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Test: Fluid Audio SRI-2, Audiointerface und Monitorcontroller

Einsatz des Fluid Audio SRI-2

Die Einbindung in die DAW gelingt beim SRI-2 von Fluid Audio auf Anhieb. Unter OSX werden keine extra Treiber benötigt, Windows User finden diese auf der Website des Herstellers. Cubase 9.5 erkennt das SRI-2 ohne Weiteres und zeigt eine Roundtrip-Latenz von 5,8 ms (bei 32 Samples) an. Damit ließ sich im Test auch ohne Probleme arbeiten.

fluid audio sri-2

Technisch gesehen erlaubt das Fluid Audio SRI-2 Wandlungen mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Der Klang ist für ein 200,- Euro Audiointerface samt Monitoringsektion sehr gut. Der Dynamikbereich liegt bei 104 dB (Eingänge) bzw. 102 dB (Ausgänge). Mit einer maximalen Signalverstärkung von 40 dB (Mic) liegt das SRI-2 leider nur im unteren Mittelfeld, das könnte vor allem bei dynamischen Mikros recht schnell eng werden. Vor allem, weil das Rauschen der Preamps auf den letzten Reglerbewegungen deutlich zunimmt.

Über die Power des Kopfhörerverstärkers kann man beim SRI-2 nur staunen. Wie von Fluid Audio bereits angepriesen, hat dieser tatsächlich viel Kraft und versorgt alle während des Tests genutzten Kopfhörer (Shure SRH940, Sennheiser HD660S, Focal Listen Professional) mit ausreichender Signalstärke.

fluid audio sri-2

Gewöhnungsbedürftig ist die Art und Weise, wie das Fluid Audio SRI-2 hinsichtlich des Abhörens der Eingangskanäle vorgeht. Im Normalbetrieb ist das SRI-2 so geroutet, dass Eingangskanal 1 auf dem linken Kanal des Kopfhörers/Hauptausgangs ausgegeben wird, Eingangskanal 2 entsprechend nur auf der rechten Seite des Stereokanals. Durch Drücken der SUM-Taste werden die beiden Eingangskanäle zusammengemischt und als Monosignal auf beiden Main-Ausgängen (links und rechts) ausgegeben. Dies betrifft jedoch nur die Abhörsituation. Über den USB-Port werden stets zwei getrennte und damit auch getrennt voneinander aufnehmbare Signale an die DAW geschickt.

Fluid Audio erklärt diese Vorgehensweise so, dass wenn man das SRI-2 stand-alone bei einem Auftritt nutzt, lassen sich so die Eingangskanäle 1 und 2 (beispielsweise Gesang und Gitarre) getrennt voneinander zu einem Mixer ausführen. Wobei der Stand-Alone-Modus ein klarer Pluspunkt ist.

Die Arbeit mit dem Fluid Audio SRI-2 geht dank der durchdachten Hardware schnell von der Hand. Alles wird direkt am SRI-2 erledigt, kein Software-Editor o. ä. wird hierfür benötigt. Das macht das Arbeiten schnell und intuitiv. Klanglich kann das SRI-2 überzeugen, sowohl Aufnahmen als auch das Abhören erfolgt in guter Qualität. Das Signal ist druckvoll und klar, für Home- und Projektstudios allemal ausreichend.

fluid audio sri-2

Was gibt es beim Fluid Audio SRI-2 zu kritisieren?

Wie aus dem bisherigen Teil herauszulesen ist, bietet der SRI-2 für einen aktuellen Preis von 199,- Euro u. a. eine solide Verarbeitung und einen guten Sound. Ein Kritikpunkt am SRI-2 ist das Fehlen jeglicher Markierungen. Egal ob Gain- oder Volume-Regler, hier sollten meiner Meinung nach Markierungen vorhanden sein, damit Einstellungen reproduzierbar sind. Das ist so leider nicht möglich.

fluid audio sri-2

Da das SRI-2 eben Audiointerface und Monitorcontroller in einem ist, hätten ihm eine Mute- und/oder DIM-Funktion gut zu Gesicht gestanden. Denn so muss man stets die Lautstärke komplett herunterregeln, womit wir wieder beim Punkt der fehlenden Markierungen zur Reproduktion der vorhergehenden Einstellung wären. Schade, hier lässt Fluid Audio leichtfertig Punkte liegen. Alle Nutzer, die am SRI-2 nur ein Monitorpärchen betreiben, können sich mit dem Umschalten von Speaker A auf Speaker B behelfen. Langfristig sollte Fluid Audio hier aber nachbessern und spätestens in Version 2 des SRI-2 solch eine Funktion implementieren.

Der auf 40 dB limitierten Gain-Aufholung sollte man sich vor dem Kauf bewusst sein, das könnte mit einigen Mikrofonen knapp werden.

fluid audio sri-2

Fazit

Das Fluid Audio SRI-2 ist eine gute Kombination aus Audiointerface und Monitorcontroller. Das erste Audiointerface des ansonsten für Studiomonitore und Subwoofer bekannte Unternehmens ist ein würdevoller Einstieg in dieses Marktsegment. Hierbei auf eine Kombi aus Interface und Monitorcontroller zu setzen, ist clever, denn hier tummeln sich bisher kaum andere Hersteller.

Mit XLR/TRS-Anschlüssen, einem regelbaren Kopfhörerverstärker, ausreichend Bedienelementen und der Möglichkeit, das SRI-2 auch unter iOS und stand-alone zu nutzen, gestattet das Fluid Audio SRI-2 zahlreiche Einsatzgebiete und macht dabei eine sehr gute Figur.

Kritik muss das SRI-2 lediglich für die recht überschaubaren Gain-Aufholung und die fehlenden Markierungen der Potis/Regler einstecken. Weitergehende Features wie Mute/Dim-Funktion wären schön gewesen, gehen im Angesicht des Preises aber in Ordnung. So stehen am Ende zwei von drei Sternen als Bewertung.

Plus

  • alle Tasten sind hintergrundbeleuchtet
  • Verarbeitung
  • Stand-Alone-Betrieb
  • Kopfhörerausgang

Minus

  • keine Markierungen an Potis/Volume-Regler
  • nur 40 dB Gain Aufholung (Mic)

Preis

  • Ladenpreis: 199,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Aldesacht  

    Feiner Test, nach dessen Lektüre und meiner positiven Überraschung über die grad gekauften Fluid F5 fürs Studio B ich das SRI-2 glatt bestellt hab.

    Nach anfänglicher Begeisterung über Schönklang, Wertigkeit und Haptik kam aber schnell die Ernüchterung und das Ding ging beteits am 3. Tag Retoure, meine Beanstandungen waren:

    – Unregelmässiges leises Knistern im Kopfhörerweg.

    – Main Ausgang ist links lauter als rechts.

    – Hin und wieder Abmeldungen beim Wechseln der Samplerate mit Logic Pro X, reprodizierbar auf zwei verschiedenen Macs, das war dann das engültige K.O.

    Mein Fazit hier: Neues schickes Interface, aber leider noch instabil und im inneren unausgereift. Alles andere sah ich dann als gutes Mittelmaß in Top Hardware, aber im Direktvergleich zum Aphex In2 waren dann beim SRI-2 alle Leistungen und Klangergebnisse dann doch eher deutlich drunter.
    Alx

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