HiFi-Kopfhörer fürs Studio?
Mit dem Fostex TH-910 haben wir mal wieder ein richtiges High-End-Schätzchen im Test. Der Kopfhörer wurde bewusst für ein HiFi-Publikum entwickelt, dementsprechend werden wir diesmal ganz genau hinhören, wie er sich in dieser Disziplin schlägt. Aber wir wären natürlich nicht AMAZONA.de, wenn wir nicht auch testen würden, wie sich der TH-910 im Tonstudio fürs Mixing und Mastering schlägt.
- Klangcharakter: Warm, voll und räumlich mit kräftigem Bass und edler Höhenauflösung, klar audiophil abgestimmt.
- Verarbeitung: Massives Ahornholz mit Urushi-Lackierung, Magnesium-Basis und hochwertige Materialien sorgen für Premium-Anmutung.
- Tragekomfort: Geringes Gewicht, Memory-Schaum-Ohrpolster und Leder-Trageband ermöglichen lange, entspannte Hörsessions.
- Studio-Tauglichkeit: Für Mixing und Mastering nur bedingt geeignet, klar auf genussorientiertes HiFi-Hören ausgelegt.
- Preisniveau: Über 3.000 Euro, hoch angesetzt, aber mit entsprechendem Qualitäts- und Luxusanspruch.
Inhaltsverzeichnis
Fostex TH-910 Übersicht (Spezifikationen)
HiFi-Freunde werden anhand der Modellbezeichnung direkt erahnen, dass es sich hierbei um eine Weiterentwicklung des legendären TH-900 handelt, der für viele Klangpuristen seit Langem eine Art Standard im Kopfhörerbereich darstellt. Bevor wir zum obligatorischen Hörtest kommen, schauen wir uns erst einmal an, was der TH-910 in seinen Spezifikationen zu bieten hat.
Beim Fostex TH-910 handelt es sich, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, um einen kabelgebundenen, ohrumschließenden Kopfhörer in geschlossener Bauweise, was eine gute Abschirmung nach außen hin ermöglichen sollte. Ungestörtes Musikhören dürfte also kein Problem sein.
Aus den Datenblättern erfährt man, dass es sich um einen dynamischen Treiber handelt, mithin also die klassische Bauweise für einen Kopfhörer. Im Gegensatz etwa zum Konkurrenten Audeze, die seit jeher auf Planar-Technologie setzen. Das muss aber kein Qualitätsunterschied sein, auch mit dynamischer Bauweise lassen sich hervorragende Kopfhörer bauen.
Den Frequenzbereich gibt Fostex mit 12,5 Hz bis 45 kHz an, er reicht damit also weit über das hinaus, was das menschliche Ohr aufzunehmen vermag. Die Impedanz, also der Widerstand, liegt bei gerade mal 25 Ohm. Der Kopfhörer sollte daher auch an leisen Quellen gut funktionieren und nicht unbedingt einen hochwertigen Kopfhörerverstärker benötigen.
Treibertechnologie des Fostex TH-910
Das Kernstück des Fostex TH-910 bilden die 50-mm-Treiber, die aus einer sogenannten BioDyna-Membran bestehen. Diese von Fostex bekannte Membran wurde noch einmal signifikant überarbeitet. So wurde zum einen die Sicke optimiert, wodurch die Membran bei starken Amplituden zuverlässiger funktioniert, was wiederum stabilere und präzisere Bässe ermöglicht. Außerdem wurde es durch die Weiterentwicklung möglich, störende Resonanzen zu unterdrücken, wovon der Mittentonbereich profitieren sollte.
Das Gehäuse selbst ist ein echter Hingucker und besteht aus massivem Ahornholz mit einer sogenannten Urushi-Lackierung. Das ist eine spezielle japanische Technologie. Wie man auf den Bildern sehen kann, ergibt sich dadurch eine wunderschöne Maserung und der Kopfhörer wird zu einem echten optischen Hingucker.
Über den rein optischen Effekt hinaus hat das Ganze aber auch eine akustische Wirkung. Denn durch die Kombination aus extrem hartem Ahornholz und der extrem dichten Lackierung ergibt sich ein sehr festes und massives Gehäuse, was wiederum für einen nochmals optimierten Bassbereich beim Hören sorgen soll. Die Grundplatte des Gehäuses besteht aus einer Magnesiumlegierung, wodurch das Gewicht im Vergleich zu seinem Vorgänger um satte 20 % reduziert werden konnte.
Um den Kopf des Hörers beim Hören noch weiter zu entlasten, hat Fostex dem TH-910 noch ein Trageband spendiert, das das Gewicht noch etwas mehr auf die Schädeldecke umleitet und so die Ohren entlastet. Dieses Trageband ist aus echtem Schafsleder und trägt noch mal einen Ticken mehr dazu bei, einen komfortablen Kopfhörer zu erhalten.
Die sehr bequemen Ohrpolster bestehen aus sogenannten synthetischen Proteinen und aus einem elastischen Material, das sich Urethan nennt. Dabei handelt es sich um einen zweischichtigen Memory-Schaum, der für hohen Tragekomfort sorgen soll. Zudem ist die Oberfläche leicht abgeschrägt, auch das soll dem Komfort beim Hören zuträglich sein.
Die Verbindung zur Außenwelt nimmt der Fostex TH-910 durch eine zweiseitige Kabelführung auf. Das heißt, dass das im Lieferumfang enthaltene Kabel, fas übrigens ca. zwei Meter lang ist, als Y-Kabel ausgeführt ist. Beim Kabel selbst setzt Fostex auf hochwertige Qualität. So haben wir es hier mit einem OFC-Kabel zu tun, das aus sauerstofffreiem Kupfer der Güteklasse 7N gefertigt wurde. Auch das lässt auf hohe Klangqualität schließen.
Ganz zum Schluss ist erfreulich festzustellen, dass der Fostex TH-910 gerade einmal 385 g (ohne Kabel) wiegt. Das ist für solch einen High-End-Kopfhörer doch recht leicht und lässt auf langen Hörgenuss ohne nervige Druckstellen hoffen. Der TH-910 wird von Fostex in einem stabilen Karton geliefert, der ihn sicher schützt. Ein Case für den mobilen Einsatz ist leider nicht enthalten, lediglich eine hochwertige Ledertasche, die den Kopfhörer vor Staub und anderen Umwelteinflüssen schützt.
Tragekomfort des Fostex TH-910
In der technischen Beschreibung habe ich es schon angedeutet, der TH-910 ist relativ leicht. Dementsprechend ist der Tragekomfort hoch. Auch längere Hörsessions waren während der Praxisphase ein echter Genuss und ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unwohl mit dem Testobjekt auf den Ohren gefühlt.
Praxis: Wie klingt der Fostex TH-910?
Ich habe es schon angedeutet: Der Fostex TH-910 ist eher ein audiophiler Klangschmeichler denn eine mikroskopische Lupe, wie wir sie sonst gerne im Tonstudio benutzen. Dementsprechend habe ich den Großteil des Tests dafür verwendet, schlicht und einfach mit dem Kopfhörer Musik zu hören. Durch den hohen Tragekomfort und die gute Abschirmung nach außen war das dann ein echtes Vergnügen.
Stilistisch habe ich dabei versucht, ein möglichst breites Spektrum abzudecken: Klassik, Jazz, hochwertige Pop-Produktionen, aber auch Klassiker aus Hip-Hop und elektronischen Stilen. Der Fostex TH-910 zeigt bei keinem dieser Genres irgendwelche Schwächen. Souverän stellt er das dar, was man ihm zuführt.
Beginnen wir im Bassbereich. Diesen stellt der Fostex TH-910 voll, rund und warm dar. Bassdrums und Basslinien drücken ordentlich und es macht richtig Spaß, damit zu hören. Der Klang ist voll, rund und warm. Eventuell ist der Bassbereich einen ganz kleinen Ticken überzeichnet. Aber in solch einem Maße, dass es einfach nur Spaß macht, damit zu hören und zu keinem Zeitpunkt dröhnend oder zu laut erscheint. Gleichzeitig fehlt ihm dabei aber auch etwas die Präzision und Trennschärfe, die man zum Beispiel bei einem Mastering- oder Mixing-Kopfhörer gerne hätte. Das ist aber eindeutig kein Minuspunkt, sondern einfach dem Konzept dieses Kopfhörers geschuldet.
Gehen wir weiter zum Mittenbereich. Hier wird schön sauber aufgelöst und man stellt fest, was für eine tolle Stereobreite der Fostex TH-910 darzustellen vermag. Musik, die entsprechend gemixt wurde, kommt sehr schön räumlich daher und man kann sich im Kopf regelrecht die Bühne vorstellen, auf der die Musik gerade passiert. Unschöne Überbetonungen, die ein Klangbild scharf erscheinen lassen würden, konnte ich zu keinem Zeitpunkt ausmachen.
Gleiches gilt analog für den Höhenbereich. Hier wird ebenfalls schön präsent aufgelöst. Stimmen und Instrumente mit viel Höhenanteil werden sehr plastisch dargestellt, ohne zu scharf zu wirken. Alles in allem vermittelt sich dem Hörer ein sehr edles und hochwertiges Klangbild.
Es gibt nur eine Sache, die der Fostex TH-910 gar nicht mag und das sind schlechte Mixe und Produktionen. Durch Zufall bin ich auf einige alte Demo-Aufnahmen gestoßen, die teilweise schon sehr alt waren und mit entsprechend wenig Sachverstand angefertigt wurden. Diese Mixe hat der TH-910 gnadenlos in seine Einzelteile zerlegt. Das macht überhaupt keinen Spaß, das zu hören. Aber auch das verbuche ich eher als Pluspunkt für den Kopfhörer.
Ich habe den Fostex TH-910 die meiste Zeit am Kopfhörerverstärker meines Audiointerfaces von Motu betrieben. Hier hat er absolut überzeugend performt. Aber auch entsprechend adaptiert mit einem kleinen Klinkenadapter an einem älteren iPad hat er mir gute Dienste geleistet und es hat wirklich Spaß gemacht, damit Musik zu hören. Wer das letzte Quäntchen aus solch einem Luxuskopfhörer herausholen möchte, dem sei aber angeraten, auch über einen entsprechenden Kopfhörerverstärker nachzudenken.
Taugt der Fostex TH-910 auch als Werkzeug fürs Tonstudio?
Um es kurz zu machen, eher nein. Man kann mit solch einem HiFi-Werkzeug auch Mixe beurteilen, aber es ist einfach nicht die Kerndisziplin und die Sache, für die der Kopfhörer gebaut wurde.
Gerade wenn man den recht stolzen Preis von über 3.000,- Euro beachtet, gibt es für die Arbeit im Mixing- und Mastering-Bereich sicherlich bessere Alternativen, die zum Teil deutlich weniger kosten.
Wer einen guten Kopfhörer für Mixing und Mastering sucht, dem kann ich zum Beispiel folgende Testberichte hier auf AMAZONA.de empfehlen. Das wäre zum einen der auch von mir verwendete Ollo Audio X1, der nur einen Bruchteil kostet und für das kritische Arbeiten im Tonstudio trotzdem wesentlich besser geeignet ist.
Eine weitere Alternative wäre der Neumann NDH 30, gerade wenn man diesen auch im Zusammenhang mit der RIME-Software des Herstellers nutzt.









































Tja, da ist es mein Problem mit HIFI heutzutage.
Voodoo und wortgewaltige Prosa, um die ganz tollen Preise zu rechtfertigen. Na wer‘s braucht. Vibration Mode ….
Ja, mit dem bei Amazona gewonnen Ollo ist wohl alles in Butter und ich bin gut versorgt.
Ich denke die beyerdaynamic beyerdynamic DT 70 IE tun es auch .
Danke für die ehrliche Einschätzung
Als zweit Kopfhörer, wiso nicht
Ich denke schon dass der Preis gerechtfertigt ist. Selbstverständlich ist der VK bei neuen Produkten immer hoch. Da ich schon länger die allgemeinen Preise beim Thomann beobachte, ist auffällig, dass etliche Produkte mit der Zeit günstiger werden. Je nach Ladenhüter oder Dauerbrenner mehr oder weniger. Zweitens wird bei teuren Produkten großzügiger kalkuliert als bei Preiskampfprodukten und drittens zahlt man diverse „Luxusspielereien“ wie das rote finish natürlich mit. Anders formuliert: Der Fostex wäre mit 500€ weniger vermutlich immer noch sehr gut bezahlt. Wer also wirklich wert auf HiFi-Genuss legt, wird sich das leisten. Aber zur Wahrheit gehört auch: Irgendwann ist der Unterschied wirklich marginal und zwischen dem Fostex und einem Kopfhörer für 1000€ weniger wird man den Unterschied vermutlich kaum noch wahrnehmen. Ich habe diese Erfahrung im unteren Bereich selber schon gemacht. Thema Kopfhörer zum mischen: Der Unterschied zwischen 30€ und 180€ war extrem, in allem! Zwischen dem 230€ und dem 600€ teuren war er meiner Ansicht nach schon noch vorhanden, aber sehr diffizil. Da auch sicherlich das Gehirn und die gutgläubige Gewissheit einem einen streich spielen, habe ich die saftig teuren Neumann für 600€ behalten. xD
@Filterpad du bist da weiter als wie ich.
So fein denke ich kann ich das nicht hören.
Nuances / Unterschiede zu erkennen ist auch eine Gabe.
@Viertelnote Probiere das erst mal mit Studiomonitoren. – Also welche für 200€ und 2000€ das Paar. Diesen Unterschied hört man selbst mit 5 Bier nachts um 3.😁
@Filterpad oder 3 Flaschen Wein😁
aber ja Du hast natürlich recht.
Weißt Du, darauf also Studiomonitore habe ich
nicht so den Wert gelegt dabei. Ich denke Aiwa HiFi Boxen
muß ich ändern.
Subwoofer, EQ und T-Bass kann man da
abschalten. Frequency also Bild ist linear, zumindest nach
Analyzer ja muß ich zugeben verlaß ich mich nicht mehr drauf.
Auch hast Du recht, Abstand wird größer wenn so ca. 1000,00 Euro Grenze
aufwärts dann kommt es an den Anspruch auch darauf an.
Danke drucke ich mir aus, wenn Du es mir erlaubst!
@Viertelnote Nichts zu danken. Ich erzähle hier auf Amazona nur meine Meinung, ohne den Anspruch zu erheben, dass fachlich immer alles 100% richtig ist. Ich habe Musik nie studiert und arbeite auch nicht in einem Musikfachgeschäft. Auch ich mache daher Fehler bei der Menge an meinen Kommentaren. Aber ich versuche es immer so zu erläutern, dass es für die Community einen Mehrwert hat, mit einer Prise Humor gewürzt und natürlich authentisch in meiner Person. Das ist mir sehr wichtig.
@Filterpad ja und deshalb bedanke ich mich ja,
weil das mir ja auch wichtig ist und wenn ich frage
und mir das gut so gesagt wird freue ich mich das gilt für
alle im Forum hier. Und deine Meinung btw. auch anderer
ist mir wichtig.
Fachbuch oder Test btw. Artikel sind oft voll technic ohne eine
verständliche Erklärung ist für mich nutzlos also frage ich jemanden der so mit Dingen arbeitet und in seine Form und Ausdruck bringt und das ist das schöne wenn das bei mir ankommt🙂
Ich wünsche Dir und allen hier eine gute Nacht!
nicht für das Tonstudio? wie kann ich das mir vorstellen?
So eher zum Geniesen Couch…
So man gibt sehr viel Geld für Effecte / Effekgeräte
Ich kann mir denken, man bekommt sehr viel Gegenleistung.
Saphir 2 Karat übertrifft das leicht, aber gute Dinge vor
allem wertvolle kosten etwas. Andere Seite wertvoll ja das kann auch ideeler Wert
mit Geschichte sein. Unschätzbar für den der ihn auch so erkennt
und auch sehen will andere können das nicht nachfühlen passen muß es für
mich wie ich meine🙂
@Viertelnote ja, aber die Hifi Badewanne wahrscheinlich!
also viel Bass, mitten neutral und höhen auch erhöht. finde den ja wunderschön. aber kein Geld.
mein m50x ist auch rot 😃
@Numitron okay also Du meinst Frequency / Frequenzgang nicht linear
also eher wie man sagt konceptbedingt, Anhebung Bass und Höhen
für Genuß Athmosphere btw. aber das eben in allerhöchste Güte.
@Viertelnote wahrscheinlich.
hab alte AKGs, die haben wenig Bass, eher für das Studio gedacht.
macht mit anderen schon mehr Spaß 😁