Test: ESP LTD Phoenix-401 Two Tone Sunburst, E-Gitarre

In der Praxis

Rundum macht die ESP LTD Phoenix-401 Two Tone Sunburst einen ordentlich verarbeiteten Eindruck, alle verwendeten Materialien wirken robust und sind sauber auf einander abgepasst. Auch der Lack ist vorbildlich aufgetragen und selbst an schwierigen Stellen, wie zum Beispiel dem Übergang vom Hals-Binding zum Korpus, lassen sich keine Unsauberkeiten finden. Lediglich beim Schlagbrett fällt auf, dass es äußerst schmutzanfällig ist. In kürzester Zeit sammelt sich Staub an, als ob es leicht statisch aufgeladen wäre und so bilden sich ständig seltsame Muster auf dem Schlagbrett, die mit einem Tuch abgewischt werden müssen.

Generell gestaltet sich das Spielen der Gitarre äußerst angenehm und bequem, auch wenn die Werkseinstellung der Saiten viel zu flach ausfällt und dadurch ein starkes Schnarren verursacht wird. Genau wie das Original hat auch die Phoenix-401 eine leichte Kopflastigkeit, die sich aber in keiner Weise störend auswirkt. Dank der schmalen U-Halsform kann die linke Hand mit enormer Leichtigkeit geführt werden, während die Finger durch die spitzen XJ-Bünde deutlich entlastet werden. Wegen diesem modernen Feature ereilt sicherlich so manchen Vintagel-Liebhaber das kalte Grausen, aber losgelöst vom Vintage-Idealismus sind die XJ-Bünde tatsächlich nicht für jedermanns Geschmack geeignet, da sie gerade bei Slides als zu scharfkantig empfunden werden können und nicht zuletzt auch einen schnelleren Verschleiß der Saiten verursachen.

Der durchgehende Hals hat eine enorme Stabilität, die weitesgehend verhindert, dass beim kräftigen Zugreifen Tuningmodulationen entstehen. Äußerst skurril ist die Anordnung der Volume-Potis: Der hintere Regler ist für den Halstonabnehmer zuständig und der vordere für den Humbucker am Steg. Laut deutschem ESP Vertrieb ist das gewollt, da „ESP davon ausgeht, dass ihre Kunden hauptsächlich den Steg-Tonabnehmer nutzen“. Ob das wirklich grundsätzlich bei ESP Gitarren so ist, wurde nicht überprüft, aber selbst nach zwei Wochen intensivem Testens war keine Gewöhnung bezüglich dieser merkwürdigen Anordnung aufgekommen.
Ähnlich wie bei einer Stratocaster liegt das vordere Volumepoti nah an den Saiten, sodass dieses im Eifer des Gefechts ungewollt verstellt werden kann.

Sound

In Hinblick auf den Klang setzt ESP konsequent auf einen warmen, vollmundigen Vintagesound im Stil alter Gibson Gitarren mit PAF-Humbuckern. Bereits unverstärkt besitzt die ESP LTD Phoenix-401 Two Tone Sunburst eine gesunde Lautstärke mit ausgeprägtem Sustain, so dass gerade beim Spielen von Singlenotes die Töne schön singen.

Durchgehender Mahagonihals und Mahagonikorpus

— Durchgehender Mahagonihals und Mahagonikorpus —

Der Seymour Duncan SH-1 Hals-Humbucker ist deutlich leiser als der Steg-Humbucker, besitzt einen ausgeprägten Bass und verbreitet einfach eine enorme Wärme. Bei leichter Verzerrung bilden sich wunderbare, weiche Obertöne, während er bei stärkerer Verzerrung nie seinen warmen Charakter verliert und stets einen saftig-dröhnenden Crunchsound abliefert.

Klangbeispiele
Forum

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