Test: Fender, Super-Sonic 22, Gitarrenverstärker

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Sound/Praxis

Nach kurzer Aufwärmzeit der Röhren starten wir bei Kanal eins, dem sogenannten Vintage Channel. Hier klingt der Amp typisch nach Fender: glasklar, sauber und mit einer sehr schönen Dynamik für knackige Sounds à la Knopfler, Clapton und Konsorten. Das Klangbild erinnert schon sehr an den legendären DeluxeReverb, ohne jedoch bei höheren Lautstärken einen Verlust im Bassbereich hinnehmen zu müssen (das wurde dem Original ja des öfteren nachgesagt), viele Nutzer schalteten aus diesem Grund ja einen Booster davor, um diese Schwäche zu kompensieren. Hier ist aber alles in Butter, selbst bei höheren Lautstärken bleibt der Sound frequenzmäßig sehr ausgeglichen. Nach Betätigen des NORMAL/FAT-Buttons erzeugt dann der Amp erste harmonische Verzerrungen, Humbucker-bestückte Gitarren können hier sogar schon die ersten Riffs braten. Der Sound wird dann sehr voll und voluminös, die Lautstärke ist trotz der nur bescheidenen Leistungsabgabe von lediglich 22 Watt dennoch kraft- und druckvoll genug, um sich auch im Proberaum oder auf der Bühne durchzusetzen. Und der Super-Sonic 22 besitzt dabei eine Dynamik, die nicht nur den Spieler in Begeisterung versetzen kann.

Nach dem (leider mit einem hörbaren Knacksen verbundenen) Umschalten in den Burn Channel fährt der Super-Sonic 22 dann fast alle Register und Facetten von Distortion-Sounds auf. Egal ob nur leicht crunchig oder schon derbst metallisch, mit den zwei Gain-Reglern bietet der Amp eine breite Anzahl an verzerrten Sounds, ohne das von vielen Fender-Amps bekannte „harsche“, ja manchmal sogar „schneidende“ Klangbild. Der Equalizer arbeitet vorzüglich und lässt etwaige Frequenzkorrekturen schnell zu einem guten Ergebnis führen. Der Ton bleibt selbst bei den höchsten Verzerrungen immer noch sauber, dynamisch und formbar. Und auch fast nebengeräuschfrei, was sich allerdings beim Beimischen der Accutronics Hallspirale ändert, denn das Signal wird dann leider doch etwas verrauscht. Aber Vintage-Fans dürfte das wohl kaum oder gar nicht stören. Und alle anderen können sich ja des integrierten Effektweges bedienen, um dort ihr studiotaugliches Reverb einzuschleifen.

Fazit

Ein Fender-Amp zum Verlieben. Mit dem Super-Sonic 22 präsentiert Fender einen extrem vielseitigen Verstärker, der selbst Kritikern, die bisher wegen der doch eher schwächlichen Distortion-Sounds von Fender-Verstärkern die Nase rümpften, ein deutliches Contra geben wird. Neben den gewohnt hochwertigen, cleanen Sounds vom Schlage eines DeluxeReverbs oder des legendären Bassman-Verstärkers bietet der Super-Sonic 22 nämlich eine absolut ernstzunehmende Auswahl an Distortion-Sounds, die sowohl den Blueser (als klassisches Fender-Klientel) als auch Musikern mit gehobenen Ansprüchen an verzerrten Klängen absolut zufriedenstellen dürfte.

Der Amp ist weiterhin sehr gut verarbeitet und entwickelt zudem einen so großen Schalldruck, dass er sich auch ohne Probleme im Bandgefüge und/oder auf der Bühne durchsetzen wird.

Minuspunkte? Klar, zwei Dinge gäbe es noch zu verbessern. Da wäre zum einen das Rauschen beim Zumischen des Hallsignals und zum anderen das nervige Knacken beim Umschalten zwischen den Kanälen. Aber das trübt das Bild eines wirklich gelungenen Röhrenamps nur wenig!

Plus

  • Soundvielfalt
  • Verarbeitung
  • Fußschalter im Lieferumfang
  • Effektweg per Fußschalter zuschaltbar

Minus

  • Hall rauscht
  • Umschaltknacken beim Kanalwechsel

Preis

  • UVP: 1307,- Euro
  • Straßenpreis: 1099,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    m.muenster  AHU

    Danke Dir für den Test, Stephan! Finde die Supersonics machen den schönsten Overdrive von allen jemals gebauten Fender-Amps. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Prosonic, der wie ein Düsenjäger kreischte, dass einem die Ohren abfielen. Hier hat Fender endlich mal was dezugelernt.

    Grüße!

    MM

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