Charaktervolle Streicher für Indie, Pop und Ambient
Abseits der großen Streicher-Library-Platzhirsche wie East West, Native Instruments, Orchestral Tools oder Spitfire Audio haben sich in den letzten Jahren kleinere Firmen ihren Platz in diesem Marktfeld gesichert. Neben Heavyocity oder 8DIO gehört hierzu auch Excite Audio, eine kleine Software-Schmiede, die mit Excite Audio Bloom Ensemble Strings kürzlich ein neues Software-Instrument herausgebracht hat. Wir haben uns die Ensemble Strings einmal näher für euch angeschaut.
Was ist es? Excite Audio Bloom Ensemble Strings, Software-Instrument für moderne Streicher-Sounds abseits klassischer Orchester-Librarys.
- Klang: Charakterstarke Streicher für Pop, Indie und Ambient statt realistischer Orchester-Nachbildung.
- Konzept: Kombination aus Samples, Loops und Performance-Tools für schnelle, kreative Ergebnisse.
- Features: Über 250 Presets, integrierter Sequencer und vielseitige Effektsektion.
- Workflow: Anfangs ungewohntes GUI, aber nach kurzer Einarbeitung effizient bedienbar.
- Preis/Leistung: Sehr günstiges und empfehlenswertes Tool für Streicher-Sounds.
Inhaltsverzeichnis
Excite Audio Bloom Ensemble Strings
Die Bloom Ensemble Strings basieren auf einer Sammlung von Kontrabässen, Celli und Violinen und umfassen neben rhythmischen Pizzicatos, vollen Ensemble-Klängen, kleinen Streicher-Sektionen-Patches auch diverse, sich weiterentwickelnde Klanglandschaften. Dabei möchte Excite Audio ganz bewusst nicht in Konkurrenz zu den o.g. Hersteller treten und setzt seinen Schwerpunkt nicht auf eine möglichst realistische Nachbildung von Streicher-Ensembles und Streichorchestern. Viel eher möchte Excite Audio einen Streicher-Sound bieten, der passend für Indie- oder Pop-Songs, Ambient oder elektronische Tracks ist.
Neben der zum Test vorliegenden Full-Version der Ensemble Strings bietet Excite Audio auch eine Lite-Version an. Wie der folgenden Tabelle zu entnehmen, ist die Lite-Version in einigen Punkten reduziert, kostet aber auch fast nur die Hälfte der Voll-Version.
Einsetzen lassen sich die Bloom Ensemble Strings unter macOS (ab 10.15 oder neuer) und Windows (7 oder neuer). Das Plug-in steht in den Formaten VST, VST3, AU und AAX zur Verfügung, auch eine Standalone-App bietet Excite Audio an, toll.
Aufbau der Library
Das GUI der Excite Audio Bloom Ensemble Strings wirkt auf den ersten Blick recht spartanisch, bietet es neben einer kleinen Preset-Auswahl samt Cursor-Tasten zum Durchsteppen der Sounds doch lediglich vier virtuelle Regler, eine Skalen-Angabe, eine Lautstärkeanzeige, ein paar Buttons und diverse Dreiecke samt Buchstaben, Zahlen und weitere Zeichen. So ganz intuitiv ist das erstmal nicht, aber dank des informativen Videos von Excite Audio zu dieser Library und den zahlreichen Erklärungen auf der Website des Herstellers hat man schnell den Durchblick. Auch das gut geschriebene PDF-Handbuch zur Library hilft bei den ersten Schritten weiter.
Kommen wir zum Hauptfenster des Software-Instruments: Die weißen Dreiecke symbolisieren Samples/Loops, die schwarzen Dreiecke Performance-Tools zum Variieren (Abspielen mit doppelter Geschwindigkeit, rückwärts abspielen etc.). Die kleinen weißen Dreiecke am unteren Ende des GUI symbolisieren One-Shot-Samples oder kurz Phrasen, die über die Tastatur eines MIDI-Controllers getriggert werden können.
Am linken Rand der Reihe ist die aktuell gewählte Skala zu erkennen. Alles Samples/Phrasen lassen sich hierüber automatisch an eine vorgegebene Skala anpassen, so dass das Software-Instrument nach Festlegung der Skala automatisch harmonisch immer richtig klingt. Welches Sample bzw. welcher Loop darauf liegt, lässt sich im folgenden Fenster festlegen:
Pro Bank lassen sich hier bis zu 14 Samples/Loops in einem Preset speichern und diese per Drag & Drop auf die unterste Leiste ziehen, die die Sounds symbolisiert, die man auf dem Main-GUI spielen kann. Auf Wunsch lassen sich hier sogar eigene Samples nutzen.
Mit Hilfe der schwarzen Dreiecke (also die schwarzen Tasten des Keyboards) lassen sich die Samples/Loops variieren, d.h. in der doppelten Geschwindigkeit oder rückwärts abspielen, eine Oktave höher/tiefer etc. Das klingt zunächst vielleicht etwas kompliziert, aber da hat man schnell den Dreh raus und kann sich im Handumdrehen ein passendes Set mit Samples und Loops zusammenstellen.
Loslegen kann man ohnehin sofort, denn das Excite Audio Team hat für die Ensemble Strings über 250 Presets zusammengestellt, die zeigen, was klanglich damit möglich ist. Einsortiert sind die Presets in die folgenden sieben Kategorien:
- Drones
- Experimental
- Full Ensemble
- Melodic
- Rhythmic
- Solo
- Textures
Neben denen im Edit-Fenster verfügbaren Effekte, dazu gleich mehr, lassen sich direkt auf dem Main-GUI die folgenden vier virtuellen Drehregler einstellen und den Gesamtklang des Instruments beeinflussen. Von links nach rechts sind diese vier Regler für Drive, Stereo (Width), Chamber (Reverb) und Vinyl (LoFi-ähnlicher Effekt) zuständig.
Edit und Effekte
Wer noch etwas tiefer in die Excite Audio Bloom Ensemble Strings einsteigen möchte, kann über den Edit-Button die gleichnamige Sektion aufrufen und hier die mitgelieferten wie auch eigenen Samples bearbeiten und verfremden. Neben dem Schneiden der Samples ermöglicht die Edit-Sektion des Software-Instruments unterschiedliche Wiedergabemodi und Abspielrichtungen, die Beeinflussung von Attack und Release, Pitch sowie dem Panning – also im Grunde alle Basis-Features, die man von einem Software-Sampler erwarten würde.
Im selben Fenster des Software-Instruments lässt sich der Gesamtklang der Ensemble Strings auch mit Effekten anreichern. Neben einem High-Pass- und Low-Pass-Filter (rechts unter „Global“) lässt sich mit den Sektionen MOD(ulation), Delay und Reverb so einiges anstellen. Die Effekte wirken dabei stets auf den gesamten Klang, nicht nur auf die einzelne Samples.
Pro Sektion gibt es jeweils unterschiedliche Effekttypen , so u.a. Chorus, Flanger und Vibrato und MOD, Stereo und Ping-Pong unter Delay sowie Hall, Spring und Plate unter Reverb. Durch einen Klick auf die jeweilige Sektion erweitert sich diese, so dass grundsätzlich noch weitere Parameter zur Beeinflussung der einzelnen Effekte bereitstehen, als im oberen Bild ersichtlich sind.
Klanglich bietet Excite Audio hier eine tolle Auswahl, die sehr praxisnah gestaltet ist und den eingangs erwähnten musikalischen Stilen wie aktuellen Pop- und Indie-Songs oder Ambient-Sounds dienlich ist.
Sequencer
Um die einzelnen Samples und Loops des Software-Instruments Excite Audio Bloom Ensemble Strings in rhythmische Patterns zu verwandeln, bietet das Plug-in einen internen Sequencer. Alle 14 Sound-Slots des Instruments lassen sich auf bis zu 32 Steps verteilen und triggern, dazu gibt es für jeden einzelnen Sound die unterschiedlichsten einstellbaren Parameter. Alles zusammen lässt sich auf den Patterns A bis E speichern, so dass man bis zu fünf komplexe Sequenzen erstellen und über das Haupt-GUI live umschalten kann.
Wie klingen die Bloom Ensemble Strings?
Den Klang der Excite Audio Bloom Ensemble Strings würde ich mit gut bis sehr gut bewerten. Definitiv klingen sie nicht symphonisch orchestral, lassen sich aber abseits der modernen Pop- und Hip Hop-Songs bzw. Sounddesign-Klanglandschaften durchaus für Kammerorchester-artige Tracks nutzen. Es darf und kann hier gerne etwas charakterreicher klingen als bei den klassischen symphonischen Orchester-Librarys. Das zeichnet dieses Software-Instrument am Ende des Tages dann auch aus.
Durch die Effekte, vor allem über durch den integrierten Sequencer, wird man förmlich dazu eingeladen, teils recht ungewöhnliche Kombinationen aus Samples und Loops zu nutzen, so dass am Ende oft sehr inspirierende Klänge herauskommen.
Hier einige Beispiele:
Weitere Klangbeispiele zur Library findet ihr im folgenden Video:
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Einführungspreis bis Ende April – schön das am 6. Mai zu erfahren 🙁
@Spectral Tune Am 26.3 wurde das Plugin in einem Artikel auf Amazona angekündigt 😉
Das GUI ist für mich wirklich unansehnlich. Positiv allerdings ist, dass Bloom Strings nur 500 MB im Download (370 MB Instrument inkl. Patches und ca. 63 MB je Host-Container) braucht. Dadurch kann man den Samples aber auch den „gritty dirt“ anhören. Für den angepeilten Zweck und als Hintergrund Ambient bei dem Preis aber wirklich eine nette Ergänzung. Aber nichts für eine Solo-Spur (vlt. im filmischen Kontext)
Es können auch eigene Samples integriert werden!
Im Grunde reicht die Lite Version zum Anfang aus. Das Upgrade auf die Vollversion kostet dann nur noch die Differenz. Das ist wirklich mehr als OK!
Das PlugIn wird übrigens über Plugin Boutique vertrieben.
Und wer irgendein aktuelles Bloom Produkt auf der Platte hat, bekommt die Vollversion für unter 39 EUR.
Der Sound in den Beispielen erinnert mich ztw. an die Reason Strings von annodazumal …
Das Software Instrument ist ideal für alle Leute, die an Schlafstörungen leiden. Nach 10 Minuten Zuhören befindet sich jeder in der Tiefschlaf-Phase.
Ich finde den Sound für Popmusik und Ambient wirklich gelungen und selbst Filmmusik, die nicht orchestral sein soll, sondern irgendwo zwischen Synthies und Naturinstrumenten schwebt, dürfte damit zu realisieren sein. Wer also sowieso seine Streicher-Samples durch mehr als eine Impulsantwort jagt, braucht keine VSL, sondern bekommt hier garantiert auf elnfachere Art und Weise schöne Texturen, die mehr sind als ein Synthie Sägezahn-Pad mit Filter.
Für den Preis meiner Meinung nach ein Hit.
klingt im ansatz nicht nach lush strings😁
aber pop genau richtig so ich meine.
peter siedla…usw. name kann ich nicht schreiben, orchestral klingt sehr
schön. hier ist das complete anders. kann man excperimentieren damit dann ist das okay.