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Test: Fender Mustang III V2 Gitarrenverstärker

Viel Mustang für kleine Budgets

3. September 2013

Fenders Modeling-Amp Serie Mustang hat sich in den vergangenen Jahren einige Lorbeeren verdient und das besonders unter Anfängern und solchen, die es werden wollen. Zu einem relativ günstigen Preis gibt es vom „Brüllwürfel“ bis zur „Wattschleuder“ im Headformat alles, und in jedem Modell stecken unzählige Ampsimulationen, Effekte und andere kleine Features. Nun wurde die Serie ein weiteres Mal überarbeitet und um das eine oder andere Schmankerl erweitert. Wir haben den brandneuen Fender Mustang III Version 2 in die Finger bekommen und wollen mal schauen, was der Frischling so kann.

Test: Fender Mustang III V2 Gitarrenverstärker

Test: Fender Mustang III V2 Gitarrenverstärker

Verarbeitung & Konstruktion des Fender Mustang III V2

Der Fender Mustang III ist die Mittelklasse unter den Modeling-Combos von Fender und daher mit einer Abmessung von 45 x 52 x 27 cm (HBT) und einem Gewicht von knapp 16 kg nicht gerade kompakt, aber noch bedingt mobil. Das Gehäuse wurde vermutlich aus Pressspan gefertigt und rundherum mit schwarzem Kunststoff überzogen. Jedoch sind die Ecken nicht weiter verstärkt, allzu viel mechanischem Stress sollte man den Amp also nicht aussetzten. Auf der Oberseite befindet sich ein Griff aus Kunststoff für den erleichterten Transport des Amps. Die Frontabdeckung des Speakers orientiert sich in einer Symphonie aus silbergrauem Gewebe an den Urahnen der Sechziger und Siebziger und natürlich darf da der typische Fender-Schriftzug in der Ecke nicht fehlen.

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Die Rückseite des Amps ist geöffnet, was einen Blick auf den 12“ Celestion G12T-100 Speaker zulässt, welcher die 100 Watt Ausgangsleistung des Fender Mustang III in Klang verwandelt. Darüber finden sich neben dem An/Aus-Schalter die rückseitigen Anschlüsse. Neu ist bei der Version 2 der zweikanalige XLR-Ausgang mit Ground-Lift, der zwischen dem Effekt-Loop und den Fußschalterbuchsen platziert wurde. Über Letztere kann entweder der mitgelieferte 2-Knopf Fußschalter und/oder ein optionaler Vierknopftreter angeschlossen werden.

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— Anschlüsse sind reichlich vorhanden und die Aussicht auf den Speaker ist auch gut —

Das Bedienpanel befindet sich auf der Oberseite des Amps und bietet einen Kanal mit den üblichen Parametern wie Gain, Volume, Treble, Middle, Bass, Reverb und einem Master-Poti. Die wirkliche Magie findet aber nebenan statt: Über ein Jog-Dial kann man, unterstützt von einem großen Display, durch insgesamt 99 Presets scrollen und diese editieren. Dafür stehen achtzehn Verstärkersimulationen, sieben Stompboxes, elf Modulations-, neun Delay- und zehn Reverb-Effekte zur Verfügung, die mit einem einfachen Knopfdruck auf den dazugehörigen Softbutton aufgerufen und über das Jog-Dial bearbeitet werden können. Daneben kann man sich auch eine Schnellauswahl an Presets zusammenstellen, Einstellungen speichern, das Tempo der Effekte anpassen und das eingebaute Stimmgerät aktivieren.

Die Qualität der Knöpfe und Potis ist ausreichend gut, lässt aber keinen Zweifel daran, dass der Fender Mustang III V2 nicht unbedingt für den Touralltag konzipiert wurde.

Rechts außen finden wir, neben einem Aux-In und einem Kopfhörerausgang mit Speakersimulation, auch einen USB–Anschluss. Der dient nicht nur den Firmware-Updates, sondern macht den Amp mit der mitgelieferten Fender-Version von Ableton Live Lite auch zum Audiointerface. Daneben kann auch mit der Software AmpliTube und dem Fuse Editor tiefer in den Speichern des Amps herumgeforscht werden und Parameter oder Effekte lassen sich bequem vom Computer aus ändern und kontrollieren. Beim Mustang III V2 hat Fender ganz klar auf Vielseitigkeit gesetzt, was die möglichen Sounds und auch die Anschlüsse des Amps betrifft. Mit Effektschleife, XLR -Ausgängen, Fußschalter und umfangreichen Softwarepaket ist der kleine Combo auch wirklich gut ausgestattet. Bei einem Preis von nicht einmal 300,- Euro ist das beinahe schon beeindruckend! Hauptaufgabe eines Verstärkers ist es jedoch, gut zu klingen, also Gitarre dran und losgelegt.

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— Blick ins Herz des Mustang III —

Klang & Bedienung des Fender AMPs

Wie schon erwähnt, spielt die Musik beim Fender Mustang III V2 eigentlich im Preset-Bereich rund um das Jog-Wheel. Von dieser Kommandozentrale wird alles, was der Amp zu bieten hat angesteuert, indem man sich zur gewünschten Position im Menü vordreht. Möchte man Änderungen vornehmen, geht das über die zugewiesenen Softbuttons AMP, STOMP, MOD, DELAY und REVERB. Parameter in den gewählten Effekten lassen sich dann über Drücken und Drehen des Jogwheels einstellen. Einige Effekte, wie etwa der Pitchshifter oder das Wah-Wah, lassen sich nur über ein optionales Expression-Pedal nutzen. Für schnelle Anpassungen des Klangs können die üblichen Potis wie Gain oder der Equalizer genutzt werden. Diese haben, bis auf Ausnahme des Masterreglers, erst dann Einfluss auf das jeweilige Preset, wenn sie bewegt werden.

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— Klassisch anmutende Potis dürfen auch bei einem Fender Modeling-Verstärker nicht fehlen —

Unter den gebotenen Verstärkersimulationen sind neben einigen Klassikern des Hauses Fender auch eine Reihe anderer Evergreens aus Großbritannien und den USA vertreten, was so ziemlich alle gängigen Stile abdeckt. Vor allem Vintage-Modelle sind überproportional vertreten und auch in der Effektsektion kommt man auf seine Kosten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Flanger, Delay oder Tremolo reihen sich auch AutoWah Effekte, ein Pitchshifter sowie ein Harmonizer in das Portfolio des Mustang ein. Neben der Verstärkersimulation können eine Stompbox, ein Modulationseffekt, ein Delay-Effekt (auch in stereo) und ein Reverb-Typ auf den Sound gelegt werden.

In den meisten der voreingestellten Presets kommen dann auch mehrere Effekte gleichzeitig zum Tragen, was bisweilen ein wenig überladen klingt. Bei der Nutzung mehrerer Effekte ist aber leider auch eine deutliche Latenz zu spüren, was sich besonders bei dem Harmonizer und dem Pitchshifter bemerkbar macht. Das sollte meiner Meinung nach bei digitalen Effektprozessoren heute nicht mehr passieren, auch wenn sie sich im unteren Preissegment bewegen. Dadurch leidet das Spielgefühl dann doch etwas. Schade, denn der Grundklang kann sich eigentlich hören lassen.

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— Mit dem passenden Fußschalter kann man bequem durch die Presets zappen —

Auch wenn die Auswahl an cleanen Verstärkermodellen etwas dürftig ist, gibt es ein paar wirklich nette Crunch- und High-Gain-Amps unter den Simulationen. Insgesamt klingen sie aber durch die Bank weg ein wenig schrill und höhenlastig und nicht alle Presets können dabei wirklich überzeugen, da sie oft etwas extrem ausfallen und, wie bereits erwähnt, ziemlich effektüberladen ausfallen. Diese lassen sich aber auf Wunsch auch schnell und unkompliziert deaktivieren und auch die Klangregelung über die klassischen Potis ist effektiv und gut zu gebrauchen.

Beim Master-Volume ist allerdings Vorsicht angebracht, denn hier geht es zwischen null und fünf so richtig zur Sache, sodass man mit Fingerspitzengefühl agieren sollte, wenn man nicht gleich den Großteil der versprochenen 100 Watt Ausgangsleistung auf den Trommelfellen haben möchte. Da stellt sich natürlich auch die Frage, ob so viel geballte Power überhaupt für einen solchen Verstärker notwendig ist oder es sich letztendlich um eine vorgeschobenes Kaufargument handelt. Mehr muss nicht immer besser sein und ein bisschen weniger Power hätte es sicherlich auch getan. Aufgrund der kompakteren Abmessungen und dem ganzen Layout und des Steuerungsmenüs glaubt man auch nicht wirklich, dass der Fender Mustang III V2 auf größeren Konzerten zum Einsatz kommen würde.

Zum Glück gibt es ja auch einen Kopfhöreranschluss, der den Amp auch in den eigenen vier Wänden zum guten Übungsamp macht. Die Bedienung ist im Grunde sehr komfortabel und komplett intuitiv, allerdings startet der Verstärker immer auf dem ersten Speicherplatz, wenn man ihn wieder anschaltet und auch ist es ein wenig anstrengend, dass es zwischen den einzelnen Presets ziemliche Lautstärkeunterschiede gibt. Schön wäre es auch, die Potis für die Parametereinstellungen der einzelnen Effekte nutzen zu können, aber das sind eher Kleinigkeiten und das Gesamtpaket macht auch so eine ganz gute Figur.

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— Kein Fender ohne den obligatorischen Schriftzug —

Die Klangbeispiele wurden mit einer PRS SE Custom 24 über ein Shure SM57 bzw. über den XLR-Ausgang des Verstärkers mit einem Tascam US-144 in Ableton Live aufgenommen.

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Fazit

Viel Leistung, eine gute Ausstattung und die ganze Welt des Modelings zu einem klitzekleinen Preis. Sieht man sich das Rezept des Fender Mustang III V2 so an, möchte man auf einen echten Kassenschlager wetten. Das ist im Großen und Ganzen auch berechtigt, denn mit allen erdenklichen Anschlüssen und kleinen Extras ist dieser Verstärker auf so ziemlich alles vorbereitet was, zumindest seine Zielgruppe, ihm abverlangen könnte.

Aber der Fender Mustang III V2 hat auch seine Schattenseiten. Die Klangqualität kann nicht bei allen Amp-Modellen überzeugen und den wenigen, die mit einem cleanen Sound aufwarten können, fehlt es doch ein wenig an Charakter. Betrachtet man ihn aber als potenziellen Begleiter von Anfängern, als Übungsamp oder für den Proberaum bei hohem Bedarf an Klangvielfalt, macht das Preis-Leistungs-Verhältnis fast alle Schwächen wett und sichert dem Amp einen fetten Daumen nach oben!

Plus

  • Austattung
  • Bedienung
  • Preis

Minus

  • wenige Cleansounds
  • viele Presets nicht wirklich brauchbar

Preis

  • UVP: 391,- Euro
  • Straßenpreis: 298,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla RED

    Hallo,

    schöner Test! Ich besitze ein Mustang Floor Board und wollte es vor allem als Alternative zu den üblichen Fußtretern vor meinem Röhrenamp nutzen, ab und zu aber auch mal, wenn es schnell gehen muss und kein Platz da ist, als Amp-Ersatz. Die Einschätzung zu den Presets teile ich. Wenige, gute Clean Sounds. Alles sehr mit Effekten überladen (aber das kennt man ja). Vor einem Amp spielt das Teil dann auch vernünftig, aber über eine PA…..da will es dann doch nicht so recht klingen. Jetzt hat man beim Amp natürlich den Vorteil, dass man mal eben ein Mikro davor stellen kann. Ansonsten sind das Floorboard und der Amp ja identisch. Ich würde also eher zum Amp greifen, wenn ich als Einsteiger einen soliden Amp suche. Anders herum wird man aber schnell das Bedürfnis haben, seine Gitarre auch mal als solche zu hören. Hier liegt nach wie vor das Problem des Modelling: alles klingt gleich und zu glatt gebügelt. Der rotzige Sound eines Röhrenverstärkers passt halt nach wie vor nicht in einen DSP. Wer hier den Fender-Sound erwartet, liegt definitiv falsch.

    Ich würde Einsteigern grundsätzlich raten, auf einen kleinen Röhren-Amp zu setzen. Bei Ebay gibt es immer wieder gute Angebote. Wer mal einen Fender Champ 12 in Aktion erlebt hat, der wird sich den Mustang nicht mehr kaufen wollen. Dann noch ein amtliches Distortion-Pedal dazu oder einen Booster und ab geht’s. Alternativen finden sich bei günstigeren Herstellern ebenso, manchmal sogar nicht viel teurer als die Modelling Geschichten. Man sollte sich eben von den vielen Effekten nicht blenden lassen. Die stören beim Üben sowieso nur.

    • Profilbild
      Purzel

      Also ich benutze auch am liebsten meinen Vox Nighttrain 50, aber um am Computer zu üben, sprich kleine Aufnahmen erstellen usw, ist das Teil einfach klasse. Die Steuerung des Amps über die mitgelieferte Software ist easy und selbsterklärend, und wenn man die Effekte etwas zurück nimmt oder ganz abschaltet sind die Sounds absolut brauchbar. Für Anfänger und auch für Fortgeschrittene zu empfehlen, bei dem Preis kann man da nix falsch machen.

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