Test: Fender InEar FXA5, FXA6, FXA7

Fender präsentiert die InEar Hörer FXA5, FXA6 und FXA7 wie Kunstobjekte

Bisher sind uns zahlreiche neue Begrifflichkeiten begegnet, mit denen das Marketing die Vorteile der Fender InEar-Schallwandler anpreist. Auch bei der Verpackung hat man in die Vollen gegriffen. Alle drei Variationen werden in der Verpackung wie Kunstobjekte auf einem Sockel präsentiert. Die Hörer sind mit kleinen transparenten „Gummiringen“ einzeln auf ebenfalls transparenten Haltern befestigt, die die beiden InEar-Hörer regelrecht zur Schau stellen. Was für ein Auftritt!

Fender

So werden die Hörer präsentiert

 

Der durchsichtige Kunststoffdeckel der Verpackung ermöglicht zudem einen rundum Blick auf das „Objekt der Begierde“. Im undurchsichtigen schwarzen Sockel sind das komplette Zubehör und die Begleitunterlagen untergebracht. Beim FXA7 ist das ein stabiles Transport-Case mit folgendem Inhalt: steckbarer Klinkenadapter, Set mit Ohrpolstern, Reinigungs-Tool, zwei Gehörschutzstöpsel und ein schwarzes Aufbewahrungsbeutelchen. In gedruckter Form kommen der Quickstart-Guide sowie eine Einladung zu Online-Lessons auf play.fender.com (30 Tage Free Trial). Bei den anderen Hörern fallen zum Beispiel die Gehörschutzstöpsel weg.

Fender Hörer

Edle Verpackung – wie in einer Ausstellung

 

Nachdem die Hörer aus ihren Halterungen befreit sind und die Sockel ihre Schätze freigegeben haben, müssen zunächst die passenden Ohrpolster angebracht werden. Alle Hörer haben unterschiedliche Größen im Gepäck. Das ist auch gut so, denn hier sollte auf jeden Fall experimentiert werden, bis die passende Lösung gefunden ist.

Die Ohrpolster entscheiden nicht nur über den Tragekomfort. Besonders die Isolation nach außen und beim richtigen Sitz des Hörers im Ohrkanal auch die Basswiedergabe, werden erheblich beeinflusst.

Die Kabel der Fender InEar-Hörer FXA5, FXA6, FXA7

Wie wir schon beschrieben haben, sind die InEar-Hörer von der Formgebung und von den Anschlusskabeln absolut identisch.

Die schwarzen Kabel sind dünn und verdrillt. An den Endstücken für die Transmitter sitzen Stereo-Winkelstecker mit vergoldeten Kontakten. Selbstverständlich sind die Kabel abnehmbar, was im Falle von Komplikationen in diesen Bereichen einen schnellen Austausch ermöglicht. An den Endstücken (mit MMCX-Steckverbindungen), die mit ihren beweglichen Enden in die InEar-Hörer gesteckt werden, finden sich rechteckige Verstärkungen. Auch mit feuchten Fingern kann so der Stecker herausgezogen werden. Kleine Farbmarkierungen – blau für links und dunkelrot für rechts – geben Hinweise, für die richtigen Positionen, wenngleich die Form der Hörer ein Vertauschen der Seiten eher unwahrscheinlich macht.

Fender

Die Kabel sind natürlich abnehmbar

 

Die ersten Zentimeter der Kabel sind verstärkt und biegsam ausgeführt, sodass diese Bereiche als Zugentlastung perfekt hinter den Ohren entlang geführt werden können. Die Verstärkung sorgt zusätzlich für guten Halt. Im Nacken werden die Kabel zu einer Einheit zusammengeführt. Mit einer transparenten und verschiebbaren Hülse lässt sich das Ganze dann prima am Hinterkopf zusammenführen, so ist auch bei äußerst aktiven Bühnenshows sicherer Halt gegeben. Die Länge der Kabel ist auf jeden Fall ausreichend, um sie bei Bedarf unter der Kleidung verschwinden zu lassen.

Hörtest der Fender InEar-Hörer

Für den ersten Hörtest greife ich zu gut produzierten Original-CDs, die mit einem CD-Player abgespielt werden. Das Album „On Every Street“ von den Dire Straits ist hervorragend produziert und geht als erste Referenz an den Start. Mit dem Titel „When it Comes to You“ dreht sich der Silberling im CD-Player.

Der Fender Hörer FXA7 bringt eine sehr gute räumliche Auflösung mit exzellenter Tiefenstaffelung, knackigen, satten Bässen und kristallklarem Sound. Beim FXA6 scheint mir die Stimme noch eine Spur direkter zu sein. Und beim FXA5 erlebe ich die erste Überraschung. Dieser Fender InEar-Hörer ist deutlich lauter als die beiden anderen. Die Stimme wirkt in diesem System noch eine Spur präsenter aber auch schon ein wenig harsch. Zurück zum FXA6 wird es direkt erheblich leiser. Auch der Sound ist jetzt wieder ausgewogener, runder, einfach klanglich schöner. Mit dem FXA7 wird es noch eine Spur transparenter und gleichzeitig sehr räumlich.

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Genau hingucken: Auf dem unteren Stecker ist ein L für links sichtbar

 

Die von Fender besonders hervorgehobene Passform trifft auf meine Ohren ohne wenn und aber zu. Die Hörer sitzen gut im Ohr, dennoch muss ich gelegentlich nachdrücken, damit auch wirklich die Außengeräusche eliminiert werden und die Basswiedergabe stimmig ist. Nur wenn die Hörer richtig sitzen, können sie ihren optimalen Klang liefern.

Mit dem Klassiker „School“ von Supertramp aus dem Album „Crime of the Century“ werden die zuvor festgestellten Höreindrücke untermauert. Der Fender FXA5 InEar-Hörer ist wieder einmal massiv lauter als seine Kollegen aus demselben Stall. Diese Tatsache zeichnet sich auch ab, als Anne Haigis mit dem Titel „Kind der Sterne“ aus dem Album „Indigo“ über die drei Testkandidaten zu hören ist.

Bis auf den Lautstärkeunterschied beim FXA5 bieten die drei Fender Hörer unterm Strich eine gute bis sehr gute Räumlichkeit, unterscheiden sich aber letztendlich in klanglichen Nuancen. Hier fällt die Betonung verschiedener Frequenzbereiche auf. Das will ich genauer wissen!

Klangtest mit E-Gitarre und Pocket Amp

Meine Fender Strat kommt nun zum Einsatz. In Kombination mit dem Palmer Pocket Amp MK2. Diesen Vorverstärker kann ich übrigens bestens empfehlen. Er liefert eine Vielzahl an hervorragenden Gitarrensounds.

Die erste Einstellung ist Vintage Clean, Treble und Bass sind in 12 Uhr Position, Gain steht auf 9.30 Uhr. An der Strat stelle ich den PU-Wahlschalter auf die Zwischenposition Mitte/Steg.

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Gute, vergoldete Steckverbinder

 

Sozusagen als Referenz starte ich mit dem FXA6. Der Sound ist wunderbar offen, brillant und zahlreiche Produktionen bekannter Musiker schießen mir direkt durch den Kopf. Beim Einsatz der goldenen Hörer (FXA7) wird es noch einmal knackiger, die Strat schimmert mit glockigem Klang. Wie zu erwarten macht der FXA5 zunächst als lauter Geselle auf sich aufmerksam – hier ist es dann auch schnell angebracht, die Lautstärke zurückzufahren.

Der Pocket Amp wird umgestellt, US Crunch kommt jetzt zum Einsatz. Als PU wähle ich die Hals-Variante. Beim FXA7 wird es breiter, plastischer als beim Einsatz des FXA6. Mit dem FXA5 ist es mir absolut zu laut. Hier hilft wieder einmal der beherzte Griff an den Lautstärkeregler des Pocket Amps. Andererseits kling die Strat mit diesen Hörern und mit diesem Sound echt geil. Die Betonung der Mitten, die mit beim Gesang zu viel des Guten war, ist hier goldrichtig.

Für alle Fans von High-Gain-Sounds habe ich ebenfalls die passende Antwort. Zumindest, was diesen Sound mit Benutzung der Strat anbelangt. In diesem Genre macht der FXA5 die mit Abstand beste Figur. Der FXA6 ist hierbei ein guter Kompromiss und der FXA7 ist mir dann mit dem vielen Top-End doch etwas zu knackig für diesen speziellen Gitarrensound.

Keiner der drei InEar-Hörer schafft also alle Disziplinen gleichermaßen gut. Die Art der zum Einsatz kommenden Gitarrensounds könnte also bei der Kaufentscheidung ebenfalls ein gutes Auswahlkriterium sein.

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Fender InEar FXA7

Fender InEar-Hörer auf der Bühne

Natürlich ist es immer sinnvoll, bei leiser Umgebung und mit passender Musik die drei Hörer miteinander zu vergleichen. Das ist auch ein erster Schritt, um Details herauszustellen oder Unterschiede zu benennen, die bei einer Live-Performance auf der Bühne nicht so einfach realisierbar sind. Man stelle sich vor, während eines Gigs dauernd die InEar-Hörer zu wechseln. Das ist nicht nur nicht machbar, eine Band spielt schließlich nicht dieselben Stücke dreimal hintereinander. Und selbst bei einer Bandprobe würde dieses Wechsel-Szenario die Geduld der Bandkollegen höchstwahrscheinlich überproportional belasten. Dennoch ist es wichtig, mit InEar-Hörern die klangliche und praktische Erfahrung von Live-Auftritten zu machen. In diesem Umfeld spielen neben dem Sound auch auf ganz andere Dinge eine erhebliche Rolle.

Tragen sich die Hörer auch bei längeren Sessions noch bequem? Wie ist das mit dem Halt in den Ohren, wenn man nach drei Stunden Show verschwitzt ist? Lassen sich die eckigen Stecker auch bei Nässe gut greifen und warum sollte ich hier überhaupt Hand anlegen? Schirmen die Hörer Außengeräusche nach langem Tragen immer noch gut ab, wie ist der Sound und sind EQ-Einstellungen notwendig?

Diese Fragen lassen sich im Rahmen dieses Testberichts nicht so einfach beantworten. Hier kann nur ein Dauertest über mehrere Liveshows hinweg zur sachlichen Beantwortung dieser Fragen dienen. Meine Vorstellung ist es, mit den drei Fender InEar-Hörern einen Langzeittest zu wagen. Das hängt allerdings auch von Fender UK ab, die mit diese Hörer freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben – Vielen Dank schon jetzt dafür.

Fazit

Es gibt hier kein Falsch und kein Richtig. Der Klangeindruck der Fender InEar-Hörer FXA5, FXA6 und FXA7 ist erheblich von der Art der Musik abhängig und natürlich von den Erwartungen des Anwenders. Als Zusammenfassung kann ich sagen, der FXA5 ist sehr laut und betont einen bestimmten Bereich der Mitten, was auf Bühnen von großem Vorteil sein kann. Mit dem FXA6 ist Fender ein guter Kompromiss gelungen, was den Einsatz bei allen möglichen Klangvariationen und Sounds betrifft. Der FXA7 ist das Top Modell der drei und vom Klang hervorragend. Er zeichnet sehr räumlich, sehr fein und hoch auflösend. Dieser InEar-Hörer wäre sogar eine denkbare Alternative für Hi-Fi-Puristen.

Guten Sound mit satten Bässen und kristallklaren Höhen bieten alle drei Systeme. Die Unterschiede im Klang ergeben sich durch den Einsatz unterschiedlicher Treiber. Die mitgelieferten Ausstattungen sind praxisgerecht. Abnehmbare Kabel und biegsame Kabelversteifungen an den Endstücken für guten Sitz sind weitere Pluspunkte. Im Falle eines Werkstattaufenthaltes lassen sich die Gehäuse aufschrauben. Mein Favorit dieses Trios ist der FXA6. Nicht nur wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Ich brauche bei meiner Live-Musik einen InEar-Hörer, der sehr unterschiedliche Disziplinen meistert. Klang ist aber immer auch individueller Geschmack – so hilft nur eins, selber antesten.

Plus

  • detailreicher Klang
  • Räumlichkeit
  • satte Bässe
  • abnehmbare Kabel
  • Zubehör

Minus

  • FXA6 etwas harsch bei Gesang

Preis

  • Fender FXA5 Pro Silver: 229,- Euro
  • Fender FXA6 Pro Red: 279,- Euro
  • Fender FXA7 Pro Gold: 359,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Man wundert sich doch immer wieder was so eine einzige Firma alles zustande bringt an völlig verschiedenen Produkte. Ganz extrem finde ich macht es Arturia, die sind ja sehr unterschiedlich aufgestellt.

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        AMAZONA Archiv

        Nein, Arturia ist meiner Meinung nach genial. Die Qualität ist spitze. Fender dagegen verzettelt sich und versucht sein Glück auch in der billigsten Sparte, was dazu führt dass der Name Fender nicht immer gleich höchste Qualität bedeutet. Zum Beispiel bei ihren komischen modeling Amps, sieht gut aus, erinnert mich an die geilen Fenderamps von früher und klingt wie geschi…. n. Marshall macht den Quatsch auch, mit Code, und klingt wie der Name vermuten lässt, einfach schei….se

  2. Profilbild
    Beatmaster

    Habt ihr das nicht was verwechselt? Soweit mir bekannt ist handelt es sich beim FXA5 nicht um einen Hybriden, sondern um ein reines 2BA Setup – deshalb auch die höhere Lautstärke im Vergleich zu einem dynamischen bzw hybriden IE!

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      p.ludl  RED

      Ja, hab mich durch die Website von Fender in die irre leiten lassen. Das schreiben sie: HYBRID-TREIBER

      Ein Dual Balanced Armature Array ist vergleichbar…

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