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Test: Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster, Effekt-Pedal

Spiel mit den Atomen

19. April 2026
Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster Aufmacher

Test: Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster

Mit dem Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster bringt der Hersteller aus New York einen ungewöhnlichen Modulationseffekt im Mini-Format auf den Markt, der bewusst zwischen klassischen Sounds und experimentellen Klangwelten pendelt.

Kurz & knapp

Was ist es? Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster, kompakter Modulationseffekt für experimentelle Klanggestaltung

  • Charakter: Mischung aus Phaser, Flanger, Chorus und Ringmodulator mit eigenständigem Klangbild
  • Bedienung: Vier Regler, Mode-Schalter und Tap-Tempo bei sehr kompaktem Format
  • Klang: Von subtiler Bewegung bis zu rhythmisch-experimentellen Modulationen
  • Einsatz: Besonders geeignet für Intros, Übergänge und kreative Sounddesigns
  • Pluspunkt: Experimenteller Effekt mit geringem Rauschen und überraschend großem Klangspektrum
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Electro Harmonix Pico Atomic Cluster

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Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster

Electro-Harmonix zählt zweifellos zu den populärsten Namen im Bereich innovativer Effektpedale. Firmengründer Mike Matthews hat mit Klassikern wie dem Big Muff oder dem Memory Man ein Stück weit Soundgeschichte geschrieben. Neben diesen bekannten Pedalen hat sich EHX immer wieder dadurch ausgezeichnet, ungewöhnliche Konzepte umzusetzen und Effekte zu entwickeln, die sich nicht immer in bestehende Kategorien einordnen lassen. Und das trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen das Unternehmen zwischenzeitlich steckte.

Mit der Pico-Serie verfolgt Electro Harmonix einen Ansatz, der die Anforderungen unserer oft chronisch überfüllten Pedalboards aufgreift: möglichst kompakte und damit platzsparende Bauweise bei möglichst großem Funktionsumfang. Der Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster gehört innerhalb dieser Serie zu den experimentelleren Vertretern und ist weniger für traditionelle Sounds als vielmehr für Spieler gedacht, die nach neuen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten suchen.

Übrigens: Wer sich intensiver mit der Geschichte und Philosophie des Herstellers beschäftigen möchte, findet HIER ein ausführliches Firmenporträt, das die Entwicklung von Electro Harmonix von den frühen Tagen bis heute beschreibt. Wir kümmern uns aber hier und jetzt um den kleinen Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster und was er uns zu bieten hat.

Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster Größenvergleich

Facts & Features

Das Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster fällt nach dem Auspacken direkt durch seine sehr kompakte Bauform auf – das Teil ist wirklich winzig! Deutlich kleiner als ein klassisches Standardpedal, was sich auf dem Pedalboard natürlich bemerkbar macht. Denn Platz auf dem Board ist ja meistens Mangelware. Trotz der geringen Größe wirkt das Gerät stabil und dazu sauber verarbeitet. Das blau lackierte Metallgehäuse macht einen soliden Eindruck, so wie man es von Electro Harmonix gewohnt ist.

Die Bedienelemente sitzen auf dem Panel entsprechend eng beieinander. Die Potis sind recht klein und verlangen daher etwas Fingerspitzengefühl beim Bedienen. Gerade auf der Bühne oder wenn es generell schnell gehen muss, kann das schon mal etwas fummelig werden. Das ist eben der bekannte Kompromiss, den man bei solchen Mini-Formaten eingehen muss.

Gesteuert wird das Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster über die vier Regler Volume, Blend, Speed und Atoms sowie einen kleinen Mode-Schalter. Volume regelt wie erwartet den Ausgangspegel. Blend bestimmt das Verhältnis zwischen trockenem und bearbeitetem Signal. Über Speed wird die Geschwindigkeit der Modulation eingestellt. Das reicht von langsamen, schwebenden Wellen bis hin zu deutlich hektischeren Verläufen.

Test: Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster

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Der Atoms-Regler greift tiefer in die Klangstruktur ein und beeinflusst den Charakter des Effekts. Je nach Einstellung verschiebt sich der Sound stärker in Richtung klassischer Modulationen oder entwickelt eine deutlich eigenständige, fast schon ringmodulatorartige Färbung.

Der Mode-Schalter verändert die Grundcharakteristik des Effekts und erweitert die Bandbreite deutlich. Je nach Stellung wirkt das Pedal entweder etwas weicher (Smooth) und fließender oder deutlich kantiger und experimenteller (Sharp). Die gewählte Einstellung wird über die LED zwischen den Reglern angezeigt. Diese leuchtet je nach Modus grün oder rot und dient gleichzeitig als Betriebsanzeige. Eine separate Status-LED gibt es somit nicht.

Der Fußschalter ist zwar kein Softclick-Typ. Trotzdem hält sich das Schaltgeräusch in erfreulich engen Grenzen und fällt nicht weiter negativ auf. Neben seiner eigentlichen Funktion, dem Aktivieren des Effekts, übernimmt er zudem die Eingabe der LFO-Geschwindigkeit. Dazu wird einfach zweimal auf ihn getreten. Schon steht das gewünschte Tempo zur Verfügung, signalisiert durch rhythmisches Pulsieren der LED.

Anschlüsse gibt es in der üblichen Form: Ein- und Ausgang als 6,3-mm-Klinke an den Seiten, dazu die Stromversorgung per 9-Volt-Netzteil, das erfreulicherweise mit im Karton dabei ist und an der Stirnseite angeschlossen wird. Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen, was bei diesem winzigen Format nicht wirklich überrascht. Stereo-Ein- und -Ausgänge sucht man vergeblich. Das Pico Atomic Cluster dürfte mit nur Mono In/Out für Spieler von Stereo-Setups daher vermutlich nicht zur ersten Wahl gehören.

Bezüglich der Hardware kann das kleine Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster durchaus gefallen. Die vier Regler sind mit Sechskantmuttern im Gehäuse verschraubt, da wackelt nichts. Auch ein etwas ungenauer Tritt dürfte dem Pedal daher nichts anhaben. Der Metallschalter sitzt zudem mit etwas Abstand zu den Potis auf dem Panel, was in der Praxis durchaus sinnvoll ist. Etwas fummelig bleibt die Bedienung für Spieler mit kräftigeren Fingern trotzdem. Das lässt sich bei der Größe aber kaum vermeiden. Da die Regler keine Skalierung besitzen, heißt es hier einmal mehr: hören statt schauen. Im Zweifel hilft ein schnelles Foto mit dem Smartphone, um gefundene Einstellungen reproduzierbar zu machen.

In der Praxis

Im praktischen Einsatz merkt man ziemlich schnell, dass das Atomic Cluster kein typischer Modulationseffekt ist. Man dreht ein bisschen am Blend-Regler, gibt etwas Speed dazu und ist sofort irgendwo zwischen bekannten Sounds, ohne dass es sich eindeutig festnageln lässt. Mal erinnert es an einen Phaser, dann wieder eher an einen Flanger oder Chorus/Vibe. In manchen Einstellungen kommt etwas dazu, das schon deutlich in Richtung Ringmodulator geht. Aber nichts davon ist wirklich „pur“. Es bleibt immer ein ganz eigener Charakter.

Bei moderaten Einstellungen passiert zunächst nichts Spektakuläres. Der Ton bekommt Bewegung, wirkt etwas lebendiger, aber nicht aufdringlich. Das kann man gut unter Akkorde legen oder bei unverzerrten Linien einsetzen. Dreht man weiter auf, kippt das Ganze relativ schnell in eine deutlich hörbare Richtung. Dann wird es unruhiger und erste rhythmische Sequenzen entstehen. Was dabei positiv auffällt: Das Rauschen hält sich in Grenzen. Selbst wenn man Blend stärker aufzieht, bleibt das Effektsignal ziemlich sauber.

Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster top

Mit einem clean eingestellten Amp hat mir persönlich das Pedal am meisten Spaß gemacht. Da hört man sehr genau, was passiert. Akkorde bekommen einen weichen Schimmer, einzelne Noten bewegen sich leicht und luftig. Mit Gain wird es dichter, gleichzeitig aber auch etwas chaotischer. Das kann gut funktionieren. Man muss es aber mögen. Sinnvoll ist die Möglichkeit, das LFO-Tempo mit zweimaligem Treten auf den Schalter einzustellen. So ist man jederzeit mit dem Tempo des Songs synchron.

Die Regler des Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster reagieren ziemlich direkt. Kleine Änderungen machen sich sofort bemerkbar. Gleichzeitig bedeutet das aber auch: Feintuning erfordert ein bisschen Geduld, vor allem mit den kleinen Potis. Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten würde ich das Pedal eher gezielt einsetzen, denn für einen durchgehenden Sound ist es fast schon zu eigenständig. Aber genau das ist auch die Stärke. Für Intros, Übergänge oder einzelne Parts kann das richtig gut funktionieren.

Am Ende ist der Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster kein Effekt, den man einfach einschaltet und vergisst. Eher einer, mit dem man sich beschäftigen muss. Wenn man das macht, kommen aber Sounds dabei heraus, die man so nicht unbedingt an jeder Ecke hört.

Was steckt hinter dem Algorithmus?

Was da genau im Hintergrund passiert, lässt sich gar nicht so eindeutig festnageln. Klar ist: Das Signal wird nicht einfach nur moduliert wie bei einem klassischen Phaser oder Flanger. Da passiert mehr. Ein Teil klingt nach typischer Modulation. Also Bewegung im Signal, leichtes Schweben, wie man es vom guten alten Flanger, Phaser, Vibe oder Chorus kennt. Gleichzeitig tauchen aber immer wieder Anteile auf, die eher metallisch wirken und sich vom eigentlichen Ton lösen. Gerade bei höheren Einstellungen bekommt das Ganze schnell etwas, das in Richtung Ringmodulator geht, ohne jedoch komplett auseinanderzufallen.

Interessant ist, dass sich diese Anteile ständig verschieben. Dreht man an den Reglern, hat man mal mehr von der „klassischen“ Seite, dann wieder mehr von diesen eher schrägen, fast schon synthetischen Sounds. Das greift alles ineinander. Nichts steht für sich allein. Genau deshalb lässt sich das Pedal auch so schwer einordnen. Es ist kein reiner Phaser, kein Flanger und auch kein Ringmodulator. Eher irgendetwas dazwischen, das je nach Einstellung in die eine oder andere Richtung kippt.

Klangbeispiele

Für die Klangbeispiele habe ich das Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster im Fx-Loop meines Orange Micro Dark verkabelt. Der Amp war mit einer 1×12″-Celestion-Vintage-30-Box verbunden. Ein AKG C3000 Mikro wurde davor platziert. Eingespielt wurden die Tracks mit einer Larry Carlton I5L Tobacco Sunburst Satin, die mit Lipstick-Pickups bestückt ist und über die man HIER mehr erfahren kann.

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Mehr Informationen

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Klangbeispiele
Fazit

Das Electro-Harmonix Pico Atomic Cluster ist kein klassischer Modulationseffekt im Stile eines Phaser, Flanger oder Chorus, sondern vielmehr ein kreatives Werkzeug für ungewöhnliche Klangfarben. Die Sounds bewegen sich zwischen bekannten Effektwelten, bleiben dabei aber eigenständig und musikalisch nutzbar. Die kompakte Bauweise bringt kleine Einschränkungen bei der Bedienung mit sich, punktet dafür aber mit minimalem Platzbedarf. Wer gezielt nach neuen Klangideen sucht und gerne experimentiert, findet hier ein spannendes Pedal mit eigenem Charakter.

 

Plus

  • eigenständige, kreative Sounds
  • geringes Grundrauschen
  • Tap-Tempo für LFO-Speed
  • robustes Design
  • Netzteil mit dabei

Minus

  • leider nur Mono

Preis

  • 119,- Euro
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Über den Autor
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Stephan Güte RED

Seit den frühen 80ern an den Drähten, die die Welt bedeuten. Musikalisches Mädchen für alles, sei es nun das Produzieren im Studio oder für Engagements als Bühnenmusiker. Seit 2004 im Team von Amazona.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Viertelnote AHU

    vielen Dank für test+soundsbeispiele!

    devinitive ich das pedal antesten werde.
    poti – atoms- ist lustig so kugeln atome aus buchse🙂
    mono nur so ist das nicht schlimm.ecperiment mit monofon reicht
    um welten btw. atomcluster perlen laßen.

    thx:-)

    • Profilbild
      Viertelnote AHU

      @plumperquatsch eben genau … denke da an korg volca keys.leider ausgelaufene batteries okay nicht so schlimm:-)
      oder moog werkstatt / Mavis.so ich diese nicht habe.aber auf liste.
      oder ibanez delay in series..kopfkino geht an😀

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