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Test: Fender Quantum LT 16, Audiointerface

Starke Preamps und niedrige Latenz

1. Juni 2026
fender lt 16 audiointerface test

Test: Fender Quantum LT16, Audiointerface

Das Fender Quantum LT 16 Audiointerface im AMAZONA-Test. Dass Presonus von Fender übernommen wurde, ist vielen in der Audio-Community wohl erst aufgefallen, nachdem Fender 2025 angefangen hatte, die Produkte unter eigenem Namen weiterzuführen. Dabei ist Presonus schon seit 2021 Teil von Fender.
Als aus Studio One plötzlich Fender Studio Pro wurde, waren die Reaktionen nicht gerade überschäumend. Denn es ging unter den Nutzern von Studio One die Angst um, dass die DAW ein ähnliches Schicksal ereilen könnte wie Cakewalk Sonar, nachdem Cakewalk von Gibson übernommen wurde. Mit dem Fender Quantum LT 16 liegt uns nun eines der neuen Audiointerfaces Herstellers zum Test vor.

Kurz & knapp

Was ist es? Fender Quantum LT 16, ein USB-C-Audiointerface mit 16 analogen Eingängen, acht Max-HD-Preamps und umfangreicher Software-Ausstattung für Recording, Streaming und Projektstudios.

  • Ausstattung: Acht Max-HD-Mikrofon-Preamps, acht zusätzliche Line-Eingänge und acht Line-Ausgänge bieten viel Flexibilität für größere Recording-Setups.
  • Latenz: Sehr geringe Roundtrip-Latenzen und stabile Performance machen das Interface auch für Software-Instrumente und Echtzeit-Monitoring interessant.
  • Software: Im Lieferumfang enthalten sind Fender Studio Pro als Vollversion sowie weitere Software wie Melodyne und Amp-Simulationen.
  • Preamps: Die Max-HD-Preamps liefern hohe Gain-Reserven, arbeiten rauscharm und eignen sich auch für leise Mikrofone wie das Shure SM7B.
  • Praxis: Einfache Bedienung, vielseitige Betriebsmodi und viele analoge Anschlüsse machen das Quantum LT 16 zu einem attraktiven Gesamtpaket für ambitionierte Musiker und Produzenten.
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Fender Quantum LT16

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Fender scheint einen klaren Plan zu haben, wie es den neugewonnenen Platz in der Pro Audio Welt für sich nutzen will. Eine Haupt-Zielgruppe ist und bleibt für Fender natürlich die Gitarristen-Zunft. Da Gitarristen sich auch gerne aufnehmen, ist es nur logisch, die Audiointerface-Reihe von Presonus weiterzuführen und unter eigenem Namen zu veröffentlichen. So steht nun das Fender Quantum LT 16 auf meiner Testbank und will auf Herz und Nieren geprüft werden. Was das Audiointerface alles zu bieten hat und welche Merkmale besonders herausstechen, wird der folgende Testbericht zeigen.

Ausstattung des Fender Quantum LT 16

Das Fender Quantum LT 16 ist ein mehrkanaliges USB-C-Audiointerface mit 16 analogen Eingängen und 8 analogen Ausgängen, das sich vor allem an ambitionierte Home- und Projektstudios, Bands, Produzenten und elektronische Musiker richtet. Es verfügt über acht leistungsstarke Max-HD Mikrofon-Preamps mit bis zu 75 dB Gain. Fender hat im YouTube- und Podcast-Zeitalter anscheinend die Notwendigkeit von leistungsstarken Preamps erkannt und ist vom ursprünglichen Class-A-Design der XMAX-Preamps abgerückt. Und Schuld daran ist nur das Shure SM7B, das überall zu sehen und zu hören ist, obwohl es so notorisch leise ist, dass viele Preamps damit schlicht überfordert sind. Doch dazu später mehr.

Fender Quantum LT16 - Front

Frontansicht

Darüber hinaus besitzt das Fender Quantum LT 16 weitere acht Line-Eingänge und somit insgesamt 16 analoge Eingänge. Das ist selbst in teureren Interfaces eine Seltenheit und macht auch größere Recording-Setups wie Schlagzeug- oder Ensemble-Aufnahmen problemlos möglich.

Durch seine Vielseitigkeit – etwa für Mehrspuraufnahmen, Hybrid-Setups mit externem Equipment oder Streaming – ist es besonders interessant für Nutzer, die über einfache Einsteiger-Interfaces hinausgehen wollen und viele Signale gleichzeitig verarbeiten müssen.

Welche Anschlüsse bietet das Quantum LT 16?

Auf der Front des Fender Quantum LT 16 befinden sich 8 Kombibuchsen für Mikrofon und Klinke, wobei die ersten beiden hochohmige Eingänge für Gitarre und Bass besitzen, während die anderen sechs Eingänge zusätzlich zum Mikrofonsignal auch Line-Signale verarbeiten können.

Jeder der acht Preamps besitzt einen separaten analogen Gain-Regler, der in jeder Situation einen Echtzeit-Zugriff auf die Mikrofonvorverstärkung ermöglicht.

Fender Quantum LT16 - Frontansicht

Anschlüsse auf der Rückseite

Auf der Rückseite stehen acht zusätzliche TRS-Line-Inputs für externes Studio-Equipment zur Verfügung. Die rückseitigen Eingänge können zwischen +4 dBu und -10 dBu umgeschaltet werden und somit auf Wunsch Studio- oder Heimgeräte-Pegel verarbeiten.

Dazu kommen noch acht Line-Ausgänge, ebenfalls im TRS-Format. Die ersten beiden sind für die Studio-Monitore gedacht und laufen fest über ein frontseitiges Lautstärke-Poti. Ja, richtig gelesen – kein digitaler Drehgeber, sondern ein echtes analoges Potentiometer. Damit entfällt für viele die Notwendigkeit eines externen Monitorcontrollers. Wer das trotzdem will, kann das Poti auch einfach voll aufdrehen und festkleben.

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Die anderen sechs Ausgänge sind DC-gekoppelt und lassen sich somit auch im Zusammenhang mit Modular-Synthesizern für die Ausspielung von Steuerspannung nutzen. Ergänzt wird das Ganze durch MIDI-Ein- und Ausgänge (5-polig) sowie die USB-C Schnittstelle zur Verbindung mit Mac oder PC.

Wer bisher aufmerksam gelesen hat, wird mitbekommen haben, dass das Fender Quantum LT 16 abgesehen davon keine digitalen Schnittstellen besitzt. Es kann also nicht über ADAT, S/PDIF oder gar MADI in der Kanal-Anzahl erweitert werden. Ich wage aber zu behaupten, dass die allermeisten ADAT-Schnittstellen dieser Welt ein trauriges Dasein fristen und selten bis nie benutzt werden. Ich denke für die angestrebte Zielgruppe der Projektstudios, Band-Musiker, Podcaster und Synth-Liebhaber sind die zusätzlichen acht Line-Eingänge von größerem Wert.

Bedienung des Fender Quantum LT 16

Die Bedienung erfolgt über die Software Fender Universal Control, über die grundlegende Einstellungen und auch Firmware-Updates vorgenommen werden können. Ein einfacher, aber funktionaler Software-Mixer ist ebenfalls integriert.

Fender Quantum LT16 - Software Mixer

Universal Control – Software Mixer des Fender Quantum LT 16

Der Software-Mixer ermöglicht flexibles Routing, Monitoring und Mischungen ohne spürbare Latenz. Es lassen sich Eingangssignale frei Ausgängen zuweisen, individuelle Monitormixe erstellen und Loopback-Signale für Streaming oder Podcasting zurückführen.

Das Mixing ist rudimentär, d. h. mehr als Lautstärke, Pan und Zuweisung ist nicht möglich. Interne Effekte gibt es nicht, aber immerhin können die Kanäle zur besseren Übersicht individuell eingefärbt werden. Monitormixe werden über Send-Regler vorgenommen.

Wie bei einem digitalen Mischpult können diese über Fader-Flip auf die großen Fader gelegt werden. Alle Kanäle können so auch anteilig auf den Loopback-Bus geschickt werden. Die Loopback-Kanäle sind standardmäßig aber nicht sichtbar und müssen in den Einstellungen erst aktiviert werden.

Vielseitigkeit durch verschiedene Betriebsmodi

Fender bewirbt explizit einen Standalone-Modus. Dabei wird der letzte Mix im LT 16 gespeichert und beim Betrieb ohne Rechner aufgerufen, sobald die Direct-Taste gedrückt wird und weiß leuchtet. Änderungen können nicht vorgenommen werden, allenfalls über die Gain-Regler der Mic-Preamps, was für einige Situationen schon ausreichend sein könnte.

Fender Quantum LT16 -schräg

Fender Quantum LT 16 in der Schrägansicht

Ebenfalls bewirbt Fender einen Preamp-Modus. Beim Betrieb ohne Rechner muss dafür 5 Sekunden lang die Direct-Taste gedrückt werden bis diese gelb leuchtet. Dadurch werden die acht Preamp-Eingänge direkt den acht Line-Ausgängen zugewiesen, wodurch das Interface auch als reiner Mikrofon-Preamp nutzbar wird.

Es ist naheliegend, dass die Zuweisung direkt über eine analoge Matrix erfolgt und die AD/DA-Wandler dabei umgangen werden. Das Handbuch deutet auch beim Standalone-Mixer-Modus darauf hin, dass die Signale für den Mix vor den Wandlern abgegriffen werden. Fender hält sich hier aber sehr vage und stellt keine Blockschaltdiagramme bereit, daher ist das von mir in gewisser Weise eine Mutmaßung.

Im Betrieb mit angeschlossenem Rechner lässt sich über die Direct-Taste das Direct-Monitoring an- und ausschalten. Wer gern externes Equipment über die DAW einbindet, kann so schnell Doppel-Monitoring und damit einhergehende Phasenprobleme umgehen und per Taste zwischen Produktion und Tracking umschalten.

Hardware-Monitoring über Fender Studio Pro

Das Hardware-Monitoring kann auch komplett aus der DAW Fender Studio Pro heraus erfolgen. Dafür muss im Output-Bus das D-Symbol aktiviert sein. Über das Input-Monitoring Symbol im Kanalzug in Studio Pro wird das Hardware-Monitoring für den jeweiligen Input aktiviert. Der Kanal-Fader steuert die Lautstärke, der Universal Control Mixer ist dabei deaktiviert, was dadurch signalisiert wird, dass am LT 16 der Direct-Knopf nicht leuchtet. Das bedeutet, Studio Pro hat die Steuerung übernommen.

Es gibt dabei aber ein paar konzeptionelle Besonderheiten. Es lassen sich auf diese Weise natürlich nur Eingänge steuern, die im Projekt in Studio Pro auch als Kanäle angelegt sind. Wenn man mehrere Kanäle mit dem gleichen Eingang anlegt und das Direct-Monitoring aktiviert, addiert sich die Lautstärke sowie beim normalen Software-Monitoring auch.

Möchte man Plug-ins direkt bei der Aufnahme hören, muss in den Einstellungen die Option „Natives Direkt-Mithören anstelle von Hardware-Mithören verwenden“ aktiviert sein. So aktiviert man quasi klassisches Software-Monitoring, was Studio Pro in meinem Fall nur bei 16 und 32 Samples Buffer-Einstellung zugelassen hat. Darüber hinaus war die Einstellung ausgegraut. Mir persönlich gefällt die Implementierung des Hardware-Monitorings in Studio Pro nicht so gut, so dass ich es vorziehen würde, das Input-Monitoring über Universal Control zu erledigen.

Fender Studio Pro – Vollversion geschenkt

Fender ist beim Quantum LT 16 spendabel und schenkt jedem Käufer eine Vollversion von Fender Studio Pro inklusive einjährigem Update-Plan. Erst danach werden Updates kostenpflichtig. Studio Pro ist direkt aus Presonus Studio One hervorgegangen und im Kern noch die gleiche mächtige DAW, die sie vorher war. Fender hat die Software sogar um die Verstärker-Simulationen Mustang Native für Gitarre und Rumble Native für Bass erweitert. Darüber hinaus gibt auch einiges an Drittanbieter-Software als kostenlose Dreingabe, unter anderem Melodyne.

Fender Studio Pro

Alles in allem ist das ein wirklich gutes Angebot, immerhin kostet Studio Pro alleine schon 199,- Euro. Abgespeckte DAWs gibt es ja gerne mal gratis zu Audiointerfaces dazu – aber eine komplette Vollversion, da hat Fender einen wirklich dicken Köder ausgeworfen. Wer komplett neu anfängt, bekommt mit dem LT 16 nicht nur ein leistungsstarkes Audiointerface, sondern auch eine vollausgestattete Profi-DAW dazu. Für mich als langjährigen Logic Pro Nutzer kommt die Software zwar teilweise etwas ungewohnt und manchmal auch umständlich daher, doch das ist nichts, woran man sich nicht gewöhnen könnte.

Audioqualität und Messwerte

Kommen wir zu den Messwerten des Fender Quantum LT 16, ermittelt über REW im Loopback-Verfahren. Die gemessenen Werte liegen allesamt sehr nahe an den Herstellerangaben und sind für ein Mittelklasse-Interface als sehr gut zu bezeichnen.

Der Rausch-Pegel vom Analog-Digital-Konverter liegt allein bei -116 dBFS (A), was sich im Loopback-Verfahren, gemessen vom Line-Ausgang per Kabel in den Line-Eingang, auf knapp -113 dBFS (A) summiert. Das spricht dafür, dass Ausgangs- und Eingangs-Wandler in gleich guter Qualität vorliegen.

Die gemessenen Verzerrungswerte sind ebenfalls auf einem sehr gutem Niveau und liegen bei 0,002 % (THD+N / -6 dBFS Eingangspegel). Die Übersprech-Dämpfung (Crosstalk) kratzt knapp an der 100 dB-Marke.

Der Frequenzgang ist zwischen 20 Hz und 20 kHz, wie zu erwarten, sehr glatt mit minimalen Schwingungen (+/-0,1 dB) im Hochtonbereich bei Abtastraten von 48 und 96 kHz, was auf das notwendigerweise sehr steilflankige Lowpass-Filter im Wandler zurückzuführen ist.

Latenzmessung

Ein wichtiges Kriterium bei Audiointerfaces sind natürlich die erreichbaren Latenzwerte, zumindest für diejenigen, die Software-Instrumente spielen wollen oder Plug-ins über den Rechner in Echtzeit benutzen möchten.

Fender Quantum LT16 - Latenzwerte

Nur bei 192 kHz und 32 Samples Buffer gab es Audio-Artefakte

Getestet habe ich das Interface auf einem Mac Mini mit M1 Prozessor und 16 GB RAM. Das Betriebssystem des Testrechners zum Testzeitpunkt ist MacOS 15.6 Seqouia mit Logic Pro Version 12.01.

Wie schon beim Test des Antelope Oryx Discrete 8 habe ich in Logic Pro eine Instanz des Drummers und eine Spur mit dem Amp-Designer geladen sowie eine Instanz des Synth-Plug-ins Alchemy mit dem Sound „Drifting in Hyperspace“ in der Ultra-Einstellung. Der Test soll zeigen, ob die Sounds bei allen Buffer-Einstellungen und Abtastraten voll und damit live nutzbar sind.

Die erreichbaren Latenzwerte sind für ein USB-Interface als sehr gut zu bezeichnen und wesentlich besser als das vorgenannte Antelope-Interface. An meine Referenz in Sachen Latenz, das Thunderbolt-Interface MOTU 828X, kommt das Fender Quantum LT 16 nicht heran. Die kürzeste erreichbare Roundtrip-Latenz liegt bei 2,3 ms und wird bei einer Abtastrate von 192 kHz erreicht, sowohl bei 32 Samples und 64 Samples Buffer-Einstellung. Jedoch sind bei der kürzesten Buffer-Einstellung Audio-Artefakte zu hören. Alle anderen Kombinationen aus Abtastrate und Buffer-Einstellung waren vollumfänglich spielbar. Damit liegt die Latenz-Performance nur wenig unter der des Fireface 802FS und RME ist bekannt für seine latenzarmen Audiotreiber.

Fender Quantum LT 16 in der Praxis

Man kann im besten Sinne behaupten, das Fender Quantum LT 16 ist erfreulich unkompliziert und funktional. Alle wichtigen Bedienelemente liegen direkt als analoge Regler vor. Der einzige mehrfach belegte Taster ist der Direct-Knopf.

Auch der zugehörige Software-Mixer ist einfach und funktional, bietet bis auf die Loopback-Kanäle aber auch keinerlei digitalen Schnick-Schnack. Trotzdem ist das LT 16 durch die verschiedenen Betriebsmodi vielseitig einsetzbar, ob als einfacher Mixer oder als reiner Mic-Preamp.

Fender Quantum LT16

Fender Quantum LT16 im Studio

Die optische und haptische Anmutung ist sicherlich nicht als High-End zu bezeichnen, der Großteil des Interface besteht aus Plastik, selbst die Verschraubungen der Line-Ein- und Ausgänge. Doch immerhin sind diese mit dem Gehäuse verschraubt, was zwar beim billigsten Gitarrenpedal, aber nicht bei teuren Audiointerfaces selbstverständlich ist.

Die Gain-Regler laufen zwar mit angenehmen Widerstand, doch die genaue Einstellung ist mitunter etwas fummelig, da um die 12 Uhr Position viel Gain auf kleinem Regelweg liegt. Auch würde ich mir für die Line-Eingänge zumindest rudimentäre Pegelanzeigen wünschen, wie z. B. die Clipping-LEDs der Mic-Preamps. So muss man zur Pegel-Kontrolle immer die Software bemühen.

Der große beleuchtete Main-Regler besitzt einen guten Gleichlauf. Nur auf den ersten Millimetern hört man eine Lautstärkeabweichung von links nach rechts, was für diese Art von Pegelreglern leider üblich ist.

Der Kopfhörerverstärker treibt meine Beyerdynamic DT880 Pro auf mehr als ausreichende Lautstärke und das ohne klangliche Auffälligkeiten oder starkes Rauschen. Am Kopfhörerausgang liegt immer der Main-Mix an. Wer also unterschiedliche Kopfhörermischungen braucht, muss die Line-Ausgänge und externe Kopfhörerverstärker nutzen.

Etwas negativ ist mir aufgefallen, dass beim Anschalten des Fender Quantum LT 16 manchmal interne Feedbacks erzeugt werden. Umgehen lässt sich das Ganze durch Drücken der Direct-Taste. In jedem Fall ist man gut beraten, die Monitore erst danach anzuschalten.

Max-HD Preamp

Kommen wir zu einem der wichtigsten Kaufargumente, den Max-HD Preamps. Die Preamps waren auch für Presonus immer das Aushängeschild, so ist der XMAX-Preamp ein Vorverstärker in Class-A-Technik, der viel Headroom und sogar etwas klangliche Färbung mitbringt.

Nun im Zeitalter von Podcasts und YouTube hat der altehrwürdige XMAX-Preamp aber nicht genug Gain-Reserven, um das beliebteste Podcast-Mikrofon aller Zeiten, das Shure SM7B, auf genügend Lautstärke zu bringen. Der neue Max-HD Preamp verspricht hier mit bis zu 75 dB Gain Abhilfe. Er ist nicht mehr in Class-A Technik ausgeführt, sondern ein moderner, IC-basierter Vorverstärker, der klanglich neutral und sehr rauscharm ist.

Fender Quantum LT16

Fender Quantum LT16 und SSL Super 9000

Beim Sprachtest mit dem Shure SM7B ließ sich für mich auch ohne Vollaussteuerung genügend Pegel erreichen und das Rauschen blieb dabei angenehm gering. Zum Vergleich konnte ich den SSL Super 9000 heranziehen, der mir gleichzeitig zum Test vorlag. Der SSL Super 9000 ist konzeptionell ebenfalls eher neutral und verfärbungsfrei mit viel Headroom, weshalb sich ein Vergleich zumindest anbietet. Er kostet als einkanaliger Kanalzug aber auch mehr als das Dreifache des Fender LT16, was den Vergleich etwas unfair macht.

Im Sprachtest sind die Unterschiede dann auch gar nicht so groß, auch das Rauschverhalten würde ich als gleichwertig bezeichnen. Bei genauem Hinhören hat der SSL-Preamp aber eine feinere Obertonstruktur, so als würde das Signal eine weitere klangliche Ebene hinzugewinnen, nicht im Sinne von mehr Höhen, sondern besser aufgelöst und seidiger. Doch die Unterschiede sind wirklich subtil und nur in guter Abhörsituation klar hörbar.

Fender Quantum LT16

Fender trifft Fender trifft SSL

Um einen sinnvollen Klangvergleich anzustellen, habe ich über das Fender Quantum LT 16 eine DI-Spur meiner Fender Stratocaster aufgenommen. Über eine Palmer Daccapo-Reamping-Box wurde das Signal an einen Hughes & Kettner Ampman im Clean-Kanal und weiter an eine offene 2×12 Box mit Celestion-Treiber ausgespielt … alles bei Nachbar-freundlichen Pegeln wohlgemerkt.

Das Ergebnis habe ich dann mit einem SE Electronics R1 Bändchenmikrofon einmal über den Fender-eigenen Preamp und einmal über den SSL Super 9000 aufgenommen. Gewandelt wurde beide Male über das LT 16. In der DAW habe ich die Pegel auf die Kommastelle genau abgeglichen. So konnte ich die größten Schwachstellen von Vergleichstests, nämlich Performance und Pegelunterschiede ausschließen.

Kommen wir zu den Ergebnissen. Wie schon im Sprachtest ist der Unterschied subtil, für mich unter guten Abhörbedingungen aber klar hörbar. Der Hochtonbereich ist seidiger und feiner aufgelöst und es klingt breiter, auch wenn beide Signale Mono sind … so als würde eine klangliche Dimension hinzukommen. Doch hört selbst.

Einerseits zeigt der Test, wie gut und vor allem rauscharm die Max-HD Preamps von Fender sind. Andererseits zeigt es aber auch, dass ein hochwertiger, klangneutraler Vorverstärker wie der SSL 9000 im Studio eine Bereicherung ist. Denn mögen die Unterschiede einzeln auch fein sein, so summiert sich das mit jedem weiteren Signal, das aufgenommen wird und bringt am Ende die Qualität, Räumlichkeit und Definition, nach der wir Tonleute permanent streben.

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Klangbeispiele
Fazit

Das Fender Quantum LT 16 ist eine klare Kampfansage an die etablierten Hersteller von Mittelklasse-Audiointerfaces, allen voran Focusrite. Es bietet von MIDI abgesehen zwar keine Digital-Schnittstellen. Dafür bekommt der potenzielle Käufer aber acht leistungsstarke Max-HD Preamps, zusätzlich acht Line-Eingänge, eine sehr gute Wandler-Qualität und obendrein noch die Vollversion von Fender Studio Pro.

Abgerundet wird das Ganze durch erfreulich geringe Latenzwerte und eine einfache Bedienbarkeit. Und ist es nicht genau das, was ein produzierender Musiker sich wünscht, dass der Kreativität nichts im Wege steht. Hier hat Fender alles richtig gemacht und ein Bundle geschnürt, das für Einsteiger wie Fortgeschrittene äußerst verlockend sein dürfte.

Plus

  • 8 rauscharme Max-HD Mikrofon-Preamps mit 75 dB Gain
  • zusätzlich 8 Line-Inputs
  • gute Messwerte
  • geringe Latenzwerte
  • einfache Bedienung
  • Vollversion von Fender Studio Pro inkludiert

Minus

  • beim Anschaltvorgang gelegentliche interne Feedbacks
  • keine Pegelanzeigen für rückseitige Line-Inputs

Preis

  • 549,- Euro
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Über den Autor
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r.biernat RED

Musik-Komponist, Multiinstrumentalist,
freiberuflicher Tonmeister (B.A. Recording Arts) und Fotograf, beheimatet auf der schönen Ostseeinsel Rügen.

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    Tai AHU

    „Ich wage aber zu behaupten, dass die allermeisten ADAT-Schnittstellen dieser Welt ein trauriges Dasein fristen und selten bis nie benutzt werden.“

    Ich habe so ein 8 in und um ADAT erweiterbares Interface. Die möglichen User dürften neben der oft genannten Bandaufnahme die Synth-Hardware-Sammler sein. Denn wenn die auch noch mit der DAW aufgenommen oder einfach darüber abgespielt werden, brauchst du reichlich Eingänge. Das ginge natürlich auch mit diesem Interface hier. Das hat allerdings den Nachteil, dass acht der Kabel von vorne gesteckt werden. Was mir selbst nicht besonders gut gefällt. Gleichzeitig sind 16 Eingänge hinten auf einer HE schwer möglich, wenn die Hälfte davon XLR Stecker sind.

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