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Test: Elysia xmax qube, Class-A Stereo Masterbus Prozessor

M/S Kompressor meets Multiband

4. August 2025
elysia xmax qube test

Elysia xmax qube, Class-A Stereo Masterbus Prozessor

Der Elysia xmax qube kombiniert Multiband-Mid/Side-Kompression mit analogem Soft-Clipping und richtet sich an Mixing- und Mastering-Ingenieure, die professionelle Summenbearbeitung suchen. Eine Hardware-Lösung für alle, die dem digitalen Workflow analoge Wärme hinzufügen möchten.

Kurz & knapp

  • Analoge Klangveredelung: Der Elysia xmax qube bringt musikalische Wärme und Tiefe in den Mix – ideal für professionelle Mastering-Setups.
  • Mid/Side-Multiband-Kompression: Präzise Steuerung von Stereobreite und Dynamik mit drei separaten Kompressoren.
  • Tone-Regler & Soft-Clipper: Seidiger Höhen-Glanz und mehr Lautheit ohne Härte – perfekte Feinjustierung für die Stereosumme.
  • Top-Verarbeitung: Hochwertige Hardware mit tadelloser Haptik, lasergravierten Beschriftungen und stabilem Gehäuse.
  • Eingeschränkte Flexibilität: Keine extremen Effekte, keine Attack-Zeiten – der Fokus liegt klar auf transparenter Musikalität.

Bewertung

Elysia xmax qube

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
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Fazit vorweg: Premium-Tool mit klarem Einsatzgebiet

Der in Deutschland gefertigte Elysia xmax qube ist kein Gerät für Sparfüchse, sondern ein hochspezialisiertes Werkzeug für anspruchsvolle Anwender. Als kraftvolles Tool bietet er nicht nur auf dem Masterbus, sondern auch auf Stereo-Bussen volle Kontrolle über die Dynamik mit einem intuitiv gestalteten Prozessor, der besonders durch seinen Tone-Regler im Hochfrequenzbereich überzeugt. Für Produzenten und Mixing-Engineers, die ihre Summen professionell veredeln wollen, ist er eine ernsthafte Bereicherung für das Tonstudio. Hobby-Musiker sollten hingegen überlegen, ob sie bei Plug-in-Lösungen bleiben, denn hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis schlicht nicht.

Die Stärken des Elysia xmax qube liegen klar in der präzisen Stereobearbeitung und der analogen Klangfärbung. Der interne Mid/Side-Ansatz mit frequenzselektiver Kompression eröffnet Möglichkeiten, die reine Plug-in-Emulationen nur schwer erreichen. Wer allerdings extreme Kompressionseffekte oder drastische Klangverformungen sucht, wird enttäuscht. Der xmax gehört zum Team „transparent und musikalisch“.

Elysia xmax qube: Drei Formate, ein Konzept

Elysia bietet den xmax in drei Ausführungen an: als 19-Zoll-Rackmount (1.740,- Euro), als 500er-Modul (1.150,- Euro) und als portable Qube-Version (1.350,- Euro). Alle drei Formate basieren auf der gleichen Class-A-Schaltung mit M/S-Multiband-Kompression und Soft-Clipper.

Die unterschiedlichen Bauformen richten sich an verschiedene Workflows. Das Rack-Gerät für feste Installationen, das 500er-Modul für modulare Setups und die Qube-Version für mobile Anwendungen.

Uns liegt die Qube-Version zum Test vor, die mit den Abmessungen von 104 x 205 mm x 137 mm (B x H x T) und einem Gewicht von nur 1,46 kg äußerst handlich ist. Das charakteristische Elysia Gehäuse steht auf zwei durchgehenden Gummibahnen, die eine sehr gute Haftung auch auf sehr glatten Oberflächen gewährleisten.

Betrieben wird der Elysia xmax qube mit einem externen mitgelieferten Netzteil, das mit den Werten 18 V/1A aufwartet. Aufgrund der Bauweise des Netzteils sollte ein entsprechender Abstand auf der Steckdosenleiste eingeplant werden. Allerdings befindet sich ein großzügiges 2 m langes Kabel am Netzgerät, so dass auch weiter entfernte Steckdosen erreichbar sind.

Typisch für Elysia präsentiert sich das Gerät in der charakteristischen silbernen Optik mit beleuchtetem Firmenschriftzug. Die Verarbeitung ist tadellos, die Potentiometer weisen einen angenehm definierten Widerstand auf und die Beschriftung erfolgte per Lasergravur. Alles sehr sauber mit der Liebe zum Detail umgesetzt.

Elysia xmax qube Foto von vorne auf Steinplatte

Blick von vorne auf die Qube Ausführung

Das Herzstück: Mid/Side meets Multiband

Der technische Ansatz des Elysia xmax qube ist durchdacht und praxisorientiert. Das Gerät arbeitet mit internem Mid/Side-Processing und liefert dabei kristallklare Audioqualität ohne Kompromisse bei der natürlichen Integrität des Mixes. Das eingehende Stereosignal wird zunächst in Mitten- und Seitensignale zerlegt, wobei das Mittensignal zusätzlich in Low- und Mid-Bänder aufgeteilt wird. Drei separate VCA-Kompressoren bearbeiten diese Signalbereiche unabhängig voneinander.

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Die Crossover-Frequenz zwischen Low- und Mid-Band lässt sich präzise von 40 bis 470 Hz einstellen – eine Flexibilität, die bei der Anpassung an verschiedene Musikstile entscheidend ist. Jeder der drei Kompressionsbereiche verfügt über separate Threshold- und Gain-Regler, während ein gemeinsamer Release-Regler alle Kompressoren gleichzeitig steuert. Die Release-Zeit reicht von knackigen 10 Millisekunden bis zu entspannten 1,3 Sekunden.

Elysia xmax qube Rueckseite vor weissem Hintergrund

Alle Anschlüssen symmetrisch doppelt

Praxis: Wo der Elysia xmax qube glänzt

Auf dem Drumbus entfaltet der Elysia xmax qube seine Stärken besonders deutlich. Mit moderater Gain-Reduktion um die 3 dB und mittlerer Link-Einstellung entstehen druckvolle, aber niemals überkomprimierte Schlagzeug-Sounds. Der „Punch“-Button, der die Ratio auf etwa 3:1 anhebt, verleiht zusätzlichen Nachdruck, ohne die Transienten zu zerstören.

Bei Vocals zeigt sich die Flexibilität des Geräts: Durch Anpassung der Crossover-Frequenz an die jeweilige Stimmlage lassen sich sowohl einzelne Leads als auch Backing-Vocals optimal bearbeiten. Besonders bei Chören entsteht ein herrlich breiter, kompakter Sound, der sich weich und praxisgerecht in den Mix einfügt.

Sein volles Potenzial entfaltet der xmax jedoch auf dem Masterbus. Mit seiner Class-A-Stereo-Masterbus-Architektur für Mixing und Mastering liefert er außergewöhnliche Klarheit, Punch und Vielseitigkeit, während er gleichzeitig ein kontrolliertes Stereobild mit zentrierten tiefen Frequenzen schafft. Die drei Kompressionsbänder erlauben drastische Eingriffe in Stereobreite und tonale Balance, ohne dass der Mix seinen musikalischen Charakter verliert.

Elysia xmax qube Profilansicht auf Steinplatte

Der Tone-Regler: Geheimwaffe für seidigen Glanz

Besonders erwähnenswert ist der unscheinbare „Tone“-Regler, der sich oben rechts auf der Bedienoberfläche befindet. Dieses High-Shelf-Filter, das ab etwa 4 kHz einsetzt, verleiht dem Signal einen wunderbar seidigen Glanz. Mit bis zu 12 dB Anhebung oder Absenkung lässt sich fast jedem Signal mehr Luftigkeit verleihen.

Die feine Auflösung, die der Tone-Regler in den Hochfrequenzbereich bringt, ist besonders beeindruckend. Hier zeigt sich die klangliche Finesse, die Elysia mit ihrem Outgear-Ansatz von Plug-in-Emulationen unterscheidet.

Soft-Clipper: Lautheit ohne Aggressivität

Der integrierte Soft-Clipper, übernommen vom bewährten Elysia Alpha Comp, sorgt für zusätzlichen Headroom ohne harte Verzerrungen. In der Praxis bedeutet dies: lautere Mixe ohne aggressive Kompressionsartefakte. Selbst bei höchster Gain-Reduction bleiben die Signale musikalisch und transparent – ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen digitalen Limitern.

Workflow: Analog in digitalen Zeiten

Der größte Unterschied zu Plug-in-Lösungen liegt im Workflow. Wer den Elysia xmax qube mehrfach in einem Projekt nutzen möchte, muss die Bearbeitung in Echtzeit „printen“ und für den Recall schriftliche Notizen führen. Das mag antiquiert erscheinen, zwingt aber zu bewussten Entscheidungen und kann auch durchaus inspirierend wirken.

Die direkte haptische Kontrolle über echte Potentiometer bietet ein Arbeitsgefühl, das selbst hochwertige Controller nur annähernd vermitteln können. Das Zusammenspiel zwischen Thresholds, Release-Zeit und VCA-Verlinkung erfordert Experimentierfreude, belohnt aber mit überraschenden und musikalischen Ergebnissen.

Elysia xmax qube Unterseitenansicht auf Steinplatte

Mit zwei langen „Bremsstreifen“ aus Gummi, die Unterseite des Qube

Vergleich mit Plug-in-Konkurrenz

Die oft gestellte Frage „Hardware oder Plug-in“ lässt sich beim Elysia xmax qube nicht pauschal beantworten. Klanglich ermöglichen beide Ansätze exzellente Ergebnisse, allerdings auf unterschiedliche Weise. Der Elysia xmax qube zieht mehrere Elysia-Tools in eine umfassende Box zusammen und bietet präzise Dynamik-Kontrolle mit aufregend reicher Sättigung.

Plug-in-Alternativen wie der Softube Bus Processor arbeiten mit anderen Ansätzen, Excitern und separaten Sättigungsstufen, was zu anderen klanglichen Färbungen führt. Der Elysia xmax qube bringt durch seine analoge Schaltung native Obertöne ins Spiel, die sich klanglich von digitalen Emulationen unterscheiden.

Limitierungen und Schwächen

Der Elysia xmax qube ist kein Allheilmittel. Wer massive Pumpeffekte oder drastische Klangverformungen sucht, wird enttäuscht. Elysia verzichtet bewusst auf extreme Einstellmöglichkeiten und konzentriert sich auf musikalische Resultate. Die Ratio ist nicht frei wählbar und liegt grundsätzlich unter 2:1, nur der „Punch“-Button hebt sie auf etwa 3:1 an.

Auch fehlen dedizierte Attack-Einstellungen, was die Flexibilität gegenüber vollwertigen Kompressoren einschränkt. Dafür arbeitet der Elysia xmax qube in seinem definierten Einsatzbereich zuverlässig und klingt stets musikalisch.

Technische Daten im Überblick

Der xmax bietet zwei symmetrische XLR/Klinke-Ein- und Ausgänge, drei separate Kompressoren für Low-, Mid- und Side-Bänder sowie zwölf Drehregler und drei Druckschalter für die Bedienung. Sechs LED-Meter informieren über Gain Reduction und Pegelverhältnisse, während der variable Crossover zwischen 40 und 470 Hz einstellbar ist.

Ein kleinen Makel konnte ich auf der Rückseite des Elysia xmax qube finden. Die TRS-Buchsen sitzen sehr nah über den XLR-Ausgängen, so dass die Verriegelung der XLR-Stecker nur mit ordentlich  Fummelarbeit zu lösen ist. Hier hätten ein paar Millimeter mehr Abstand gut getan.

Elysia xmax qube im Einsatz im Studio

Elysia xmax qube im Einsatz auf dem Schreibtisch

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Klangbeispiele
Fazit

Der Elysia xmax qube ist ein Luxusgerät, keine Frage. Für den Preis der Qube-Version bekommt man mehrere hochwertige Plug-ins. Doch wer die Haptik echter Hardware schätzt und seinen Summen analoge Wärme verleihen möchte, findet hier ein durchdachtes Werkzeug auf höchstem Niveau.

Die Kombination aus Mid/Side-Processing, Multiband-Kompression und analogem Soft-Clipping eröffnet klangliche Möglichkeiten, die reine Software nur schwer erreicht. Besonders der Tone-Regler und die musikalische Arbeitsweise der Kompressoren rechtfertigen die Investition für professionelle Anwender.

Hobby-Produzenten sollten bei Plug-in-Lösungen bleiben, aber für ernsthaft arbeitende Mixing- und Mastering-Engineers ist der Elysia xmax qube eine Bereicherung, die sich langfristig auszahlt. Ein Werkzeug, das nicht nur klingt, sondern auch inspiriert – und das ist in der digitalen Welt mehr wert denn je.

Plus

  • Klang
  • Konzept
  • Verarbeitung
  • Transportabilität
  • Made in Germany

Preis

  • 1.339,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Axel Ritt RED

Axel Ritt studierte Musik + Architektur und arbeitet(e) seit nunmehr 40 Jahren als professioneller Musiker und Tonmeister für die Bands JÄST, GRAVE DIGGER, HELLRYDER, DOMAIN und MONSTERGROOVE.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Sixhand

    Moin,
    es ist mein vierter Elysia und wollte wissen, ob ich ganz ohne Plugin auskomme! Ja es wird laut, bleibt dynamisch, ohne zu clippen und färbt nicht, solange nicht der s-clip massiv eingesetzt wird.
    Es ist wie ein EQ auf Stereoiden, da jeder Kompressor im Gain +/- geregelt werden kann. Nicht der Link zu vergessen, welcher voll oder anteilig die Kompressoren „gleich“ regelt. Nicht erwähnt der „lowmo“. Dieser eliminiert aus dem Side Signal die tiefen Frequenzen unter 150 Hz. Alles bleibt Mono-Kompatibel.
    @Axel, der Punch hat folgende Ratio: (1:1.45 to 1:2.55)!

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @Sixhand Wie bringst du das Teil in die Signalkette? Also vom Rechner in den Elysia und wieder zurück in den Rechner? Der klingt so fantastisch das ich mir echt am überlegen bin.

      • Profilbild
        Sixhand

        @Filterpad @Filterpad, über das Audiointerface In/Out und als External Effect in der DAW. Habe so alle meine „toys“ vernetzt. Ist quasi wie eine digitale patchbay. Kann somit bestimmen, wo und Reihenfolge. Beachten sollte man stets input gain um keine digitale Verzerrungen zu meiden.

  2. Profilbild
    moinho AHU

    schön, wenn gleich im ersten Absatz „analoge Wärme“ drinsteht, weiß ich, daß ich mir die Zeit sparen kann, weiterzulesen.

      • Profilbild
        moinho AHU

        @Filterpad Ich will keine „analoge Wärme“, was soll das sein? Ich will daß das Ding praktisch ist, fein klingt und Spaß macht. Wenn der Autor sich für Thermodynamik interessiert, sind die Chancen gut, daß ich nicht erfahre, was ich wissen will.

        (nb: meiner Erfahrung nach macht elysia Sachen die mäßig praktisch sind aber fein klingen).

        • Profilbild
          Filterpad AHU

          @moinho Könnte ich auch nicht erklären. Bass macht erwiesenermaßen Wärme, aber was analoge Wärme sein soll, kann ich nicht erklären. Man könnte vielleicht sagen: Macht durch analoge Komponenten eine Wärme, ähnlich wie man sie von vollanalogen Synthesizern her kennt. Und ja: Der Eingriff des Elysia ist minimal – soweit ich das durch die Klangbeispiele beurteilen kann. Aber ich habe schon den Eindruck, dass er den Song im Master irgendwie veredelt – was Plugins tatsächlich so nicht hinbekommen. Wie man das nennt, ist – wie du erwähntest – wurscht. Hauptsache, es funktioniert, macht Spaß und bringt brauchbare Ergebnisse. Nur das oben Beschriebene (Einfügen in die Signalkette) sollte ich noch wissen. Also: raus aus der DAW, rein in den Elysia – und wieder als verarbeitetes Signal rein in die DAW? Oder ist das identisch damit, wie man einen Synthi in die DAW aufnimmt?

          • Profilbild
            moinho AHU

            @Filterpad manche Audio-Werkzeuge (z.B. Wavelab) haben sog. „externe Plugins“. Damit kann man an ner Stelle in der Masterchain, oder auf nem Track, oder nem Clip, einfach raus und wieder rein. Renders passieren dann in Echtzeit. Kann man machen.

    • Profilbild
      Spectral Tune AHU

      @moinho Zur Thermodynamik: Ja, das Gerät generiert entsprechend dem zweiten Hauptsatz physische Wärme. Was nun klangliche Wärme ist, bleibt komplett subjektiv. Der Xmax fügt für meine Ohren nichts hinzu was nicht da ist. Er erlaubt mit seinen Reglern vielfältige dynamische Anpassungen von Glue bis Punch und eine Anpassung der Räumliche ohne Phasenprobleme. Wer etwas Air braucht, kann dies hinzufügen.
      Ich selbst habe die Einarbeitung unterschätzt. Die Regler beeinflussen sich gegenseitig.
      Die Ergebnisse sind für mich so gut, dass ich keine Kompressor PlugIns auf dem Stereo Track mehr verwende. Der nachgeschaltete Limiter hat durch den sehr guten SoftClipper nur noch wenig zu tun, sorgt aber für einen maximalen Pegel von -1,1 db

  3. Profilbild
    Polyphone

    Wäre das nicht eine vernünftige alternative zum DOCtron IMC 5 ? Die beiden Masterveredler für unterwegs sind sich doch in ihrem Verwendungszweck, Größe und Gewicht, sehr ähnlich, oder? Nur der Preis ist deutlich atraktiver beim Elysia qube.

  4. Mehr anzeigen
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