Sammlerstück und außergewöhnlicher Player zugleich!
Der Fodera Emperor Standard Special 5 ist ein außergewöhnlich klingender und spektakulär aussehender Bass der New Yorker Edelschmiede. Er vereint eine grandiose Ästhetik mit perfekter Bespielbarkeit und einem außergewöhnlichen Sound, der vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft, aber definitiv ein Statement setzt.
Was ist es? Fodera Emperor Standard Special 5, handgebauter 5-Saiter-Boutique-Bass aus Brooklyn mit Buckeye-Burl-Decke und Mike-Pope-Preamp.
- Optik: Spektakuläre Buckeye-Burl-Decke und edle Hardware machen den Bass zum visuellen Statement.
- Bespielbarkeit: Asymmetrisches D-Halsprofil, perfekte Verarbeitung und extrem flache Saitenlage.
- Sound: Komprimierter, direkter Grundcharakter mit starkem Eigenprofil – ideal für Funk und Fusion.
- Elektronik: Seymour Duncan Dual Coils und flexibler 3-Band-Preamp von Mike Pope.
- Charakter: Kein klassischer Fender-Ton, sondern ein eigenständiger Boutique-Bass mit klarer Klangidentität.
Inhaltsverzeichnis
Fodera Emperor Standard Special 5 – Mythos Fodera
Unzählige Fakten und Fiktionen haben einen Mythos um Fodera erschaffen. Allein die Fertigung in Brooklyn, einem der Schmelztiegel von Kulturen aus aller Welt, ist etwas ganz Besonderes und hat ihren Anteil daran. Auch das Who’s who der Top-Bassisten, die sich dort die Hand geben, ist legendär und anderswo kaum zu finden.
Ein Blick auf die Geschichte zeigt, warum. Bevor Vinny Fodera mit dem Bassbau begann, studierte er Mitte der 1970er-Jahre Angewandte Kunst an der Universität von New York. Um seine Ausbildung als Gitarrenbauer zu finanzieren, jobbte er tagsüber als Kurier an der Wall Street und besuchte abends die Schule. In der Ausbildung, die sich rein auf die klassische Gitarre bezog, kam er mit einem Kommilitonen ins Gespräch, der „jemanden kannte, der Bässe baut“. Wie sich herausstellte, war das kein Geringerer als der damals bereits bekannte Stuart Spector.
Vinny versuchte sofort, dort einen Job zu bekommen und schaffte es nach einiger Zeit, mit dem Ausschneiden der Logos betraut zu werden. Gute Arbeit machte ihn nach und nach zu einer wichtigen Stütze des Teams, zu dem unter anderem Ned Steinberger gehörte. Als Ken Smith 1980 auf Stuart Spector zukam und ihn mit dem Bau seines eigenen Bassmodells beauftragte, wurde es zunehmend eng in der Werkstatt. Vinny Fodera bezog daraufhin seinen ersten kleinen Laden in Brooklyn. Dort baute er ausschließlich Bässe für Ken Smith. Diese brachte er direkt nach Manhattan, wo Smith sich um Setup und Elektronik kümmerte.
Über diesen Kontakt lernte er den Session-Bassisten Joey Lauricella kennen. Beide erkannten schnell, wie gut sie sich als gelernter Gitarrenbauer und professioneller Bassist ergänzten, und starteten ihre eigene Linie. Fodera war geboren. Bereits ihr zweiter Bass, ein 5-Saiter Monarch, wurde von Tom Kennedy gekauft. Schnell avancierte die Marke zum Geheimtipp der New Yorker Szene.
Im Laufe der Jahre kamen weitere Erfolgsgeschichten hinzu. Schon immer wurden die Bässe in kleinen Stückzahlen gebaut. Der Legende nach musste man sich in den 90er-Jahren sogar bewerben, um überhaupt einen Fodera bestellen zu dürfen. Ob das der Wahrheit entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Es befeuerte jedoch den Hype um die Marke.
Auch heute sind die Instrumente gefragt wie eh und je. Einige Musiker reiben sich an den tendenziell höheren Preisen. Diejenigen jedoch, die einen Fodera ihr Eigen nennen dürfen, bereuen den Kauf in der Regel keine Sekunde und geben das Instrument nur äußerst selten wieder her.
Was macht also den Reiz dieser Marke aus? Sind die Bässe wirklich so gut, wie es viele behaupten? Oder steckt am Ende doch nur gutes Marketing dahinter?
Aufbau und Verarbeitung
Der hier vorgestellte Bass gehört zur Standard-Special-Serie. Diese liegt preislich zwischen den klassischen Serienmodellen und einem Custom-Build-Instrument und wird nur für eine Handvoll Händler weltweit gebaut. Im Gegensatz zum normalen Standard ist ein Special nicht auf bestimmte Features festgelegt, sondern wird individuell konfiguriert.
So hat etwa das Musikhaus Thomann seine eigene Special-Serie mit einer individuellen Zusammenstellung der Spezifikationen. Ebenso andere große Händler wie Music Force in Korea oder der Slap Store in Lateinamerika. Alle Standard- und Standard-Special-Bässe sind als Bolt-on, also mit geschraubtem Hals, ausgeführt und in limitierter Stückzahl erhältlich. Das macht sie nicht nur für Spieler, sondern auch für Sammler interessant.
Was bei diesem Fodera Emperor Standard Special 5 sofort ins Auge fällt, ist die spektakuläre Decke aus Buckeye Burl. Dieses edle und seltene Holz wird aus der Wurzel der nordamerikanischen Rosskastanie gewonnen und zählt zu den begehrtesten Materialien auf dem Markt.
Ob man grundsätzlich auf Edelholzdecken steht oder doch lieber das klassische Leo-Fender-Design bevorzugt, soll hier nicht diskutiert werden. Persönlich kann ich beiden Ansätzen etwas abgewinnen. Einen alten Fender mit viel Patina und Mojo weiß ich ebenso zu schätzen wie ein solch außergewöhnliches Holz. Sich in diesen vielfältigen Maserungen zu verlieren, ist ein Hochgenuss. Je nach Lichteinfall schimmert die Decke in grünen, schwarzen, goldenen oder sogar bläulichen Tönen. An jeder Stelle entdeckt man ein neues Muster. Damit könnte ich Stunden verbringen.
Generell ist Fodera für optisch sehr ansprechende Instrumente bekannt. Auch hier spaltet sich die Basswelt. Manche lieben sie, andere weniger. Aus rein ästhetischer Sicht ist dieser Emperor Standard Special meiner Meinung nach jedoch sehr gelungen. Die Kombination aus der Decke und dem wunderschön gemaserten Griffbrett aus Vogelaugenahorn passt hervorragend zusammen. Die helleren Bereiche des Buckeye Burl im Halsbereich bilden einen harmonischen Übergang. Goldene und schwarze Hardware setzen zusätzliche Kontraste und wirken stimmig gewählt.
Ich hatte bereits einige hochklassige Instrumente in den Händen. Dieser Bass ist optisch definitiv eines der bisherigen Highlights.
Ansonsten bringt der Fodera Emperor Standard Special viele bekannte und traditionelle Eigenschaften mit. Die Formgebung erinnert an einen klassischen Jazz Bass, ebenso die Anordnung der Pickups. Mit 24 Bünden bietet der Bass zwei volle Oktaven pro Saite, was wir von modernen Edelbässen kennen. Der Korpus aus Sumpfesche sowie der Ahornhals mit Ahorngriffbrett sind bewährte Klassiker im Bassbau. Auch dieser Fodera zollt damit dem großen Vorbild Leo Fender seinen Tribut.
Wenn man einen Kritikpunkt suchen möchte, dann vielleicht bei den Potis und Schaltern. Zumindest die Potiknöpfe hätten in dieser Preisklasse hochwertiger ausfallen können. Maßgefertigte Knöpfe aus Decken- oder Griffbrettholz wären denkbar gewesen und hätten das Gesamtbild noch stärker abgerundet.
Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden. Alle Arbeiten wurden fachmännisch und auf höchstem Niveau ausgeführt. Gerade bei Instrumenten dieser Preisklasse sucht man gern die Nadel im Heuhaufen. Hier bleibt die Suche erfolglos. Besser und penibler kann man ein Instrument kaum bauen.
Wie spielt sich der Fodera Emperor Standard Special
Bässe der Marke Fodera sind auch bekannt für ihre außergewöhnliche Bespielbarkeit. Das haben die letzten Testberichte bestätigt, siehe diese beiden Standards oder auch den Custom-Build Imperial 5. Der Emperor Standard Special macht diesbezüglich ebenso keine Ausnahme. Das Griffbrett und der Hals spielen sich wie Butter, er ist angenehm flach und ergonomisch sowie in jeder Lage perfekt zu greifen. Mit 4,8 kg ist der Bass zwar kein Leichtgewicht, die Balance am Gurt passt aber gut. Das asymmetrische D-Profil des Halses sorgt für eine tolle Erreichbarkeit aller Bünde und eine stets komfortable Haltung der Greifhand. Die Saitenlage ist, wenn man es denn möchte, ultrasuperflach ohne Schnarren einzustellen, hier darf man also durchaus Slapgewitter erwarten.
Bereits unplugged angespielt hört man einen sehr hellen und mit gutem Attack versehenen Ton. Das Ansprechverhalten ist phänomenal schnell, man hat das Gefühl, die Saite nur zu streicheln und schon ist der Sound da. Das Klangbild entspricht der bekannten Kombination aus Esche und Ahorn und ist eher auf der cleaneren Seite zu verorten. Trotzdem knurrt der Fodera Emperor Standard Special auch ein wenig und macht Lust auf mehr.
Die Sounds
Bevor ich den Fodera Emperor Standard Special an mein Interface angeschlossen hatte, wollte ich ihn erst einmal über einen klassischen Amp hören. Hierfür nutze ich gerne meinen AER Amp One, meiner Meinung nach einer der besten Combos, was Größe, Gewicht, Sound und Power angeht. Kaum angeschlossen überraschte mich der komprimierte und nasale Klang der Pickups. Das Ansprechverhalten des Basses ist weiterhin superdirekt, der Ton steht sauber im Raum und die Saiten reagieren auf jede Nuance in den Fingern. Aber auch nach längerem Spielen konnte ich den Eindruck nicht abschütteln, dass die Seymour Duncan Dual Coils, die typischen Pickups bei Fodera-Standard-Bässen, einen starken Eigencharakter mitbringen.
Am Interface mit Kopfhörern bestätigt sich dieser Eindruck. Das Klangbild ist eine echte Ansage in Sachen Eigenständigkeit. Die beiden Tonabnehmer lassen sich im Single-Coil-Modus spielen oder parallel schalten, was zu einem etwas dickeren, fetteren und damit auch lauteren Ton führt. Gesteuert wird dies über den oberen der drei Kippschalter. Dazu aber später mehr, hören wir zuerst in die passiven Beispiele im Single-Coil-Modus hinein.
Positiv festzustellen ist der wirklich perkussive und aggressive Klang des Fodera Emperor Standard Special. Er verleitet förmlich dazu, mit vielen Dead Notes und rhythmischen Elementen zu arbeiten, weshalb die Beispiele dieses Mal deutlich „more funky“ ausgefallen sind. Der komprimierte Ton der Pickups ist in jeder Einstellung der Tonabnehmer zu hören, ein offener oder dreidimensionaler Klang gehört nicht zu den Stärken dieses Basses.
Mit den Pickups im parallelen Modus wird diese Besonderheit natürlich noch verstärkt. Der Bridge-Tonabnehmer gewinnt in meinen Ohren, am Hals gefällt mir wiederum der Single-Coil-Modus besser. Insgesamt bringt der Fodera Emperor Standard Special im passiven Modus einen komprimierten und direkten Funksound mit, der sich sehr gut für perkussive Spielweisen eignet.
Der verbaute 3-Band-Preamp von Mike Pope gehört ebenso wie die Seymour Duncan Dual Coils zu den Besonderheiten eines Fodera-Standard-Basses und genießt einen sehr guten Ruf in der Szene als neutraler und warmer Preamp. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, die passive Tonblende auch im aktiven Zustand zu nutzen, sowie der Kippschalter, mit dem zwischen tiefen und hohen Mitten gewechselt werden kann.
Die Vielseitigkeit des Onboard-Preamps macht wirklich Spaß und eröffnet viele Möglichkeiten der Klanggestaltung. Zu den klassischen Beispielen im Stil von Jaco Pastorius und Marcus Miller habe ich auch einen Track mit dem Low B eingespielt. Dieses kommt bei diesem Fodera extrem fett und tight herüber und gehört definitiv zu den besten, die ich je gehört habe.
Ob man diese Art von komprimiertem Sound mag, ist natürlich subjektiv. Der Fodera Emperor Standard Special ist weit entfernt vom klassischen Leo-Fender-Klangbild und dementsprechend eher etwas für Liebhaber und Spezialisten. Ich stelle mir diesen Bass vor allem im Kontext von Funk, Fusion und Soul vor, also überall dort, wo es weniger auf einen großen, raumfüllenden und organischen Basssound ankommt als auf einen tighten, aggressiven und komprimierten Ton.
Allerdings sind das natürlich nur Tendenzen. Auf den beiden Gigs im Rock/Pop-Kontext, die ich mit dem Bass gespielt habe, hat er insgesamt gut funktioniert. Dieser spezielle Ton bringt zwar weniger warme Fläche mit, sitzt dafür aber sofort im Mix. Unabhängig vom Sound wurde ich aufgrund der spektakulären Optik auf beiden Shows regelmäßig auf das Instrument angesprochen. Endlich bin ich als Bassist auch einmal im Mittelpunkt.









































Das sieht ja aus wie Schimmel, widerlich.
@Mac Abre Um 8K muss es wohl Edelschimmel sein…:)
@MusicChest Lol, ja, muss wohl.
@Mac Abre dachte ich bin der einzige der „foodora“ gelesen hat. 😉
@Numitron Auch nicht schlecht.
@Mac Abre ICH habe mir gedacht: Wow, sieht das toll aus, richtig wild…wie das Fell meiner Katze!
Mir gefällts…
@mort76 Kann ja sein, dass Dir das gefällt, aber es ist hochgradig unhygienisch. Dieses Holz war nass, hat geschimmelt und ist wieder getrocknet. Das Teil würde ich nicht ohne Handschuhe anfassen.
@Mac Abre Der Lack versiegelt das Holz. Man darf bei der Verarbeitung den Schleifstaub nicht einatmen, aber wenn das Holz erstmal lackiert ist, ist da garnichts mehr unhygienisch.
„Spalted“-Holz ist extra-teuer…
@mort76 Nur, dass auf den Nahaufnahmen des Holzes kein Lack zu sehen ist.
Das Schnarren der Saiten, weil zu tief eingestellt, ist peinlich und klingt wie immer furchtbar.
Und ganz ehrlich, wenn ich einen 8K Bass jemanden zum Testen überlasse, und der legt ihn dann, ohne Tuch oder sonstigen Schoner, direkt auf seinen (übrigens total vernachlässigten) Parkettboden, dem würde ich ein Schlägerkommando auf den Hals hetzen, und niemals wieder etwas in die Hand geben, dessen Wert 50 cent übersteigt…
@MusicChest Woran genau erkennst du denn, dass nichts darunterliegt? Röntgenblick für JPEG-Bilder?
Zufällig habe ich diesen Blick auch und erkenne glasklar, dass der Bass an drei Stellen mit je einem Stahlwoll-Scheuerschwämmchen sanft abgestützt wurde. Insofern also Entwarnung. 😂
@MatthiasH Bei solch teuren Bässen befinden sich drei selbstschneidende Torx-Schrauben (plus Torx-Bit) im Lieferumfang, die man gemäß Schablone von hinten in den Body dreht und 2 cm rausstehen lässt. Dann ist ausreichend Luft zwischen Body und Boden sichergestellt.
@bluebell Wer sich für diese Variante entscheidet, kann eine der Schrauben dann auch gleich in die Gürtelschnalle einhängen für die typischen Spin-Moves, die in dieser Preisklasse eigentlich immer erwartet werden.
@MusicChest Das sind ja jetzt keine Fliesen oder sowas…mit Eichenparkett kriegt man sicher keine Kratzer in den Lack.
@MusicChest Bitte achte auf einen respektvollen Umgangston. Persönliche Angriffe oder abwertende Kommentare wollen wir in unserer Community nicht sehen.
Moin zusammen.
Also der Sound enttäuscht mich total, ich habe den Fodera Emperor anders und als klanglich eigentlich recht flexibel in Erinnerung.
Die verbauten Tonabnehmer scheinen sehr, sehr prägend zu sein, sehr seltsam.
Eventuell liegt hier auch ein Fehler vor, dass sollte man mal checken.
Ich bevorzuge auch eine sehr flache Saitenlage aber völlig frei von „schnarren“, warum wurde der Bass so justiert?
Ich hoffe Fodera liest hier mit und schickt noch mal einen Emperor, einen, der auch klanglich überzeugt.
Gruß
SlapBummPop