdings auch bereits fast das gesamte Frequenzspektrum ab, das der Subwoofer imstande zu liefern ist. Ob sich der finanziele Aufwand für die Anschaffung des Dynaudio 9S innerhalb verschiedener Szenarien lohnt, ergründet sich im folgenden Testbericht.

Dynaudio 9S, Subwoofer

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Fakten zum Tonstudio Subwoofer Dynaudio 9S

Der recht kompakte Subwoofer kommt in einem kleinen Päckchen daher, das zudem auch noch recht leicht ist. Packt man ihn aus, kommt einem ein, ähnlich wie die Gehäuse der LYD-8, hervorragend verarbeitetes „Würfelchen“ aus MDF mit Beschichtung entgegen. Lebendgewicht: gerade einmal 10,5 kg. Genau wie die meisten Membranen des Herstellers, sind auch die des 9S sehr leicht. Aus einem Magnesium-Silikat-Polymer-Verbund gefertigt und mit den altbekannten Schlitzen zur Belüftung des Magneten versehen, erkennt man die charakteristischen Membranen des Herstellers immer heraus.

Der Treiber wird von einer effizienten Class-D-Endstufe mit Energie versorgt, die über eine Leistung von 300 Watt (RMS) verfügt. Der Frequenzgang des Gerätes wird mit einer unteren Grenzfrequenz von 22 Hz bei -3 dB angegeben, die Übergangsfrequenz zu den Satelliten ist an der Rückseite variabel zwischen 50 und 150 Hz einzustellen. 22 Hz sind gelinde gesagt eine Ansage für einen Lautsprecher dieser Größe – wir werden im späteren Verlauf des Berichtes nachhören.

Dynaudio 9S, Subwoofer

Wie der Hersteller diesen Wert erreichen möchte? Durch eine starke Membranauslenkung – das sogenannte „Long Throw“-Prinzip kommt hier zum Tragen – was impliziert, dass die kompakte Membrane über eine bemerkenswert große Distanz ausgelenkt wird. Und zwar bei hohem SPL augenscheinlich locker über 2 cm, die die kleine Membran vor- und zurückschwingt. Das tut sie allerdings auf recht präzise Art und Weise, ganz einfach aus dem Grund, dass bei dieser Box auf einen Port oder ein Bassreflexrohr verzichtet wurde. Man erhält also quasi einen Subwoofer nach Closed-Box-Prinzip. 9,5 Zoll Membran, Closed-Box und 22 Hz bei -3 dB bei einem Pegel von 106 dB? Ist das physikalisch überhaupt zu bewerkstelligen? Das Gehäuse des Lautsprechers misst 266 x 320 x 276 mm – so gesehen ist es absolut winzig und kleiner als sämtliche anderen Subwoofer dieser Membrangröße. Berechnet man das Litervolumen, basierend auf den Außenmaßen des Gehäuses, kommt man auf rund 23,5 Liter, woraus sich schließen lässt, dass das Innenvolumen des Gehäuses deutlich unter 20 Liter beträgt.

Dynaudio 9S

Ein Blick auf die Löcher zur Magnetentlüftung der Membran des Dynaudio 9S

Anschlüsse und Einstellungen: Dynaudio 9S

Auch wenn bei der Basserweiterung der LYD-Serie nicht so aktiv mit dem verbauten DSP geworben wird wie bei den Satelliten, befinden sich auf der Rückseite eine Vielzahl an Schaltern zur Anpassung des Signals an Raum und Monitore. Von links nach rechts so wie oben nach unten betrachtet, findet sich zunächst ein Schalter zur Aktivierung des automatischen Standby, sodass sich das Gerät abschaltet, wenn es eine Zeit lang nicht mit Signal bespielt wird. Dies geschieht im Übrigen geräuschlos, kein beunruhigendes Ploppen der Membran oder ähnliches hört man beim Abschalten des Subwoofers.

Rechts daneben befinden sich ein Gain-Regler sowie ein Polaritätsschalter zum Drehen der Phase, sollte dies durch eventuelle Kompromisse in der Aufstellung notwendig sein. Gleich darunter finden sich die wichtigen Parameter der Klangregelung: Hoch- und Tiefpass Optionen sind hier interessanterweise aufgeführt. So gibt es zwei Hochpassoptionen bei 60 Hz sowie 80 Hz – hier wird allerdings nur jenes Signal im Bass beschnitten, das an die an den Bass angeschlossenen Satelliten weitergereicht wird. Somit erhält man mit dem Dynaudio 9S tatsächlich auch eine Art Speaker-Controller!

Daneben, wieder für die Klangregelung des Subwoofers an sich vorgesehen: ein stufenloses Tiefpassfilter von 50 bis 150 Hz. Auch wenn im Internet hierüber keine Informationen vorhanden sind, so agieren beide Filter schätzungsweise vierpolig, also mit einer 24 dB Flanke. Gerade in Kombination mit den Optionen zur Klangregelung der Satelliten der Serie lässt sich der Lautsprecher hier sicherlich mit einer recht gesunden Phasenlage und Grenzfrequenz in sein Setup integrieren. Das A und O ist und bleibt hier die korrekte Aufstellung in Kombination mit diesen Parametern, diese wird am Ende darüber entscheiden, ob man sich einen Brüllwürfel angeschafft hat, oder ein präzises Audio-Werkzeug, das den Nutzer aufgrund besseren Überblicks zu besseren Ergebnissen bei seiner Arbeit befähigt.

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Dynaudio 9S

Ein Blick auf die Rückseite mitsamt der Anschlussmöglichkeiten des Dynaudio 9S

Zu guter Letzt ist auch die Anschlusssituation für ein Gerät dieser Preisklasse positiv hervorzuheben. Arbeitet man mit einem klassischen Stereo-Setup, so sind die Satelliten bequem via XLR an den Subwoofer anzuschließen, jedoch gibt einem Dynaudio auch die Möglichkeit, einen bereits summierten LFE-Kanal als Monoeingang auf den Basslautsprecher zu schicken und diesen per „Slave“-Ausgang zu duplizieren und an einen anderen Sub weiterzureichen.

Nutzt man einen Subwoofer pro Seite oder gar ein Mehrkanal-Setup, ist diese Option absolut großartig. Die meisten anderen Hersteller bieten lediglich die interne Summierung des Stereosignals zu einem LFE-Signal, das sich dann, wenn man Glück hat, noch an einen anderen Subwoofer weiterschicken lässt. Bislang überzeugt die Basserweiterung durch ihre gute Verarbeitung sowie ihre Kompaktheit. Ob sich der Dynaudio 9S auch klanglich unter Beweis stellen kann, ergründet sich im folgenden Praxisteil.

Praxis – Klang und Nutzbarkeit des Dynaudio 9S

Bevor die klangliche Beurteilung beginnen kann, ist erst einmal ein ordentliches Setup der Basserweiterung nötig. Über Positionierung sowie die Wahl der Grenzfrequenz gilt es vor allen Dingen den Übergang zwischen den Satelliten und dem Sub so zeit- und phasenrichtig wie möglich zu gestalten, um einen Frequenz-Dip bei der Übergangsfrequenz vermeiden zu können. Per Messmikrofon in der Abhörposition ist dieses Problem recht schnell gelöst, als Position wähle ich am Ende einen Platz unterhalb eines der Satelliten und finde den „Phase-Lock“ durch leichtes Vor- und Zurückschieben des kleinen Würfels.

Dynaudio 9S

Blick auf die Membran des Dynaudio 9S

Ein Tipp für Leute, die kein Messmikrofon besitzen: Einfach einen Sinuston in der Tonhöhe der gewählten Übergangsfrequenz anmachen und in der Abhörposition schauen, bei welcher Positionierung dieser am lautesten ist.

Sobald das Messdiagramm halbwegs gerade aussieht, beginne ich damit, meine Referenztitel zu hören. Gleich zu Anfang fällt auf, dass sich der Subwoofer charakterlich perfekt in das Klangbild der LYD-8 integriert. Ohne unpräzise zu wirken, gibt er Transienten, Kicks und Bässe auf eine recht weiche Art und Weise wieder. Der Bass, der den kleinen Lautsprecher verlässt, dreht dem hörenden zwar nicht unbedingt den Magen auf links, befähigt diesen aber dazu, im Falle der LYD-8 als Hauptlautsprecher, mit Leichtigkeit ein über das ganze Frequenzspektrum präziseres Wiedergabeverhalten zu erschaffen.

Gerade durch die Entlastung der Tiefmitteltöner der LYD-8 wirken diese deutlich detaillierter – dieser Vorteil ist dermaßen deutlich, dass er den Qualitäten des Subwoofers an sich meiner Meinung nach überwiegt. Wirklichen, spürbaren Tiefbass, Ressourcen bei der Transientenwiedergabe und Präzision bekommt man gemessen an der Größe des Woofers zwar schon, gemessen an der Konkurrenz mit mehr Gehäusevolumen und größeren/stärkeren Magneten aber eher nicht. Spürbar tiefer als der Bass der acht Zoll großen LYD-8 reicht der Bass des kleinen Subwoofers leider auch nicht, auch die Messung bestätigt: Die angegebenen 22 Hz bei -3 dB werden bei Weitem nicht erreicht, weder im Nah- noch im Raumfeld. -3 dB liegen bei meinem Testexemplar ca. bei 38 Hz an, was gemessen an der Größe ebenfalls schon beeindruckt.

Dynaudio 9S

Der Dynaudio 9S von vorne

Interessant wäre es, die LYD-8 mit einer Dynaudio 9S pro Seite zu betreiben, sodass man effektiv ein Dreiwege-Setup erhält. Die Grenzfrequenzen lassen sich, ähnlich vollwertiger digitaler Weichen, sehr präzise aufeinander abstimmen und im Phasengang wirklich kohärent justieren. Das führt ebenfalls dazu, dass man die Basserweiterung ebenfalls sehr gut mit Lautsprechern von Drittherstellern betreiben kann. Verblüffend gut fügte sich der Subwoofer deshalb an meine kleinen Genelec 8020er an – in diesem Setup konnte dann auch eine deutliche Verbesserung des Basswiedergabe – sowie auch eine wirklich Basserweiterung nach unten – erreicht werden. Es scheint etwas so, als wäre der Dynaudio 9S etwas zu klein für die Dynaudio LYD-8, ich gehe allerdings davon aus, dass die LYD-7 und vor allem die LYD-5 Lautsprecher sehr von diesem profitieren können. Wahre Freude bereitet es dem Nutzer, der Membran bei der Arbeit zuzuschauen, die starke Membran-Auslenkung ist wirklich spannend anzusehen.

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Fazit

Man könnte sagen „für die Größe schlägt er sich großartig“. Gerade für kleinere Lautsprecher und kleine bis mittelgroße Räume eignet sich der Subwoofer aufgrund der durch die Größe bedingten Flexibilität bei der Aufstellung sehr – möchte man allerdings wirklich eine Basserweiterung für Lautsprecher wie die Dynaudio LYD-8, die den Frequenzgang nach unten hin auch wirklich um ein bis zwei Oktaven erweitern kann, sollte man zu etwas Großvolumigerem greifen. Die Grenzen der Physik stehen ihm hier am Ende doch im Weg.

Für die etwas kleineren Satelliten der LYD-Serie scheint der 9S dafür umso geeigneter – ebenso wie für andere Lautsprecher mit kleineren Tiefmittel-Treibern. Auch und besonders für Basslautsprecher gilt: Egal, wie groß, klein, gut oder schlecht das Gerät konzipiert ist, am Ende steht und fällt es mit dem Raum, in welchem diese betrieben werden. Dementsprechend sollte man nach Möglichkeit ein Ausprobieren in den eigenen vier Wänden als Hauptkriterium bei der Kaufentscheidung wählen. Wer Lust auf etwas mehr Bass aus demselben Hause hat, dem sei auch ein Blick auf die Dynaudio 18S empfohlen.

Plus

  • viel Klang auf kleinem Raum
  • gute Verarbeitung
  • flexible Eingliederungsmöglichkeiten

Minus

  • erreicht nicht ganz die angegebenen Messwerte

Preis

  • 849,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    sipeng  

    Danke für den Test!

    Hast du zufällig gemessen oder getestet wie sich die Elektronik des Moduls auf die
    Klangqualität Auswirkt ? Also wenn man das Signal durch das Modul and die Monitore sendet.
    Ich frage den da gibt es „solche und solche“ Sub`s

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