Test: Eventide, PitchFactor, Gitarren-Effektgerät

14. Oktober 2009

Eventide PitchFactor

Quizfrage, extrem kurz formuliert: Harmonizer? Antwort: Eventide! OK, vielleicht hat der Eine oder Andere, welcher die Dreißig noch nicht überschritten hat, in Sachen Antwort etwas gezögert, aber die Kollegen jenseits dieser Schwelle werden eine Bedenkzeit von wenigen Millisekunden für ihre Antwort benötigt haben. Produkte wie der legendäre H3000 waren so etwas wie die Legitimation, einen Studio-Tagespreis von 1000,- DM und mehr (damals unglaublich viel Geld) aufrufen zu können, da wirklich absolut NICHTS zu der damaligen Zeit in Sachen Rechengeschwindigleit den Algorithmen von Eventide auch nur ansatzweise das Wasser reichen konnte.

Während die brummeligen Kollegen aus dem Octaver-Bereich gerne schon mal dreistellige Millisekunden zwischen dem Original- und dem Effektsignal vergehen ließen, schickte sie Eventide schon damals an, im einstelligen (!) Bereich zu arbeiten. Der ultimative Formel 1 Rennwagen für die zweite Stimme. Die maximale Ehrerbietung erfuhr Eventide dann endgültig 1990, als Steve Vai mit seinem Soloalbum „Passion And Warfare“ das verkaufstechnisch beste Instrumentalalbum aller Zeiten aufnahm und Selbiges über weite Strecke zu einer Art „Produkt-Präsentations-CD“ für den H3000 verkommen lies. Was hier alles an Piff-Paff-Puff-Geflitter-Geblubber in Sachen E-Gitarren-Effektsounds zum Einsatz kam und manche Songs regelrecht für den H3000 komponiert wurden, sprengte damals jegliche Vorstellungskraft und brach in vielerlei Hinsicht jede Menge Rekorde.
In Sachen CPU-Leistung hat sich aufgrund der Quantensprünge der letzten Dekaden natürlich einiges verändert, und der Platzhirsch aus New Jersey kann sich über mangelnde Konkurrenz nicht beklagen. Dennoch liegt bei Fachleuten ein leichtes Knistern in der Luft, wenn der Name Eventide fällt, zu groß ist das Erbe, welches man mit den Produktreihen verbindet, als dass man es einfach „nur“ zur Kenntnis nimmt.

Losgelöst hiervon kann sich heutzutage aber keine Firma mehr auf ihren Lorbeeren ausruhen, egal wie groß die einst geflochtenen Kränze auch gewesen sein mögen. Von daher macht sich Eventide auf, seine 19 Zoll Erfahrung in den Bereich der Stompbox zu transferieren, um somit sowohl vom Handling als auch vom Preis her neue Kundenkreise zu gewinnen. Amazona.de liegt zum Test der Eventide Pitchfactor vor, welcher sich laut Produkt-Info anschickt, die gewohnte Eventide-Studioqualität in Sachen Klang und Rechengeschwindigkeit in ein Bodenpedal zu packen. Gut gebrüllt, Löwe, da sind wir doch mal gespannt, ob man diese Vorgabe halten kann!

-- Der Eventide PitchFactor --

— Der Eventide PitchFactor —

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    KArl HEinz

    Das klingt schon wirklich fein. Toll, wie natürlich der Originalsound erhalten bliebt.
    Der Preis geht eigentlich auch in Ordnung.
    Wenn ich mir das Teil jetzt auch noch leisten könnte…

  2. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Es ist wirklich so: Ganz ohne theoretische Grundkenntnisse wird man die Möglichkeiten, die dieses Gerät bereithält, nicht nutzen können. Es ist nichts für „mal eben rumschrauben“! Aber wenn man sich ein wenig Mühe gibt und sich das eine oder andere Stückchen Theorie aneignet, wird diese mit tollen und einzigartigen Harmonizer-Effekten ausgestattete Stompbox zur Geheimwaffe…und zwar weit über die Gitarrenwelt hinaus, denn auch beispielsweise Gesang oder Keyboardparts/Sequencing lassen sich wunderbar aufmöbeln. Das Preis-/Leistungsverhältnis für diesen unkomplizierten Eventide Harmonizer ist zur Zeit wohl unschlagbar.

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