ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD, Röhren-Pedalpreamp für E-Gitarre

Jetzt auch mit des Meisters Signatur!

26. Mai 2026
 Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD Aufmacher

Test: Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD

Der Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD ist ein auf 200 Exemplare limitiertes Röhren-Preamp-Pedal für Gitarre, das technisch mit dem regulären Friedman IR-D Dual Tube Preamp identisch ist. Es richtet sich an ambitionierte Pedalboard-Enthusiasten, Homerecording-Nerds und reisende Musiker, die auf echten Röhrensound nicht verzichten wollen.

Kurz & knapp

Was ist es? Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD, ein limitierter zweikanaliger Röhren-Preamp mit integrierter IR-Cab-Simulation für Pedalboard, Studio und Bühne.

  • Klang: Britischer Röhrensound zwischen JTM45 und Plexi mit überzeugender Dynamik.
  • Ausstattung: Zwei Kanäle, IR-Loader, MIDI, Einschleifweg und integrierter Boost.
  • Praxis: Flexibel einsetzbar – direkt ins Pult, in die Endstufe oder ins Recording-Setup.
  • Kritik: Veralteter USB-Anschluss und fummelige Minischalter trüben den Gesamteindruck.
  • Fazit: Klanglich hervorragender Röhren-Preamp, dessen LTD-Version technisch aber kaum Mehrwert bietet.
Bewertung

Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors

ANZEIGE

Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD: Ein paar erste Gedanken vorab

Wer ein außergewöhnliches Preamp-Pedal sucht, das echten Röhrenklang mit moderner IR-Technologie verbindet, wird mit dem Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD grundsätzlich gut bedient. Dass die vorliegende LTD-Ausgabe dieses Konzept nun zusätzlich mit einer persönlichen Signatur von Dave Friedman und einem neuen Farbkleid adelt, ist allerdings eine unternehmerische Entscheidung, die zumindest diskussionswürdig erscheint.

Das Pedal liefert klanglich Erstklassiges, besitzt aber auch konstruktive Schwächen, die man bei einem Produkt in dieser Preisklasse nicht unbedingt akzeptieren muss.

Für wen eignet sich das Gerät? Für Classic-Rock-Gitarristen, Indie-Musiker und alle, die einen qualitativ hochwertigen Röhren-Preamp auf dem Pedalboard suchen. Wer hingegen erwartet, dass eine LTD-Edition den technischen Fortschritt gegenüber dem Serienmodell vorantreibt, wird enttäuscht sein.

Optik und Verarbeitung – schön ist relativ

Es gibt Editionen, die den geneigten Nutzer zum Grübeln bringen. Das Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD ist zweifelsohne eine davon.

Es mag Gitarristen geben, denen die Optik eines Pedals sehr wichtig ist und denen das reguläre Friedman IR-D Dual Tube Preamp vielleicht zu „bieder“ erscheint. So ganz überzeugt mich der LTD-Ansatz allerdings nicht. Beide Pedale sind technisch identisch und bewegen sich auch preislich nahezu auf demselben Niveau. Die auf 200 Exemplare limitierte LTD-Ausgabe bietet als Unterschied lediglich die erwähnte Black/Silver/Red-Optik sowie eine Unterschrift von Dave Friedman an der Seite des Pedals.

Das mag als Wiederverkaufsargument durchaus seine Berechtigung haben. Dennoch stellt sich die Frage, ob man in diesem Zuge nicht auch den größten Schwachpunkt des ansonsten sehr guten Pedals hätte überarbeiten können: den USB-Anschluss.

Auch die Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD-Ausführung kommt wie ihr regulärer Bruder mit der hoffnungslos veralteten USB-B/USB-A-Kombination daher. Man hat eher das Gefühl, einen Drucker aus den Neunzigerjahren anschließen zu wollen als ein aktuelles Preamp-Pedal.

Das in China produzierte Metallgehäuse selbst wirkt mit seinen Maßen von 146 x 170 x 63 mm absolut roadtauglich und vermittelt das Vertrauen, auch härtere Tour-Bedingungen problemlos zu überstehen.

ANZEIGE

Ein weiterer, wenn auch kleiner Kritikpunkt sind die Minischalter für die IRs, Bright und die Gain-Strukturen. Diese fallen wirklich extrem fummelig aus, sitzen sehr nah an den benachbarten Potentiometern und sorgen beim Umschalten regelmäßig dafür, dass die Regler leicht mit verstellt werden. Oberhalb der Fußschalter wäre definitiv noch etwas Platz gewesen, was zusätzlich auch der Übersichtlichkeit des Panels gutgetan hätte.

Was sich mir allerdings überhaupt nicht erschließt, ist die identische Farbgebung der LEDs beider Kanäle. Gerade bei schlechter Bühnenbeleuchtung oder in der Hitze der Performance ist es praktisch unmöglich zu erkennen, welcher Kanal gerade aktiviert ist. Mag sein, dass Friedman damit unterstreichen möchte, dass es sich um zwei identische Kanäle handelt, für die Bühnenpraxis ist dieser Ansatz allerdings komplett daneben.

Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD Profil 3 in Hand

Handlich, aber Leistungsstark: Der Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD

Ausstattung – zwischen gestern und morgen

Auf der Oberseite befinden sich die Potis für beide Kanäle: Boost, Volume, Gain, Bass, Middle und Treble, jeweils flankiert von Dreifachschaltern für die Cab-IRs und die sogenannten „Structures“, dazu pro Kanal ein Bright-Schalter.

Drei Fußschalter aktivieren die Kanäle sowie die Boost-Funktion. Per Gedrückthalten lassen sich außerdem die Speaker-Simulation deaktivieren, der Einschleifweg schalten oder MIDI-Presets abspeichern.

Seitlich sitzen zwei Minipotis zur Pegelregelung des Boosters. Eine praktische Lösung, wenngleich ergonomisch etwas unkonventionell positioniert. Gerade bei eng bestückten Pedalboards könnte die Nachjustierung dadurch etwas umständlich werden.

Die Anschlussseite bietet einen Input, einen Balanced-Output mit Ground-Lift, einen seriellen Einschleifweg, einen Phones-Out, MIDI sowie den bereits erwähnten USB-Port nebst Netzteileingang (9–12 V, 800 mA).

Zum Lieferumfang gehören Anleitung, Gummifüße, Netzteil und USB-Kabel. Achtung: Das Netzteil sollte man besser nicht verlieren, denn 800 mA stellen einen vergleichsweise ungewöhnlichen Wert dar, der von vielen mir bekannten Mehrfachnetzteilen nicht bereitgestellt wird.

Der mitgelieferte Editor für Mac und PC präsentiert sich mit einer intuitiven Benutzeroberfläche, erlaubt allerdings keine Veränderung der Reglerstellungen innerhalb der Software selbst. Diese müssen weiterhin direkt am Gerät justiert werden.

Presence, Thump und MIDI-Settings hingegen lassen sich software-seitig konfigurieren, ebenso der praktische Boost-Lock.

Für die Cab-Simulation stehen 13 Werks-IRs zur Verfügung, von denen jeweils drei pro Kanal auf das Gerät übertragen werden können. Zusätzlich lassen sich bei Bedarf problemlos eigene IRs einspielen. 128 MIDI-Preset-Plätze runden das Paket ab.

Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD Profil 4 in Hand

Klang – das eigentliche Argument

Klanglich basiert der IR-D auf dem populären Dirty Shirley, der seinerseits einen modifizierten Marshall JTM45 repräsentieren soll. Wer sich auf klassisch britischen Zerrsound mit modernem Unterbau einlassen möchte, wird hier definitiv fündig.

Das Low-End fällt etwas kräftiger aus als beim JTM45-Original, während der klassische Höhenbiss erfreulicherweise etwas entschärft wurde, ohne dabei seinen charakteristischen Grundcharakter zu verlieren.

Vollkommen glasklare Cleansounds lassen sich primär bei Gain-Einstellungen unterhalb der Elf-Uhr-Position und mittig gesetztem Structures-Schalter erzielen. Humbucker-Spieler mit moderatem bis hohem Output werden dieses Verhalten erwartungsgemäß kennen. Wer hingegen auf Strats oder P90s setzt, hat deutlich mehr Headroom in Reserve.

Die beiden identischen Kanäle ermöglichen dabei eine überraschend breite Klangpalette. Sauber eingestellt liefert Kanal 1 glasklare bis leicht angezerrte Sounds, während Kanal 2 mit aktiviertem Boost kräftige Leads oder druckvolle Rhythmussounds erzeugt.

Der Structures-Schalter bietet in seinen drei Positionen hörbare klangliche Unterschiede, die den Bogen von einem zurückhaltenden JTM45 über einen klassischen Plexi bis hin zu einem geboosteten Plexi in Pedalform spannen.

Auch der Bright-Schalter optimiert den Sound zudem für unterschiedliche Pickup-Typen und ist im Praxisbetrieb tatsächlich mehr als nur ein schmückendes Beiwerk.

Spielgefühl und Dynamik bewegen sich auf einem Niveau, das viele rein digitale Lösungen bis heute nicht erreichen. Das Pedal reagiert auf Anschlagsdynamik und Gitarren-Volume mit einer Direktheit und organischen Sättigung, die den Unterschied zu einem simulierten Röhrenkreislauf sofort hörbar macht.

Einen entscheidenden Anteil daran haben die beiden 12AX7-Vorstufenröhren, die sich hervorragend in das allgemeine Klangverhalten einfügen.

Ein echter Metal-Amp ist der IR-D zwar nicht, dennoch sind die Gain-Reserven und die Struktur des Mittenbereichs so ausgelegt, dass sich das Pedal stilistisch erstaunlich flexibel aufstellt. Im Zweifelsfall arbeitet es zudem hervorragend mit vorgeschalteten Overdrives oder Boostern zusammen.

Einsatzbereiche – Flexibilität als Stärke

Der Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD gehört zur Kategorie moderner Preamps, die mit hoher Flexibilität in unterschiedlichsten Einsatzbereichen punkten.

Neben der vergleichsweise hochwertigen IR-Lösung hinterlässt das Produkt auch als klassischer Preamp vor einer Röhrenendstufe einen sehr guten Eindruck.

Insbesondere für reisende Musiker ist die Flexibilität des Pedals ein großer Vorteil. Ob direkt ins Pult, in den Return einer Röhrenendstufe, über die Effektschleife eines Combo-Verstärkers oder mit externer IR-Lösung, das Pedal fügt sich nahezu nahtlos in unterschiedlichste Signal-Setups ein.

Die mitgelieferten Cab-IRs decken eine breite Palette typischer Cabinets ab und wurden sinnvoll ausgewählt. Wem das dennoch nicht genügt, der kann im Editor problemlos eigene IRs laden.

Ein praktischer Hinweis aus der Community, den ich allerdings selbst nicht überprüfen konnte: Das Firmware-Update auf Version 2.0 soll Klang und Handhabung des Pedals nochmals spürbar verbessern, insbesondere bei der Qualität des Kopfhörerausgangs und der IR-Verarbeitung.

Wer das Gerät kauft, sollte das Update daher direkt als ersten Schritt einplanen.

Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD im Einsatz auf Parkettboden

ANZEIGE
Klangbeispiele
Fazit

Der Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD ist zweifelsohne ein klanglich überzeugendes und flexibel einsetzbares Röhren-Preamp-Pedal. Die LTD-Ausführung in Black/Silver/Red liefert dabei dieselbe technische Substanz wie die Standardversion, ergänzt um ein gefälliges Farbkleid und Dave Friedmans Unterschrift. Als Sammlerstück oder mögliches Wiederverkaufsargument mag das funktionieren. Als technische Weiterentwicklung oder konstruktive Verbesserung des Serienmodells taugt die Sonderedition allerdings nicht.

Wer gehofft hatte, den veralteten USB-B-Anschluss oder die ungünstig positionierten Minischalter in der LTD-Version nicht mehr anzutreffen, wird leider enttäuscht. Der Preis ist für einen zweikanaligen Röhren-Preamp mit dieser Ausstattungsdichte und Klangqualität bei beiden Versionen grundsätzlich absolut vertretbar. Interessanterweise ist die limitierte Ausgabe aktuell sogar rund 10,- Euro günstiger als die reguläre Version. Nun denn.

Plus

  • Sound
  • Dynamik
  • gute Werks-IRs

Minus

  • veraltete USB-Anschlüsse
  • ungünstig positionierte Mini-Schalter
  • identische Farb-LEDs bei der Kanalwahl

Preis

  • 479,- Euro
Affiliate Links
Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD
Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD
Kundenbewertung:
(1)
ANZEIGE
Affiliate Links
Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD
Friedman IR-D Black/Silver/Red LTD
Kundenbewertung:
(1)
Über den Autor
Profilbild

Axel Ritt RED

Axel Ritt studierte Musik + Architektur und arbeitet(e) seit nunmehr 40 Jahren als professioneller Musiker und Tonmeister für die Bands JÄST, GRAVE DIGGER, HELLRYDER, DOMAIN und MONSTERGROOVE.

Klangbeispiele
Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X