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Test: ESI Xjam, USB-Pad-Controller

Toller Pad Controller fürs Tonstudio

10. Juni 2022
esi xjam test

ESI Xjam, USB-Pad-Controller

Die Firma ESI Audiotechnik GmbH kennt man von diversen Audiointerfaces, Studiomonitoren, Recording-Zubehör und MIDI-Interfaces. Mit dem kürzlich vorgestellten Xjam begeben sich die Schwaben nun in einen für sie neuen Bereich und präsentieren einen USB-Pad-Controller. Wie sich dieser im Tonstudio-Alltag schlägt und für wen er geeignet ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

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Überblick zum ESI Xjam

Offiziell wurde Xjam auf der Sommer NAMM Show 2022 vorgestellt, aber bereits auf der diesjährigen Berliner Superbooth 2022 hatte ESI seinen ersten Pad-Controller erstmals im Gepäck.

esi xjam test

Kompaktes Design im ultra-flachen Gehäuse

Im Vergleich zu vielen anderen Controllern dieser Art ist Xjam relativ kompakt gehalten. Die Maße belaufen sich auf 20,0 x 13,5 x 2,3 cm, das Gewicht liegt bei 371 g. Über 16 Pads, sechs Drehregler und insgesamt sechs Buttons verfügt der Controller. Bis auf die Drehregler sind alle Bedienelemente hintergrundbeleuchtet, so dass Anschläge oder der jeweilige Zustand auch optisch abgelesen werden können.

Insgesamt macht der ESI Xjam einen wertigen Eindruck. Das Gehäuse besteht aus einem schwarzen Kunststoffunterteil, das zum Schutz der Unterseite und des Tisches, auf dem es steht, mit sechs Gumminoppen ausgestattet ist. Mit Hilfe eines Schraubgewindes lässt sich der Controller auch auf einem Mikrofonständer platzieren. Die Oberseite des Controllers besteht aus einer silberfarbenen Metallplatte. Diese ist nach vorne hin abgeschrägt und sorgt für die notwendige Stabilität beim „einklopfen“ von Beats und Grooves oder beim Triggern von Samples. Letztlich hat die Platte vermutlich auch einen großen Anteil daran, dass die Klopfgeräusche sehr moderat ausfallen, toll.

esi xjam test

Alle Bedienelemente sind fest mit dem Gehäuse verbunden und machen einen robusten Eindruck. Diverse gut ablesbare Beschriftungen sorgen dafür, dass man die grundsätzlichen Funktionen recht schnell überblickt.

Anschlüsse und Lieferumfang des Pad-Controllers

Da der Xjam Controller mit einer Höhe von 2,3 cm recht flach ist, hat sich ESI dazu entschlossen, Miniklinkenanschlüsse zu verbauen. Entsprechend befinden sich auf der Rückseite ein USB-C-Port für die Verbindung mit dem Computer sowie zwei Miniklinkenbuchsen für MIDI-Out und Fußschalter. Über den MIDI-Ausgang lässt sich der Controller auch standalone mit anderen MIDI-Geräten nutzen, sofern man nicht (immer) den Umweg über den Computer gehen möchte, toll.

Strom bezieht der Controller über den USB-Port, ein extra Netzteil ist also nicht notwendig. Ein USB-Kabel liegt bei. Passende Kabel auf MIDI-DIN bzw. Adapter auf Großklinke muss man sich dagegen leider selbst besorgen, diese liegen dem Controller nicht bei, schade.

Dafür liegt dem Xjam ein gedrucktes englischsprachiges Handbuch sowie insgesamt drei Download-Karten bei. Steinberg Cubasis LE3, Wavelab LE10 und Bitwig Studio 8-Track lassen sich mit den auf den Karten aufgedruckten Seriennummern herunterladen und nutzen.

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esi xjam test

Ebenfalls zum Paket des Xjam Controllers dazu gehört eine Editor App, über die der Controller programmiert und eingestellt werden kann. Diese Software lässt sich unter Windows, macOS und iPadOS einsetzen und lässt sich von der ESI Website herunterladen.

Einsatz des ESI Xjam

Der Anschluss an meinen Mac funktioniert tadellos. USB-Kabel einstecken und sowohl die Editor-Software als auch Cubase erkennen den Pad-Controller sofort als Eingabegerät. Einstellungen für den Betrieb des Controllers lassen sich über die erwähnte Editor-Software oder auch direkt an der Hardware vornehmen – wobei die Software natürlich die deutlich galantere Variante ist. Wer aber schon einmal mit seinem Hardware-Controller unterwegs war und kurzfristig eine Änderung vornehmen muss, der Laptop nicht in Reichweite ist oder das WLAN etliche Ticks schneller sein könnte, um die Editor-Software herunterzuladen, weiß die Möglichkeit der Programmierung an der Hardware mit Sicherheit zu schätzen.

esi xjam test

Grundsätzlich spielen die drei Farben Grün, Gelb und Rot bei der Programmierung wie auch beim Einsatz des Xjam Controllers eine wichtige Rolle. Denn diese zeigen in den unterschiedlichsten Situationen an, in welcher Bank man sich befindet, wie hart man das Pad so eben angeschlagen hat oder welches Setup gerade aktiv ist. Denn sowohl die Drehregler als auch die Pads lassen sich jeweils dreifach programmieren, so dass über die Drehregler entsprechend 18 Befehle ausgesendet werden können, die Pads erlauben bis zu 48 Kommandos durch Umschaltung per CTRL BANK oder PAD BANK Button. Alle Kommandos zusammen lassen sich in eine SCENE speichern, wofür es wiederum 48 (3x 16) Speicherplätze.

esi xjam test

Schön ist, dass der Xjam Controller über die von den AKAI MPCs bekannte Repeat-Funktion verfügt, d. h. durch Aktivierung der Repeat-Funktion lässt sich das angesteuerte Sample eines Pads mehrfach hintereinander triggern – natürlich in der zuvor festgelegten Geschwindigkeit (BPM). Alternativ richtet sich der Controller auch nach dem Host-Tempo einer DAW.

Neben Notenwerten können die sehr gut spielbaren Pads des Xjam auch MIDI-Control-Change-/Program-Change-Befehle und auch MMC-Kommandos aussenden.

esi xjam test

Auch bei der Programmierung der Drehregler gibt es mehrere Typen/Arten zur Auswahl. Diese lassen sich mit CC-, Pitch-, Program-Change- und Channel-Pressure-Befehlen ausstatten.

Editor-Software

Die zum Xjam gehörende Editor-Software ist für Windows, macOS und iPadOS verfügbar. Auf dem Mac lässt sich die Software ohne Umschweife installieren. Nach Anschluss des Controllers wird dieser auch sogleich erkannt.

esi xjam test

Der Aufbau der Software ist klar und einfach gehalten. Über insgesamt sechs Reiter gelangt man zu den jeweiligen Einstellungen. So lässt sich unter CONFIGURATION jedes Bedienelement des Controllers in der Software selektieren und mit den passenden Einstellungen wie Message-Type, MIDI-Channel, Control-Change-Befehl und Aftertouch (Channel und Poly) versehen.

ESI XJAM Editor software test

Im Reiter GLOBAL dreht sich dagegen alles um die grundsätzlichen Einstellungen, d.  h. Oktavierung, Transponierung, Settings für Pads samt Threshold, Headroom, Aftertouch Threshold/Headroom, feste Velocity-Werte etc.

Das Anschlagsverhalten der Pads lässt sich im Reiter VELOCITY CURVES einstellen. Vier Kurven bietet das Pad/die Software ab Werk. Es lassen sich auch eigene Kurven einzeichnen und an das Pad übermitteln.

esi xjam test

Letztlich bietet die Software im Reiter REPEAT die Möglichkeit, den bereits erwähnten Mehrfach-Trigger einzustellen, sobald ein Pad gedrückt wird. Neben dem Notenwert (1/4 bis 1/32 Triole) lässt sich auch Gate und ein Swing-Faktor (sechs feste Werte zwischen 0 % und 49 %) einstellen.

esi xjam test

Sollte es dennoch Fragen geben, öffnet sich beim Klick auf den HELP-Reiter automatisch das Handbuch für die Editor-Software. Umständlich auf der Festplatte nach dem passenden Handbuch zu suchen, muss man hier also nicht. Wie auf den Screenshots der Software zu erkennen, werden auf einer Leiste am rechten Bildschirmrand alle MIDI-Messages angezeigt. Bei der Problemfindung eine gute Hilfe.

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Fazit

Insgesamt empfinde ich den ESI Xjam Pad-Controller als klasse Gerät zum Spielen und Triggern von Samples oder zum Einklopfen von Drums und Beats. Die Verarbeitung ist super und die Pads lassen sich wunderbar spielen. Anfangs erschienen sie mehr etwas zu hart, aber nach den ersten Stunden im Studio damit, gewöhnte ich mich schnell daran und kam zu sehr guten Ergebnissen. Auch bei den Drehreglern gibt es nichts zu kritisieren. Die sechs Buttons wirken dagegen leider etwas weich.

Die Inbetriebnahme, die Programmierung und der Einsatz im Tonstudio gelingt sehr gut, so dass der Xjam jedem empfohlen werden kann, der auf dem mehr oder weniger vollen Studiotisch noch einen kompakten Pad-Controller benötigt. Den Preis von 150,- Euro empfinde ich dabei als fair.

Plus

  • kompakt und solide gebaut
  • einfache Inbetriebnahme
  • intuitive Editor-App

Preis

  • 149,- Euro (UVP)
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Forum
  1. Profilbild
    Basicnoise AHU

    Fast genau so etwas könnte ich gerade brauchen. Aber eben nur fast.
    Encoder ohne visuelles Feedback kommen für mich nicht in Frage. Und sechs Stück sind eben zwei zu wenig. Auch RGB für die Pads würde ich bevorzugen.
    Klar, bei dem Preis ist das alles nicht drin.
    Das Angebot ist ja eigentlich so groß, und doch passt mir im Moment nichts so richtig. Da sind die Bedürfnisse wohl zu individuell. Schade, dass die Yeltex-Contoller gerade nochmal Preis angezogen haben.

  2. Profilbild
    Emmbot AHU

    Ich muss gerade an die dicken Plastikbomber vom Anfang der 2000 er denken. Da ist das schon um Welten schicker.

  3. Profilbild
    figgelz

    Schöner Test! Hätte noch eine Frage, sind die Drehregler gerastert, also merkt man eine Rasterung beim drehen?

  4. Profilbild
    klaasklever

    ich habe sehnsüchtig auf das ding gewartet nach der ankündigung, wollte es direkt für die nächste lange zugfahrt bald mitnehmen mit dem portablen synth.

    der funktionsumfang für diesen preis in diesem kompakten format ist einzigartig – midi out war bedingung.

    das einzige, was scheinbar nicht geht – ich muss es herausfinden oder den support fragen – und was ich aufgrund der ersten bilder annahm: transponieren mit zwei der 16 pads (ich spiele noten und akkorde in arp/sequencer ein, ähnlich wie auf akai mpc). standalone geht es nicht, seit heute gibt es ja auch die software und auch da: keine option zum remappen von buttons dafür, leider. das geht nur via menu diving quasi mit 4 tastendrücken, schade, aber vielleicht lässt sich das ja noch via update im editor lösen. workaround bisher: die 3 pad-bänke mit 3 oktaven füllen, ist immerhin etwas…

  5. Profilbild
    mottilie 1

    Die zumindest optische Verwandtschaft zu den CME Xkey Keyboards ist ja offensichtlich.
    Zufall, hängen die irgendwie zusammen, oder ist das wieder so eine OEM-Geschichte?

    • Profilbild
      klaasklever

      auf youtube meinte jemand im kommentar am superbooth-video, dass xkey 2019 zur namm schon mal so was präsentiert hatte.
      nachdem die xkey-keyboards im video auch am stand waren, könnte es da irgendeine kooperation geben

      • Profilbild
        mottilie 1

        Ok, nix Genaues weiß man also nicht :-)
        Aber ist ja eigentlich auch egal, wenn sich die Pads wirklich so gut spielen lassen, ist das Teil einen Testlauf auf jeden Fall wert.
        Hatte ja eigentlich mit einem Novation Launchpad X geliebäugelt, aber Formfaktor und Übersichtlichkeit („nur“ 16 statt 64 Pads) sprechen für den ESI.
        Na ja, werde wohl nicht umhin kommen, beide mal in echt zu vergleichen…

        • Profilbild
          klaasklever

          ich finde die pads sehr gut. habe den vergleich zur mpc one. sie sind etwas weniger rauh als bei der mpc und am rand eher runder – was einen vorteil hat: man kann streichend noten wechselnd, also drüber gleiten. bei der mpc bleibt man eher mal hängen.

          die encoder sind eigentlich auch gut und haben einen guten widerstand (wenn auch keine rasterung), aber fühlen sich erst einmal etwas weniger wertig an, als sie sind (jemand nannte es „weich“ weiter oben), als ob sie ganz sachte schleifen. vermute, das ist gewöhnungssache, die dinger müssen sich auch einlaufen und ein problem ist es definitiv nicht.

          • Profilbild
            mottilie 1

            Ja danke für die Info.
            Diese Pads sind natürlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Aber mittlerweile haben die üblichen Verdächtigen das Teil ja gelistet, da kann man einen Probelauf ja langsam mal starten.

  6. Profilbild
    cvzzimo

    Cooles Produkt! In verbindung mit iPad und Apps wie Koala oder Beatmaker 3 bestimmt sehr gut einzusetzen. Definitiv auf meiner Wunschliste.

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