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Test: Fender American Ultra Luxe Vintage 60s Stratocaster, E-Gitarre

Vintage meets modern in High-Quality!

25. November 2025

Fender Ultra Luxe 60s Strat Aufmacher

Die Fender American Ultra Luxe Vintage 60s Stratocaster vereint 60er-Jahre-Optik mit zeitgemäßer Bespielbarkeit. Ein Hybrid-Instrument für anspruchsvolle Gitarristen, die keine Kompromisse eingehen möchten. Doch rechtfertigt der stolze Preis den „Best-of-Both-Worlds“-Ansatz?

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Kurz & knapp
  • Was ist es? Fender American Ultra Luxe Vintage 60s Stratocaster – High-End-Strat mit 60s-Optik und moderner Ausstattung.
  • Herkunft: Fender USA (Corona, Kalifornien)
  • Besonderheiten: Vintage-Look mit moderner Ergonomie, Ultra-Satin-Hals, optimierte Halsferse, 60s-Style-Design
  • Fazit: Perfekte Symbiose aus Vintage-Vibe und modernem Komfort. Für Puristen zu modern, für Modernisten zu klassisch – für alle dazwischen nahezu ideal.

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Fender Ultra Luxe 60s Strat RW SFG
Fender Ultra Luxe 60s Strat RW SFG Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Das Dilemma der ewigen Wiederkehr

Einen umfassenden Bericht über das erfolgreichste Saiteninstrument der E-Gitarren-Geschichte zu verfassen, käme dem berühmten Eulen-nach-Athen-Tragen gleich. Seit 1954, mittlerweile über 71 Jahre, wurde alles Erdenkliche über die Stratocaster niedergeschrieben, analysiert und diskutiert. Fender steht dabei vor einem unternehmerischen Paradoxon. Selbst der dominanteste Hersteller kann ein Instrument eben nur einmal verkaufen. Die Lösung? Ein kontinuierlicher Strom neuer Variationen, die entweder an die goldenen Erfolgsgeschichten anknüpfen oder, und hier wird es interessant, traditionelle Tugenden mit modernen Lösungsansätzen kombinieren. Die American Ultra Luxe Vintage-’60s Stratocaster gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.

Fender American Ultra Luxe Vintage 60s Stratocaster Vorderseite vor weissem Hintergrund

Fazit vorab: Für wen lohnt sich der Griff zur Fender American Ultra Luxe?

Wer bereit ist, für diese Gitarre über 3.200,- Euro auf den Tresen zu legen, sollte sich seiner Präferenzen sehr bewusst sein. Diese Stratocaster richtet sich an Spieler, die sich an der Schnittstelle zwischen Vintage-Klang und moderner Bespielbarkeit bewegen. Wer ausschließlich die authentische Vintage-Erfahrung sucht, inklusive aller spieltechnischen Einschränkungen, greift besser zur American Vintage II-Serie. Wer hingegen die Ultra II mit ihren geräuschlosen Pickups bevorzugt, findet dort eine konsequentere moderne Lösung. Die Ultra Luxe Vintage dagegen bedient eine spezifische Nische. Gitarristen, die den charakteristischen Single-Coil-Sound der frühen Sechziger schätzen, gleichzeitig aber nicht auf zeitgemäßen Spielkomfort verzichten wollen. Das macht sie nicht zur Universal-Strat, aber für ihre Zielgruppe zur möglicherweise idealen Lösung.

Fender American Ultra Luxe Vintage 60s Stratocaster Rueckseite vor weissem Hintergrund

Vintage-Optik aus der Retorte

Die Fender American Ultra Luxe kombiniert geschickt moderne Detaillösungen mit traditionellen Gestaltungselementen. Ein durchaus interessanter Ansatz, der für Diskussionsstoff sorgen dürfte. Die Grundlage bildet, wie der Name bereits vermuten lässt, die 60er-Ära, jene Phase, in der Fender unter anderem vom One-Piece-Maple-Neck zum Rosewood-Griffbrett überging.

Um dem Vintage-Charakter einen Hauch Relic-Appeal zu verleihen, wurden mehrere Bauteile „auf alt getrimmt“. Der leicht gebeizte Hals nebst Kopfplatte zeigt eine dezent nachgedunkelte Ahornmaserung aus der Retorte. Leider erfolgte die Einfärbung entgegen einer authentischen Alterung völlig gleichmäßig. Man kann hier getrost von einer klassischen Lackierung sprechen, nicht von überzeugender Patina.

Anders verhält es sich beim Korpus. Die Heirloom-Nitro-Lackierung reproduziert die klassischen Haarrisse einer austrocknenden Nitro-Lackierung geschätzter Vintage-Instrumente sehr gut. Das dreiteilige, von elf Schrauben gehaltene Schlagbrett weist in seinen äußeren weißen Schichten eine durchaus überzeugende Vergilbung auf, die sich konsequent in Pickup-Kappen und Poti-Kappen fortsetzt. Auch die Dot-Inlays samt seitlicher Griffbrettmarkierung wurden eingefärbt. Hier setzt Fender erstmals den Evolutionshebel an. Um bei gedämpfter Bühnenbeleuchtung die Bundpositionen sicher zu treffen, wurden Luminlay Side Dots verbaut, die entsprechend nachleuchten. Eine tatsächlich praxisgerechte Detaillösung.

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Moderne Spielbarkeit ohne Vintage-Ballast

Das Shaping am Halsfuß verdient besondere Erwähnung. Die geschnitzte Halsferse der Fender American Ultra Luxe ermöglicht mühelosen Zugang zu den oberen Bünden, ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem althergebrachten Vintage-„Klumpen“. Ab dem 15. Bund macht sich dieser horizontale und vertikale Ansatz deutlich bemerkbar.

Der 10 bis 14 Zoll Compound-Radius erweist sich als Sweetspot für moderne Ansprüche: komfortables Akkordspiel am Sattel, ausreichend Spielraum für Legato-Läufe am anderen Ende. Das Modern-D-Halsprofil fühlt sich vergleichsweise schlank an, bleibt aber weit entfernt von Wizard-Thin-Dimensionen. Mit der geschmeidigen Ultra-Satin-Oberfläche auf der Halsrückseite liegt das Instrument mühelos in der Hand. Die mittleren Jumbo-Bünde aus Edelstahl sind tadellos abgerichtet.

Was allerdings verwundert: Fender verzichtete auf einen zweiten String-Tree für die G-Saite. Durch den flachen Winkel zur Stimmmechanik entsteht nur geringer Anpressdruck am Sattel. Bei energischem Spiel oder ausgiebigem Vibrato-Einsatz kann die G-Saite durchaus aus ihrer Kerbe springen. Immerhin kompensiert Fender dies mit Locking-Mechaniken für maximale Stimmstabilität. Das 2-Point-Synchronized-Deluxe-Vibratosystem zeigt sich erfreulich stabil und lässt sich auch durch beherzten Missbrauch nicht aus der Ruhe bringen.

Fender American Ultra Luxe Vintage '60s S1 Switch Detailansicht

Pickups: Vintage-Sound mit durchdachten Erweiterungen

Gleich mehrere „Vintage-Meets-Modern“-Kombinationen finden sich im Pickup-Bereich. Die drei Pure Vintage ’61 Single-Coil Strat Pickups verfügen über abgerundete Magnetränder, die keine kosmetische Spielerei darstellen. Scharfe Kanten an Stabmagneten können Oberflächenfelder leicht verzerren und das Magnetfeld an den Polen minimal konzentrieren oder ungleichmäßig verteilen. Das Anrunden der Magnetränder glättet eventuelle magnetische Feldspitzen, wodurch ein geringfügig weicherer Attack entsteht.

Fender entschied sich bewusst gegen die geräuschlosen Tonabnehmer der Ultra II-Serie zugunsten der Pure Vintage ’61 Single-Coils. Diese Entscheidung hat Konsequenzen: Man erhält den authentischen Strat-Sound mit all seinen dynamischen Qualitäten, inklusive des charakteristischen Brummens. Ein Kompromiss, den man kennen sollte.

Der S-1-Switch: Nützlich, aber umständlich

Fender adressiert mit der Fender American Ultra Luxe Vintage ’60s Stratocaster ein „Problem“, das viele Strat-Spieler nachträglich via Mini-Switch gelöst haben. Die Kombination des Bridge-Pickups mit dem Neck-Pickup, die in der Original-Schaltung nicht vorgesehen ist. Der S-1-Switch, ein versenkter Druckschalter im Volume-Regler, schaltet den Neck-Pickup in den Positionen 4 und 5 zum Bridge- respektive mittleren Pickup hinzu.

Leider hatte sich der Schalter bei Werksauslieferung verklemmt und verweigerte anfänglich seinen Dienst. Nach kurzer Nachjustierung lief alles rund. In der Praxis erfordert der S-1-Switch einen festen Druck zur Aktivierung und sinkt dabei so tief in die Steuerung ein, dass präzises Fingerspitzengefühl nötig wird. Versehentliche Aktivierung ist ausgeschlossen. Der Nachteil: Unter Live-Bedingungen könnte die Deaktivierung zur Fummelei werden.

Die zusätzlichen Sounds durch den S-1-Switch erweisen sich als durchaus nützlich. Der Neck-Pickup in Position 1 zähmt den Bridge-Tonabnehmer bei härteren Sounds, bewegt ihn näher an Humbucker-Territorium, jedoch ohne deren Kompression. In Position 2 empfinde ich den Zusatz als weniger gewinnbringend. Der charakteristische Mittencharakter wird abgemildert, auch wenn manche diesen weicheren Sound als Alternative zu Position 5 schätzen mögen.

Fender American Ultra Luxe Vintage '60s Kopfplatte vor Amps

Verarbeitung und Praxis

Bei einem Instrument dieser Preisklasse gibt es keinen Spielraum für Nachsicht bezüglich der Verarbeitungsqualität. Glücklicherweise ist keine erforderlich. Die Fender Deluxe Locking Tuners funktionieren präzise, die Bundierung ist makellos. Persönlich würde ich eine Truss-Rod-Justierung via Rad an der Halsbasis bevorzugen, wie zum Beispiel bei den älteren Elite Strats, doch Fender entschied sich für den Inbusschlüssel am Sattel.

Der gummierte Volume-Regler mit seiner griffigen Textur macht Lautstärke-Swells zum Kinderspiel. Das Testexemplar kam mit einer etwas zu niedrigen Saitenlage, was zu übermäßigem Schnarren führte. Problemlos zu beheben, aber bei diesem Preisniveau sollte das Setup ab Werk perfekt sein.

Klangliche Einordnung

Die Pure Vintage ’61 Pickups liefern genau das, was ihre Bezeichnung verspricht, authentischen Strat-Sound der frühen Sechziger. Über einen Röhrenverstärker entfaltet sich jene charakteristische Mischung aus Klarheit und Dynamik, die Stratocasters zum bevorzugten Werkzeug unzähliger Gitarristen gemacht hat. Der scooped Sound und die dynamische Ansprache erzeugen ein klassisches, geradezu süchtig machendes Spielerlebnis.

Der Kompromiss liegt im Verzicht auf Noiseless-Technologie. Wer in höheren Gain-Bereichen arbeitet oder in brummlastigen Umgebungen spielt, wird das charakteristische Single-Coil-Rauschen zur Kenntnis nehmen müssen. Geräuschlose Tonabnehmer klingen zwar nicht ganz so „straty“ wie traditionelle Pickups, behalten aber das Stratocaster-Feeling mit modernem Touch und deutlich weniger Rauschen. Hier gilt es abzuwägen, maximale Authentizität versus praktische Erwägungen.

Preisfrage und Zielgruppe

Das offensichtliche Thema der Fender American Ultra Luxe ist der Preis. Mit deutlich über 3.200,-Euro positioniert sich die Ultra Luxe Vintage oberhalb der American Ultra II-Serie. Man zahlt einen Aufpreis für den Vintage-Look, die Nitro-Lackierung und die Pure-Vintage-Pickups. Als High-End-Instrument mit stolzem Preis wird hier viel erwartet und die Ultra Luxe erfüllt diese Erwartungen weitgehend.

Die Frage lautet nicht, ob dies eine qualitativ hochwertige Gitarre ist, das ist sie zweifellos. Die Frage lautet, ob sie die richtige Gitarre für den individuellen Bedarf darstellt. Wer ausschließlich Vintage-Purismus sucht, findet bei der American Vintage II eine konsequentere Lösung zu geringerem Preis. Wer moderne Features priorisiert, ist mit der Ultra II besser bedient. Die Ultra Luxe Vintage bedient den Zwischenraum. Spieler, die den klassischen Strat-Sound schätzen, aber auf zeitgemäße Spielbarkeit nicht verzichten möchten.

Fender American Ultra Luxe Vintage '60s im Studio vor Amps

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Fazit

Die Fender American Ultra Luxe Vintage ’60s Stratocaster ist kein Instrument für jedermann. Sie ist ein spezialisiertes Werkzeug für eine spezifische Zielgruppe. Für Spieler an der Schnittstelle zwischen Vintage-Ton und moderner Spielbarkeit lässt sich kaum eine besser geeignete Gitarre vorstellen. Die Spielbarkeit erlaubt es, das kreative Potenzial der Stratocaster tiefer auszuschöpfen, möglicherweise auf neue Weise, mit einem Klang, der tief in ihrer Historie verwurzelt ist.

Die Kombination funktioniert. Das Modern-D-Profil, der Compound-Radius und die geschnitzte Halsferse ermöglichen zeitgemäßen Spielkomfort. Die Pure Vintage ’61 Pickups liefern authentischen 60er-Sound. Die Heirloom-Lackierung gibt dem Instrument visuellen Charakter ohne aufdringliches Relic-Gehabe. Der S-1-Switch erweitert die klanglichen Möglichkeiten sinnvoll, auch wenn seine Bedienung optimierbar wäre.

Kritikpunkte bleiben: der fehlende zweite String Tree, das werkseitig nicht perfekte Setup, der umständliche S-1-Switch. Und natürlich der Preis, der diese Gitarre zu einer Investitionsentscheidung macht. Doch wer zur anvisierten Zielgruppe gehört, wird in der American Ultra Luxe Vintage ’60s Stratocaster ein Instrument finden, das beide Welten überzeugend miteinander verschmilzt. Ob sich das finanziell rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden. Die stundenlangen Spielsessions, die wie Minuten verfliegen, sprechen allerdings eine deutliche Sprache.

Die Klangbeispiele wurden mit einem Hughes & Kettner Triamp, einer 80s Marshall 412 mit Celestion 12-60 und einem Heil 31-PR Mikrofon eingespielt.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Vintage Ansatz

Minus

  • S1 Schalter etwas fummelig
  • hoher Preis

Preis

  • 3.249,- Euro
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Fender Ultra Luxe 60s Strat RW SFG Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
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