Test: EastWest, Hollywood Orchestral Woodwinds, Soundlibrary

Und so weht der Wind

Ausstattung

Es fällt Euch sicher auf, dass die gesamte Library aus Soloinstrumenten besteht. Zur Frage „Warum keine Ensembles?“ antwortete EastWest, dass es kein Kompromiss war, diese wegzulassen und nach Rücksprache mit den Machern aus dem Business der Filmmusik (Scoring) es keinen Bedarf dafür gäbe. Es ging darum, dem Komponisten mehr Freiheit und Flexibilität in der Kombination zu ermöglichen.

Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum das nachvollziehbar ist. In Sachen Sound ist es beispielsweise so, dass Blechbläser den Raum aufmachen und bereichern sollen, vor allem dynamisch. Diese Aufgabe ist für Holzbläser unwichtig und nebenbei auch nicht machbar. HW Woodwinds sind dafür gemacht, dass man sie frei kombinieren kann. Als bestes Beispiel dient hier die „Flute 2“. Das ist eine Standard-Querflöte, wie die „Flute“ selbst. Aber „Flute 2“ wurde von einem anderen Flötisten gespielt, der wiederum in einer etwas anderen Position sitzt und so auch aufgenommen wurde. Mit anderen Worten: Es wurden nicht die selben Samples aufgeteilt unter den beiden, sondern separat und neu aufgenommen. Wenn man also beide Spuren unisono spielt, gibt es keinen Dopplereffekt, der in einer langweiligen Singleperformance endet. Ich demonstriere das hier mal kurz:

Als erstes Beispiel hier die Flute + Flute. Also zweimal identisch reingeladen, in zwei MIDI-Spuren klingt das unisono so:

Und hier nun die Flute + Flute 2. Wieder zwei MIDI-Spuren, beide spielen wieder unisono.

Das zweite Beispiel klingt viel authentischer als Duett und breiter. Klar, das erste klingt nicht unbedingt falsch, ist aber bei weitem nicht so lebendig. Deutlich wird das vor allem, wenn zwei Flötisten zusammenspielen sollen, indem der eine die Melodie spielt und der andere Kontrapunkte setzt. Am Beispiel hört man auch sehr schön, wie Flute 2 leicht links sitzt zu Flute 1. Ohne mein Zutun am Panning. Solche Details bringen Tiefe und Glaubwürdigkeit.

Klangbeispiel Oboe

Ich vergleiche diese Library mit EastWests hauseigener EW/Quantum Leap Symphonic Orchestra (Platinum). Diese benütze ich seit Jahren und bin (bis auf die Oboe) sehr zufrieden. Unabhängig davon, dass die ältere Library drei Ensembles (3 Clarinets, 3 Flutes, 3 Oboes) zusätzlich bot, fällt mir vor allem auf, dass diese Neue hier dünner und trockener klingt. Dies ist ausnahmsweise ein Vorteil, der auf der Hand liegt: „Dünner“ ist gut, weil man die Tiefen der Holzbläser im Orchester ohnehin per Lowcut wegbiegen müsste, stehen sie dort ja den Cellis und Bässen im Weg. Und da die Library nun um einiges trockener ist, kann man seinen eigenen Hall in der Gesamtsumme besser anwenden. Worauf ich persönlich aber nicht verzichten wollen würde, wären die fünf Mikrofonpositionen der Diamond Edition. Das ist ein gewaltiger Unterschied, wie man hier gut hören kann!

Zuerst zum Vergleich die alte/Vorgänger Oboe der EW/Quantum Leap Symphonic Orchestra. Kein Hall, aber deutlich zu hören der mitaufgenommene Raum. Mit allen drei Mikrofonpositionen:

Hier nun die Oboe der neuen HW WW, ebenso trocken. Mit allen fünf Mikrofonpositionen:

Und hier die Oboe HW WW noch einmal, allerdings nur mit einer Mikrofonposition. So wird sie wahrscheinlich in der 16Bit Gold Version klingen:

Ok, das sind stattliche 314 Euro Unterschied zwischen der Diamond- und Goldversion. Da sollte man sehr gut wissen, wozu man diese Library wirklich verwenden will. Was den Klang betrifft, gewinnt eindeutig die neue Library. Sie klingt in meinen Ohren viel edler und feiner.

Und weil es so schön ist, jetzt die finale Version mit dem Reverb New Hollywood Hall:

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Soeben teilte mir EastWest mit, dass Mitte November 2012 ein Update erscheinen wird. Ich habe unter anderem bei der Oboe Fehler in den Samples gefunden. Hoffe dass diese dann behoben sind!

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