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Test: Fame Classic III


Test: Fame Classic

In der AMAZONA.de-Testreihe der Fame Gitarren, die exklusiv für den Musicstore Köln produziert werden, geht es dieses Mal um die meistverkaufte E-Gitarre der Welt: Die Stratocaster. Bei Fame trägt sie den Namen Classic III und wird für knapp 400 Euro angeboten. Aus der großen Masse der Stratocaster- Nachbauten hebt sie sich allein schon durch die Tatsache ab, dass sie in Handarbeit gefertigt und komplett mit Markenhardware ausgestattet ist. Weitere Tests zum Thema Fame finden Sie im AMAZONA.de Archiv.

- Fame Classic III -

– Fame Classic III –

Beschreibung
Das Modell Stratocaster wurde 1954 von der Firma Fender auf den Markt gebracht und sorgte durch seine revolutionäre Form und Elektronik für Aufsehen. Als erste in Serie gebaute E-Gitarre mit zwei Cutaways und einer für damalige Zeiten sehr aufwendigen Technik, begeisterte sie durch ihre leichte Bespielbarkeit und Klangvielfalt. Der enorme Erfolg dieses Instruments hat bis heute angehalten: Keine E-Gitarre wurde weltweit so oft gespielt, gehört, verkauft und kopiert wie die Stratocaster.
Als einer von vielen Herstellern bietet auch Fame einen Nachbau dieses „Über-Klassikers“ an. Standardmäßig wird die Classic III in einem soliden Pappkarton mit Imbusschlüssel und steckbarem Tremolohebel ausgeliefert. Der Korpus besteht aus massiver Erle und das Body-Shaping ist im Stil der 50er / 60er Jahre gehalten. Die Armauflage der Korpusoberseite ist abgeflacht und auf der Rückseite befindet sich die gute alte Bierbauchausfräsung. Für den geschraubten, 22-bündigen Hals wird Ahorn verwendet, wobei das Griffbrett auch in Palisanderausführung erhältlich ist. Lackiert ist die Fame Classic III in einem 3-Tone-Sunburst, das auf der Vorder- und Hinterseite des Korpus jeweils von Schwarz über Rot ins Orangegelbe fließt. Das Schlagbrett ist im im Tortoise-Shell-Styl gehalten. In der Standardausführung wird sie in den Farben Sonic Blue, Ivory Cream und Black angeboten.
Bis auf die Brücke stammt jegliche Hardware von dem renommierten Hersteller Schaller. Die Mechaniken aus der bekannten M6-Serie sind verkapselt und verchromt und befinden sich natürlich an der Kopfplatte, die von der Form her schwer an das Original erinnert, aus rechtlichen Gründen allerdings wohl etwas eckiger ausfällt.
Bei den Tonabnehmern wurden drei Schaller S1 Singlecoils verwendet, die über einen 5-Weg-Schalter geregelt werden. Jeder Pickup lässt sich separat aktivieren, für den typischen Strat-Sound kann man den mittleren Tonabnehmer jeweils mit den außen liegenden kombinieren. Zur Lautstärke- und Klangregelung dienen die drei Potis (1 x Volumen, 2 x Tone) unterhalb der Tonabnehmer, welche von dem Schlagbrett gehalten werden. Verdeckt werden die Regler von weißen, in Hutform gehaltenen Knöpfen mit Zahlenkränzen. Aus dem Hause Wilkinson stammt das verchromte Vintage-Style-Tremolo, in das der mitgelieferte Hebel gesteckt werden kann. Auch Wilkinson ist seit Jahrzehnten, genau wie Schaller, ein Inbegriff für gehobene Qualität. Das verwendete Tremolo zeichnet sich dadurch aus, dass es auf der Korpusdecke aufliegt und lediglich ein Herabstimmen der Saiten ermöglicht. Eigentlich müsste diese Vorrichtung Vibrato heißen, da dies der richtige Begriff für Tonhöhenschwankungen ist. Tremolo steht für eine Lautstärkevariation. Zurückzuführen ist diese Verwechselung auf einen Irrtum Leo Fenders bei der Patentanmeldung… ad absurdum wurde diese Fehlterminierung getrieben, als Fender anfing Verstärker zu produzieren, die über einen Tremoloeffekt verfügten, dessen Regler allerdings mit dem Namen Vibrato versehen wurden…

- Massiver Erlekorpus mit Markenhardware -

– Massiver Erlekorpus mit Markenhardware –

Verarbeitung und Technik
Wie jedes Fame Instrument, wird auch die Classic III an der Ostsee in Danzig in Polen von Hand gebaut. Bei den verwendeten europäischen Hölzern soll viel Wert auf die Ablagerung gelegt werden. Dass der Korpus aus massiver Erle gefertigt ist, stellt den ersten gravierenden Unterschied zu den meisten Stratocaster-Kopien in dieser Preiskategorie dar. Üblich ist bei diesen Modellen eher ein Furnier, bei dem häufig auch Speerholz verwendet wird. Die Verarbeitung der Classic III ist sehr ordentlich geraten. Korpus und Hals sind anständig aufeinander abgepasst, jegliche Hardware ist sauber angebracht und verschraubt und auch die Lackierung weißt keine Schmierer auf. Wie schon bei den anderen Fame Gitarren Tests (siehe AMAZONA.de Archiv), imponiert besonders die Verarbeitung des Halses. Sämtliche Bundstäbchen sind präzise eingelassen und vor allen Dingen nicht scharfkantig. Auch die Rückseite lässt sich geschmeidig anfassen und ist frei von Unebenheiten.In Hinblick auf die Hardware, lässt die Classic III ihre Konkurrenz ebenfalls ziemlich alt aussehen. Die Hersteller Schaller und Wilkinson überzeugen in gewohnter Qualität, die man gerade bei Squier und Fender Mexico nicht finden wird.
Die M6 Mechaniken greifen recht sauber und bieten eine relativ ordentliche Stimmsicherheit. Nicht umsonst sind sie seit Jahren der Verkaufsschlager der Firma Schaller.
Das Wilkinson Vintage-Tremolo-System ist richtig anständig verarbeitet und verchromt. Allerdings bringt es Konzept bedingt einige Nachteile mit sich, die von manchen gerade wegen ihres Retro-Charmes geliebt werden. Zum einen ist lediglich ein Herabstimmen der Saiten möglich, zum anderen klappert das Tremolo, wenn es nach der Benutzung wieder auf der Korpus aufschlägt. Bei massivem Einsatz des berühmten Jammerhakens leidet die Stimmstabilität gehörig, empfehlenswert ist daher ein sensibler Umgang mit diesem Effekt.

- Schaller M6 Mechaniken -

– Schaller M6 Mechaniken –

In der Praxis
Gerade auf Grund ihrer einfachen und angenehmen Bespielbarkeit ist die Fender Stratocaster weltweit so erfolgreich. Dieser Punkt trifft auch bei der Fame Classic III zu. Wohl kein Gitarrenhals ist so für jedermann ausgelegt, wie der der Strat – nicht zu breit und nicht zu dick! Wie bisher bei allen von Amazona.de getesteten Fame Instrumenten, ist auch die Classic III absolut bundrein eingestellt und durch eine äußerst niedrige Saitenlage für besonders bequeme Ansprüche ausgelegt (wofür im Übrigen meistens nicht Fame, sondern die Musicstoremitarbeiter verantwortlich sind).
Ebenfalls sehr gut dem Original nachempfunden, ist die recht „weiche“ Saitenspannung, die gerade das Spielen von Bendings erleichtert. Benutzt man zum ersten Mal eine Stratocaster, ist sicherlich der recht saitennahe Volumenpoti gewöhnungsbedürftig. Bei stärkeren Anschlagstechniken kann man schon einmal versehentlich an den Lautstärkeregler geraten und somit sich selbst den Saft abdrehen…Nun aber zu dem erstaunlichsten Teil dieses Tests: Den Tonabnehmern. Wie bei Fame üblich, sind die meisten Gitarren einmal in einer Standardausführung mit durchschnittlich guten Tonabnehmern, und einmal gegen einen Aufpreis von rund 150 Euro mit besseren Pickups und noch edlerer Hardware erhältlich. Die Schaller Tonabnehmer der bisher getesteten Standardmodelle gingen auf jeden Fall über Einsteigeransprüche hinaus, erwiesen sich allerdings auch als einstreuempfindlich und schlecht abgeschirmt. Völlig anders verhält sich da die Standardausführung der Classic Reihe. Die verwendeten Schaller S1 Pickups sind absolut sauber abgeschirmt und nur ganz leicht einstreuempfindlich, was besonders bei günstigen Singlecoils mehr als ungewöhnlich ist.

- Die Rückseite, ebenfalls im 3-Tone-Sunburst -

– Die Rückseite, ebenfalls im 3-Tone-Sunburst –

Wirklich gut und solide ist auch der Klang der Tonabnehmer. Gewohnt percussiv, kurz und drahtig erklingt die Classic III. Natürlich hat man diesen Sound schon tausend Mal gehört, aber er erweist sich halt immer wieder als anpassungs- und durchsetzungsfähig. Der Pickup am Hals klingt wie üblich recht bassreich, das passende Äquivalent bildet hierzu der Brückentonabnehmer mit einem mittigeren Leadsound. Ebenfalls mittenreich verhält sich der dritte Singlecoil, allerdings ist er bassiger als der Brückenpickup. Aber der richtig berühmte Stratocastersound entsteht erst in der Kombination aus Brücken- und Mitteltonabnehmer oder Hals-und Mitteltonabnehmer. An dieser Stelle wird es dann richtig percussiv und man denkt direkt an den Sound von Eric Clapton, Stevie Ray Vaughan oder einfach nur an die verflucht funkigste Tonabnehmereinstellung dieses Planeten…Erhältlich ist die Classic III allerdings auch zum gleichen Preis mit einem Humbucker in Brückenposition. Bei dieser Version wird dann ein Schaller „Golden 50th Pickup“ in Kombination mit zwei S1 Singlecoils verwendet. Für gehobene Ansprüche bietet der Musicstore Köln auch die Classic IV an. Hier werden wahlweise Seymour Duncan oder Häusel Tonabnehmer eingebaut und die Mechaniken kommen aus dem Hause Gotho. Individuelle Farb-, Holz- und Hardwarewünsche können gegen einen Aufpreis auch in Auftrag gegeben werden. Die Fame Gitarre wird dann entsprechend der ganz persönlichen Vorstellung des Kunden gefertigt, was einen äußerst ungewöhnlichen Service in dieser Preisklasse darstellt.
Fazit

Unterm Strich gesehen, ist es Fame mit der Classic III gelungen, sich aus der großen Masse der Stratocaster-Nachbauten deutlich abzuheben. In jeglicher Hinsicht lässt sie die Konkurrenz in dieser Preisklasse schlecht aussehen. Von dem massiven Holzkorpus, über die qualitativ hochwertige Markenhardware bis hin zu den wirklich guten Tonabnehmern ist an der Classic III kein ernsthafter Kritikpunkt zu finden. Wer also nicht unbedingt Fender Mexico oder Squier auf der Kopfplatte stehen haben muss, kann für das gleiche Geld von Fame eine deutlich bessere Stratocaster erhalten.
Plus

++++ Preis- / Leistungsverhältnis
++++ Verarbeitung (Handarbeit!!!)
++++ komplette Markenhardware von Schaller und Wilkinson
++++ gute Tonabnehmer
+++ authentischer Stratocastersound

Minus

– Tremolo klappert (na ja, ist halt Vintage…)

Preis
Straßenpreis: 399 €

Klangbeispiele

  1. Avatar
    Julian Linke

    Dito! Schade nur, dass man nicht mehr über die Humbuckervariante oder die Classic IV erfährt da ich sie vielleicht kaufen will. Naja wenn die III schon so gut zu sein scheint wird die IV wohl eine relativ gute investition sein.

  2. Profilbild
    Mikkele

    Hallo!
    Welcher Schwachmat hat denn bei diesem bericht unter „verarbeitung und techznik“ den unteren Abschnitt verzapt?
    Also, wenn das der Autor ist, dann ist der komplette geschriebene Rest ebenfalls als unbrauchbar zu bewerten, da Person null Plan hat und kein Gitarrist ist.
    „Autor – sechs – setzen.“

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