Test: EVE-Audio, SC 205, aktive Studiomonitore


Pro/Contra DSP

Einige Leser werden sich sicherlich fragen, ob denn nun jeder Studiomonitor auch wirklich einen DSP benötigt. Der aktuelle Trend ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn bei der analogen Signalzuführung zu einem Studiomonitor hierdurch eine zusätzliche Wandlung notwendig ist, gibt es durchaus Vorteile. Durch den integrierten DSP werden vor allem Fertigungstoleranzen von analogen Filtern und Frequenzweichen umgangen. Die Filterfunktionen sind also bei jeder Box identisch, womit schon mal ein Serien-Streuungs-Faktor ausgeschlossen wird. Die Trennung von Hoch- und Tieftöner erfolgt dabei übrigens mittels eines digitalen Butterworth-Filters mit 24 dB Flankensteilheit und kann bei der Entwicklung perfekt abgestimmt werden. Bei analogen Filtern sorgen schon kleine Abweichungen in den Toleranzen der analogen Bauteile für nicht deckungsgleiche Filterfunktionen.

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Klang

Die Eve Audio SC 205 liefern natürlich aufgrund der Größe im Bassbereich keine ausreichenden Pegel und sind als Fullrange-Abhöre daher nur im Zusammenspiel mit einem Subwoofer zu betrachten. Die EVE Audio Subwoofer werden aber erst im Herbst dieses Jahres lieferbar sein.
Die SC 205 bieten ein sehr sauberes, frisches und klares Klangbild. Während sich die Höhen in der im Allgemeinen als „weich“ bezeichneten Klangästhetik der AMT Hochtöner beweisen, können auch die Mitten von der kleinen Masse des Tief/Mittelton Woofers profitieren. Bei basslastigen Stücken muss die kleine Membran aber gegenüber einer Größeren umso mehr leisten, aber hier drängt sich sowieso ein Subwoofer auf. Auffällig ist die sehr saubere Darstellung von Phantomschallquellen und insbesondere die Ortung der Instrumente im Stereopanorama ist sehr gut gelungen. Auch die Darstellung von Hallräumen ist für eine gute Beurteilung transparent genug.
Ich habe im 60° Dreieck mit ca. 1 m, einmal ohne Wandabstand und einmal im Raum stehend abgehört. Bei diesem Boxen-Ohr-Abstand sind mir die Höhen zu ausgeprägt und ich habe sie mit dem High-Shelf-Filter um 2 dB absenken müssen.
Trotz der geringen Maße kann die SC205 über das Bassreflexrohr ein relativ (!) gutes Tiefenfundament erreichen. Eine echte Beurteilung des Bassbereichs ist aber ohne guten Subwoofer wie zu erwarten dennoch nicht möglich.
Der Sweet-Spot ist in horizontaler Richtung auch angenehm breit. Alles in allem überrascht die SC205 durchweg positiv mit einem sehr analytischen und durchsichtigen Klangbild.

Forum
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    Maxolomeus

    Schöne Lautsprecher, hatte die Gelegenheit mich auf einer Messe durch die Produktpalette von EVE Audio zu hören und stehe derzeit vor der Wahl bei einem Budget von 600-800€ pro Box zu EVE Audio zu tendieren, ADAM oder vielleicht Neumann. Das wird beim Probehören noch einmal spannend!

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