Test: Elektron Analog Drive, Verzerrerpedal

Oberfläche – Bedienpanel

panel

Zunächst einmal gilt es positiv zu erwähnen, dass die drei Metallschalter nicht nur angewinkelt in das Gehäuse eingeschraubt wurden, sondern zugleich auch noch so weit entfernt von den Potis sitzen, dass ein Fehltritt (und somit eine Beschädigung der Regler) nahezu ausgeschlossen werden kann. Mit dem mittleren der drei Softklickschalter (BYPASS/SELECT) lässt sich das Pedal aktivieren bzw. das Preset laden, welches zuvor mit dem linken oder rechten Schalter ausgewählt wurde. Und das Angebot ist nicht ohne, immerhin 99 Presets bzw. Sounds können dauerhaft im Speicher des Analog Drive abgelegt werden. Ein einfaches, aber für diese Belange vollkommen ausreichendes Zweisegmentdisplay informiert über den aktuell ausgewählten Speicherplatz, zudem dient es auch zum Einrichten der MIDI Funktionalität bzw. der Zuweisung der Parameter, die das Pedal senden und/oder empfangen soll.

Ein Regler für acht analoge Schaltkreise

Herzstück des Elektron Analog Drive ist der zentral angeordnete CIRCUIT SELECTOR Regler, mit dem sich die acht verschiedenen und 100 % analogen Schaltkreise anwählen lassen. Um deren Charakteristik zu beschreiben, lassen wir doch am besten den Hersteller zu Wort kommen:

  1. CLEAN BOOST – ein Booster, der das Signal um bis zu 20 dB anhebt
  2. MID DRIVE – Simulation eines Ibanez Tubescreamers
  3. DIRTY DRIVE – ein schmutziger Overdrivesound mit Tendenz zum Fuzz
  4. BIG DIST – hier soll ein voll aufgeregelter Marshall Stack simuliert werden
  5. FOCUSED DIST – Distortionsound mit einem Fokus auf die oberen Mitten
  6. HARMONIC FUZZ – ein Fuzz, zusätzlich mit einem Octaversound angereichert
  7. HIGH GAIN – ein Verzerrer im Stil der kalifornischen Edelamps wie Boogie & Co.
  8. THICK GAIN – noch mehr Gain …

 

circuit-selector

— Circuit Selector mit den acht Zerrschaltungen —

Der CIRCUIT SELECTOR ist ein Endlosdrehregler, entsprechend schnell geschieht das Schalten zwischen den einzelnen Stufen, die dann durch eine orange LED angezeigt werden. Nach der Auswahl des gewünschten Zerrmoduls läuft das Signal weiter durch eine Dreibandparametrik mit Bässen, Höhen und Mitten und den schon weiter oben angesprochenen Mid Freq Regler, der eine genaue Bearbeitung des für einen Gitarrensound enorm wichtigen Mittenspektrums ermöglicht, Stichwort „Durchsetzungskraft“.

Obligatorisch sind die beiden Potis für Gain (Grad der Verzerrung) und Level (Lautstärke der einzelnen Presets). Das Poti mit der Bezeichnung Preset rechts vom Display sorgt für die Auswahl der gespeicherten Eigenkreationen, bei einem Tritt auf den mittleren der drei Metallschalter wird der Klang dann geladen. Alternativ kann man die Presets natürlich auch mit den beiden Metallschaltern links und rechts am Gehäuse auswählen und dann den finalen Klick in der Mitte setzen.

Zwei rote LEDs unterhalb des Displays dienen zur Bestimmung der momentanen Position eines jeden einzelnen Reglers. Möchte man also informiert darüber werden, in welcher Stellung sich das Poti im ausgewählten Preset gerade befindet, dann genügt ein Drehen bis zum Aufleuchten beider LEDs zur „aktuellen Bestandsaufnahme“.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    1994 habe ich mir ein Digitech GSP2101 für ein haufen Geld gekauft, es konnte wirklich verschiedene Distortions deutlich hörbar erzeugen, auch Kombinationen aus 2 Distrtions, es ist nun 20 Jahre her, die Entwickling sollte weiter sein, ich weiss nicht bei dieser Neuentwicklung war es sehr gut daß der Amp und die Gitarre immer gleich eingestellt war und auch das ähnliche gespielt wurde, aber bei den Klangbeispielen klingt der Distrtion irgenwie doch immer gleich??? Das Gerät kann doch „nur“ verzerren und ja etwas eq. Ich wundere mich immer wieder dass Rauschen bei hoher Verzerrung bemängelt wird, eigentlich ist das ein normales Phänomen eher ein Problem schlechter Pickups, ansonsten hauptsächlich nur bei Pausen wirklich problematisch. Aber heutzutage braucht man kein teueres HushIICX mehr weil es durch nichts zu ersetzen wäre. Inzwischen finde ich aber dass in unserer Perfekten glattgebügelten VST und Nebengeräuschlosen technisch 384khz digitalen Welt das Rauschen eine wichtige Eigenschaft verloren hat.

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    r.biernat  RED

    Ich muss auch sagen, dass abgesehen von der Fuzz-Distortion alles mehr oder weniger gleich klingt. Ansonsten scheint das Solieren zumindest hörbar Spaß gemacht zu haben.

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    roseblood11  

    Doch, 100 Speicherplätze kann man sehr gut brauchen, da die Kiste ja Midi Prg Chg senden kann. MultiFX für Modulation, Delay, Hall etc in den Effektweg und den Zerrer als Schaltzentrale nutzen. Dafür ist er dann wirklich konkurrenzlos kompakt, für die Möglichkeiten.

    Aber ansonsten finde ich ihn enttäuschend. Das sind sicher keine 8 diskreten Schaltungen, maximal drei, eher zwei. Vergleicht das DIng mal mit dem Boss ME-5 von 1989. Selbes Prinzip – analoge Schaltungen digital angesteuert. Dort aber wirklich mit drei komplett unterschiedlichen Schaltungen (die man per Lötkolben modden kann!), ebenfalls flexiblem EQ, dazu Compressor, ein sehr gutes Noise Gate und Chorus/Flanger wie im CE-2 und BF-2. Alles analog, genauso komplex wie die EInzelpedale. Die Parameter waren gröber, aber bei den Verzerrern hat mich das nie gestört, zumal man per Pegelanpassung von Compressor oder EQ alles perfektionieren kann. Und klanglich ist das Boss durchaus vergleichbar. Für den Preis dieser Kiste hier kriegt man etwa 5 bis 8 ME-5… Ich nutze das auch als Midi-Zentrale (steuert ein G-Major 2 an), was noch besser geht, als mit dem Elektron. Macht den Test alt gegen neu wirklich mal, dazu noch ein Nova-Drive und Nova-System für die „mittlere Generation“!

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    AMAZONA Archiv

    Boss me5 von 1989, ich glaube nicht dass amazona daran interessiert ist dafür ein gutes Wort ein zu legen auch wenn du recht hast, das Ding ist klasse, aber bei Thomann.de leider inzwischen ausverkauft. Und das neue Modell ist komplett digital und klingt auch so. Wer heute analog neu will muss das xfache bezahlen, denn analog liegt total im künstlich erzeugten Trend. Und der stets pleite gegangene Musiker zahlt. Musik ist Kunst alles ist erlaubt.

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    mhagen1  

    Vielen Dank für den schönen Test und die Soundbeispiele! Das Analog Drive ist aus meiner Sicht ein echter Volltreffer, vor allem beim Preis von ca. 200,- Euro, der derzeit aufgerufen wird. Nach längerem Test kann ich bestätigen, dass der Verzerrer wirklich eine riesige Palette unterschiedlicher Zerrsounds zur Verfügung stellt. Ob mit acht separaten Schaltkreisen oder anderen technischen Raffinessen – egal! Das Ohr ist der Master. Ich werde mich ganz sicher von den meisten meiner Zerrpedale trennen, da die Handhabung des AD mittels Speichern und MIDI einfach haushoch überlegen ist. Und das ist auch genau das, was ich z.B. bei den Strymon-Zerrern Riverside und Sunset vermisse: die klingen auch hervorragend, sind vielleicht noch ein bisschen flexibler, haben aber keinen oder nur einen Speicherplatz (Sunset).
    Für Synthesizer-Sounds inklusive Gain- und EQ-Modulation via CV verwende ich das Pedal auch (z.B. mit dem Arturia Microbrute).
    Beim aktuellen Preis ist dann auch noch was übrig für ein Noise Gate, um den Krach bei hoher Verzerrung zu eliminieren.

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