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Test: Eastwest Hollywood Solo Cello und Violin, Orchester-Library

SoloXViolin

Grundsätzlich wurden die Librarys als Ergänzung für die bereits veröffentlichten Eastwest Librarys designt. Da Räumlichkeiten und Aufnahmetechnik identisch sind, klingen sie zusammen sehr homogen (Aber ja … natürlich lassen sich die Librarys mit anderen Herstellern kombinieren, was ich auch sehr gerne mache). Es gibt allerdings einen Unterschied zu den Hollywood Orchester-Librarys, nämlich die der Mikrofonierung. Die hier benützten Mikrofone sind speziell für Soloaufnahmen. Also statt Surround- und Vintage-Mikros, die man bei den Hollywood-Orchester-Editionen hört, benutzte man hier Close- und Mid-Mikrofon-Positionen mit zusätzlichen Vintage Alternativen.

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Auch die Aufnahmen weisen Unterschiede auf: Die Dynamik und die Vibratotiefe sind zusammengelegt (verlinkt) und werden über das Modulationshandrad gesteuert, was ihr auch an meinem Demo hören könnt. Bei Hollywood-Orchester hingegen sind diese Controller separiert in Dynamik und Vibrato aufgeteilt.

Inhalt:

Es gibt bei beiden Librarys fünf Hauptordner. Diese sind

Long Solo: Ausschließlich monophon spielbare Patches, wie im echten Leben. Hier finden wir neun Patches mit den Namen Flautendo, Grand Detaches, Lyr Vib Solo, Sus Exp Solo, Sus Lf Vib, Sus Non Vib Solo, Sus NV NV VB Solo, Sus NV VB VB Solo und ein sehr gutes Tremolo Solo, das sich dem Host-Tempo anpasst. Allerdings gibt es auch die Spieltechnik Double Stop (Übersetzung: Doppelgriff oder auch Mehrfachgriffe sind in Musikstücken für Streichinstrumente diejenigen Stellen, bei denen der Spieler mehrere Töne gleichzeitig spielt.) Dafür muss man den nächsten Ordner bemühen.

Long: Nahezu identisch mit Long Solo, nur wie eben erwähnt mit dem Unterschied, dass man diese hier mehrstimmig spielen kann.

Short: Hier sind die klassischen kurzen Spielweisen wie Marc long/short, Pizz, Sforzando und Spiccato enthalten.

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Keyswitch: Enthält drei Ordner, bei denen jeweils die erste Oktave als Keyswitch der verschiedenen Artikulationen fungiert. Das ist praktisch, unterstützt einen sehr viel schnelleren Workflow und schont zudem eure CPU.

Legato: Hier sind sechs Patches vertreten, die sehr präzises Einspielen erlauben. Wie bei vielen anderen Instrumenten gibt es auch hier einen sehr großen Unterschied im Sound, wie das Instrument vom Musiker angespielt wird. Nicht nur das Bogenrichtung wechseln ändert den Klang, sondern auch wie schnell das geschieht, hat Auswirkungen. Nicht zu vergessen das Slur, wenn man von einer Note zur anderen rutscht und somit einen romantischen Schmachtsound bzw. Übergang erzeugt.

An der Engine Play hat sich soweit nichts geändert, außer dass sie im Hintergrund durch die Composer Cloud (wenn man diese öffnet) geprüft wird und regelmäßig Updates bekommt. Sie ist nach anfänglichen Kleinkriegen, die ich gegen sie führen musste, heute meine absolute Lieblings-VST. Zuverlässig, schnell und um einiges komfortabler im Umgang als die Kontakt Engine, deren Logik ich nicht immer verstehe.

Hier zum Abschluss noch die offiziellen Demos von Eastwest zu Solo-Cello und Solo-Violine:

Ein nicht zu unterschätzendes Tool ist „Advanced Instrument Properties“, zu finden im Menü der Play Engine. Hier könnt ihr jedem Instrument seine eigene Stimmung, je nach Herkunft und Kontinent verpassen. Es sind 46 Skalen (Micro Tuning) vertreten. Von Western, wie wir es kennen, über arabisch, chinesisch, indisch, persisch, afro etc. Probiert es aus! Klingt gleich viel authentischer, wenn ihr einen exotischen Track komponiert. Nicht zu vergessen ist der SSL-Kanalzug im Play-Mixer. EQ, Compressor und Convolution Hall runden bei Bedarf das Ganze ab.

Ich würde wirklich sehr gerne noch mehr berichten. Jedoch sind diese Librarys so transparent einfach gehalten, einerseits klein und gleichzeitig so umfangreich, dass es keiner weiteren Worte bedarf. Hört euch nicht nur die Demos an, geht in einen Musicshop und testet die Sounds an. Ihr unterstützt nicht nur diese Läden, von denen es leider nicht mehr viele gibt, die freuen sich zudem darüber, dass nicht alles übers Internet kaufbar ist. Sie helfen euch bei der Kaufentscheidung sicher weiter.

Falls ihr weitere Fragen habt oder ich etwas wichtiges vergessen habe, schreibt einfach einen Kommentar unter diesen Test. Werde sie sehr gerne und schnell beantworten. Viel Spaß!

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Fazit

Wieder einmal ist es Eastwest gelungen, zwei hervorragende Produkte zu veröffentlichen. Der Sound ist warm und weich, kann aber auch krächzen und knirschen, je nach benötigter Stimmung. Geeignet sind die Librarys für alle Komponisten, die Soloinstrumente für ihre Jobs benötigen, die man nicht wie früher so oft in einer Suppe aus Hall und Orchester verstecken muss. Die Qualität hat ihren Preis, aber als Bundle relativiert sich da schnell. Würde beide empfehlen. Sie sind eine langfristige Investition wert, bedenkt man wie zeitlos die Librarys klingen.

Plus

  • Sound/Aufnahmequalität
  • Vielfalt und Größe der Artikulationen
  • Workflow der kostenlosen Play Engine

Minus

  • Crossfades an manchen Loop-Enden zu hören. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass Eastwest solche Fehler im nächsten Update behebt. Daher ist dieses Minus temporär (Stand Mai 2016).

Preis

  • Aktuelle Einführungspreise für das Bundle Cello&Violine:
  • € 445 Diamond Edition
  • € 355 Gold Edition
  • oder 26,99€ pro Monat in der "Composer Cloud" von EastWest
  • Auch interessant dürfte das Bundle Harp, Cello & Violin sein, das es zu kaufen gibt.
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Chick Sangria

    Da fällt mir natürlich gleich ein, dass Sample Modeling gerade mit „The Cello“ herausgekommen ist. Ein Vergleich wäre interessant.
    http://www....._cello.php
    Habe gerade mal im Archiv geschaut – ihr habt noch nicht ein einziges Produkt dieser Firma besprochen. Wie kann das sein? Ist das für euch nicht relevant? Fühlt sich niemand zuständig?

    • Profilbild
      Tyrell RED 1

      Bei der Fülle an neuen Librarys können wir leider unmöglich alle Neuerscheinungen testen. Wir haben für die Tastenfraktion (und da fallen auch Libs drunter), nur zwei Slots jeweils am Mittwoch. Alle anderen Tage sind an andere Redaktionen vergeben. Wen Du alle Neuerscheinungen in diesem Bereich zusammen zählst, müssen unweigerlich 80% aller Lib-Neuerscheunungen aus dem Raster fallen.

      • Profilbild
        Chick Sangria

        Lustigerweise sind das ja – ähnlich wie Pianoteq – gar keine Libraries, sondern Modeling-Instrumente (The Trumpet braucht kaum ein halbes Gigabyte). Daher wäre es überhaupt mal interessant, so etwas mit einer führenden Library zu vergleichen. Vielleicht zur Anregung für eine künftige Rezension.

  2. Profilbild
    Selcuk Torun AHU

    In diesem Zusammenhang: Es gibt auch eine sagenhaft neue Librarie von Virharmonic. Das nennt sich Bohemien Cello. Göttlicher Klang!
    Aber wie du siehst, und Peter (Tyrell) schon gut beschrieben hat, können wir leider nicht alles testen was täglich auf den Markt kommt. Auch wenn wir das liebend gerne machen würden.

  3. Profilbild
    AQ AHU

    Mit diesen East West Produkten sind wir aus meiner Sicht an einem Punkt angelangt, wo man sich fragen muss, wie das weitergehen soll. Samplen kann man alles und das in bliebiger Qualität. Sogar bei den EastWest Demos hört man jedoch das zum Teil mühsame Umschalten zwischen den diversen Artikulationen. Als Komponist musst Du nicht nur eine Melodie, den Rhythmus und die Dynamik berücksichtigen, nein, man muss bei jedem Ton noch entscheiden welche Artikulation jetzt die richtige sein könnte. Qualitativ wird es nicht mehr viel weiter gehen, denn die Grenzen unseres Gehörs sind Sampletechnisch erreicht. Die gewaltige Entwicklung der letzten Jahre kann kann sich Meiner Meinung nach so nicht fortsetzten. Bis jetzt habe ich mir die grossen neuen Releases geleistet, aber jetzt, wo ich die für mich die perfekten Lybraries habe, werde ich kein guter Kunde mehr sein. Die beiden getesteten Instrumente werde ich nicht mehr kaufen. Das wird leztlich darauf herauskommen, dass nicht alle Samplinghersteller das überleben werden, denn wenn man nichts grundlegend Neues mehr verkaufen kann, versiegt die Existenzgrundlage. East West versucht mit der Composers Cloud diesem Schiksal zu entgehen. Ich hoffe das gelingt. Irgendwie traigsch oder?

  4. Profilbild
    MidiDino AHU

    Zunächst muss ich gestehen, dass ich lediglich für MICH sprechen kann. 36 GB für ein Cello solo sind einfach unakzeptabel. Und die Soundbeispiele sind alles andere als relevant. FÜR MICH handelt es sich bei den Beispielen um Kitsch, völlig nichtssagend. Die neusten solo Libraries, die ich habe, stammen noch aus der Horizon-Serie von VSL, die ich zudem konvertierte: für den E-mu Softwaresampler und sogar für meinen EIV! Eine Cloud oder ein spezieller Player kämen für mich nicht in Frage. Unter den berücksichtigten Spieltechniken werden auch bei den GB-Libraries nur Standards einbezogen. Ein Aufwand, sich die Samples zurechtzubiegen, lohnt sich in der Regel nicht. Es geht nach MEINEM Ermessen längst nicht mehr um Musik, sondern lediglich ums Geschäft.

    • Profilbild
      Chick Sangria

      Umso mehr würde mich interessieren, wie die Physical Modeling-Technik von „The Cello“ oder „The Viola“ bei Komponisten ankommt bzw. ob sie bessere Ergebnisse verspricht. Hier hat man ja den Vorteil wesentlich geringerer Datenmengen.

      • Profilbild
        MidiDino AHU

        Danke für den Hinweis und die Frage: Generell stehe ich der Modelling-Technik offen gegenüber. Ich hatte mir vor Jahren sogar einen Piano-Expander gekauft, das RP-X von GEM, das eine solche Technik nutzte. Nachteil des RP-X ist: das Modelling ist stark begrenzt und unvollständig, lediglich ’normales‘ Spiel wird unterstützt, keine klanglichen Experimente, und der Ausklang ist für einen Flügel zu kurz. Dies ließe sich von mir nur durch eine besondere Spielweise ‚kompensieren‘, in der lange Ausklänge keine Rolle spielen (EP: Schneetage).

        Das Cello-Modelling, auf das hingewiesen wurde, ist gleichfalls arg eingeschränkt: „Three main Play Modes are available, namely Bowed, Pizzicato & Col Legno.“ Das reicht allenfalls für einen Schlager … Aber unabhängig von diesem speziellen Produkt: Vielleicht gehört der Technik die Zukunft. Yamaha hatte ja auch bereits mit dieser experimentiert. Ich erinnere mich an: https://www.amazona.de/green-box-yamaha-vl1-vl1m-vl7/

  5. Profilbild
    costello RED

    Sie spielt Cello – bis das Kollophonium raucht. So dolle kann die Library nicht sein, wenn’s ein solches Teaserfoto braucht :)

    • Profilbild
      harrymudd AHU

      ich wollte ja erst zu diesem Teaserfoto nichts sagen – aber jetzt frage ich euch: Habt ihr solche Fotos wirklich nötig?

    • Profilbild
      AQ AHU

      Na ja, ich glaube nicht, dass die das Kolophonium zum Rauchen bringt. Aber wie auch das getestete Produkt beweist, braucht man zum Geigen nicht unbedingt eine Violine. Mir gefällt das Bild ;-)

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