Test: Formula-Sound PM-80R, Retro DJ-Mixer

14. März 2019

Wiederauflage eines Klassikers


R steht für retro! G steht für geil. Geil, endlich mal eine Neuauflage eines alten Mixers, die sich ganz offen und ehrlich „Retro“ nennt. Der Formula-Sound PM-80R ist genau eine solche „Wieder“-Auflage eines Klassikers aus den 90er Jahren. Die Ur-Auflage wurde als Ferrari unter den DJ-Mixern bezeichnet, zählte bei früheren Magazinen zu einem der Mixer, der die DJ-Welt veränderte. 13 Jahre lang wurde das Modell gebaut, bis es eingestellt wurde. Die neue Version nun soll das Beste vom alten Modell mit den heute möglichen technischen Verbesserungen bieten.

„After the phenomenal success of the original PM-80, the PM-80R is the next generation of the most popular modular mixer in history.“ – so der Hersteller.

Was für viele heutige DJs ein wenig ungewöhnlich aussieht, die Form des Mixers, breiter als hoch, Rackwinkel, das war früher der Standard. Rackmixer wie Formula-Sound oder Rodec waren die Könige, später folgten auch Pioneer (DJM-5000), Allen&Heath, Rane, Behringer, Gemini – alle Marken hatten früher Rackmixer.

Eine Besonderheit besaß das Original, noch etwas, was viele DJs verwirren würde: Der EQ in den Kanalzügen war gedreht. Bass oben, Höhen unten. Das hat sich mit der neuen Version geändert, ansonsten ist vieles zumindest optisvh gleich geblieben.

Der Formula-Sound PM-80R – ein erster Blick

Wie auch der Vorgänger, der Ursprung, ist der Formula-Sound PM-80R modular aufgebaut. Das betrifft jede der drei Versionen, die es gibt. 4, 8 oder 12 Kanal. Die 4-Kanal-Version ist sicher schon ausreichend genug, gelandet hier zum Testen ist die 8-Kanal Version. Modular aufgebaut?

Nun, von Anfang an. Rund 27 cm in der Höhe, Breite für ein 19-Zoll Rack. Auf dieser Größe befinden sich 8 Kanalzüge, Level für die Outputs und wie beim Original schon ein halbrundes LED-Metering.

Formula Sound FM-80RModular ist der Mixer deshalb, da die Kanalzüge ähnlich älterer Studio-Mischpulte einzeln verbaut sind, Module, 8 Stück davon, verbaut in den Rahmen, der das Gehäuse bildet. Das könnte dem Nutzer eigentlich egal sein, er wird jedoch an einem bestimmten Punkt selbst Hand anlegen müssen.
Modular heißt aber auch: Auf besonderen Wunsch können auch andere Modelle als 4, 8 oder 12 Kanäle gebaut werden. 7 zum Beispiel. Warum auch immer genau 7, aber es wäre möglich.

Vorher aber kurz der Vorne- und Hinten-Check.

Vorne: 8 Module für die Kanalzüge befinden sich an der Oberseite, einzeln verschraubt mit je zwei Schrauben. Sie bieten jeweils Gain (rot), 3-Band EQ, Balance-Regler, Cue-Taste und Line-Fader.

Formula Sound FM-80R

Kanalzüge en masse

Rechts befindet sich das LED-Metering, halbrund, 12 LEDs, darunter Regler für Monitor- und Booth-Out, Aux-Master und Zone-Out. Auch dies in einem Modul. Das Master-Level kann man gesamt über einen Fader kontrollieren. Insgesamt wirkt der PM-80R sehr aufgeräumt, was zum einen an 8 gleichen Kanälen liegt, zum anderen daran, dass überall ausreichend Platz zwischen den Potis und Fadern liegt. Für die Kanäle gibt es 60 mm Fader, leicht und glatt laufend, ebenso für den Master. Das hat schon etwas Live-Mischpult-Stil, dass der Master-Out Regler ein Fader ist, kein Poti.
Die Cue-Tasten finde ich persönlich sehr formschön, rund, ohne Schnick-Schnack drumherum, dafür mit einer LED unter der transparenten Taste. Ich stehe auf die Dinger, wie man sie auch beim PLAYdifferently Model 1 findet.

Formula Sound FM-80R

Also ich finde die Cue-Tasten super!

Hinten: Die 8 Module sind allesamt gleich aufgebaut. Cinch-Inputs, zweimal XLR-In für Mic-In und Balanced-Line-Input sowie Mic-Insert. Auf den genauen Blick kann man eine versenkte Schraube für den Mic-Gain entdecken, ebenso für den Cinch-Stereo-Input.

Formula Sound FM-80R

Gar nicht so einfach, alle Kanäle auf ein Foto zu bekommen

Für die Ausgänge gibt es XLR für den Master-Out, Klinke für Booth- und Zone-Out. Recording geht gern per Cinch-Ausgang, der Aux geht raus via 6,3 mm Klinke, ebenso wie ein Sub-Bass Out. Dazu gibt es einen Insert Mic Mix – für die mögliche Insertierung von externen Signal-Prozessoren auf den Mikrofon-Weg. Welcher Mixer fällt dir spontan ein, der so etwas kann? Genau! Wo wir gerade bei Besonderheiten sind: Eine doppelt belegte Phoenix-Klemme befindet sich ebenso auf der Rückseite. Etwas, was in der Regel über eine Notfallschaltung zum Amping gelöst wird, bietet der Mixer hier direkt: Eine Music-Mute-Möglichkeit im Falle eines Alarmfalls, Feueralarm zum Beispiel. Diese kann hier direkt am Mixer einen Anschluss finden.

Formula Sound FM-80R

Rückansicht ein wenig detaillierter

Tatsache, der Formula-Sound PM-80R sieht von hinten ein wenig aus wie ein Studio- oder Live-Pult. So gesehen ist es zumindest letzteres, auch wenn viele DJs von heute sicher nur die Rückseiten der Standard-Mixer kennen. Nichts mit XLR und balancend/unbalanced und so. Man kann heute ja schon froh sein, wenn…naja, sagen wir es nicht, der eine oder andere Hersteller wäre vielleicht beleidigt.

Forum
  1. Profilbild
    Andrew McLoud

    Fast das perfekte Pult. Hier wären noch Stereo direct outs der Knaller gewesen! So bleibt´s bei einem basic club mixer mit zu vielen Spuren :p

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Das gibt es ja leider bei keinem DJ-Pult, wenn ich das gerade richtig im Kopf habe – nur viele Stereo-Sends…oder Aux-Wege..Ungeil wäre das auch nicht…also , ich weiß nicht, ob ich es brauche, aber wenn ich es hätte….würde mir schon was dazu einfallen :D

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