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Test: FOCUSRITE Midnight Plug-in Suite

Focusrite Midnight

21. Februar 2011

Focusrite hat einen legendären Ruf als Hersteller hochwertiger analoger Studiotechnik. In den letzten Jahren zog die Firma mehr und mehr in den digitalen Bereich und portierte ihren Sound in virtuell-analoges Outboard Equipment, wie der Liquid Reihe oder als Plug-in Suite für ProTools Nutzer.
Was liegt da näher, als den Programmcode auch in nativer Form für alle Plattformen zur Verfügung zu stellen? Hier ist die Midnight Plug-in Suite.

Midnight Plug-in Suite

Midnight Plug-in Suite

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In diesem Bundle werden die Module ISA110 Equalizer (hier Midnight EQ) und ISA130 Kompressor (hier Midnight Compressor) emuliert, die zu den wichtigsten Hardware Entwicklungen des Unternehmens gehören. Diese Module wurden in den 80er Jahren entwickelt und unter anderem in den großen Forté Konsolen verbaut. Auf den Schaltkreisen dieser Module wurden später die Modelle der RED Reihe und weitere ISA Modelle, wie 220 oder 430 entwickelt, die aus der professionellen Studiotechnik nicht wegzudenken sind.

MIDNIGHT EQ

Im ISA110 Equalizer wurde ein einfaches, wenn auch kostspieliges Schaltungsdesign zur elektronischen Klangformung in Form eines 6-Band Equalizers mit Shelvingbändern eingesetzt.
Während die meisten EQs nach Shelving-Konstruktionen mit variablem Widerstand und fester elektrischer Kapazität arbeiten, nutzt das Focusrite  Design variable Widerstände für die Verstärkung und variable Kapazitäten für die Einsatzfrequenz. Durch diese Konstruktion entsteht keinerlei Interaktion zwischen den Bändern, was einen ziemlich exakten Eingriff bei der Frequenzkorrektur zulässt. Bässe, Mitten und Höhen lassen sich so sehr präzise korrigieren und anpassen.

Midnight EQ

Midnight EQ

Die sechs Bänder teilen sich auf in:

2 Hoch- und Tiefpassfilter mit variabel einstellbaren Grenzfrequenzen
2 Shelving EQ für Bass und Höhen mit variablen Grenzfrequenzen
2 vollparametrische Bänder für untere und obere Mitten, letzteres arbeitet bis 18kHz.

Die Verstärkung bzw. Absenkung pro Band liegt bei 16dB. Das Hochpassfilter arbeitet zwischen den Frequenzen 36Hz bis 330Hz, das Tiefpassfilter zwischen 3,9kHz und 16kHz. Neben einem Regler für die Ausgangslautstärke gibt es noch ein VU-Meter für den Ausgangspegel. Klanglich bekommt man von Midnight EQ eine Menge geboten. Die Frequenzen lassen sich präzise einstellen und bearbeiten. Seidige bis bissige Höhenanhebungen, bauchige Bässe und filigran einstellbare Mitten – alles ist machbar. Insbesondere der Mittenbereich lässt sich sehr umfangreich bearbeiten. Das Ganze klingt schön warm und dem analogen Vorbild ebenbürtig.

MIDNIGHT COMPRESSOR

Basierend auf dem erfolgreichen ISA130 kommt hier in einer schicken Verpackung ein einfach zu bedienender und gut klingender Softknee Compressor.
Die Bedienung zeigt keine Überraschungen, es sind die klassischen Parameter eines Kompressors. Nach dem Input Gain lässt sich der Threshold von -10dB bis -50dB einstellen. Ratio reicht von 1,5 bis unendlich. Die Attack Zeit wird nach „fast“ oder „slow“ geregelt, ohne Bezugsgröße. Die Release-Zeit beträgt 0,1 bis 4 Sekunden, es kann ebenso eine Programmautomatik aktiviert werden. Make Up Gain verstärkt das Ausgangssignal des Kompressors bis zu 40dB.
Mit Blend gibt es einen eher selten anzutreffenden Regler. Hier wird der Anteil von Originalsignal zu komprimiertem Signal bestimmt, um Parallelkompression zu erzeugen. Parallelkompression mischt Original- und komprimiertes Signal, um  Druck zu erzeugen und gleichzeitig Transienten zu erhalten. Das ist eine gute Idee und erspart das Doppeln von Spuren.

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Midnight Compressor

Midnight Compressor

Das linke VU-Meter des Midnight Compressor zeigt entweder das Eingangssignal nach dem Input Gain Regler oder wahlweise das Ausgangssignal nach dem Blend Regler. Im Input Mode wird mit Hilfe einer blauen „LED“ der Threshold Level angezeigt, so dass man schnell im Blick hat, ab wann der Kompressor arbeitet.

Als Softknee Kompressor greift das Plug-in erst mal eher sanft in das Material ein. Im Bereich des Schwellwertes reagiert es mit leichter Pegelabsenkung. Mit hoher Ratio und schnellen Attack-Zeiten lässt sich z.B. eine Bass Drum dann auch ganz ordentlich aufmotzen und kitzelt den Kick richtig schön heraus.

Leider gibt es keinen Sidechain Input, wie bei der Forté Suite für ProTools. Das wäre noch ein feiner Update-Wunsch.

GEMEINSAMKEITEN

Beide Plug-ins kommen in einem edel anmutenden Silber/Blau-Look mit einer analogen Haptik daher. Die VU-Meter unterstreichen diesen Aspekt dann noch mal. Man kann sich die Oberflächen auch als echte Hardware vorstellen, so schön sind sie gelungen.
Wichtiger ist natürlich der Klang – dieser ist bei beiden Modellen dem analogen Vorbild nachempfunden und für meinen Geschmack auch gut gelungen. Sehr präzise Eingriffe in die einzelnen Frequenzen und ein sehr wohlwollendes Verhalten des Kompressors sorgen in der Tat für ein gutes Gefühl, es mit vermeindlich analogem Sound zu tun zu haben.

Midnight Bundle gibt es in den Formaten VST (32/64 Bit), AU (32/64 Bit) und RTAS und ist somit für alle gängigen DAWs einsetzbar. Die Systemvoraussetzungen sind genügsam:

MAC OS
G4/G5 oder Intel Mac
Mindestens MAC OS 10.5

WINDOWS
Windows XP, Vista, 7 (x86 and x64)
Pentium 3
512MB RAM

Die Produktaktivierung geschieht online/offline über eine mitgelieferte Seriennummer und die Focusrite Website.

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Fazit

Die Midnight Plug-in Suite von Focusrite bietet legendären Sound zu kleinem Preis für ambitionierte Produzenten von Musik-, Sprach- und Gesangsaufnahmen. Auf Basis der berühmten Module ISA110 EQ und ISA130 Compressor emuliert Focusrite deren Sound in diesen beiden Plug-ins, die unter VST, AU und RTAS laufen. Meine Erwartungen an das Klangbild werden nicht enttäuscht. Der Kompressor arbeitet wohlwollend gutmütig mit viel Raum, bis er denn zupackt, und das tut er dann auch. Bei extremen Einstellungen bleibt jedem Material die Luft weg. Leider fehlt ein Sidechain-Input, den würde ich mir noch wünschen.

Der Midnight EQ liefert sehr feine Eingriffsmöglichkeiten in das Klangbild, besonders in den Mitten – dank der vollparametrischen Sektion. Aber auch die Höhen- und Tiefenbearbeitung geht gut von der Hand, die Grenzfrequenzen sind gut gesetzt und lassen sich gleichermaßen gut für Musik und Sprache einsetzen.

Focusrite Midnight Plug-in Suite ist eine Kaufempfehlung für diejenigen, die noch kein halbes Dutzend Analogemulationen auf  dem heimischen Rechnerpark ihr Eigen nennen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis empfinde ich als sehr gut.

Plus

  • klanglich wie die analogen Vorbilder
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • ansprechend schöne Optik

Minus

  • kein Sidechain-Input beim Midnight Compressor

Preis

  • UVP: 109,- Euro
  • Straßenpreis: 99,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder RED

    ditto. Bis auf das verzockte… ;)

    Das Focusrite Forte (nur RTAS) ist ziemlich gut,
    Auch wenn die GUI ne mittlere Katastrophe ist.
    Liquid Mix ist auch cool.

    Wohin Focusrite aber mit der Midnight und Scarlett Serie wollen ist mir aber auch noch suspekt.

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