Test: E-MU Proteus 2500, Soundexpander

Sequenzer

Der eingebaute 16-Spur Sequenzer besitzt eine Auflösung von 1/384 und kann im Pattern sowie im Songmodus betrieben werden. Standart MIDI Files lassen sich über die mitgelieferte Software „eLoader“ importieren. Auf der Bühne kann sich der Sequenzer austoben und bis zu 512 Songs abfeuern, die sich die maximalen 300.000 Noten teilen müssen. Reglerbewegungen werden immer direkt mitaufgezeichnet, was besonders bei dynamischen Klängen gut zur Geltung kommt. Die Bedienung erfolgt über die mittig angeordneten „Laufwerkstasten“. Die Bearbeitungen und das Anwählen der sechszehn Spuren kann man auf der Linken Seite vornehmen. Die Bedienung geht zwar recht flott vonstatten, im Studio wird man den Sequenzer allerdings höchstens zum raschen festhalten von Ideen benutzten, da man hier meist einen Computer mit Cubase oder Logic stehen hat, an die der Interne Sequenzer des Proteus natürlich bei weitem nicht heranreicht.

proteus-2500-1

Bedienung

Die Bedienung der E-MU-Geräte weicht zum Teil deutlich von der japanischen und europäischen Konkurrenz ab. Hier haben wir es mit einem echten Amerikaner zu tun, der sich nicht woanders orientiert, sondern seine eigene Suppe kocht. Dies hat zur folge, dass man zunächst etwas mit den Bezeichnungen der Parameter und Tasten zu kämpfen hat. Die grundsätzliche Bedienung weicht kaum von den 1 HE Geräten ab, sodass man auch hier fast die gesamte Programmierung eines Klanges an dem kleinen Display vornehmen muss. Hier überwiegt der Anschein, dass sich EMU hier nicht alle Hausaufgaben gemacht hat. Mit den 16 Tasten, die auch zur Spuranwahl des Sequenzers dienen, kann man zwar Positiverweise direkt den Bereich anwählen, den man editieren möchte (z.B. Filter), muss aber nach jedem Tastendruck den Cursor auf die richtige Stelle bewegen. Mit einem Softwareupdate könnte man dies allerdings beheben. Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit der Namenseingabe durch die MIDI-Tastatur. Jede Note ist einer Taste zugeordnet, was das benennen von Klängen erheblich beschleunigt.
Die Echtzeit-Controller sind in der Tat ein Fortschritt, denn hier kann man schnell die wichtigen Parameter, wie z.B. Filter oder Hüllkurven anpassen, sowie im Multimode für 16 Kanäle direkt die Lautstärken und die Panoramaposition bestimmen. In der Stellung „Program“ ist es sogar möglich, frei definier bare Coltroller an externe Geräte zu senden, oder freie Parameter intern zu steuern. Für richtige Programmier-Sessions ist die Oberfläche aber leider nicht designed worden.

Klang

Klanglich hebt sich der E-Mu Proteus 2500 ebenfalls deutlich von der Konkurrenz ab. Man darf hier nicht das realistische Piano erwarten. Generell klingt der Proteus im überaus positiven Sinne direkt, knallig, überhaupt nicht weich und auf keinen Fall authentisch. Mit ihm lassen sich die Musikstilrichtungen produzieren, bei denen es nicht auf authentischen Klang ankommt. Neben Techno/Trance (Filter!) ist aber vor allem für HipHop prädestiniert, und auch R´n´B-Producer kommen nicht zu kurz. All dies hat ausschließlich mit den verwenden Samples auf dem ROM zu tun. Dicke abgrundtiefe Bässe, knallige Drums, die ich zum echten Highlight des E-Mu Proteus 2500 erkläre, fügen sich sehr gut in Arrangements ein. Da, wo ein Roland-Piano im Mix untergeht finden sie vielleicht hier das richtige Mulitsample. Aber vor allem kann man dem Proteus ein vollständiges Sortiment an guten HipHop-Samples bescheinigen, die, wenn man auf das Herkunftsland des Probanten schielt, sicherlich von dem einen oder anderen schon mal auf Chart-Produktionen gehört wurden.
Man sollte allerdings genau wissen, was man haben möchte, wenn man sich für den Proteus entscheidet, hebt sich doch der Grundcharakter deutlich von der Konkurrenz ab.

proteus-2500-2

Konkurrenz

In der Klasse zwischen 1000.- und 2000.- finden sich unter anderem der Roland XV5050, der XV 3080, sowie der Korg Triton-Rack und nicht zuletzt der Yamaha CS6r. Korg und Yamaha setzen nach wie vor auf 62 bzw. 64 Stimmen. Wobei Roland schon auf 128 Stimmen aufgeschlossen hat. Die Klangcharaktere sind zwischen den einzelnen Herstellern schon extrem unterschiedlich. Hier müssen persönliche Vorlieben entscheiden. Die Effekte des EMU müssen sich hier ganz klar geschlagen geben. Durch die aktuelle Preissenkung im THOMAN-Store auf 625,– €, ist der E-Mu Proteus 2500 aber derzeit konkurrenzlos.

Fazit

Man merkt den Proteus-Geräten an, dass sie ein Schwesterprodukt der hervorragenden EMU-Sampler sind. Die Sampler verfügen allerdings über ein besseres Bedienungsinterface und ein großes Display, auf dem mehrere Parameter gleichzeitig darstellbar sind, was die Editierung erheblich vereinfacht. Im Grunde genommen ist ein Proteus auch nichts anders als ein Sampler, nur kann er eben nicht samplen und die ROM-Klänge sind fest. Ein besonders nettes Feature ist die Möglichkeit mittels Flash-RAMs und einem Ultra-Sampler eigene RAMs zu kreieren, die sich dann in der Proteus-Serie verwenden lassen. Somit kann man seine eigenen Wellenformen nichtflüchtig verwenden.
Positiv ist auch der „Audition“-taster zu bewerten. Er ermöglicht den aktuellen Klang in einem angepassten musikalischen Kontext vorzuhören. Dazu sind diverse Motive für verschiedene Instrumente gespeichert. Besonders interessant wird es, wenn man hier unterschiedliche Kombinationen ausprobiert. Im Vergleich zu den hauseigenen „Command Stations“ fehlt hier lediglich die Gummi-Pad Tastatur und der Ribbon Controller. Die „Command Stations“ sind im Schnitt sogar noch ein wenig billiger als der Proteus, da sie auf einen speziellen Musikstil zugeschnitten sind, lassen sich aber auch mit den Expansionboards erweitern.

Plus

  • Gute Klänge für den Dance-Bereich
  • Gute Filter
  • optionale ROM-Module
  • Echtzeitregler

Minus

  • Effekte
  • Kleines Display
  • Kein realistischer Klang der akustischen Multisamples

Preis

  • Ausverkauf bei THOMANN 625,- €
Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.