Test: Fender The Bends, Effektgerät

14. August 2018

Fenders kleiner Signalverbieger

Fender The Bends

Fender legt nach: Diesmal gibt es den Fender The Bends Kompressor für einen moderaten Preis. Man darf gespannt sein – immerhin konnte die bisherige Menge des neuesten Outputs durchaus überzeugen, wie z.B. der Level Set Buffer oder der Santa Ana Overdrive.

Kompressoren – die vielfach geschätzte Geheimwaffe für Gitarristen. Iterationen und Varianten live-tauglicher Fußtreter-Kompressoren gibt es wie Sand am Meer, da fällt es einem durchaus schwer, die Übersicht zu behalten. Die Preisklassen variieren zwar nicht so stark wie bei Modulationseffekten, Reverb- oder Delay-Pedalen, aber auch hier kommt es vor, dass eine Firma einen Kompressor für mehrere hundert Euro auf den Markt wirft. Fender hat im Zuge der Flut an Pedalen, die sie in den letzten Wochen auf den Markt geworfen haben, nun also auch einen Kompressor in der mittleren Preisklasse in petto, der eine nähere Betrachtung verdient.

Für viele Gitarristen ist die Frage nach dem Kompressor eine Grundsatzfrage – entweder man lässt ihn durchgehend an, tweakt ihn hier und da für einzelne Songs, für andere Gitarristen ist ein Kompressor jedoch eine selten aufkommende, aber nicht unwichtige Geheimwaffe. Grundsätzlich gilt, dass Geräuschreduktion und eine unaufdringliche Akzentuierung, das sogenannte „Squeeze“ äußerst beliebt sind. Es gibt nicht wenige Kompressor-Pedale, die das Signal regelrecht auspressen können. Was Fender hier abliefert, fällt eher in die „unaufdringliche“ Kategorie. Der Fender The Bends ist ein ungemein geschmackvoller, ansprechend designter Kompressor für nicht mal 100 Euro. Schauen wir uns das gute Teil also mal an!

Fender The Bends – Facts and Features

Fender The Bends

Mitgeliefert wird leider kein Netzteil – mit einem herkömmlichen 9-Volt-Adapter sollte man hier jedoch bedient sein. Das mattschwarze Design ist elegant, die Maße dürften mit 125 x 80 x 63 mm als kompakt durchgehen. Die IN-/OUT-Buchsen sind stabil verarbeitet, nichts wackelt oder wirkt schlampig zusammengesetzt – bei diesem Kaufpreis keine Selbstverständlichkeit. Ein eher untypisches Feature dürfte der LED-Schalter sein, der aber hier durchaus sinnvoll ist. Auch wenn die dunkelblauen Leuchten der Potis geschmackvoll sind, brennt die Aktivierungs-LED unnötig grell, aber das ist zu verschmerzen. Folgende Potis befinden sich auf dem Gerät:

  • Drive erlaubt es, die Intensität der Kompression einzupendeln. Im Maximum ist der Squeeze jedoch nie so extrem, dass er das Signal quasi nahezu abwürgt, sondern delikat und klar wahrnehmbar.
  • Recovery stellt die Zeit ein, die das Signal braucht, um abzuklingen. Hier sind die Auswirkungen der Einstellungen jedoch stark abhängig vom Equipment, das man benutzt. Grundsätzlich ist es so, dass Strats „lebendiger“ auf Kompression reagieren als beispielsweise eine Paula – The Bends bildet hier keine Ausnahme.
  • Blend regelt das Dry/Wet-Verhältnis zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Signal. Durchaus sinnvoll und inzwischen auf den meisten Kompressor-Pedalen zugegen, ist der Regler hier aufgrund des eher unaufdringlichen Charakters des Pedals zunächst nicht so naheliegend. Probiert man aber ein bisschen rum, stellt man schnell fest, dass dieses Poti speziell für angezerrte Klänge sehr geeignet ist.
  • Level regelt die Lautstärke des ausgehenden Signals und ermöglicht es, die Signalstärke anzuheben.

Insgesamt sind Facts und Features hier also relativ übersichtlich, aber das dürfte bei einem Kompressor dieser Preisklasse nicht sonderlich überraschen. Die grundsätzlich unterschiedliche Art und Weisen, wie Humbucker und Singlecoils auf Komprimierung reagierten, spielen auch hier mit rein: Die Beispiele wurden mit einer Schecter aufgenommen, die mit Brimstone-Tonabnehmern ausgestattet ist, die in den Singlecoil-Modus versetzt werden können.

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