Test: EVE-Audio, SC 205, aktive Studiomonitore

Zur Klanganpassung stehen drei digitale Filter parat: ein High-Shelf Filter, ein Low-Shelf-Filter und ein so genannter Desk-EQ. Das High-Shelf-Filter setzt oberhalb von 3 kHz an und lässt eine Verstärkung der Höhen von +3 dB sowie eine Absenkung derselben von 5 dB zu. Gleiches gilt für das Low-Shelf-Filter, welches unterhalb von 300 Hz arbeitet. Der Desk-EQ kann in positiver Auslenkung als Glockenfilter zusätzlich bei 80 Hz um bis zu 3 dB mehr „Gas geben“. Eigentlich stammt seine Namensbezeichnung allerdings daher, um die Auswirkungen der Reflexionen an der Mischpultoberfläche (Desk) zu minimieren.
Manchmal ist eine korrekte Aufstellung der Studiomonitore (also so, dass keine störenden  Reflexionen am Pult oder auf dem Tisch entstehen) leider nicht möglich. Für diesen Fall senkt der Desk-EQ Frequenzen um 180 Hz um bis zu 5 dB ab. Selbstverständlich werden die störenden Reflexionen hierdurch nicht eliminiert, aber die Auswirkungen im Klangbild werden als weniger störend empfunden. Alles in allem dient dieser EQ dazu, die Klangverfärbung durch pultnahe Aufstellungen (in Grenzen) zu korrigieren. Auslöschungen, die durch die Kammfiltereffekte der Reflexionen entstehen, werden durch einen EQ sowieso niemals wieder aufgeholt werden können. Bei Einstellung positiver Werte dient dieser EQ zur Bassanhebung bei 80 Hz, um druckvollere Bässe zu erzielen.

Das schlitzförmige Bassreflexrohr befindet sich übrigens auf der Rückseite der SC 205, so wie bei allen Studiomonitoren der Firma EVE Audio. Der Querschnitt ist groß gewählt, so dass Störgeräusche eliminiert werden.

Auf der Front befindet sich ein so genannter Push-Encoder. Es handelt sich dabei um einen Endlosdrehregler mit integrierter Tastenfunktion. Er ist zentrales Bedienteil, um neben den Filtern auch die Abhörlautstärke anzupassen. Der gelbe LED-Kranz indiziert dabei die aktuellen Werte. Da man einen Monitor in der Regel nur ein mal justiert, ist diese Bedienphilosophie äußerst angenehm. Obendrein gibt auf der Rückseite zwei DIP-Schalter, mit dem sich sowohl die Lautstärke, als auch die Filterkurve gegen unbeabsichtigtes oder unbefugtes Verstellen schützen lassen.

Zwar bietet die SC 205 für jede Box eine Lautstärkeregelung an, jedoch ist es nicht möglich, zwei oder mehr Boxen mit einander zu koppeln, so dass sich die Lautstärke aller Boxen ändert, wenn man an einem Level-Regler dreht. Somit wird ein externer Pegelsteller leider nicht obsolet.

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Forum
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    Maxolomeus

    Schöne Lautsprecher, hatte die Gelegenheit mich auf einer Messe durch die Produktpalette von EVE Audio zu hören und stehe derzeit vor der Wahl bei einem Budget von 600-800€ pro Box zu EVE Audio zu tendieren, ADAM oder vielleicht Neumann. Das wird beim Probehören noch einmal spannend!

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