Test: ESP LTD SC-607B Black

9. Juli 2013

Viel Druck im Keller!

Sind wir doch mal ehrlich. Wenn es wirklich so richtig tief nach unten gehen muss, kann es eigentlich nur eine Wahl für den ambitionierten Metaller geben: ein Bariton-Instrument. Ausgestattet mit einer verlängerten Mensur und dem passenden Saitensatz ist man zumindest technisch bestens gerüstet, auf dem Weg zu monströsen Basslinien und Mauerwerk-erschütternden Brachial-Riffs. Getoppt werden kann das fundamentale Feuerwerk natürlich nur noch durch eine Option: eine Erweiterung um eine Saite, in den unteren Tonbereich selbstverständlich.

Als Spezialist auf dem Fachgebiet der siebensaitigen Instrumente gilt der Gitarrist der US-Band Deftones Stephen Carpenter, der schon seit Mitte der neunziger Jahre mit erweitertem Saitenumfang experimentierte. Für ihn hat ESP in ihrer Günstig-Kollektion LTD ein siebensaitiges Bariton-Instrument spendiert, welches den vollen Namen ESP LTD SC-607B BLACK trägt und nur allzu gerne die Mauern zum Beben bringen möchte. Nur warme Luft oder wirklich etwas zum Hosenbeineflattern? Der Test auf Amazona sollte der Wahrheit ein Stück näher kommen.

totale

— Die ESP LTD SC-607B Black —

Ganz ohne Gigbag oder gar Case wird die ESP LTD SC-607B Black ausgeliefert. Das ist schon etwas verwunderlich, liefern doch viele Hersteller bereits halb so teure Instrumente zumindest mit einem einfachen Gigbag aus. Und hier haben wir es immerhin mit einem Instrument der „Tausend-Euro-Klasse“ zu tun, was man der Gitarre auf den ersten Blick auch prompt ansieht. Das schwarze Finish, welches den gesamten Korpus, die Halsrückseite und auch den Reversed Headstock bedeckt, wirkt sehr hochwertig und verleiht dem Instrument eine eindeutige Klassenzuordnung. Hier geht es hart und richtig tief zur Sache, davon zeugen auch die wuchtigen EMG-Pickups auf der gewölbten Decke.

Pickups

— Stand by me: die dicht zueinander platzierten EMG Pickups —

Es handelt sich hierbei um das Modell 81-7, welches sowohl in der Hals- als auch in der Stegposition seinen Platz findet. Obwohl man hier nicht eindeutig von einer Halsposition des vorderen Pickups sprechen kann, denn der Tonabnehmer sitzt tatsächlich eher in einer Mittenposition.

Angewählt werden die EMG-Pickups über einen Dreiwege-Schalter, der sehr griffgünstig unterhalb des verchromten Steges platziert wurde. Je ein Volume- und Tone-Poti sorgen für weitere Signalbearbeitungen, welche bei einer aktiven Elektronik ja bekanntlich sehr weitreichend sein können.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Hallo Stephan, ich hätte eine Frage zur Mensur: Wäre 648 mm nicht eine ganz normale Mensur? Bei T. findet sich leider keine Mensurangabe, da steht nur Baritone. Ich dachte bisher von baritoner Mensur spricht man erst ab 685 mm (27 Zoll)? Was für eine Mensur hat die Gitarre tatsächlich?

    Noch was anderes: Ich suche schon seit längerem eine Gitarre, mit der man bei Drop-E noch Akkorde spielen kann (komplette Gitarre eine Oktave tiefer). Könntet Ihr vielleicht diesbezüglich mal die Schecter Hellraiser C-VI BC (30 Zoll Mensur) testen?

    Viele Grüße Andreas

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      AMAZONA Archiv

      Habe die Antwort gerade selber gefunden. Wenn man bei T. auf die Vergleichsfunktion geht, erhält man als Mensurangabe 686 mm. Also entweder stimmts bei T. nicht oder hier im Text ist es ein Tippfehler.

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        Stephan Güte  RED

        Hi Andreas, das Instrument hat eine 27″ Mensur, also 686 mm. Wegen deines Wunsches – ist vermerkt :)

        Viele Grüße,

        Stephan

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