It's Fuzz-Time again
Der Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz gehört zu den legendärsten Fuzz-Pedalen der Gitarrengeschichte. Die Neuauflage des 1973er V2 Violet Ram’s Head Big Muff Pi verspricht klassischen Vintage-Sound mit viel Sustain. Wir haben das Verzerrer-Pedal im Test.
Worum geht es?Das Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz ist eine originalgetreue Neuauflage des legendären 1973er V2 Violet Ram’s Head Big Muff Pi.
- Klassischer Fuzz: Reproduktion des begehrten 1973er Ram’s Head Big Muff Pi mit dem typischen Widderkopf-Logo.
- Legendärer Sound: Fetter Fuzz-Ton mit langem Sustain im Stil von Hendrix, Gilmour oder Eric Johnson.
- Kompaktes Format: Klassische Big-Muff-Schaltung im kleinen EHX-Gehäuse mit drei Reglern für Volume, Tone und Sustain.
- Praxisgerecht: True Bypass, sehr geringer Stromverbrauch und sowohl Batterie- als auch Netzteilbetrieb möglich.
- Fazit: Authentischer Vintage-Fuzz-Sound zu einem Bruchteil der Preise der originalen Ram’s Head Modelle.
Inhaltsverzeichnis
Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz
Fuzz-Pedale gibt es wie Sand am Meer. Warum also wieder ein weiteres Modell auf den Markt bringen? Die Preise der originalen Ram’s Head Big Muffs (benannt nach dem Widderkopf-Logo in der unteren rechten Ecke des Gehäuses) haben mittlerweile astronomische Höhen erreicht. Bei unserem heutigen Testobjekt handelt es sich um eine originalgetreue Reproduktion des begehrten 1973er V2 Violet Ram’s Head Big Muff Pi, der auf unzähligen klassischen Aufnahmen und berühmten Gitarrensoli zu hören ist. So kann auch der weniger gut betuchte Gitarrist in den Genuss dieses Sounds kommen, ohne gleich das Sparschwein opfern zu müssen.
Rein äußerlich präsentiert sich das Pedal im gewohnten EHX-Design mit den typischen Knöpfen und Schriftzügen im schlichten Alugehäuse. Im Gegensatz zu einigen weiteren Varianten des mittlerweile zur Legende gewordenen Big Muff konnten die Bauteile hier in einem kleinen Gehäuse untergebracht werden. Viele bekannte Gitarristen (Carlos Santana, Robert Fripp, John Lennon, Steve Howe …) kennt man als Big-Muff-Nutzer der ersten Stunde.
Facts & Features
Die Abmessungen von 70 x 114 x 51 mm (B x T x H) sowie das Gewicht von 290 g sind typisch für eine Vielzahl an Bodentretern. Wie unzählige seiner Brüder ist auch dieser Big Muff mit drei Reglern ausgestattet. Volume justiert die Ausgangslautstärke, Tone den Höhenanteil (laut mitgelieferter Beschreibung auch die Bässe) des Klangs. Sustain wird hier als andere Bezeichnung für Gain verwendet, wie es beim Big Muff schon lange üblich ist.
Im Gegensatz zu manch deutlich älterem Fuzz-Pedal wurde unser Testobjekt mit True Bypass ausgestattet. Das kann die Zusammenarbeit mit z. B. einem Wah-Wah-Pedal positiv beeinflussen, da viele Vintage-Fuzz-Pedale hier gerne einmal schwächeln.
Der Fußschalter aktiviert den Effekt. Das wird durch das Erleuchten einer roten Leuchtdiode auch optisch signalisiert. Die Stromaufnahme gestaltet sich bei diesem Fuzz mit verschwindend geringen 2 mA geradezu spartanisch. Die Stromversorgung könnte daher problemlos mit einem 9-Volt-Block erfolgen, der vermutlich lange nicht gewechselt werden müsste. Natürlich ist auch eine Stromversorgung über die an der Stirnseite installierte Buchse via Netzteil möglich (Hohlsteckerbuchse 5,5 x 2,1 mm, Minuspol innen).
Das Gehäuse aus Aluminium wurde blank poliert und mit einer Schicht Klarlack versehen. So bleibt das äußere Erscheinungsbild des Pedals lange erhalten. Die Eingangs- und Ausgangsbuchsen (6,3 mm) sind im sogenannten Amp-Style gehalten, da auch viele Verstärker diese Buchsen verwenden.
An der Bodenplatte wurden vier schwarze Gummifüße angebracht, damit das Pedal beim Betätigen nicht verrutscht. Diese lassen sich natürlich leicht entfernen, wenn das Pedal mit Velcro-Band beklebt und auf einem Pedalboard eingesetzt werden soll.
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Der Sound
Eines lässt sich festhalten: Das Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz produziert deutlich weniger Nebengeräusche als so manches Vintage-Muff-Pedal. Hören wir uns das einmal an:
Was soll man sagen? Fuzz bleibt Fuzz und bietet nicht die Klangkultur eines edlen Boutique-Röhrenverstärkers. Der Spirit der 60er- und 70er-Jahre ist jedoch augenblicklich präsent. Um die relativ drastischen Soundveränderungen einzuordnen, beginnt das erste Klangbeispiel mit einem klaren Akkord, gefolgt vom aktivierten Effekt.
Typisch Big Muff, so wie man es erwarten darf. Nun mit etwas mehr Zerre. Der Tone-Regler wurde fast ganz aufgerissen. Dennoch ist der Klang nicht unangenehm spitz.
Das Sustain ist beeindruckend. Klanglich kommen Erinnerungen an Jimi Hendrix, David Gilmour oder auch Eric Johnson auf. Zahlreiche weitere bekannte Gitarristen sind ebenfalls bekennende Benutzer eines Fuzz-Pedals, speziell des Big Muff, von dem es bekanntermaßen mittlerweile unzählige Variationen gibt.
Nun ein paar Rhythmus-Riffs mit etwas weniger Zerre:
Jetzt reizen wir die Zerrmöglichkeiten des Pedals voll aus und drehen den Sustain-Regler bis zum Anschlag auf:
Aber auch für dreckigen Blues ist der Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz überzeugend einsetzbar:
Der Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz tut genau das, was er soll. Er erzeugt einen fetten Ton mit extrem viel Sustain, der durchaus auch für Freunde der härteren Gangart brauchbar ist. Aber auch schnell als Effekt für einen „kranken Sound“ eingesetzt, macht dieses Fuzz-Pedal Spaß.
Mit dem Volume-Regler sollte man vorsichtig umgehen. Die Ausgangslautstärke kann unter Umständen durchaus in den Bereich der Körperverletzung gehen. Bereits bei der 9-Uhr-Stellung wird „Unity Gain“ erreicht, also die gleiche Lautstärke zwischen aktiviertem Effekt und Bypass.
Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:
Stratocaster SSH – Electro Harmonix Ram’s Head Big Muff Fuzz – Peavey Classic 20 MH – MESA/Boogie 1 x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Shure SM57 – Apogee Duett – Mac mit Logic (etwas Delay hinzugefügt).

































Toller klassischer Sound! Vor 2 Jahren (auch aufgrund des Vergleichstests damals) entschied ich mich für den DOD Carcosa, aber das hier ist eine Überlegung wert ;-)
Mir gefiel der Sound eigentlich ganz gut beim Abhören der Klangbeispiele, aber ich habe mich bei jedem Part gefragt, ob da nicht auch noch ein bischen Echo hinzugefügt würde – und richtig, in der Aufzählung der Aufnahmekette taucht es dann auch auf.
Für mich geht das gar nicht, so kann ich den Sound nicht beurteilen. Es ist ein Unding, nicht wenigstens ein paar trockene Beispiele abzuliefern, genau wie die Unsitte, nicht den Kanal zu nennen, den man benutzt hat (Clean/Overdrive? Wo stand der Gain?)
Schade.
Hallo Hein Blöd,
wenn Du den Test aufmerksam gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass vor dem ersten Klangbeispiel ein klarer Sound angespielt wird, um die drastische Wirkung des Pedals vergleichsweise einschätzen zu können. Das Equipement, welches ich benutzte, ist angegeben, es war der cleane Kanal meines Peavey Classic Amps, der für alle Beispiele eingesetzt wird. Wo der Gain-Regler stand, spielt keine Rolle, da Du den klaren Sound ja hören kannst. Ob Effekte eingesetzt werden oder nicht, ist Ansichtssache. Viele meiner Kollegen setzten Effekte ein, manche nicht. Im Video sind auch Effekte zu hören. Wünsche Dir frohe Weihnachten.