Test: E-MU Vintage Pro Synthesizer-Expander

Klang:

Die angeführten Beispiele zum E-MU Vintage Pro zeigen es schon, die Presets sind leider nicht viel mehr als gute Hausmannskost. Freilich, allen Sounds ist der im allgemeinen als warm und angenehm empfundene Charakter jedes E-MU Geräts gemeinsam, jedoch vor allem die Sounds, die Vintage Klassiker nachbilden sollen, sind eher durchschnittlich. So sind die E-Pianos, verglichen mit den E-Piano Banks meines betagten e6400, nur deswegen ein wenig besser, da sie mit den internen Effekten aufgepeppt sind

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Neuere Möglichkeiten der Klangerzeugung, wie z.B. Emagics Physical Modelling E-Piano EVP88 sind hier in Punkto natürlichkeit Haushoch überlegen. Einige Flächen klingen sehr interessant und neuartig andere wiederum sind fad und langweilig. Die Vintage Ecke wird leidlich abgedeckt und wie die Drumsets TR-808 und TR-909 zu ihren Namen kamen, wird mir ein Rätsel bleiben.

Einige der Performances laden zum experimentieren ein, werden aber auf Dauer uninteressant („kann ja jeder”). Um wirklich interessante Klänge zu produzieren, muss man schon tiefer in die Synthese einsteigen. Hier zeigt der E-MU Vintage Pro sein Können; eine schier unüberschaubare Anzahl an Routing Möglichkeiten, mit denen ein Sound so lebendig gestaltet werden kann, das er fast ein ganzes Arrangement darstellt. Als langjähriger begeisterter EMU Benutzer hätte ich von dem Gerät mehr innovativere Klänge erwartet, oder zu mindest eine überzeugendere Vintage Bank. Auch fallen bei einigen Filtern derartige Rasterungen auf, dass man sich fragt, wann diese Entwickelt wurden, etwa auch in den 60ern?

Das hier keine Interpolation programmiert wurde, darf bei einem Gerät dieser Preisklasse einfach nicht sein.

YOUTUBE VIDEO

Zum Abschluss noch ein Audio-Demo musictrack.jp. Mag sein, dass man das ein oder andere Wort nicht 100%ig versteht, dafür sind die Audiobeispiele umso besser ;-)

Fazit

Für Produktionen, die sich nur dem Vintage Sound annähern, ihn aber nicht imitieren müssen, bietet der E-MU Vintage Pro dennoch ein große Auswahl an klassischen Sounds. Zudem gibt es noch verschiedene Expansion Boards, die dem E-MU neue Wellenformen spendieren. Das sind unter anderem: XLead, Proteus Pop, Ensoniq Orchestral, Ensoniq ZR-76, Phatt, Protozoa, World, Rob Papen – Techno, Rob Papen – Beat. Das Rad wird E-MU mit diesem Expander aber nicht neu erfinden können.

Klangbeispiele
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