Test: Focusrite iTrack Dock, Audiointerface für iPad

Angeschaut: Die Technik

Auf der Inputseite besitzt das iTrack Dock zwei Kanäle: Input 1 mit zwei Klinkenbuchsen für (wahlweise) Line- oder Instrument-Signale (wie Gitarre oder Bass) sowie einer XLR-Buchse für das Mikrofon (oder für Instrumente mit XLR-Stecker), Input zwei mit Line und Mikro-XLR. Über einen Schalter lassen sich +48 V Phantomspannung für Kondensatormikrofone dazugeben – allerdings dann „nur“ für beide Kanäle gleichzeitig; eine unterschiedliche Bestückung ist nicht möglich. Dabei hat der Line-Eingang immer Vorrang vor dem MIC-Eingang, der Instrument-Eingang Vorrang vor allen anderen. So lassen sich zwar alle Eingänge gleichzeitig bestücken, aber nur je einer kommt dann auch an.

Die Anschlüsse des iTrack Dock

Die Anschlüsse des iTrack Dock

Der Eingangspegel wird über zwei gummierte Drehregler auf der Gehäuseoberseite geregelt. Die sind von einem LED-Kranz – dem „Gain Halos“ – umgeben, der komplett grün leuchtet, wenn alles ok ist, dann in orange übergeht, wenn es in die Gefahrenzone geht und schließlich  eben rot, wenn der Pegel zu hoch ist. Anzeige per Farbwechsel statt neue LED-Glieder – ein praktisches Konzept.

Zum latenzfreien, direkten Abhören der Eingänge – also ohne Umweg über das iPad – gibt es einen „Direct Monitor“-Taster. Der dann auch deutlich rot leuchtet, wenn er aktiviert wurde. Eine nützliche Sache, wenn man den Unterschied zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Signal kontrollieren will. Dabei sollte man aber darauf achten, dass im App der Eingang nicht auf den Ausgang geroutet ist, sonst bekommt man die doppelte Dröhnung mit Echo.

Die Dock-Controls

Die Dock-Controls

Apropos abhören: Natürlich hat das Dock auch einen (regelbaren) Kopfhörerausgang. Der befindet sich an der rechten Seite, ist also meist leicht zugänglich. „Meist“, weil iPads jenseits des iPad Mini ja über den rechten Rand herausstehen, da wird das Einstöpseln dann etwas fummelig – sollte man also vorher erledigen.

Als Ausgänge finden sich zwei symmetrische 6,35 mm Klinkenbuchsen mit maximal +10 dBu Ausgangspegel. Daran lassen sich Aktivlautsprecher oder eben Verstärker oder Mischpult anschließen. Die Ausgänge werden gemeinsam über einen großen Monitor-Knob geregelt; getrenntes Pegeln ist nicht vorgesehen, aber auch nicht notwendig. Das erledigt man dann bei Bedarf eh in der gerade laufenden App oder eben im angeschlossenen Mischpult oder Amp – oder zu Not an den Boxen selber. Reicht also völlig aus.

Über eine USB-Buchse (Typ A) lassen sich MIDI-Controller anschließen, um die Apps auf dem iPad zu steuern. Da an der Buchse eine Versorgungsspannung von 5 V (max 500 mA) anliegt, kann beim Controller in vielen Fällen über eine zusätzliche Stromversorgung verzichtet werden. Da freut sich die Steckdosenleiste. Focusrite hat auf seiner Website eine Liste mit getesteten Controllern. Darunter befinden sich – neben der Novation-Produktpalette unter anderem auch Geräte von Akai, M-Audio und Alesis. Als nicht kompatibel bekannt sind bisher der Microkey und der MS20ic von Korg.

Eine praktische Sonderfunktion hat die Power LED: Die nämlich blinkt, wenn ein iPad angeschlossen wird – und leuchtet erst dann durchgehend, wenn die Verbindung zwischen den beiden Geräten aufgebaut wurde. Auch der Anschluss eines USB-MIDI-Gerätes wird mit einem (etwas anderen) Blinken angezeigt. So kann man schon mal etwaige Fehlerquellen ausschließen, falls es mal nicht so läuft wie es sollte.

Forum
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    vssmnn  

    Ob da so ein einfaches Standard Midi to USB Interface-Kabel direkt dran läuft?
    Gibts für 15 Euro und würde es ermöglichen, alte Keyboard Peripherie zum Einspielen zum Laufen zu bekommen, genauso, wie man es am Rechner nutzt.

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      m.steinwachs  RED

      Kann ich leider aktuell nichts zu sagen – mangels passendem Kabel. Aber ich werde die Frage mal an den Hersteller durchreichen, vielleicht weiß der ja mehr.

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      richard  AHU

      Am Ipad selber läuft so was, mittels Cammera Conection Kit, sollte über das Focusrite theoretisch auch gehen.

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        TobyB  RED

        Hallo Richard,

        ich würde es im Laden ausprobieren, bei diesen Docks und USB MIDI meinen die Hersteller oft das es reicht halbes MIDI zu implementieren, beim Alesis IO Dock kommt kein SysEX raus(hoffentlich wurde das mal gefixt), das Behringer bringt zwar SysEx raus, dafür sind die Audioeigenschaften nicht eben audiophil. Deshalb entschied ich mich für das iconnectivity 4+ und bin unabhängig vom Formfaktor des IPads. Entscheidend ist was dann gebraucht wird und was wichtiger ist. Mir war Midi wichtiger und das Audiopasstrough ist eine coole Zugabe.

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          richard  AHU

          Hallo Toby FB, ja sicher da geb ich dir recht. Ich wäre mir bei den ganz günstigen USB to Midi Kabeln eh nicht so sicher bei allem was über Note On/Off und Tempo sync. hinausgeht.

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    vaneyk

    Ist es eigentlich möglich, eine Sequenzer Software auf dem Ipad zu installieren, und via Midi z.B. einen Virus Ti anzuschließen, um dann auf dem Ipad die Midi-Spuren einzuspielen, statt immer den PC anzuschalten? Kann man das Ipad auf diese Weise als „Notizbuch“ nutzen?

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      richard  AHU

      Sofern du mit „Virus“ jetzt nicht meinst das du nen TI über die Bordeigene USB-Schnittstelle anschließen möchtest (weiß nicht ob das geht) funktioniert das schon. Ich hab hier z.b das Lexicon Omega Audiointerface für Audio und Midi (das läuft auch mit dem I-pad) und „Genome“ als Midi Sequencer auf dem Ipad und kann so problemlos Hardware sequencen.

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        TobyB  RED

        Hallo Beide,

        ich würd mich nicht drauf verlassen, das der Access Virus via USB und CCK Midi empfängt, aber einen versuch ist es wert. Die von Richard vorgeschlagene Methode und Gemone funktioniert super, nur das ich eben iconnectivity 4 benutze. Für deinen Fall würde ich entweder CCK oder ein Mobiles Midi Interface benutzen, Line6 oder iRig.

        Grüße

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    vaneyk

    Danke für die Antworten!
    Gibt es denn keine „vollwertigen“ Sequenzer für das iPad? Also nicht nur Pattern basierte?

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      TobyB  RED

      Hallo vaneyk,

      Da gibts etliche mehr oder minder umfangreiche, such mal nach dem von Richard erwähnten Genom, oder NordBeat2.

      ToB

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    vaneyk

    Genom ist doch wieder Pattern basiert.
    Ich möchte den Sequenzer auch nicht benutzen um Beats zu programmieren, sondern um ein Midikeyboard anzuschließen, und so mehrere Spuren einzuspielen, damit ich nachts nicht immer den Raum wechseln und den PC hochfahren muss.
    Und da habe ich noch kein Sequenzerprogramm für gefunden…

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      TobyB  RED

      Hallo Vaneyk,

      Garageband,Yamaha Mobile Sequencer, Cubasis, Studio.HD, gib einfach mal im iTunes Store ein was du brauchst. CCK und Co hast Du hoffentlich? Da du mit dem PC arbeitest ist Garageband für dich eigentlich raus, macht nur Sinn, wenn du Garageband/Logic auf dem Rechner(nur MacOSX) auch hast. mit Yamaha Mobile Sequencer ist deine Interoperabilität am ehesten gewährleistet, da es Midi Files exportieren kann, die Bedienung ist sehr Yamaha like. Cubasis und Studio HD kenne ich nicht.

      Grüße

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    vaneyk

    Vielen Dank für die Antworten!

    Es ist aber noch nicht genau das, was ich suche. Ich möchte gerne das Ipad als Ersatz nehmen für die Synthesizer, die keinen internen Sequenzer haben. D.h. die Sounds der Hardware Synthesizer sollen genutzt werden, und nicht die mit den Ipad Sequenzern mitgelieferte interne Klangerzeugung. Oder anders: ich möchte z.B. Den Virus Ti mit dem Ipad verbinden, und im Ipad dann mehrere Sequenzerspuren aufnehmen. So wie ich es beim Motif auch machen kann, wenn ich den internen Sequenzer ansteuere, um nicht immer den PC anmachen zu müssen. Aber wie gesagt möchte ich die Sounds der Hardwaresynthesizer nutzen und frei wie bei der Benutzung von Cubase oder Sonar einspielen können.
    Und das ist, glaube ich, so nicht möglich, oder?

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    TobyB  RED

    Hallo vaneyk,

    Yamaha Mobile Sequencer, Cubasis, Studio.HD sieh dir die bitte genauer an, alles was du möchtest kann z.B. der YMS, damit geht es definitiv, wenn der YMS auch nach etwas anderem aussieht. Es ist in erster Linie ein MIDI Sequencer. Midi Daten aufzeichnen, MIDI Daten bearbeiten, MIDI exportieren. Für Motif / Tyros Nutzer hat das Tool noch andere Goodies. Cubasis kann auch so einiges. YMS ist eher was für Leute die hinter die Yamaha Bedienlogik steigen, ich tue mich damit schwer. Mit dem YMS habe ich eine zeitlang meine Midi Klangerzeuger gesteuert, es geht, aber die Bedienung des Programms ist sehr Yamaha ;-)

    Grüße

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    Pfau_thomas  

    Wiso kann man solche geräte nich auch mit einem MIcrousbport anbieten ?
    dann könnte man sowas auch für die neuen Windows Tablets benutzen.

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