"White Beauty"- ganz in Weiß, aber ohne Blumenstrauß
Die Epiphone Les Paul Custom in strahlendem Weiß liefert top Qualität zum günstigen Preis. Hier stimmt alles, von der Verarbeitung bis zum Sound.
Kurz & knapp
- Top-Verarbeitung: Die Epiphone Les Paul Custom überzeugt mit sauberem Finish und hochwertiger Verarbeitung.
- Klassischer Sound: Die Probucker-Humbucker liefern authentische Les-Paul-Klänge mit leicht erhöhtem Output.
- Angenehme Bespielbarkeit: Der Hals mit Slim-Taper-Profil liegt gut in der Hand und sorgt für komfortables Spielgefühl.
- Optik & Ausstattung: Schneeweißes Finish, vergoldete Hardware und klassische Custom-Details sorgen für edlen Look.
- Preis-Leistungs-Tipp: Für rund 750,- Euro bietet die Gitarre einen gelungenen Einstieg in die Les-Paul-Welt.
Inhaltsverzeichnis
Epiphone Les Paul Custom Alpine White
Die sogenannte „Inspired by Gibson“-Serie von Epiphone kopiert nun noch genauer die bekannten US-Modelle. Neu sind die Les Paul Standard (50s- und 60s-Spezifikationen) und die Les Paul Custom. Die in Fernost gebauten Modelle sind vergleichsweise günstiger, was auch Gitarristen mit schmalerem Geldbeutel ansprechen dürfte. Die Instrumente werden inklusive eines Gigbags ausgeliefert.
Unsere Testkandidatin hat noch eine etwas hochpreisigere Schwester aus der „Inspired by Gibson Custom“ Collection, die mit Koffer geliefert würde. Diese hätte für den einen oder anderen einen entscheidenden Vorteil. Die Kopfplatte der großen Schwester hat Original-Gibson-Maße, somit würde sie nicht gleich als „die günstige Epiphone“ entlarvt. Hier sind dann auch Custombucker von Gibson Custom verbaut, aber kommen wir zu den Facts der günstigeren Variante.
Epiphone Les Paul – Facts & Features
Die Les Paul Custom aus dem Hause des Traditionsherstellers Epiphone erstrahlt in Schneeweiß. Spontan macht sie einen guten Eindruck, Verarbeitung und Bespielbarkeit stimmen. Die Gitarre wird inklusive eines Gigbags geliefert. Wer mit dem „Tanzmucker-Weiß“ ein Problem hat, könnte dieses Modell auch als „Black Beauty-Variante“ in Rabenschwarz erstehen.
Korpus
Der schneeweiße Korpus wurde erwartungsgemäß aus Mahagoni gefertigt, auf den eine Ahorndecke geleimt wurde. Das Binding, das den Korpus umschließt, fällt in dieser Variante hellgrau aus. Natürlich findet man auch die drei kleinen, schwarzen Streifen (das sogenannte 5-fach-Korpusbinding), wie bei der Custom Variante üblich. Die Verarbeitung sowie Lackierung sind perfekt.
Hals
Der eingeleimte Hals aus Mahagoni wurde mit einem Ebenholz-Griffbrett bestückt, in das die Perloid-Block-Griffbretteinlagen (wie bei der Custom Variante üblich, also auch mit einer Einlage am ersten Bund) sauber eingelegt wurden. Das Binding an den Halskanten fällt hellgrau aus, die Bünde wurde nicht eingefasst, sondern über das Binding gesetzt. Das erfordert weniger Arbeitsaufwand und trägt sicherlich auch seinen Teil zum günstigen Preis des Instruments bei.
Das Halsprofil (60s Slim-Taper) liegt sehr angenehm in der Hand. Die Mensur beträgt 629 mm, die Sattelbreite beläuft sich auf 43 mm, also alles, wie man es von diesem Modell bereits kennt. Die 22 Bünde wurden handwerklich sauber in das Griffbrett implementiert, scharfe Bundkanten sind nicht zu beanstanden. Die Bünde (Medium) wurden sauber abgerundet und poliert, die Gitarre verfügt über das sogenannte „Rolled Neck Binding“.
Elektrik & Hardware
Die Elektrik kennt man von unzähligen Gibson-Modellen mit zwei Humbuckern, sei aber noch einmal kurz zusammengefasst: Zwei Epiphone Custom Humbucker (Probucker), kein Coil-Split möglich. Jeweils ein Volume- und ein Tone-Regler, die mit jeweils einem Humbucker korrespondieren. Natürlich finden wir auch den 3-Wege-Schalter (Toggle-Switch), LockTone Tune-O-Matic-Steg und ein Stopbar-Tailpiece. Die komplette Hardware wurde vergoldet, wie es sich für ein Custom-Modell gehört.
Handling
Die Gitarre kommt ausgewogen auf den Knien zu liegen, das Gewicht meiner Testkandidatin beläuft sich laut Küchenwaage auf 3,85 kg als „gerade noch bühnentauglich“. Auch nach Abklopfen des Korpus war nicht eindeutig festzustellen, ob das Instrument aus Gründen der Gewichtsreduktion gekammert (chambered) wurde. Eine entsprechende Recherche im Netz führte zu keinem gesicherten Ergebnis, ich glaubte beim Klopftest zu hören, dass meine Testkandidatin nicht gekammert wurde. (Anm. d. Red: Nach Rückfrage beim Hersteller ergibt sich, dass die Gitarre nicht gekammert ist!)
Die Werkseinstellung war bei meinem Testmodell gut, die Saitenlage angenehm und auch die Sattelkerben waren tief genug gefeilt. Das sollte bei einer „mittelpreisigen“ Gitarre einer Traditionsfirma auch gegeben sein. Leider ist das doch eher die Ausnahme, denn nach unzähligen Gitarrentests musste ich feststellen, dass man aus Zeitgründen in der Endkontrolle diesbezüglich „schludert“. Der Hals liegt sehr angenehm in der Greifhand, dieser fällt eher 60er mäßig aus, ist also weder zierlich noch massiv. Die Bespielbarkeit ist ausgezeichnet.
Möglicherweise lesen diesen Artikel auch viele Strat-Spieler, die in der „Gibson-Abteilung“ einmal „schnuppern“ möchten, um sich vielleicht doch mal eine günstige Paula zuzulegen. Was man klanglich einer Paula prinzipiell entlocken kann, wird hier von Joe Bonamassa kurz erläutert:
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Sound
Bereits „trocken gespielt“, resoniert die weiße Paula sehr ansprechend und bietet ein gutes Sustain, wie man es von einer guten Paula erwarten darf. Die Epiphone Probucker produziert im Wesentlichen einen „klassischen PAF-Sound“, jedoch bei vergleichsweise geringfügig mehr Output. Der Sound ist wohl ausbalanciert. Die weiße Paula liefert einen schön holzigen Ton, die Spieldynamik nimmt die Gitarre ausgezeichnet an und bietet angenehmen Spielspaß.
Hören wir sie zunächst mit klarem Sound auf dem Hals-Pickup, der sich u. a. für Blues, Pop und Jazz hervorragend einsetzen ließe:
Nun beide Tonabnehmer parallel geschaltet und voll aufgedreht. Wie der gute Joe im obigen Video erklärte, ließen sich aus der Gitarre in „Mittelstellung“ natürlich eine Vielzahl von Mischsounds herausholen:
Der Steg-Pickup mit klarem Sound könnte folgendermaßen klingen:
Nun wird der zweite Kanal meines Peavey Classic 20 Miniheads aktiviert. Trotz verhältnismäßig wenig Verzerrung (Gain auf 12 Uhr) ist der Sound sehr kraftvoll und dynamisch. In den Höhen kann sie bei Bedarf auch „schön beißen“:
Der Hals-Pickup liefert den schön cremigen Sound, den man von unzähligen Rocksongs kennt und liebt:
Epiphone Les Paul Custom – Peavey Classic 20 MH (etwas Hall vom Amp) – MESA/Boogie 1x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Sennheiser e906 – MOTU M4 – Mac mit Logic.




































