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Test: Ferrofish Pulse 16 MX, AD/DA-Wandler

7. Mai 2018

Wie ein Fisch im Wasser

ferrofish pulse 16 mx

Allzu lange ist der deutsche Hersteller mit den markanten Rackohren noch nicht am Markt. Ferrofish entwickelt und baut in Linz am Rhein vorwiegend Konverter. Dass sich auch ein Orgelexpander im Portfolio befindet, ist der Historie geschuldet. So wurden nach dem Ende des Audio-Pioniers Creamware einige Produkte weitergeführt. Unter anderem wurde der bekannte und beliebte Creamware A 16 Konverter als A 16 MKII aktualisiert und neu aufgelegt. Der Pulse 16 führt die Geschichte nun weiter, mit der Version Ferrofish Pulse 16 MX ist nun serienmäßig eine MADI-Schnittstelle verbaut, die bisher schon optional zu ordern war.

Konzept

Der Pulse 16 MX ist ein AD/DA-Wandler, der zunächst einmal 16 Kanäle von analog auf ADAT und zurück anbietet. Die analogen Ein- und Ausgänge stehen komplett einzeln mit symmetrischen Klinkenbuchsen zur Verfügung. Um auch bei höheren Abtastfrequenzen alle Kanäle übertragen zu können, ist der Pulse 16 mit vier ADAT-Paaren ausgestattet. Hinzu kommt eine digitale MADI-Schnittstelle, deren Umfang und Möglichkeiten wir uns weiter unten ansehen.

ferrofish pulse 16 mx

Zur Wordclock-Synchronisation finden sich die BNC In- und Out-Buchsen, auch MIDI ist mit zwei Buchsen vertreten.

Gesteuert wird der Ferrofish Pulse 16 MX mit einem Menütaster und einem Select-Drehpoti, die Anzeigen werden über zwei kleine TFT-Displays visualisiert. Zum Abhören der Signale ist auf der Vorderseite ein Kopfhöreranschluss vorhanden. Ein Power-Button, flankiert von einer recht hellen LED, vervollständigt die Ausstattung

Die Frontseite

Lieferumfang und Verarbeitung des Ferrofish Pulse 16 MX

Neben dem 19“ Gerät enthält der Umkarton ein 12 Volt Netzteil, das mittels Schraubverbindung sicher am Gerät arretiert wird. Mit dabei auch zwei DIN A5 Bedienungsanleitungen in Deutsch und Englisch. Auch ein MADI-Kabel mit ca. 180 cm Länge wird beigelegt. Zum Schluss brfinden sich noch vier aufklebbare Gummifüße in der Verpackung.

Auch ein MADI-Kabel ist schon mit dabei

Das 1 HE Gehäuse des Ferrofish Pulse 16 MX ist aus richtig dickem Stahlblech mit seitlichen Lüftungsschlitzen gefertigt, auch die Alufrontplatte ist ausreichend stabil. Die kontrastreichen Displays lassen sich sehr gut ablesen. Schalter und Poti arbeiten sauber; sehr schön ist, dass der Hersteller dem Gerät einen Power-Button auf der Vorderseite spendiert hat.

Einfache und übersichtliche Bedienung, 1 Poti, 1 Button, 2 Displays

Das Handbuch gibt es auch online als PDF, es entspricht der Papierform. Nicht auffindbar ist hier aber die im Handbuch erwähnte Remote-Software für den Konverter. Eine kurze Nachfrage beim Hersteller verweist auf einen baldigen Veröffentlichungstermin.

Leistung des Ferrofish Pulse 16 MX

Das Pulse 16 MX basiert auf dem ursprünglichen Pulse 16 ohne MADI-Anbindung. Die 16 analogen Ein- und Ausgänge können jeweils auf ADAT gewandelt werden. Für Samplefrequenzen über 48 kHz werden dafür alle vier ADAT-Schnittstellen benötigt, somit arbeitet der Konverter bis 96 kHz mit voller Kanalzahl. Durch die MADI-Option können die ADAT-Schnittstellen nun auch bis 192 kHz genutzt werden, dann stehen pro ADAT-Buchsenpaar 2 Ein- und Ausgänge zur Verfügung.

Die analogen Ein- und Ausgänge als Klinkenbuchsen, 4 ADAT-Paare, 1x MADI

Die MADI-Schnittstelle selbst bietet unter SMUX/1 bis 48 kHz 64 + 64 Kanäle, die sich bei SMUX/2 (bis 96 kHz) auf 32 + 32 und bei der Auflösung bis zu 192 kHz unter SMUX/4 auf 16 + 16 reduzieren.

Im Routing-Menü lassen sich nun alle Ein- und Ausgänge, analog wie digital, in 8er Blöcken frei zuteilen, also z.B. auch von ADAT zu MADI. Auch eine Kaskadierung von mehreren Pulse (Pulsen? Pulses?) ist möglich.

Die Routing-Matrix

Zur Wordclock-Steuerung kann der Pulse 16 MX als Master oder Slave agieren. Dazu befinden sich auf der Rückseite ein BNC-Pärchen. Aber auch ADAT oder MADI können zur Synchronisation verwendet werden. Die Einstellungen dazu mit der Auswahl der Samplefrequenz werden im Menüpunkt CLOCK getroffen.

Über die MIDI-Buchsen lässt sich der Pulse fernsteuern, wenn dann die Remote-Software zur Verfügung steht. Dabei lässt sich auch ein in den MADI-Datenstrom eingebundenes MIDI-Signal auf die MIDI-Buchsen routen.

Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Armin,

    mir scheinen die SC/LC LWL Stecker nicht sonderlich robust, flexibel auf starr sollte immer besonders abgesichert sein. Knickschutz, Zugentlastung. Inbesonders bei Kleb und Steckverbindungen. Die Dinger brechen mal gerne weg. Und das maximale Gewicht von max. 64*~1m Kupferkabel im Rack reicht um die Kupplung zu brechen. Da gibts vom Kabel und den Verbindern her, bessere Qualitäten.

    • Profilbild
      midifail

      Naja, das sind stinknormale Lwl-Verbinder aus der Netzwerkecke.
      Sowas ist in jedem größerem Netzwerkschrank verbaut.
      Die Kabel sind günstig und gut verfügbar.
      Toslink-Kabel sind da deutlich (!) fragiler…

      Bei dem Anspruch würd ich mir eher Sorgen um das externe Netzteil machen.

      Für den aufgerufenen Preis finde ich das absolut in Ordnung.

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        TobyB  RED

        Hallo Midifail,

        ich hau sowas nicht ohne Grund raus ;-) Exakt diese Ausführung ist nach vier Wochen in einem Netzwerkschrank gebrochen. Der Fehler, der Rittalschrank war für tiefe 120 cm 19″ Pizzableche konfiguriert. Das hatte zur Folge das die Tür gegen die Knickschutztülle drückte und exakt am Übergang fest auf beweglich ein Ermüdungsbruch auftrat. In der Folge zickte ein Core Switch rum und die LAN Performance ging gegen 0b/s. In Folge dessen wurden 12 Verteilungen geprüft und umgebaut, diese Kabelausführung(4.95€) wurde durch eine wesentlich robustere ersetzt für 13.95€. Schaden, Produktionsausfall einer kompletten Förderstrecke und 3284€ für Umbau der Schränke.

        Und in einem Studio oder Live Rack ist sicher noch weniger Platz, ich hab jedenfalls noch kein 180cm hohen Rack auf Rollen gesehen. Insofern habe ich hier bedenken.

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          Armin Bauer  RED

          Hi Toby,

          vielleicht war´s dann ja einfach der falsche Schrank, Türen sollten nie auf Stecker drücken, da ist doch der Ausfall vorprogrammiert, früher oder später, stabil oder fragil.
          Ich hatte letztes Jahr auch einen Fall, hatte eine PA für 2 Wochen vermietet, die Anwender haben das CAT-Core über einer Tür zur Musikergarderobe verlegt. Irgendwann hat das nach gegeben und wurde eingeklemmt. Ergebnis: Jede Aufführung mehrere kurze Ausfälle. Wer ist da schuld? Das Kabel, weil es hätte ja robuster sein können oder derjenige, der es suboptimal verlegt hat?

          Grüße
          Armin

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            TobyB  RED

            Hallo Armin,

            Beide :-) Die Anforderung wurde nicht geprüft und das Material war dafür nicht ausgelegt. Hier hab ich jeden Falls einen Satz heiße Ohren verteilt. Weil ich wird schon klappen und wird schon halten gar nicht mag. Und auf der Bauzeichnung war eindeutig ausgeführt 19″ Rack 150HE Einbautiefe Rackschienen 80cm.

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              Armin Bauer  RED

              Kann dich da sehr gut verstehen. Wir sanieren gerade unser Haus und ich hätte den Vorbesitzer, seines Zeichens Installateur, schon -zig mal an die Wand klatschen können.
              Da kommt man aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.

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                TobyB  RED

                Klassische Nullung gefunden… Schwarz, Blau und Braun verwechselt. Kreuzschaltung falsch aufgelegt, Grüngelb nicht aufgelegt. Potential zwischen Erde und Nullpunkt. Kabelquerschnitt zu gering. Usw. Welches Schweinderl hättens denn gerne? Wer auch immer den Bestandsschutz in die VDE 0100 und TGL200-0602 rein diskutiert hat, sollte sich im sibirischen Winter als 16^2 Kupferkabelbieger verdingen. Ich kenne viele Installateure, da schüttel ich auch immer mit dem Kopf.

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                  Armin Bauer  RED

                  Rede von Gas, Wasser, Scheiße, wenn ich dran denke, dass der Kandidat Gas-Installationen abnehmen darf, wird mir übel. Seine frisch installierte Wasserleitung zum Badezimmer hat die Nachfolgefirma direkt wieder raus gerissen und war nur schwer davon abzubringen die Innung zu informieren.
                  Strom haben mir meine Jungs direkt lahm gelegt, der obere Stock z.B., Büro/Studio war zweiadrig auf einer Sicherung. Garage wird im Moment Freileitung über den Hof versorgt, bei „geht hier 3-adrig los und kommt da hinten zweiadrig an“ haben die Jungs nicht mit gespielt. Indoor-Dosen und -Schalter im Außenbereich fanden sie auch nicht so lustig…
                  Ein Gutes hat die Sache, ich rege mich inzwischen einfach nicht mehr auf, macht ja keinen Sinn, ich bessere halt aus.

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                    TobyB  RED

                    Autsch. kommt mir bekannt vor. Das Gute ist, irgendwann ist es fertig. Und dann hast du viele lustige Geschichten für Parties. Aufregen bringt nichts, macht nur Falten und Alt. :)

  2. Profilbild
    midifail

    Ich habe eine Frage zum Thema Routing:
    Verstehe ich das richtig, dass man neben den 16 analogen I/Os auch alle vier Adat-Ports separat auf die Madi-Schnittstelle routen kann?
    Fallbeispiel: Ich habe den Ferrofish per Madi an meinem Rme Ufx+ und habe dann 16 analoge I/O und 32 digitale I/Os via Adat zusätzlich zur Verfügung?

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Dafür zitiere ich einfach Jürgen Kindermann von Ferrofish:

      Die 64+64 MADI Kanäle kann man recht vielseitig nutzen:
      – Man kann mehrere Pulse16MX hintereinander schalten, in den Settings gibt man dabei die Position des jeweiligen Gerätes für den Delayausgleich an.
      – Man kann in 8er Gruppen frei zwischen analog/ADAT/MADI routen, also z.b. auch ein ADAT Gerät an die Pulse anschliessen, und dieses in den MADI Strom mit einbinden. Die Pulse16MX hat ja 4 komplette ADAT Ports für ummerhin 32 ADAT Kanäle, so dass man mit einem Gerät immerhin schon 48 Kanäle sinnvoll füllen kann.
      – Bei höheren Frequenzen halbiert/viertelt sich ja die Zahl der MADI Kanäle, die Pulse16MX kann bei MADI bis zu 192kHz arbeiten (die Pulse16 ohne MADI geht „nur“ bis 96kHz).

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