Test: Fender Super Champ X2, Gitarrenverstärker

Im Netz hört man bezüglich der Klangerzeugung des Super Champ X2 fälschlicherweise gelegentlich, dass der Sound des cleanen Kanals ausschließlich analog erzeugt wird. Wir wollten dies genau wissen und bekamen vom Hersteller die Auskunft, dass wir es beim Super Champ X2 mit einer Vollröhrenendstufe zu tun haben, die Vorstufe beider Kanäle sich jedoch des digitalen Modelings bedient. Die Endstufe arbeitet also komplett analog und erzeugt die etwa 15 Watt Leistung über zwei 6V6 Röhren und eine 12AX7, die als Phasenumkehrstufe wirkt.

Der Verstärker bietet zwei Kanäle, die sich an der Frontplatte mithilfe eines kleinen Druckschalters umschalten bzw. auswählen lassen oder wahlweise mit dem optional erhältlichen Fußschalter fernsteuern lassen. Der linke Kanal ist erwartungsgemäß für die klaren Sounds zuständig. Der zweite Kanal bietet sechzehn verschieden verzerrte Soundpresets (Voices genannt), die über einen Endlosregler angewählt werden können. Je höher die gewählte Nummer des Presets, desto heftiger verzerrte Sounds werden angeboten. Der verzerrte Kanal bietet des Weiteren erwartungsgemäß einen Gainregler, der den Grad der Verzerrung justiert und ein Lautstärkeregler, mit dem man die Kanallautstärke einstellt. Beiden Kanälen stehen zur gemeinsamen Klangregelung zwei Potentiometer für Bass und Treble zur Verfügung.

X2

— Kompakt, bekanntes Gesicht —

Der Fender Super Champ X2 verfügt auf der Rückseite über einen Line-Ausgang, eine USB-Schnittstelle und die Anschlussbuchse für einen Fußschalter, mit dem sich der Kanal umschalten bzw. der gewählte Effekt aktivieren lässt. Belegt man die Line-Out-Buchse, wird die Endstufe jedoch nicht abgeschaltet. Die Modeling-Technik erlaubt es aber, dass der Amp auch leise ansprechend klingt. Um einen vernünftigen Pegel bei Aufnahmen via USB zu bekommen, muss der Amp aber etwas höher als Zimmerlautstärke gefahren werden. Das Anpassen des USB-Gains ist auch via Software zu bewerkstelligen.

Sound

Gute Sounds im klaren Kanal waren bei unserem Testexemplar zunächst nur möglich, wenn man den Treble-Regler nicht höher der Markierung 4 bewegt. Oberhalb dieser Reglerstellung klingt der Verstärker schnell auch mal unangenehm schrill. Werte oberhalb dieser Markierung werden allerdings dringend erforderlich, wenn man sich in Kanal zwei, also dem verzerrten Kanal aufhält. Dann klingt der Amp wiederum matschig und undefiniert, wenn man den Treble-Regler unterhalb dieser Marke 4 bewegt. Der klare Kanal könnte etwas mehr Bässe bereitstellen und klingt daher eher „klein“ oder „boxy“. Abhilfe bringt aber glücklicherweise die kostenlos herunterladbare Fender Fuse Software, die es erlaubt, den Verstärker via die eingebaute USB-Schnittstelle zu programmieren und editieren.

Klangbeispiele
Forum
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    Markus Galla  RED

    So klingen die Klangbeispiele, die per USB aufgenommen wurden? Erschreckend! Ich hatte auch eine Handy-Aufnahme getippt – ehrlich!

    Ich kann den digitalen Fender-Kisten nichts abgewinnen. Ich hatte mal das Mustang Floor Board, welches über die gleichen Modelle verfügt. Vergleiche ich das mit dem Klang eines Fender Champ 12, den ich mal bis zu seinem Diebstahl besessen habe, so fällt man vom Glauben ab. Fender hätte den Original Champ 12 mal wieder auflegen sollen. Von Mark Knopfler bis David Gilmour ging damit alles. Nicht umsonst werden die kleinen Kisten bei Ebay schnell hochgeboten. Super Champ und jetzt auch das Super Champ X2 Modell können damit nicht mithalten.

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    whitebaracuda  

    Hi Johannes

    Besten Dank für deinen Testbericht.

    Macht bei Fender irgendjemand eine Aussage darüber wieviele Jahre die Software dafür aktuallisiert werden wird?

    Klar wird man den Amp auch ohne die Software weiter nutzen können aber keine Änderungen mehr vornehmen können.

    Ich für mich entscheide mich entweder für einen Amp ohne USB anschluss den ich auch in 20 Jahren noch in vollem Umfang nutzen kann (Sofern die Kondensatoren dies mitmachen) oder aber für reine Softwarelösung…

    Grüsse
    ‚cuda

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    GustavW

    Um Gottes Willen, was sind das denn für Soundbeispiele, das ist ja schon Produktschädigung! Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei einer ordentlichen Mikrofonabnahme so ein Matsch mit Phasenproblemen und Dynamikschwankungen auftreten kann. Außerdem scheint es sich um Reamping oder einem Looper zu handeln, die Phrase ist immer genau die gleiche und eventuell mit dem falschen Pegel in den Verstärker geschickt worden. Bitte sorgt in Zukunft für ein Mindestmaß an Aufnahmequalität. Gitarre in den Amp und dann noch richtig mit Mikrofon abnehmen und in Echtzeit per HAND! einspielen, sonst schadet ihr nur dem Musikfan und dem Hersteller!

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    FloH

    Ich hab den Verdacht, da ist was bei der Aufnahme passiert. Das klingt, als wäre der Amp in einiger Entfernung mit dem integrierten Mikro eines Laptops aufgenommen. Sollte das tatsächlich eine direkte Aufnahme über USB sein, wäre der Verstärker gut für Spezialanwendungen in der Audiopostproduktion aufgehoben – um z.B. ein Radio in einem Raum zu simulieren … aber sicher nicht in der Musikproduktion ;-).

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    Dahausa

    Da kann man sich ein Lächeln wirklich nur schwer verkneifen!
    Soundbeispiele sind wirklich sehr „Vintage“ :)
    Erinnert irgendwie an „A Letter Home“ von Neil Young. Schön nach Telefonzellen-Aufnahme

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    Pretty Back T.

    Holla, dass war ja gruselig am frühen Morgen.
    Ich bin wahrlich kein Gehörprofi aber nach dem dritten Sample musste ich ausschalten. Wofür braucht man so was? Um Klingeltöne zu erstellen? :)
    natürlich trotzdem danke für den Testbericht.

  7. Profilbild
    m.muenster  AHU

    Moin zusammen!
    Ich muss da auch mal meinen Senf dazugeben:
    Die Soundbeispiele sind wirklich gruselg, also vom Klang her. Ich glaube da helfen auch keine Softwareupdates. Das mit dem USB im Röhrenamp ist vielleicht keine gute Idee, aber vielleicht fehlt da noch eine Speakersimulation oderso.

    Jedenfalls habe ich seit Jahren einen Vibrochamp XD, den ich wirklich gerne spiele und mit einem Austauschlautsprecher kann man da noch sehr viel rausholen. Er klingt wirklich sehr gut, auch die ganzen Presets funktionieren. Zumindest im Studio oder im Wohnzimmer.

    Wollte das nur der Fairness halber sagen. Der arme Verstärker…

    Grüße!

  8. Profilbild
    r.biernat  RED

    Also so etwas würde ich niemals als Audio-Beispiel in einem Testbericht einstellen, bzw. als Redakteur oder Lektor würde ich das auch nicht durchgehen lassen.
    Die Vermutung mit dem Handy ist wohl nicht so weit her geholt, man meint manchmal sogar Atmer zu hören.
    Das geht gar nicht!

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