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Test: Epiphone Les Paul Ultra-III, E-Gitarre

(ID: 497)

An den Verstärker angeschlossen, fällt im Betrieb der beiden Humbucker der doch etwas verwaschene Klang der Pickups auf. Zwar bietet der Hals-Pickup einen runden und leicht nasalen Sound, der direkt aus der Bauchgegend zu kommen scheint, es klingt aber immer ein wenig dumpf und das setzt sich auch beim Humbucker der Brückenposition fort. Dem fehlt es ebenfalls etwas an Brillanz und er neigt etwas zum „Vermatschen“ des Signals, insbesondere bei angezerrten Sounds und im High-Gain-Bereich. Eine Extraportion definierter Höhen hätte da sicherlich gut getan.

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Diesem Mangel an Höhen lässt sich durch das Zuschalten des NanoMag-Pickups entgegen steuern. In Verbindung mit den beiden Standard-Humbuckern wirkt er ähnlich wie ein Treble-Booster und hebt die Obertöne und höheren Frequenzen ein Stück weit hervor, sodass man fast schon perlende Klänge aus der Ultra-III heraus bekommt, welche einen recht breiten Klangteppich aufbauen. Besonders dann, wenn man den Humbucker in der Halsposition mit dem NanoMag kombiniert. Durch den separaten Equalizer und die Gainregelung des Shadow-Pickups ergibt sich in der Kombination mit den Humbuckern eine Vielzahl an möglichen Sounds. Gerade im High-Gain-Bereich kann man mit dem NanoMag den Output noch nach oben schrauben und das Signal zu einem satteren Klang boosten.

Gedacht ist der NanoMag aber eigentlich zur Simulation einer akustischen Gitarre und macht dabei auch eine ganz gute Figur. Die Höhen werden schön verstärkt wiedergegeben, man hört authentisch das Schleifen der Finger auf den umwickelten Saiten und das Ganze kling schon fast holzig, jedenfalls ist der Klang nicht weit von einer über einen Piezo-Pickup abgenommenen akustischen Gitarre entfernt. Je nachdem, wie man Treble und Bass des NanoMag einstellt und ein wenig mehr Gain hinzugibt, kann der Pickup auch klangmäßig in Richtung Singlecoil gehen, was zusammen mit etwas Drive aus dem Verstärker recht überzeugend klingt. Natürlich ist das Ganze kein Ersatz für eine akustische Gitarre im Studio und auch ein Ppiezo-Abnehmer klingt echter, allerdings gibt er der Gitarre ein paar zusätzliche Register, die sich z.B. Im Liveeinsatz ziehen lassen.

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— Die NanoMag Regler auf der Rückseite des Korpus —

Nach einer etwas langwierigen Registrierung kann dann auch das Programm Guitar Rig 4 LE über die Epiphone Website herunter geladen und mit der Epiphone Les Paul Ultra-III oder anderen Audiointerfaces genutzt werden. Dabei bietet das Programm eine breite Palette an Effekten und Verstärkern für die Gitarre, den Bass, darüber hinaus lassen sich eine Vielzahl von Presets über die Ultra-III zum Klingen bringen und auf Knopfdruck aufnehmen oder loopen. Die Bedienung ist sehr intuitiv und auch die Installation des Programms und der Treiber geht ziemlich flott. Mit dem schlanken Programm und der kompletten Wandler-Technik in dem Instrument selbst ist dieses Setup besonders unterwegs eine ziemliche Erleichterung, sollte aber auch für diejenigen zu Hause oder im Studio ein Vorteil sein, die keine Freunde von Kabelsalat sind und ohne große Umwege mit der Aufnahme beginnen wollen. Die Klangqualität und auch die geringe Latenz des Systems sollten für die meisten Situationen ausreichen.

Die Klangbeispiele wurden mit einem BOSS ME-25 in Ableton Live und über den USB-Anschluss in Guitar Rig 4 LE aufgenommen.

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Fazit

Die Epiphone Les Paul Ultra-III ist ein weiterer Schritt in Richtung Fusion von traditionellen Instrumenten mit Technik und den Annehmlichkeiten des digitalen Lagers. Besonders für unterwegs und auch für die schnelle Aufnahme zwischendurch erleichtert die Option, die Gitarre direkt mit dem Computer zu verbinden, einiges. Die Möglichkeit, über den NanoMag-Pickup ein wenig mehr von dem Klangpotenzial der Gitarre auszuschöpfen, verleiht der Gitarre nicht nur zusätzliche Flexibilität, sondern könnte in dieser Form auf jeden Fall Schule machen. Auch das um die Elektronik herum gebaute Instrument braucht sich nicht zu verstecken, wenn man einmal von den etwas lustlos daher kommenden Pickups und den minderwertigen Mechaniken absieht. Aber hier ließe sich ja einfach Abhilfe schaffen, indem man die Gitarre mit hochwertigeren Komponenten bestückt, denn verdient hätte sie es.

Plus

  • Grundklang
  • Gewicht
  • Hals
  • Flexibilität

Minus

  • Ansprechverhalten
  • Pickups (Humbucker)

Preis

  • Straßenpreis: 519,- Euro
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Klangbeispiele
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