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Test: Elektron Octatrack MKII, Sampler und Sequencer


Elektrons Vielkönner geht in die zweite Runde

Elektron Octatrack MK2

In ihrer Reihe von Zweitauflagen wiederveröffentlichten Elektron im Herbst auch den Octatrack, der zuerst 2011 erschien. Das für Elektron-Geräte ehemals markante schwarzrotgraue Design wich im Zuge dessen dezenten Graustufen. Im Gegensatz zu den hellgrauen Wiederauflagen Analog Rytm MKII und Analog Four MKII, die nun in angewinkelten Gehäusen untergebracht wurden, beließ man den dunkelgrauen Elektron Octatrack MKII im vormals charakteristischen Kastenchassis, das etwa zweieinhalb Kilo auf die Waage bringt.

Wie alle anderen aktuellen Elektron-Instrumente wurde der Octratrack MKII außerdem mit neuen Tastern ausgestattet. Sie lassen sich angenehm bedienen und erlauben neben den robusten Drehreglern ein beherztes Zugreifen. Neu ist außerdem das schwarzweiße und 128 x 64 Pixel große OLED-Display, dessen Inhalt sich aus jedem Blickwinkel hervorragend ablesen lässt, ergo das Prädikat „clubtauglich“ verdient. Wie schon die erste Version des Octatrack so bietet auch der Elektron Octatrack MKII einen von DJ-Mixern inspirierten Crossfader zur Überblendung sogenannter Scenes. Entgegen dem Verhalten aller weiteren Bedienelemente, reagiert er sehr leichtgängig, was jedoch die flinke Steuerung von Übergängen begünstigt.

Rückseitig finden sich im Klinkenformat ein Kopfhörerausgang, jeweils ein Stereopaar von Haupt- und Cue-Ausgängen und vier paarweise angeordnete Audioeingänge (A/B sowie C/D). Dem folgen MIDI In-, Out- und Thru-Buchsen, ein Steckplatz für eine Compact Flash Card, ein USB-Anschluss, ein Netzkabeleingang und schließlich der An/Aus-Schalter.

Im Lieferumfang eingeschlossen sind ein Netzteil, ein schwarzrotes, textilummanteltes Designer-USB-Kabel, eine 16 GB umfassende Compact Flash Card, die eine Bank mit 16 Patterns sowie eine Sammlung von Samples und Loops beinhaltet, und schließlich eine Kurzanleitung. Das vollständige englischsprachige Benutzerhandbuch lässt sich hingegen als PDF von der Elektron-Seite herunterladen. Dieser Schritt ist unumgänglich für diejenigen, die über keinerlei Octatrack- oder Elektron-Vorerfahrung verfügen, wie der Autor dieser Zeilen.

Das mitgelieferte Zubehör.

Dass die Lektüre des Handbuchs, die weder ein literarisches noch didaktisches Vergnügen bereitet (dazu am Ende mehr), absolut notwendig ist, hat konzeptionelle Gründe. Sie finden sich bereits auf der Verpackung des Elektron Octatrack MKII angedeutet. Hier heißt es kurz und knapp: „More than a sampler“. Die Zeile ließe sich böswillig als Werbeslogan für einen aufgeblähten Performance Sampler lesen, wenn da nicht tatsächlich all diese anderen Einsatzmöglichkeiten wären. So kann man den Octatrack MKII zur Klangmanipulation eingespeister Audiosignale nutzen, als Looper, als Audio- und MIDI-Steuerzentrale eines Live-Setups, als Mixer und Remixer-Werkzeug, als Drum Computer und Sequencer oder einfach als Effektgerät. Das „Mehr“ an Funktionen ist beachtlich und verführt zur Frage, ob es sich beim Octatrack MKII nicht nur unter anderem um einen Sampler handelt.

Die Anschlüsse des Octatrack MKII.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Trance-Ference

    Vielleicht sollte man hier noch auf einen Verweis auf „Merlins Octatrack Guido“ lassen. Besonders für Neuling wird das interessant sein.
    In die Struktur des OTs muss man anfangs erst einmal rein kommen aber das geht eigentlich. Was für mich irgendwie undurchsichtig war waren die Parts. Das verwirrende glaube ich ist das man die zwar innerhalb eines Patterns zwangsweise ändert/einstellt aber sich das Patternübergreifend über die komplette Bank „auswirkt“.
    Ich persönlich arbeite allerdings nicht mit verschiedenen Parts. Ist ja zum Glück nicht zwingend erforderlich und ich komme auch so gut hin.
    Danke an den spannenden Bericht.

  2. Profilbild
    defrigge

    Herzlichen Dank für diesen erstklassigen Artikel! Er hilft jedem Leser, sowohl die großen Stärken des Gerätes als auch die Schwächen oder zumindest Herausforderungen in Usability und Workflow vor Augen zu haben – und auf dieser Basis eine gute Entscheidungshilfe für den je eigenen Bedarf zu bekommen. Ein Highlight unter den Amazona-Testberichten!

  3. Profilbild
    costello RED

    60 Shortcuts? Danke, ohne mich! Für Profimusiker, die Tag für Tag mit diesen Tools arbeiten, mag die Bedienung über kurz oder lang in Fleisch und Blut übergehen. Für mich wäre dieser „Kryptotrack“ das Ende vom Spaß an der Musik… Den Test habe ich gleichwohl mit großem Interesse gelesen und kann mich dem Lob der Vorredner nur anschließen. Superbericht!

  4. Profilbild
    thomassubtyl

    Gute Zusammenfassung! Wer das allerdings zum ersten mal liest wird nur wenig davon verstehen befürchte ich.. Ein Vergleich zwischen Mk1 und Mk2, was die Soundqualität betrifft wäre noch interessant gewesen. Hab irgendwo gelesen der Mk2 hat andere Ausgangs-/Eingangsbuchsen?!
    Für mich waren diverse Tutorials auf Youtube & Co ein guter Einstieg. Etwas Basiswissen und Englischkenntnisse müssen dafür allerdings vorhanden sein..

    • Profilbild
      Mike Hiegemann RED

      Dankeschön! Und ja, Video-Tutorials sind nicht die schlechteste Option, um den Octatrack (MKII) kennenzulernen. Cuckoo zum Beispiel hat ja einige auf seinen YouTube-Kanal hochgeladen.

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    monoman

    Einen kritischen Blick auf Elektron’s Produktpolitik hätte ich mir gewünscht. Bei meiner Monomachine MK 1 gehen nach über 12 Jahren lediglich die Potis nicht mehr ganz rund. Dagegen sind einige Potis meines 3 Jahre alten Analog Keys schon ziemlich durch. Ferner blättert die Beschriftung über all ab. Die Abdeckung des Displays wölbt sich. Mit jedem neuen MK Release fallen die Preise der Vorgänger. Obwohl ich ein Elektron Fanboy der ersten Stunde bin, ist Elektron deshalb bei mir unten durch.

    • Profilbild
      Chris

      Was meinst du mit Produktpolitik? Wenn ich dich richtig verstehe bemängelst du einfach eine abnehmende Qualität der Produkte, oder?

      Dass die Preise der Vorgängermodelle fallen, sobald eine neue Version herauskommt ist ein ganz normales wirtschaftliches Phänomen und bei jedem Hersteller so, denke ich. Die neueren Modelle sind für die Kunden attraktiver, daher sind sie bereit mehr dafür zu bezahlen. Ältere Modelle werden zu niedrigerem Preis abverkauft.

    • Profilbild
      Jan

      Verstehe ich auch nicht. Zumal beim OT die neue Firmware auch auf MK1 läuft und damit die alten Modelle stabil im Markt hält. Auch beim AR MK1 ist kein signifikanter Preisverfall zu sehen. Das die A4 im Preis runter gehen hat meiner Meinung nach eher damit zu tun, dass das Umfeld der Synthesizer extrem umkämpft ist, z.B. wegen dem Peak oder Deepmind.

      Mag sein, dass es bei A4/AK gerade bei den ersten Modellen etwas Qualitätsprobleme gibt oder auch dass der DT firmwaretechnisch noch nicht da ist wo wir ihn haben wollen. Ich finde aber dass Elektron, was Qualität, Updatepolitik und Service betrifft weit vorne ist.

      “Unten durch“ ist schon ein hartes Urteil. Gerade auch weil sie eine Qualitätsoffensive hinsichtlich Encoder und Buttons gestartet haben und damit deinen Kritikpunkt direkt verbessern…

  6. Profilbild
    monoman

    Mit Produktpolitik meine ich, dass Elektron leider sehr erfolgreich mit ihrer MK Politik ist. Als die Monomachine abgelöst wurde, hieß es nachvollziehbar, dass bestimmte Teile nicht mehr hergestellt werden. Zudem war der Produktlebenszyklus wesentlich länger damals. In diesem Preissegment erwarte ich von Anfang an eine gute Qualität. Es handelt sich ja immer um Hardware Facelifts. Wenn einer überlegt, Elektron waren mal kurz vor dem Bankrott, also die haben ihre Hausaufgaben gemacht. Erinnert mich irgendwie an Apple!

  7. Profilbild
    Kari

    Trotz des hohen Preises (welcher durchaus gerechtfertigt ist), kann ich das Teil jedem weiter empfehlen der Musik ohne DAW machen möchte. Der Sequenzer ist fantastisch! Die sample Funktionen in Kombination mit den verschiedenen trigger und Parameter locks, eröffnen neue Welten. Man nehme einen OT und schließe irgendeinen Synthesizer(via Midi und Audio in) daran an, und spätestens wenn man Parameter locks setzt oder einwenig mit den scene features und through machine experimentiert, wird einem erst klar warum das Gerät so beliebt ist! Die Bedienung ist logisch und nicht annähernd so kompliziert wie manche behaupten. Das Teil ist aufgrund der vielen Möglichkeiten komplex, das lesen der Anleitung ist daher Pflicht. Die Verbesserung der mk2 Version sind alle sehr sinnvoll, die knobs sind viel direkter als die des Analog four mk1. Für mich ist der Octatrack MKII mittlerweile Herzstück meines sich ständig ändernden setups. Die community ist sehr aktiv, ich empfehle bei fragen usw das Forum Elektronauts.com
    Mein einziger „minus“ Punkt ist die fehlende Möglichkeit denn Octatrack via overbrigde zu benutzen. Der Sample-Transfer und Updates via USB ist vorbildlich. Die Fähigkeiten des Sequenzer erwecken jeden synth zu neuem Leben! Besonders multitimbrale wie Blofeld oder Virus ermöglichen das erstellen kompletter Tracks, und das nur mit OT und einem Synthesizer!

  8. Profilbild
    utopia3000

    Vermisst Ihr nicht ein paar Audio-Outs? Ich wünschte der Octatrack hätte 8 Ausgänge – für jeden Track einen.

  9. Profilbild
    lightman AHU

    Ich hab mit dem Vorgänger etwas experimentiert, zum Kauf hats finanziell nicht gereicht. Tolles Gerät, wenn man sich wirklich darauf einläßt, dann öffnen sich neue Welten, und das meine ich völlig ernst. Die Bedienung ist grundsätzlich nicht so problematisch, wie man meinen könnte, aber man muß sich schon ’ne Menge Tastenkombinationen merken. Das Wissen verblaßt nach einiger Zeit der Abstinenz, dann heißt’s wieder Spickzettel danebenlegen wie beim Mirage mit seinem 2-stelligem LED-Display… manche Nummern krieg‘ ich einfach nicht in den Schädel. Beim Octratrack ist ausführliches Testen angeraten… hätte echt gerne so’n Ding.

  10. Profilbild
    swellkoerper ••••

    Das Teil kommt mir bald ins Haus. Für mein Eurorack der perfekte Partner – die symmetrischen Eingänge vertragen jede Menge Pegel, abgefahrener Sequenzer, Conditional Trigs und automatisches Sampling,herrlich. Ich habe schon von ähnlichen Arbeitsweisen gehört, einfach schräges Zeug auf dem Modular daddeln, der Octatrack macht den Rest, inkl. Envelopes, VCAs und FX.

  11. Profilbild
    Soundreverend ••

    Ich habe seit ein paar Wochen einen Digitakt hier stehen und finde das Teil großartig, aber wie anscheinend bei allen Elektron Geräten muß man sich viel damit beschäftigen und viel Zeit investieren und auch ein paar Youtube Videos und Anleitunge lesen, dafür macht es dann aber um so mehr Spaß. Seit langem beschäftige ich mich wieder so intensiv mit einem Musikinstrument und das meine ich positiv. Und dann kommt noch das MIDI Sequencing obendrauf. Da bin ich erst am Anfang. Octatrack und Rytm können natürlich noch mehr, sind aber auch noch schwieriger zu bedienen, mir allerdings – wenn auch den Preis wert – zu teuer.

  12. Profilbild
    Piet66 RED

    Exzellenter Testbericht Mike, vielen Dank!

    Mehr Ein- und Ausgänge würde ich mir auch wünschen…

  13. Profilbild
    barkingdog

    Leider musste ich die mk1 wieder verkaufen, hab echt keine zeit erst eine doktorarbeit zur verschrobenen machines-theorie zu verfassen bevor ich mit meinem sampler arbeiten kann. z.b. das fehlen eines input mixers war zu beklagen, dafür musste ich auf einer zweiten spur eine neighbor machine aktivieren um überhaupt samplen zu können. was soll das? ein unglaublich sperriges ding. gut, kann viel, brauch ich aber gar nicht bei der umständlichen und unverständlichen anleitung. naja, ich will elektron aber nicht bashen, die rytm ist schon super und gehört zum fixen setup.

    • Profilbild
      MPC-User

      Hallo barkingdog,

      Samplen ist eigentlich ganz easy
      Da musst du keinen Neighbor Track erstellen.
      Track Taste und Record drücken und der MK1 nimmt auf.

      • Profilbild
        barkingdog

        Hi, irgendwie war das dann aber nur auf einer Seite des Kopfhörers zu hören, nix Stereo… Oder so ähnlich… Ist schon recht lange her. Wenn die Akais jetzt den live noch so hinbringen dass er automationen verändern kann, dann wird’s der. Sonst ist ja nix am Markt, oder?

  14. Profilbild
    barkingdog

    interessant finde ich die entscheidung den OT2 in das alte gehäuse zu packen, während die rytm2 im gewinkelten gehäuse sitzt. wenn ich beide nebeneinander stellen will???

    • Profilbild
      MPC-User

      Mir gefallen die neuen Modelle vom Aussehen her überhaupt nicht. Meine 3 Dark Trinitys (Rytm, A4, OT) bleiben

  15. Profilbild
    Chaser

    Du hast nicht richtig recherchiert. Der OT MK1 hat 64 MB RAM der MK2 hat jetzt 80 MB RAM verbaut.

    • Profilbild
      Mike Hiegemann RED

      Du hast vollkommen recht. Das widerspricht jedoch nicht meiner Formulierung im Text, die mehr oder weniger eine direkte Übersetzung aus dem Handbuch ist. Da geht es nicht darum, wieviel Speicher insgesamt zur Verfügung steht, sondern dass bei der Nutzung der Flex Machine je Projekt standardmäßig ein Speichervolumen von 64 MB reserviert ist. „Standardmäßig“ schließt natürlich ein, dass man das ändern kann.

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Elektron Octatrack MKII

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