Geschlossener Studiokopfhörer im Check
Mit dem T60RPmk2CL hat Fostex kürzlich einen neuen geschlossenen Studiokopfhörer präsentiert. Dieser basiert auf dem gleichnamigen offenen Modell, trägt zur Unterscheidung aber das Kürzel CL (für „closed“) im Namen. Wir haben uns den Kopfhörer einmal näher für euch angeschaut und angehört.
Was ist es? Fostex T60RPmk2CL, geschlossener, ohrumschließender Studiokopfhörer mit RP-Planar-Magnetic-Treibern der 4. Generation für Recording und Mixing.
- Technik: RP-Planar-Magnetic-Treiber (4. Generation), 28 Ohm Impedanz und 10–40.000 Hz Frequenzbereich.
- Klang: Druckvoller, sauberer Bass, transparente Mitten und luftige Höhen ohne Schärfe.
- Praxis: Gute Dynamik und präzise Stereoabbildung, auch für mobile Nutzung geeignet.
- Tragekomfort: 360 g Gewicht, Lederkopfband und Kunstlederpolster mit hoher Alltagstauglichkeit.
- Kritik: Geringe Isolation für einen geschlossenen Kopfhörer und sehr sparsamer Lieferumfang.
- Fazit: Klanglich sehr starker Studiokopfhörer mit kleinen Abstrichen bei Ausstattung und Abschirmung.
Inhaltsverzeichnis
Fostex Kopfhörer: Übersicht
Bei den Produktnamen der Fostex Kopfhörer müssen selbst geübte Leser mittlerweile gut aufpassen, denn in den letzten Monaten kamen einige neue Modelle hinzu, die sich hinsichtlich ihres Produktnamens oft nur marginal unterscheiden. So gibt es bspw. die beiden halboffenen Modelle T60RPmk2 und T60RPmk2ai sowie unseren heutigen Testkandidaten, den Fostex T60RPmk2CL. Auch das Vorgängermodell T60RP (mk1) ist bei einigen Händlern noch erhältlich. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, habe ich euch die wichtigsten Informationen zusammengestellt:
Im Gegensatz zur mk1-Version des T60RP setzt Fostex bei den mk2-Modellen überarbeitete Treiber ein (RP Planar Magnetic Treiber der 4. Generation). Das CL-Modell hebt sich aufgrund der geschlossenen Bauweise vom T60RPmk2 ab, während der T60RPai über Ohrschalen aus Ahornholz mit echtem Awa-Indigo Farbstoff verfügt. Hier geht es also eher um ein design-technisches Upgrade, was sich Fostex aber mit fast dem doppelten Preis (gegenüber dem T60RPmk2) bezahlen lässt.
Ausstattung des Fostex T60RPmk2CL
Optisch ist das Closed-Modell des T60RPmk2 vom offenen Modell nur aufgrund zweier Schlitze auf beiden Seiten der Ohrmuscheln zu erkennen. Diese gibt es beim T60RPmk2CL nicht, die Ohrmuscheln sind hier also im wahrsten Sinne des Wortes geschlossen.
Allen o. g. Kopfhörern gemein (bis auf die mk1-Version) ist der Einsatz der planarmagnetischen RP-Treiber. Diesen hat Fostex bereits vor etlichen Jahren entwickelt und in den aktuellen Modellen kommt die vierte Generation davon zum Zuge. Laut Hersteller werden in den aktuellen Versionen mehr Magnete eingesetzt, die die Membran umschließen, sowie ein neu gestaltetes Spulenmuster. Dadurch soll der Schwingungsbereich der Membran erweitert und gleichmäßiger gestaltet werden.
Fostex verspricht hierfür eine „präzisere Klangwiedergabe“ und gleichzeitig weisen die aktuellen RP-Modelle eine höhere Empfindlichkeit auf und sollen insgesamt einen ausgewogeneren Frequenzverlauf bieten.
Technisch handelt es sich beim Fostex T60RPmk2CL um einen geschlossenen sowie ohrumschließenden Kopfhörer. Fostex gibt für dieses Modell einen Frequenzbereich von 10 – 40.000 Hz an, die Empfindlichkeit liegt bei 97 dB. Die Impedanz gibt der Hersteller mit 28 Ohm an.
Wie bereits erwähnt, ähneln sich die aktuellen T60RP-Modelle sehr. Das Closed-Modell verfügt, wie auch der halboffene T60RP-Kopfhörer über Ohrmuscheln aus Schwarznuss und ein Kopfband aus Echtleder. Die Konstruktion macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Die beiden Ohrmuscheln sind an zwei parallelen Streben seitlich befestigt und durch auf- und abgleiten, lässt sich die Größe des Kopfhörers verstellen. Zwar rastet die Halterung nicht ein, aber der Mechanismus ist so gestaltet, dass die eingestellte Größe auch nach mehrmaligem Auf- und Abziehen erhalten bleibt.
Insgesamt bietet der Fostex T60RPmk2CL einen hohen Tragekomfort. Er bringt zwar ordentliche 360 g auf die Waage, diese fühlen sich im Alltag allerdings nicht so schwer an, wie man zunächst vermuten würde. Die Ohrpolster bestehen aus Kunstleder, was im Gegensatz zu Kopfhörern anderer Hersteller allerdings nicht zu schwitzigen Hör-Sessions führt, das Tragegefühl ist auch nach längerer Zeit immer noch sehr gut.
Zum Lieferumfang des Fostex T60RPmk2CL gehört ein schwarzer Stoffbeutel, der den Kopfhörer zwar vor Staub, allerdings nicht vor äußeren Einflüssen schützt, und ein 1,5 m langes Kabel. Ausgeführt als Y-Kabel (3,5 mm Klinke) wird dieses auf beiden Seiten des Kopfhörers angeschlossen, eine Verriegelung gibt es nicht, und endet auf der anderen Seite ebenfalls auf einem 3,5 mm Klinkenstecker. Ein Adapter auf 6,3 mm Klinke liegt bei.
Schaut man auf den Preis des Fostex T60RPmk2CL hätte ich mir durchaus ein zweites (Spiral-) Kabel und eine solidere Aufbewahrungs-/Transportmöglichkeit, bspw. ein kleines Stoff-Case o. ä.). gewünscht. So empfinde ich den Lieferumfang doch als sehr mager.
Wie klingt der Fostex T60RPmk2CL?
Während des Tests muss sich der Fostex T60RPmk2CL an unterschiedlichen Quellen beweisen. Neben einem SPL Phonitor Mini kommt er am Kopfhörerausgang eines Mackie Mischpults, an einem älteren iPhone SE und am Monitorcontroller Drawmer CMC2 zum Einsatz. Als Hörbeispiele dienen die unterschiedlichsten Songs und Produktionen, von Klassik über Jazz und Hip Hop bis hin zu aktuellen Produktionen von Dua Lipa, Bruno Mars oder Zara Larsson.
Starten wir mit dem Bassbereich, in dem der T60RPmk2CL eine gute Leistung zeigt. Tieffrequente Signale bringt der Kopfhörer druckvoll und klar ans Ohr, auch Subbässe schafft der Fostex Kopfhörer ohne Probleme, vor allem ohne auch nur ansatzweise zum dröhnen und resonieren zu neigen.
Der gute Eindruck setzt sich beim frequenztechnischen Gang nach oben fort. Auch volle Arrangements machen dem Fostex T60RPmk2CL keine Probleme und er schafft es, Gitarren, Keyboards & Co. sauber darzustellen. Wer mit dem T60RPmk2CL aufnehmen und editieren möchte, kann ohne Weiteres zu diesem Kopfhörer greifen und auch gelegentliche Mixing-Aufgaben sollten trotz der geschlossenen Bauweise kein Problem sein.
Der hohe Frequenzbereich erklingt schließlich locker und luftig und der T60RPmk2CL ermöglicht so einen schönen transparenten Sound. Hier zischelt nichts und es wird auch nichts scharf, so dass das Arbeiten mit dem Fostex T60RPmk2CL einwandfrei vonstatten gehen kann.
Einen besonderen Plus-Punkt bekommt der T60RPmk2CL für seine äußerst dynamische Wiedergabe. Von ultra-leise bis druckvoll laut bietet er eine sehr gute Leistung und lässt auch hinsichtlich des Stereoeindrucks keine Punkte liegen.
Schön ist, dass der Fostex T60RPmk2CL auch an mobilen Endgeräten gut funktioniert, so dass man ihn nach der Aufnahme-Session auch auf dem Heimweg mit Bus und Bahn grundsätzlich nutzen kann. Lediglich bei der Isolation nach außen hin hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Da empfinde ich den T60RPmk2CL zwar als gut, im geschlossenen Kopfhörerbereich gibt es da aber durchaus bessere und noch stärker isolierende Kopfhörer.








































Danke für den Test. Für so einen guten Kopfhörer bin ich der Meinung dass der Hersteller eine schicke kleine Holzkiste inklusive liefern sollte. Zigarren und Whiskey gibt es doch auch so.😀
Schade, dass die Schallisolierung nicht besser ist, dass ist u.a. gerade dass, was ich bei einem geschlossenen Hörer wünsche.
Interessant wäre ein Vergleich mit dem Neumann NDH 20 und dem Focal Lensys.
Den Neumann NDH 20 besitze ich selbst und bin bis auf die etwas knappe „Stereobreite“ sehr zufrieden mit dem Neumann Kopfhörer.
Umschalten zwischen meiner Neumann Abhöre und den Neumann NDH 20 bringt keine klanglichen Überraschungen, was ich sehr zu schätzen weiß.
Interessant wäre noch zu erfahren, ob der Fostex ebenso neutral abgestimmt ist wie der Neumann NDH 20, den hattet ihr ja auch schon getestet.