Test: EastWest, Ministry of Rock 2

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Stairway to heaven: SOUND

Bevor wir darüber reden, hier erst einmal ein weiteres Beispiel als Diskussionsbasis:

Es ist natürlich viel Arbeit, was man hier hört. Erfahrung und ein gewisser Grad an Know How ist schon nötig, damit das am Ende so klingt. Aber es ist wirklich möglich! Versprochen!

Fangen wir mit den Drums an:

Wie oben beschrieben bestehen die Drums aus drei großen Kits (DW, Gretsch und Ludwig). Zusätzlich wurden sechs weitere Snares aufgenommen. Testweise lade ich den ersten großen DW Kit-Patch mit der klangvollen und legendären Ludwig-Snare „Black Beauty“ XXX rein. Was ich immer schon haben wollte, waren Snareroll-Samples. Diese zu programmieren fand ich immer sehr anstrengend und das Ergebnis leider mehr als suboptimal. Hier wurden sie endlich zur passenden Snare mit aufgenommen. Der Klang ist tight, druckvoll und präzise, um nicht zu sagen funky und sehr klar. Man kann sie zusätzlich mit dem neuen Drummixer optimieren, indem man die Raummikros ein- oder ausschaltet (Close+OH, Room oder Comp. Room). Zusätzlich gibt es zu jedem Set eine kleinere systemschonende Variante, die sich „Less Load“ nennt. Damit berücksichtigt EastWest die User, deren Systeme noch nicht auf dem neuesten Stand der Computertechnik sind. Sehr vorbildlich!

Ganz neu (so glaube ich) ist die „Live Technology“, die dafür sorgt, dass die Drum-Performance wirklich echt klingt. Denn das bekannte Problem einer Schlagzeug-Programmierung ist immer noch die Wiederholung (Maschinengewehr Effekt) von immer gleichen Samples. Ein Beispiel mit den Toms, wie es besser wird: Werden diese geladen, so findet man auf der Oktave 0 seiner Tastatur die normal gesampelten Toms mit Round Robin (das zufällige Abrufen verschiedener Samples) und den üblichen 24 Velocity-Stufen. Auf der nächsten Oktave 1 findet man die gleichen Toms, allerdings als Flamsamples. Und wieder auf der nächsten Oktave 2 die Kombination aus beiden. Üblicherweise würden wir unsere Toms auf der Oktave 0 einspielen, entsprechend künstlich und immer gleich klingt das dann, trotz 24-facher Velocity und Round Robin. Verteilt man aber seine Spielweise willkürlich auf diese drei Oktaven, entsteht ein unglaublich echter Spiel-Eindruck. Es sind nach wie vor nur die vier Toms eines Kits, aber verteilt auf 12 unterschiedliche Interpretationen bzw. Artikulationen.

Die Hihat ist mit Abstand eines der wichtigsten Elemente eines Drumsets. Denn diese sorgt nicht nur für den eigentlichen Groove, während die Kick nur den Impuls gibt, aber die Programmierungsqualität entlarvt eben sehr schnell. EastWest hat auch hier vier verschiedene Samples aufgenommen: geschlossen, leicht geöffnet, mehr geöffnet und ganz offen. Diese wiederum wurden noch einmal aufgenommen mit verschiedenen Positionen. An der Spitze/Glocke, am Rand und in der Mitte. Wie auch bei den Toms klingt es um ein Vielfaches echter, wenn man diese beim Einspielen durchmischt.

Basses:

Hier gibt es auch drei Bass-Gruppen. Hardcore Bass Remaster, Hardcore Bass Vintage Exp Remaster und ein neuer Stingray 5 Bass. Der erste Patch, den ich mir reinlade, heißt Lakland Finger Hardcore. Genauso klingt er auch. Böse, fett und vor allem sehr inspirativ. Bei Bedarf kann man auch nur die einzelnen Artikulationen laden. Fast jede wichtige Spielweise ist verfügbar. Was ich sehr geil finde, sind die Multipatches, die bei weicher/harter Spielweise das entsprechenden Sample abrufen. Das macht die Arbeit einfach musikalischer, und ich muss mir keine Gedanken machen, wo ich das Sample finde für Picking, Slide, Mute, Bend etc. Der neue Stingray 5 ist ein sehr satter, direkter Bass. Auch hier findet man diverse Artikulationen von Finger bis Picking. Sehr cool ist die Artikulation auf der Taste F#0- Fast Rep Perf. Diese spielt eine Bass-Performance und passt sich dem Host-Tempo an. Wenig Arbeit, großer Nutzen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    El Blindo

    Ich weiss natürlich nicht, wie es bei dieser Library ist, aber von den Rythmusgitarren aus der ersten, war ich tief enttäuscht. Das klang sowas von künstlich. Die Leadgitarren waren allerdings super.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      ich denke dass es immer darauf ankommt wie man diese einspielt und „einbettet“. Ich spiele diese Sounds nur in einem bestimmten Kontext. Wird es anspruchsvoll und hörbar nehme ich die Gitarren ohnehin live auf.

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