Test: Emagic EMI 6/2m USB Audiointerface

26. Juli 2003

Blaues Audio-Kraftpaket

BLUE BOX?

.. vom Look her wohl nicht, aber vom Wesen, denn statt wie in unserer gleichnamigen Serie üblich, ist das EMI 6/2 von EMAGIC kein Vintage-Klangerzeuger, sondern ein äußerst modernes und flexibles Audiointerface.

Nachzügler

… nennt man wohl unter Geschwistern den Spätergeborenen. Und genau als solchen darf man auch das EMI 6/2m bezeichnen, denn fast genau vor einem Jahr testeten wir das EMI 2/6, das seinem Bruder fast aufs Haar genau gleicht.
Bei näherer Betrachtung gibt es dennoch ein paar gravierende Unterschiede, die wir in diesem Test vorstellen möchten. Da sich die beiden Geräte allerdings in vielen Punkten sehr ähneln, empfehle ich unbedingt, zuvor den EMI 2/6 Test meines AMAZONA-de Kollegen Thorsten Walter zu lesen.

IT´S COOL & BLUE

Das EMI 6/2m besteht aus einem durchsichtigen Kunststoffgehäuse, welches blau hinterlegt ist. Für meinen Geschmack extrem cooles Design.
Auf den schmalen Seiten befinden sich die Anschlüsse und Schalter, die da wären:

FRONT:

Lautstärkeregelung für Kopfhörer per Rändelrad. Die Signalstärke des Kopfhörerausganges lässt sich hier unabhängig von der Lautstärke der anderen Audioausgänge regeln.
Schalter für die Umschaltung von Interner zu Externer Audio-Clock; relevant für den Digital Ein- und Ausgang.
Schalter für die Umschaltung zwischen analogem und digitalem Eingang. Dies betrifft allerdings immer nur den Analog-Eingang 1 und 2. Unabhängig von dieser Einstellung erhalten die Eingänge 3 bis 6 ihr Signal immer von den analogen Anschlüssen 3 bis 6.

RÜCKSEITE:

Die Rückseite ist bestückt mit:
2 Chinch Buchsen die wahlweise Digital In/out oder Midi In/Out zur Verfügung stellen. Dazu später mehr!
2 Chinch Buchsen für die analoge Ausgabe eines Stereosignals
6 Chinch Buchsen den analogen Zufluss externer Signalquellen.
RECHTS:
Ein Kopfhörerausgang

LINKS:

Drei USB Anschlüsse sowie ein Anschluss für den Netzadapter (wird nicht mitgeliefert, da in den meisten Anwendungen die Stromversorgung über den USB Anschluss durch einen Computer geschieht).
Das EMI 6/2m ist federleicht und handlich. Offensichtlich ist es vor allem für den Einsatz mobiler Audioworkstation entwickelt worden. Und gerade in dieser Klasse hat es auch einige unschlagbare Vorteile zu bieten.

DIE UNTERSCHIEDE ZUM EMI 2/6

Wichtigstes Merkmal sind vor allem die verdrehte Anzahl an Audio- Ein und Ausgängen. Während das EMI 2/6 vor allem durch seine 6 Ausgänge für die Realisierung einer Sourround Abhöranlage Studio geeignet war, erlaubt das EMI 6/2m mit seinen sechs Eingängen die gleichzeitige Aufnahme von sechs Signalquellen auf getrennten Kanälen. Dafür begnügt sich das EMI 6/2m mit zwei Ausgängen für eine normale Stereoabhöre.
Obwohl auch das EMI 2/6 über ein digitales In/Out Pärchen verfügte, trumpft das EMI 6/2m an dieser Stelle gewaltig auf. Das „m“ steht für Midi. Und ob Sie es glauben oder nicht, die beiden digitalen Chinch Buchsen lassen sich über die mitgelieferte Software zu Midi-Buchsen switchen. Über ein ebenfalls mitgeliefertes Adapterkabel (Chinch auf Midi) lassen sich so ans EMI alle handelsüblichen Midi-Geräte anschließen.
Aber auch bei den USB Schnittstellen ist das EMI 6/2m klarer Sieger, denn nun können überforderte Laptop-User endlich aufatmen. Es stellt sich nicht mehr die Frage: Wohin mit den USB Dongles, wenn ich das EMI an meinen Laptop angeschlossen habe. Das EMU 6/2m verfügt nämlich zusätzlich zum Standard-USB Anschluss über zwei weitere USB Ports für beliebige Einsatzzwecke.

INSTALLATION

Ob für MAC OS 9 mit EASI oder ASIO Treibern, für MAC OS X oder Windows. Die Installation des EMI war kinderleicht und ging dank der beigefügten CD-ROM blitzschnell

AUDIO ABTASTRATEN UND WANDLER
Auf Grund der langsamen Übertragungsraten von USB, lassen sich nur bei 44 kHz alle sechs Ein- und zwei Ausgänge gleichzeitig nutzen. Möchte man mit 48 kHz arbeiten, muss man leider auf die Eingänge 3 bis 6 verzichten.
Das wiederum steht in Abhängigkeit von der Quantisierung (24 Bit oder 16 Bit). Als Beispiel dafür, welche Kombinationen möglich sind, finden Sie hier eine kleine Excel-Tabelle bei Verwendung unter MAC OS X.

EINSATZMÖGLICHKEITEN

Dank Midi und Audio ist das EMI 6/2m das ideale Audiointerface für „Unterwegs“. Dank einer praktischen Kunstledertasche lässt sich das EMI 6/2 zusammen mit einem Laptop ins Reisegepäck verstauen.
Aber auch im Studio sind die sechs Eingänge durchaus von Vorteil, wenn man für seine Synthesizer auf einen externen Mischer verzichten möchte. Immerhin lassen sich bis zu drei Stereoklangquellen gleichzeitig einspeisen, mischen und bei Bedarf auch aufnehmen.

PRAXIS

Die Wandler des EMI 6/2m sind sehr hochwertig. Nebengeräusche waren nur bei Verwendung eines PC´s zu hören der offensichtlich bei der Stormzufuhr über die USB Verbindung ein leises Bitzeln erzeugte. Nachdem wir das EMI 6/2m über ein externen Netzteil mit Strom versorgten, war die Kanäle absolut „clean“.
Unter MAC OS X lässt sich praktisch keine Latenz mehr feststellen. Unter MAC OS9 und WINDOWS lagen die Latenzzeiten zwischen 6 und 8 ms. Besonders für MAC und LOGIC User gibt es wohl keine bessere Empfehlung als das EMI 6/2m oder das EMI 2/6. Die Audioqualität ist hervorragend, die Bedienung extrem einfach. Latenzzeiten praktisch nicht mehr vorhanden – HAMMER! Aber auch MAC OS9 User und WINDOWS User sollten sich dieses blaue Kraftpaket genauer ansehen, da vor allem Handlichkeit und Flexibilität die User von Lap-Tops begeistern werden.

Fazit

Absolut empfehlenswert. Einfaches Handling und störungsfreier Betrieb.

Plus

  • Hochwertige Wandler
  • Digitalanschlüsse auch als Midi In/Out verwendbar
  • USB Hub mit drei USB Anschlüssen
  • Kopfhörerausgang
  • Gewicht und Größe

Minus

  • beim besten Willen nix zu finden!
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