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TEST: EarthQuaker Devices Towers, Reverb Pedal

Ein Ambient-Stereo-Reverb zum Dahinschmelzen

12. Mai 2026
EarthQuaker Devices Towers Aufmacher

Test: EarthQuaker Devices Towers

Das EarthQuaker Devices Towers ist ein außergewöhnliches Stereo-Reverb-Pedal, das klassische Hallräume mit resonanten Filter-Sounds und experimentellen Ambient-Texturen kombiniert.

Kurz & knapp

Was ist es? Das EarthQuaker Devices Towers ist ein Stereo-Ambient-Reverb mit resonantem Tiefpassfilter für experimentelle Klanglandschaften und Sounddesign.

  • Sound: Riesige Stereo-Hallräume mit atmosphärischen, bewegten Ambient-Texturen.
  • Filter: Resonantes Low-Pass-Filter mit Manual-, Envelope- und LFO-Modus.
  • Features: True-Stereo, acht Presets, Expression-Anschluss und Stretch-Funktion.
  • Einsatz: Ideal für Ambient, Sounddesign und experimentelle Klangwelten.
  • Kritik: Keine MIDI-Funktion und keine Preset-Anwahl per Fußschalter.
Bewertung

EarthQuaker Devices Towers

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Die ersten 5 Minuten

EarthQuaker Devices ist bekannt dafür, ganz eigenwillige, aber wunderbare Pedale zu bauen. So soll es auch wieder beim Towers Stereo Reverberant Filter sein, einem Ambient-Reverb-Pedal mit Filter-Sektion, das für „überirdische Soundwelten“ konzipiert wurde. Es ist zudem das erste Pedal von EarthQuaker Devices, das in True Stereo ausgeführt ist. Mit einem Preis von knapp 400,- Euro spricht es in erster Linie Soundfetischisten und Gitarristen an, denen Reverb als Klang-Tool extrem wichtig ist. Ich bin sehr gespannt!

Lieferumfang & erster Eindruck

Der Lieferumfang ist schnell geklärt. Öffnet man den Karton mit dem charakteristischen Oktopus-Aufdruck, findet man das Pedal in einem Säckchen verpackt. Daneben gibt es noch einen Sticker und eine kurz gefasste Betriebsanleitung. Für mich immer wichtig bei Pedalen, bei denen man eventuell noch nicht so genau weiß, was da herauskommt. Aber gerade das ist im Ambient-Bereich ja Teil des Charmes.

Der erste Eindruck ist, wie man es von EQD gewohnt ist, hervorragend. Das Towers sieht extrem schick aus und ist trotz seiner nicht zu verachtenden Größe (165,1 × 133,4 × 82,6 mm) ziemlich leicht. Alles fühlt sich hochwertig an und auch bei den Reglern spürt man direkt die hohe Fertigungsqualität.

EarthQuaker Devices Towers Vollansicht

Einfach extrem gutaussehend – das EarthQuaker Devices Towers

Line Check

Im Line Check lasse ich mich einfach mal überraschen, was aus dem Ding ohne Einarbeitung herauskommt. Da es laut EQD sein wahres Potenzial in Stereo entfaltet, wird es auch erst mal so getestet. Die genaue Signalkette erfahrt ihr weiter unten im Text. Nach den ersten fünf Minuten kann ich schon mal so viel sagen: Es klingt auf jeden Fall mächtig und extrem schön! Hört selbst.

EarthQuaker Devices Towers Seitenansicht

Der Expression-Anschluss schafft zusätzliche Flexibilität

EarthQuaker Devices Towers – Die Specs

Das EarthQuaker Devices Towers wird als Stereo Reverberant Filter vermarktet. Was das heißen soll? Im Prinzip ist das Pedal ein Stereo-Reverb, gepaart mit einem resonanten Low-Pass-Filter. Etwas genauer gesagt werkeln im EQD Towers massig Micro-Echos, die dynamische Impulse kreieren, die dann in einen riesigen Cathedral-Reverb geschickt werden. Der Length-Parameter bestimmt die Nachhallzeit ebenso wie die Dichte des bearbeiteten Signals.

Danach wird das Signal in einem resonanten Low-Pass-Filter mehrfach weiter verformt, um am Ende eine Klangwelt zu erzeugen, die weit über die Möglichkeiten traditioneller Hardware hinausgeht. Für die Modulation der Filterfrequenz des Tiefpasses stehen drei verschiedene Modi zur Verfügung:

  • Manual Mode: Hier wird die Filterfrequenz durch Drehen des Frequency-Reglers manuell gesteuert. Sie verläuft im Stereobild im linken Kanal gegensätzlich zum rechten Kanal.
  • Envelope Mode: Die Filterfrequenz wird mittels eines Envelopes (ADSR-Hüllkurve) gesteuert, der von der Anschlagsdynamik getriggert wird. Hier steuert der Frequency-Regler die Sensitivität des Envelopes.
  • LFO Mode: In diesem Modus wird die Filterfrequenz von einem langsamen LFO gesteuert, während der Frequency-Regler die Rate regelt. Dieser Effekt wandert ebenfalls im Stereofeld und sorgt für langsame Panning-Effekte.

Mit dem Filter-Regler kann dann gesteuert werden, wie stark das Low-Pass-Filter das Reverb-Signal beeinflusst – sozusagen ein Mix-Parameter. Der eigentliche Mix-Regler auf der linken Gehäuseseite regelt den globalen Mix als Wet/Dry-Regler. Mit dem Preset-Wahlschalter hat man die Möglichkeit, acht verschiedene User-Presets zu speichern.

Das EarthQuaker Devices Towers besitzt zwei Footswitches. Neben dem Activate-Button auf der rechten Seite, der den Bypass-Zustand regelt, befindet sich links der Stretch-Footswitch. Diese Funktion kennt man schon von anderen EQD-Pedalen wie dem Astral Destiny. Stretch verlangsamt das komplette digitale System des Towers. Dadurch wird auch die Reverb-Länge verdoppelt sowie das Frequenzspektrum verändert. Hält man den Footswitch gedrückt, wird der Prozess gemorpht und es entstehen diverse Pitchbending-Effekte.

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Anschlussseitig kommt das Towers als True-Stereo-Pedal mit Stereo-In- und -Out-Buchsen sowie einem Anschluss für ein optionales Expression-Pedal. Beim Bypass-Modus kann zwischen True-Bypass und Trails gewählt werden.

Die Specs auf einen Blick

  • Stereo-Reverb mit resonantem Low-Pass-Filter
  • Regler für Length, Frequency, Mix, Preset und Filter
  • Drei Betriebsmodi für die Filtermodulation: Manual, Envelope und LFO
  • Nutzbar in Stereo, Mono sowie im „Mono In/Stereo Out“-Modus
  • Speicherplätze für bis zu acht eigene Presets
  • Stretch-Funktion zur Verlängerung der Reverb-Zeit und Veränderung des Klangcharakters
  • Separater Footswitch für Aktivierung und Bypass
  • Anschluss für ein optionales Expression-Pedal
  • Betrieb über externes 9-Volt-DC-Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten)
  • Stromverbrauch: 85 mA
  • Abmessungen: 165,1 × 133,4 × 82,6 mm
  • Gewicht: 467 g
  • Gefertigt in den USA
EarthQuaker Devices Towers Rückseite

Das Towers funktioniert sowohl im True-Stereo-Betrieb als auch in Mono

Der Praxistest

Vorneweg: In der Praxis schlägt sich das EarthQuaker Devices Towers sehr gut. Der Formfaktor ist zwar nicht gerade klein, aber das Towers ist auch nicht für Player gedacht, die auf ihrem kleinen Pedalboard eben noch schnell das dritte Reverb-Pedal unterbringen wollen. Dieses Ding will Beachtung bekommen!

Es ist nahezu unmöglich, dem Pedal einen unbrauchbaren Sound zu entlocken, sofern man keinen alltagstauglichen Plate-Reverb-Sound erwartet. Aber dafür sollte man sowieso zu einem anderen Pedal greifen. Die Regler liefern auf dem gesamten Regelweg interessante Ergebnisse und laden somit zum exzessiven Drehen und Ausprobieren ein.

Selbst wenn man das EarthQuaker Devices Towers ohne das resonante Low-Pass-Filter als reinen, mächtigen Hallraum verwendet, geht schon die Sonne auf. Kommt das Filter hinzu, kommt man aus dem Sabbern nicht mehr raus.

Die drei Modi Manual, Envelope und LFO liefern sehr interessante und nützliche Modulationsmöglichkeiten der Filterfrequenz, wobei im Envelope Mode sogar dezente Auto-Wah-Klänge aus dem Hallsignal zu holen sind. Dass sich die Veränderungen der Filterfrequenz im Manual- und LFO-Mode sogar im Stereobild hin- und herbewegen, eröffnet extrem breite Klangflächen.

Der Einsatz eines Expression-Pedals ist ebenfalls gerade für den Length-Parameter oder die Filterfrequenz sehr interessant und kinderleicht umzusetzen. Acht verschiedene Preset-Möglichkeiten ergeben absolut Sinn und erlauben das Speichern unterschiedlicher Einstellungen. Obwohl das Pedal explizit als Stereo-Reverb angepriesen wird, klingt es auch im Mono-Betrieb hervorragend und muss sich keinesfalls verstecken. Kein Wunder, EQD ist ja in Sachen Mono-Reverb-Pedalen sehr bewandert.

Der Stretch-Mode setzt dem Ganzen dann die Krone auf und lässt einen dank der Pitchbending-Effekte tief ins Sounddesign eintauchen. Übrigens verbraucht das Pedal nur ca. 85 mA – sehr schön!

Das Pedal hat jedoch auch den einen oder anderen Haken: Dass es keine MIDI-Funktionalität mitbringt und auch keine Möglichkeit bietet, die User-Presets per Fuß anzuwählen, finde ich persönlich schade. Das hätte deutlich mehr Flexibilität ermöglicht.

Klangbeispiele

Hören wir uns jetzt an, wie das EarthQuaker Devices Towers klingen kann. Um das Pedal in seiner vollen Stereo-Funktionalität sowie bei ansonsten gleichen Einstellungen auch in Mono betreiben zu können, habe ich es in den Stereo-fähigen Loop meines Fractal FM9 gehängt und dort hinter Amp und Cabinet platziert.

Neben meiner Haar 50s T-Style-Gitarre kommt im Fractal ein Morgan AC-20 mit passender 1×12-Box zum Einsatz. Verwendet wurde jeweils eine IR mit einem SM57 sowie einem Beyerdynamic M 160. Im Manual Mode drehe ich den Frequency-Regler von Hand, was die gegenläufigen Sweeps im Stereobild erzeugt.

Beim Expression-Pedal habe ich den Length-Parameter gesteuert, um so nahezu einen Endlos-Hall zu erzeugen. Beim Stretch-Mode kreiere ich die Pitchbend-Effekte durch die Hold-Funktion des Fußschalters. Viel Spaß beim Anhören.

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Klangbeispiele
Fazit

Mit dem EarthQuaker Devices Towers bekommt man ein Stereo-Ambient-Reverb, das wie versprochen überirdische Sounds liefert. Klangfetischisten und Sounddesigner sollten sich das Towers auf jeden Fall näher anschauen. Dank des resonanten Tiefpassfilters lassen sich unkonventionelle und wunderschöne Klangwelten erschaffen, die im Stereobild von links nach rechts – und gefühlt auch von oben nach unten – wandern.

Die drei Modi erlauben unterschiedlichste Modulationen der Filterfrequenz, die durch den Expression-Anschluss zusätzlich an Flexibilität gewinnen. Dass das Towers ebenfalls die Stretch-Funktion spendiert bekommen hat, ergibt absolut Sinn und trägt zum extravaganten Klangerlebnis bei. Auch im Mono-Betrieb überzeugt das EQD Towers klanglich auf ganzer Linie.

Dass das Pedal jedoch keine MIDI-Funktionalität bietet und auch keine Möglichkeit vorhanden ist, die acht Presets per Fuß anzuwählen, bleibt ein kleiner Wermutstropfen. Gerade beim stolzen Preis von knapp 400,- Euro hätte man das durchaus erwarten dürfen. Der Preis geht dennoch in Ordnung, denn klanglich ist das Towers nur schwer zu toppen.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Stereobreite

Minus

  • Presets nicht per Fuß schaltbar
  • kein MIDI

Preis

  • 399,- Euro
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Über den Autor
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Matze Franz RED

Mit Lenny Kravitz und Coldplay aufgewachsen und dann zum Jazz gefunden. Bachelor und Master Studium Jazz Gitarre in Würzburg und Mannheim. Danach den Fokus wieder auf die Musik gelegt, mit der ich groß geworden bin und jetzt als Live- und Studio-Gitarrist mit allen möglichen deutschen Pop-Acts unterwegs. Ich habe mit ClockClock, LEA, Laith Al-Deen, Lotte, Marie Bothmer, Bengio, Tiemo Hauer und vielen weiteren Künstler*innen und Bands zusammengearbeitet. Große Momente in meiner Karriere ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Leuchter

    Hey Matze, vielen Dank für Dein gefühlvolles Gitarrenspiel und den schönen Hall. Ich habe Deine Klangbeispiele echt im Loop laufen lassen und Ambient genossen. Danke nochmals.

    • Profilbild
      Matze Franz RED

      @Leuchter Hi Leuchter, vielen Dank!

      Es war beim Testen auch schon schwer, nicht die ganze Zeit im Loop zu spielen, sondern den Test irgendwann zu Ende zu bringen. 😁

      • Profilbild
        Nikk Rhodes

        @Matze Franz Hi Matze,

        besten Dank für den feinen Test. Meinst du dass das Teil auch lohnt wenn man es mit Synths und drum machines nutzen würde?

        Vielen Dank im Voraus f.d. Antwort! 👏

        Beste Grüße
        Nikk

        • Profilbild
          Matze Franz RED

          @Nikk Rhodes Danke!

          Mit Sicherheit würde sich das lohnen! Ich bin überzeugt, dabei würden auch extrem geile Sounds entstehen.

  2. Profilbild
    Viertelnote AHU

    sehr schönes ambient seidentuch.
    breit und endloß ohne sicht an das ufer🙂
    Poticaps von musicding erworben😉

    preis ist stolz man ist lexicon nah an MX series.
    danke für test:)

    • Profilbild
      ollo AHU

      @deutscheindustrieprodukte.de Ja, ein Piano oder Vocals als Beispiele wären schön gewesen. Ich predige ja immer, dass Amazona allen Autoren ein paar Beispielsounds vorgibt, die jeder nutzen kann bzw am besten dann auch solle. Dann könnte man auch verschiedene Geräte besser miteinander Vergleichen, wenn die Beispiele immer die selben sind. Bei Verzerrern ist es genauso, da würde ich gerne zb auch mal eine Drummachine hören und nicht immer nur Gitarren. Da einen Standardloop zu haben, den jeder nutzt wäre wirklich und sehr, sehr hilfreich.

      • Profilbild
        Matze Franz RED

        @ollo Ja, interessanter Gedanke. Allerdings sind wir ja eine Redaktion für Gitarre und Bass, und das Pedal wird als Gitarreneffekt vermarktet. Da denke ich, liegt der Fokus einfach mehr auf der Gitarre.

        Bei den immer gleichen Klangbeispielen ist das meiner Meinung nach so eine Sache. An sich eine gute Idee, aber es passt nicht immer DAS eine Klangbeispiel zu einer bestimmten Soundwelt. Flexiblität und Vielfalt, die dem was man testet gerecht wird, finde ich da angebrachter.

        Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

  3. Profilbild
    Dizzy

    Vielen Dank für den tollen Test! Mir gefallen die Klangbeispiele sehr – super eingespielt 🤘

    Eine Frage, die ich mir hinsichtlich des doch recht hohen Preises stelle: Lassen sich solche Sounds nicht auch wunderbar mit einem Modeler wie dem Line6 Helix erzeugen oder gibt es ein Alleinstellungsmerkmal beim EarthQuaker Devices Towers, durch welches Multieffektgeräte nicht mithalten können?

    • Profilbild
      Matze Franz RED

      @Dizzy Danke!

      Ich wage zu behaupten, dass du mit einem Helix eventuell zu 80-90% ran kommen würdest, wenn du solche Sounds tatsächlich nachbauen willst. Allerdings wahrscheinlich mit viel Schrauberei und Routing-Tricks.

      Dann wärst du aber immer noch 10-20% vom Original entfernt und hättest vermutlich sehr viel Zeit investieren müssen.

  4. Mehr anzeigen
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