Gut, günstig, druckvoll!
Der Electro-Voice EVIVA 15P ist eine aktive 15/1-Zoll-Kombination mit 1000 W Peak-Leistung, die sich primär an Einsteiger, mobile DJs und kleine Veranstaltungsorte richtet. Mit patentierter SST-Technologie und Bluetooth-Anbindung verspricht das System professionellen Klang zu einem erschwinglichen Preis.
- Klangqualität: Druckvoller, ausgewogener Sound mit transparenter Höhenwiedergabe und starkem Bassfundament.
- Bedienung: Minimalistisches Konzept mit Bluetooth, zwei DSP-Modi und Hochpassfilter – einfach, aber effektiv.
- Verarbeitung: Leichtes Gehäuse mit Kritikpunkten bei den Reglern, dafür solide für die Gewichtsklasse.
- Preis-Leistung: Hervorragendes Angebot für Einsteiger und mobile Anwendungen mit begrenztem Budget.
Inhaltsverzeichnis
- Electro-Voice EVIVA 15P
- Erstes Fazit – was taugt der Electro-Voice EVIVA 15P wirklich?
- Verbundwerkstoff – Leichtbau mit Licht und Schatten
- Bedienung des Electro-Voice EVIVA 15P – schlicht, aber nicht primitiv
- Klangliche Performance des Electro-Voice EVIVA 15P – hier geht die Sonne auf
- Technische Ausstattung des Electro-Voice EVIVA 15P im Detail
Erstes Fazit – was taugt der Electro-Voice EVIVA 15P wirklich?
Lassen wir die Marketing-Phrasen einmal beiseite und sprechen Klartext. Der EV EVIVA 15P ist eine dieser Boxen, bei denen man sich fragt, wie die Traditionsmarke es schafft, derart viel Sound für vergleichsweise wenig Geld zu liefern. Die beworbenen 1000 W sollte man allerdings mit der üblichen Marketingbrille betrachten – gemeint ist hier die Peak-Leistung. Praxisrelevanter sind die RMS-Werte, die erfahrungsgemäß bei etwa 70 Prozent liegen, also rund 700 W. Für eine 15/1-Kombination in dieser Gewichtsklasse ist das aber immer noch beachtlich.
Für wen eignet sich das System? Nun denn, angehende Musiker, DJs mit schmalem Budget, Gemeinden, kleine Clubs und Verleihfirmen, die auf der Suche nach einem soliden Einstieg ins Electrovoice-Universum sind. Wer jedoch auf langlebige Road-Tauglichkeit Wert legt und seine Ausrüstung ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gegend schleift, sollte gegebenenfalls zweimal überlegen – oder zumindest in eine ordentliche Transporttasche investieren.
Verbundwerkstoff – Leichtbau mit Licht und Schatten
Das Gehäuse des EV EVIVA 15P besteht aus einem Verbundwerkstoff, der zweifelsohne seine Berechtigung hat. Mit gerade einmal 14,6 kg Gewicht spielt die Box in einer Liga, in der man sonst eher einfach gehaltenes Plastikspielzeug erwartet. Doch hier überrascht Electrovoice: Die Robustheit ist für diese Gewichtsklasse durchaus zufriedenstellend. Subjektiv betrachtet mutet die Optik allerdings – wie auch beim Schwestermodell Electro-Voice EVIVA 12P – etwas „plastikeresk“ an. Wer auf das klassische Sperrholz-Finish steht, wird hier nicht fündig. Die Zeit wird zeigen, wie sich das Material im harten Touralltag bewährt.
Der Tragekomfort ist ein zweischneidiges Schwert. Der obere Tragegriff lässt die Box leicht nach vorne kippen, was bei längeren Transporten zu einem unangenehmen Druck gegen den Oberschenkel führt. Der seitliche Griff hingegen ist hervorragend ausbalanciert. Aufgrund der Abmessungen lässt sich ein leichter Druck gegen den Körper jedoch auch hier nicht vermeiden. Kritikwürdig bleibt die Tatsache, dass es nur einen seitlichen Griff gibt. Das Platzieren auf einem Hochständer wird damit zu einer kraftraubenden und wenig eleganten Aktion, wenn man alleine unterwegs ist.
Für den Wedge-Betrieb hat Electrovoice zwei umlaufende, etwa 2 mm hohe Streifen ins Gehäuse eingelassen, die den Rutschfaktor mindern sollen. Echte Haftung schaffen diese Vorkehrungen allerdings nicht – insbesondere auf glatten Böden. Die seitlichen Schrägen bieten zwar ausreichend Stabilität im Floormonitor-Betrieb, doch der Kipppunkt ist schnell erreicht. Man sollte sich vor Augen führen, dass der Electro-Voice EVIVA 15P zwar auch als Wedge funktioniert, aber nicht dafür konzipiert wurde. Die klassische „Fuß-auf-Wedge-Dicke-Metal-Hose“-Pose lässt sich mit diesem System definitiv nicht umsetzen.
Bedienung des Electro-Voice EVIVA 15P – schlicht, aber nicht primitiv
Der Electro-Voice EVIVA 15P ist eindeutig für den Consumer-Bereich konzipiert, was bereits durch die fehlende Klangregelung und das Fehlen weiterführender Menüs offensichtlich wird. Zwei XLR-Kombibuchsen für Mikrofon- oder Line-Signale, ein XLR-Mix-Ausgang und eine Bluetooth-Anbindung – mehr gibt es nicht. Im Praxistest stellt sich diese Herangehensweise allerdings als überaus vorteilhaft heraus: einstecken, Pegel einstellen, fertig. Zwischen den Modi „Music“ und „Live“ kann man umschalten. Zudem lässt sich ein Hochpassfilter aktivieren, wenn man die Box mit dem passenden EV EVIVA 18SP Subwoofer kombiniert.
Was jedoch massiv negativ auffällt – und das ist leider ein Dauerbrenner in dieser Preisklasse –, ist die mangelnde Befestigung der Drehregler im hinteren Seitenbereich des Gehäuses. Wir reden hier von Bauteilen, die in entsprechenden Mengen eingekauft im Cent-Bereich liegen.
Es erschließt sich beim besten Willen nicht, warum auch beim Electro-Voice EVIVA 15P die Potentiometer lediglich auf der Platine befestigt sind und Mikrorisse quasi vorprogrammiert sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Regler durch einen leichten Versatz nach hinten zwar vor einer flächigen Einwirkung von außen etwas geschützt sind, die nach hinten versetzte Fläche jedoch eine Länge von knapp 35 cm aufweist. Alles, was kleiner ist, drückt mit vollem Impact auf die Regler. Unter dem Road-Aspekt ist das in der Tat ein massives Problem.
Klangliche Performance des Electro-Voice EVIVA 15P – hier geht die Sonne auf
So sehr die Kritikpunkte bei der Verarbeitung auch ins Gewicht fallen, so sehr geht im gleichen Atemzug die Sonne auf, wenn man die ersten Klänge aus dem Lautsprecher hört. Die klangliche Abstimmung zwischen Hoch- und Tieftonbereich ist bemerkenswert gelungen, zumal die einzelnen Komponenten durch einen sehr guten Klang überzeugen. Der 15-Zoll-Tieftöner mit Ferritmagneten profitiert vom Electrovoice renommierten SST-Design (Signal Synchronized Transducers), ergänzt durch einen speziell entwickelten 1-Zoll-Neodym-Hochtonkompressionstreiber mit Titanbeschichtung.
Es ist erfreulich zu hören, dass die Traditionsmarke mit einem Produkt punktet, das tatsächlich ein geradezu hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Mir ist in diesem Segment noch keine Produktserie untergekommen, die derart viel Klang für einen schmalen Geldbeutel liefert. Der Sound ist ungemein druckvoll, bietet dennoch eine überdurchschnittliche Transparenz und fängt erst mit dem Einsetzen des internen Limiters an, Klangqualität zu verlieren. Dieser greift allerdings erst sehr spät an der Leistungsgrenze ein. Bis zu diesem Punkt schlagen die 700 W RMS klanglich mit beachtlicher Vehemenz zu Buche.
Meine anfängliche Sorge, der Verbundwerkstoff könnte aufgrund seines geringen Gewichts zum Aufschwingen neigen, stellte sich auch in der 15er-Variante als unbegründet heraus. Selbst bei Peak-Leistung bot das Gehäuse keinerlei Anlass zur Kritik. Das in der 15/1-Klasse gerne vernommene Mittenloch in der Crossover-Frequenz ist auch bei dieser Konstruktion ganz dezent zu vernehmen. Allerdings fällt es klanglich nicht weiter unangenehm auf. Es ist vielmehr so, dass Instrumentengruppen, die unter bestimmten Umständen schnell zu einer gewissen Schärfe neigen – wie zum Beispiel High-Gain-Gitarren – durch die Zurücknahme im Bereich der Trennfrequenz etwas „gefälliger“ in der Wiedergabe sind.
Der angegebene Frequenzbereich von 56 Hz bis 17 kHz (-3 dB) und der maximale Schalldruckpegel von 126 dB sind keine leeren Versprechungen. Die Box deckt mit ihrem Abstrahlwinkel von 90 x 60 Grad (horizontal x vertikal) einen großzügigen Bereich ab und sorgt für eine gleichmäßige Klangverteilung im Raum.
Technische Ausstattung des Electro-Voice EVIVA 15P im Detail
Die Bluetooth-Anbindung funktioniert stabil und macht das Streamen von Musik vom Smartphone sehr einfach – ein Feature, das gerade im mobilen Einsatz Gold wert ist. Das Bedienfeld bietet eine einfache Pegelanpassung über je einen Regler pro Kanal sowie eine zweifarbige Eingangssignalanzeige mit Spitzenerkennung. Die wählbaren Modi „Music“ und „Live“ optimieren den Klang je nach Anwendung. Das umschaltbare Hochpassfilter macht die Integration eines Subwoofers zum Kinderspiel.
Das automatisch umschaltbare Universalnetzteil (100–240 V) ermöglicht den weltweiten Einsatz – ein Detail, das auf den ersten Blick banal wirkt, sich aber im internationalen Einsatz als äußerst praktisch erweist. Die universelle M20-Stativaufnahme sowie die optionale BRKT-POLE-L-Wandhalterung bieten flexible Montagemöglichkeiten für Festinstallationen oder mobile Aufbauten.
Typ: aktiver 2-Wege-Lautsprecher
Tieftöner: 15 Zoll (381 mm) mit Ferritmagneten, SST-Design
Hochtöner: 1 Zoll (25,4 mm) Neodym-Kompressionstreiber mit Titan-PEI-Membran
Verstärker: Klasse D, 1000 W Peak (ca. 700 W RMS)
Frequenzbereich: 45 Hz – 20 kHz (-10 dB) / 56 Hz – 17 kHz (-3 dB)
Max. Schalldruckpegel: 126 dB SPL
Abstrahlwinkel: 90° × 60° (horizontal × vertikal)
Trennfrequenz: 1,9 kHz
Eingänge: 2× XLR/Klinke-Kombibuchse (Mikrofon/Line)
Ausgang: XLR-Mix-Out
Bluetooth: Version 5.3 mit Mono/Stereo-Umschaltung
DSP-Modi: Music/Live
Hochpassfilter: NO SUB/WITH SUB EVIVA 18SP
Gehäuse: schwarzer Verbundwerkstoff
Gitter: pulverbeschichteter Stahl (halbflächig)
Stativaufnahme: M20 (35 mm)
Stromversorgung: 100–240 V, 50–60 Hz, automatische Umschaltung
Abmessungen: 725 × 426 × 402 mm
Gewicht: 14,6 kg




































„Fuß-auf-Wedge-Dicke-Metal-Hose“-Pose 🤣👍👍👍
Danke für diesen praxisnahen sowie unterhaltsam geschriebenen Test.