Test: Fender Super Champ X2, Gitarrenverstärker

Die Fuse-Software wertet die Möglichkeiten des Fender Super Champ X2 enorm auf und ermöglicht Zugriff auf quasi jeden vorstellbaren Parameter, sogar auf Parameter, die an einem „nur Hardware-Verstärker“ nicht bzw. nur schwer zugänglich sind. Als Beispiele seien hier genannt:
Amplifier Sag – steuert die Kompressionsstärke des virtuellen Netzteils.
Tube Bias – steuert die Höhe der Röhrenvorspannung (DC-Versatz) des virtuellen Amps für einen sauberen oder aggressiveren (dreckigeren) Klang.
Noise Gate – verringert den Rauschpegel im Leerlauf des Amps.
Cabinet Type – wählt eine von zwölf virtuellen Lautsprecherboxen.

-- Fender Fuse Software ---

— Fender Fuse Software —

Die Audiobeispiele wurden via USB aufgenommen, da man mit diesem Verstärker wahrscheinlich diese Option zur Aufnahme bevorzugen wird. Um einen guten Vergleich zu ermöglichen, wurden die Klangbeispiele geloopt und mit fünf verschiedenen Amp-Modellen (mit etwas verstärkereigenem Reverb und Delay) aufgenommen.

Fazit

Der Fender Super Champ X2 ist eher für das Studio und zum Proben zu Hause konzipiert. Da verrichtet er durch seine Flexibilität, auch gerade durch die Nutzung der Fender Fuse-Software einen guten Job. Für den Liveauftritt benötigt man, sofern man klare und verzerrte Sounds benötigt, den optionalen Fußschalter zur Kanalumschaltung und Effekt-Aktivierung. Die verfügbare Lautstärke ist jedenfalls ausreichend, um bei einem moderat spielenden Schlagzeuger mitzuhalten. Der Klang der Sounds (Voices) mit leichtem bis mittlerem Verzerrungsgrad kann man zum Teil sogar als recht authentisch bezeichnen.

Die stark verzerrten Sounds klingen teilweise wenig organisch, was in erster Linie durch die Art der Klangerzeugung (Modeling-Konzept) bedingt ist. Diese entwickelt naturgemäß nicht die Dynamik und Natürlichkeit eines Vollröhrenverstärkers. Dafür hat man durch die digitale Anbindung an den Computer die Möglichkeit des Editierens und Speichern von Sounds. Die Klangregelung ist so ausgelegt, dass es Mühe macht, bei gleicher Equalizer-Einstellung für beide Kanäle im Livebetrieb zufriedenstellend zu klingen. Wenn man sich aber ein wenig mit der Software beschäftigt, kann man dem Fender Super Champ X2 eine große Vielfalt an schönen Sounds entlocken und diese dann auch einfach per USB-Schnittstelle im Rechner aufnehmen.

 

Plus

  • Klangvielfalt dank Fender Fuse-Software
  • Modeling der Fender-Amp-Modelle
  • Effekte an Bord

Minus

  • werksmäßige Abstimmung der Klangregelung beider Kanäle
  • stark verzerrte Sounds wirken teilweise künstlich
  • Blechfüße

Preis

  • Ladenpreis: 405,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    So klingen die Klangbeispiele, die per USB aufgenommen wurden? Erschreckend! Ich hatte auch eine Handy-Aufnahme getippt – ehrlich!

    Ich kann den digitalen Fender-Kisten nichts abgewinnen. Ich hatte mal das Mustang Floor Board, welches über die gleichen Modelle verfügt. Vergleiche ich das mit dem Klang eines Fender Champ 12, den ich mal bis zu seinem Diebstahl besessen habe, so fällt man vom Glauben ab. Fender hätte den Original Champ 12 mal wieder auflegen sollen. Von Mark Knopfler bis David Gilmour ging damit alles. Nicht umsonst werden die kleinen Kisten bei Ebay schnell hochgeboten. Super Champ und jetzt auch das Super Champ X2 Modell können damit nicht mithalten.

  2. Profilbild
    whitebaracuda  

    Hi Johannes

    Besten Dank für deinen Testbericht.

    Macht bei Fender irgendjemand eine Aussage darüber wieviele Jahre die Software dafür aktuallisiert werden wird?

    Klar wird man den Amp auch ohne die Software weiter nutzen können aber keine Änderungen mehr vornehmen können.

    Ich für mich entscheide mich entweder für einen Amp ohne USB anschluss den ich auch in 20 Jahren noch in vollem Umfang nutzen kann (Sofern die Kondensatoren dies mitmachen) oder aber für reine Softwarelösung…

    Grüsse
    ‚cuda

  3. Profilbild
    GustavW

    Um Gottes Willen, was sind das denn für Soundbeispiele, das ist ja schon Produktschädigung! Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei einer ordentlichen Mikrofonabnahme so ein Matsch mit Phasenproblemen und Dynamikschwankungen auftreten kann. Außerdem scheint es sich um Reamping oder einem Looper zu handeln, die Phrase ist immer genau die gleiche und eventuell mit dem falschen Pegel in den Verstärker geschickt worden. Bitte sorgt in Zukunft für ein Mindestmaß an Aufnahmequalität. Gitarre in den Amp und dann noch richtig mit Mikrofon abnehmen und in Echtzeit per HAND! einspielen, sonst schadet ihr nur dem Musikfan und dem Hersteller!

  4. Profilbild
    FloH

    Ich hab den Verdacht, da ist was bei der Aufnahme passiert. Das klingt, als wäre der Amp in einiger Entfernung mit dem integrierten Mikro eines Laptops aufgenommen. Sollte das tatsächlich eine direkte Aufnahme über USB sein, wäre der Verstärker gut für Spezialanwendungen in der Audiopostproduktion aufgehoben – um z.B. ein Radio in einem Raum zu simulieren … aber sicher nicht in der Musikproduktion ;-).

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    Dahausa

    Da kann man sich ein Lächeln wirklich nur schwer verkneifen!
    Soundbeispiele sind wirklich sehr „Vintage“ :)
    Erinnert irgendwie an „A Letter Home“ von Neil Young. Schön nach Telefonzellen-Aufnahme

  6. Profilbild
    Pretty Back T.

    Holla, dass war ja gruselig am frühen Morgen.
    Ich bin wahrlich kein Gehörprofi aber nach dem dritten Sample musste ich ausschalten. Wofür braucht man so was? Um Klingeltöne zu erstellen? :)
    natürlich trotzdem danke für den Testbericht.

  7. Profilbild
    m.muenster  AHU

    Moin zusammen!
    Ich muss da auch mal meinen Senf dazugeben:
    Die Soundbeispiele sind wirklich gruselg, also vom Klang her. Ich glaube da helfen auch keine Softwareupdates. Das mit dem USB im Röhrenamp ist vielleicht keine gute Idee, aber vielleicht fehlt da noch eine Speakersimulation oderso.

    Jedenfalls habe ich seit Jahren einen Vibrochamp XD, den ich wirklich gerne spiele und mit einem Austauschlautsprecher kann man da noch sehr viel rausholen. Er klingt wirklich sehr gut, auch die ganzen Presets funktionieren. Zumindest im Studio oder im Wohnzimmer.

    Wollte das nur der Fairness halber sagen. Der arme Verstärker…

    Grüße!

  8. Profilbild
    r.biernat  RED

    Also so etwas würde ich niemals als Audio-Beispiel in einem Testbericht einstellen, bzw. als Redakteur oder Lektor würde ich das auch nicht durchgehen lassen.
    Die Vermutung mit dem Handy ist wohl nicht so weit her geholt, man meint manchmal sogar Atmer zu hören.
    Das geht gar nicht!

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