Test: Fun Generation CL 105A Aktivbox

17. Februar 2019

Klein und anschlussfreudig

Fun Generation CL 105A Aktivbox

Fun Generation

Die Marke ist mir erst kürzlich bei der Suche nach neuen Mikrofonkabeln aufgefallen. Nach kurzer Recherche auf der Thomann-Website musste ich erstaunt feststellen, dass Produkte der Firma schon seit 20 Jahren dort vertrieben werden. Ein weiterer Blick auf die Rückseite des Testprobanden offenbart, dass das Gerät in China für das Musikhaus Thomann hergestellt wird. Fun Generation ist also eine Marke des Musikhauses aus Burgebrach. Unter der Marke wird vor allem Licht- und PA-Technik im unteren Preissegment angeboten. Das macht die Produkte vor allem für Einsteiger und Preisbewusste attraktiv.

 

Fun Generation CL 105A Aktivbox – Frontansicht

Der hier getestete Fun Generation CL 105A ist der kleinste und preiswerteste Aktiv-Lautsprecher von Fun Generation. Drei der größeren, aktiven Lautsprecher aus der PL-Serie von Fun Generation hat mein Kollege Peter Ludl bereits gestestet (hier der Link zum Test). Der Lautsprecher erinnert mich von der Form her ein bisschen an einen alten Röhren-Fernseher.

 

Ähnelt von der Form einem alten Röhren-Fernseher

Dabei hat er etwa die Größe eines kleinen Studiomonitors mit 5 Zoll-Treiber und auch das entsprechende Gewicht. Das Gehäuse besteht aus robustem Plastik und ist großzügig abgerundet. Die Oberfläche ist strukturiert, dabei aber etwas anfällig für Flecken durch Fingerabdrücke. Der Lautsprecher selbst wird von einem Metallgitter geschützt. Das Gehäuse besitzt auf der Oberseite einen breiten Handgriff, während die Unterseite einen Stativflansch beherbergt. Dieser ist jedoch nicht für normale Lautsprecherstative gedacht, sondern vom Durchmesser her eher für Mikrofonstative.

Technische Daten (laut Hersteller)

Lautsprecherbestückung: 5 Zoll Breitbandtreiber
Frequenzgang: 40 Hz bis 18 kHz
Ausgangsleistung: 50 Watt (RMS) / 150 Watt (Peak)
Maximaler Schalldruck (SPL): 92 dB
Abmessungen (BxHxT): 215 mm x 335 mm x 250 mm
Gewicht: 4,5 kg

Ausstattung Fun Generation CL 105A Aktivbox

Das Bedienpanel sowie ein Großteil der Anschlüsse befinden sich auf der Front des kleinen, aktiven Lautsprechers. Nach vorne zeigen auch die beiden Bassreflex-Öffnungen, die sich jeweils über und unter dem Breitbandtreiber befinden. Eingänge sind beim Fun Generation CL 105A definitiv keine Mangelware. Auf der Unterseite der Front befindet ein XLR-Eingang für den Anschluss eines dynamischen Mikrofons. Darüber gesellt sich ein 6,3 mm Klinkeneingang zum Anschluss einer Gitarre hinzu. Die Empfindlichkeit kann für beide Eingänge gleichzeitig zwischen Mikrofon und Gitarre umgeschaltet werden. Daneben befinden sich die Line-Eingänge, die wahlweise im 3,5 mm Miniklinkenformat sowie als Cinch-Buchsen vorliegen. Auf der Rückseite befindet sich ein weiterer XLR-Eingang, der wahlweise zwischen Mikrofon- und Line-Pegel umgeschaltet werden kann und dem vorderen XLR-Eingang parallel geschaltet ist. Daneben befindet sich der XLR-Ausgang, mit dem sich das Summensignal z. B. an einen weiteren Aktiv-Lautsprecher schicken lässt. Auf der Rückseite ist auch der Ein- und Ausschalter sowie der Kaltgeräteanschluss für das interne Netzteil zu finden. Man benötigt daher kein separates Netzteil wie z. B. beim ähnlich konzipierten Korg Konnect (hier der Link zum Test).

 

Bedienpanel des Fun Generation CL 105A Aktivbox

Die Front beherbergt weiterhin zwei Kanalregler und einen Master-Regler sowie einen 3-Band Equalizer mit festen Frequenzen. Der Regelbreich des EQs beträgt pro Band +/-12 dB. Über die Ansatzfrequenzen schweigt sich das Datenblatt zwar aus, der 3-Band-EQ ist dem Hören nach aber praxisgerecht ausgelegt und wirkungsvoll. Bei den Potis selbst muss man im rauen Musikeralltag etwas aufpassen, sie wirken nicht sonderlich stabil und könnten leicht abbrechen.

Durch die großzügige Anzahl an Eingängen wird es nicht gleich ersichtlich, aber der Fun Generation CL 105A besitzt genau genommen nur zwei regelbare Kanäle, einen Line-Kanal und einen Mikrofon/Gitarren-Kanal. Wie genau der jeweilige Kanal mit Audiosignalen beschickt wird, ist hingegen sehr flexibel gelöst. Und es können sogar alle analogen Eingänge parallel benutzt werden. Der Pegel muss bei der Nutzung aller Eingänge aber an der Quelle geregelt werden und man sollte aufpassen, die analogen Eingänge dabei nicht zu übersteuern.

 

Rückseite mit zweitem XLR-Eingang sowie XLR-Ausgang

 

Schweizer Taschenmesser für Abhörzwecke

Funktionell betrachtet ist der CL 105A ein Schweizer Taschenmesser für Abhörzwecke. Er nimmt alle gebräuchlichen analogen Quellen klaglos entgegen, ebenso wie Audio über Bluetooth und per USB. Mit der Gitarre oder dem Bass zum Playback üben, egal ob gestreamt per Bluetooth, per USB-Stick oder analog – alles kein Problem. Auch als kleiner Gesangsmonitor für unterwegs macht das unscheinbare Kerlchen keine schlechte Figur. Hier muss aber klar sein, dass das Gerät keinen echten Bühnenmonitor ersetzen kann. Der CL 105A kann schon laut sein und bringt Stimmen auch sehr gut zur Geltung, doch ein echter Bühnenmonitor muss im Zweifel brutal laut sein können. Das sollte man sich selbst und dem kleinen Monitor nicht antun. Er ist eher für ruhige Akustik-Sessions oder als Sprachverstärkung bei Vorträgen angemessen.

Natürliche Stimmwiedergabe

Die Verstärkung von Stimmen ist meiner Meinung nach die größte Stärke des Fun Generation CL 105A, was vor allem am verwendeten Breitbandlautsprecher liegt, der prinzipbedingt eine natürliche Sprachwiedergabe mit sich bringt. Ein Breitbandlautsprecher hat seine Stärken nämlich nicht in den Frequenz-Extremen, sondern im Mittenbereich, genau da, wo die menschliche Stimme liegt. Dadurch wird z. B. auch die starke Bassbetonung effektiv abgemildert, die entsteht, wenn man sehr nah in ein Mikrofon spricht. Dafür ist der Klanggenuss beim Musikhören nicht ganz so gut, denn es fehlt einfach das Bassfundament. Da sollte man die Herstellerangaben zum Frequenzgang nicht allzu ernst nehmen, denn bis 40 Hz schafft es der Fun Generation CL 105A bei weitem nicht, auch nicht, wenn man beim mitgelieferten Frequenzdiagramm die -10 dB als Eckpunkte annimmt.

 

Frequenzdiagramm des Fun Generation CL 105A laut Hersteller

 

Meine Studiomonitore, die Sonic Egg 100 von Munro, besitzen zwar auch nur einen 5 Zoll Tieftontreiber, liefern damit aber ein wesentlich satteres Fundament. Dem Multifunktionsmonitor von Fun Generation kann man mithilfe des Dreiband-EQs ein bisschen auf die Sprünge helfen, indem die Mitten um 3 dB abgesenkt und die Bässe 6 dB angehoben werden. Dann klingt die Wiedergabe von Musik für mich ausgewogen und angenehm. Im direkten Vergleich mit den Studiomonitoren wird der Unterschied aber sehr deutlich. Die Höhenwiedergabe ist nicht so weitreichend und feingliedrig, bisweilen klingt es oben rum auch etwas phasig und unsauber. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau und ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Wer für einen Ladenpreis von 79,- Euro auch noch Top-Studioklang erwartet, dem ist nicht zu helfen. Die Munro Sonic Eggs kosteten neu fast das Zwanzigfache und sind dabei anschlussseitig wesentlich schlechter aufgestellt. Doch Klang hat eben seinen Preis.

Forum
  1. Profilbild
    hauserj

    Klingt doch gar nicht schlecht! Zumindest laut Beschreibung. Danke für den Testbericht. :)

    Werde das Ding mal als Personal Monitor für die Bühne ausprobieren.
    Vielleicht reicht es für den rockenden Gitarristen wenn es ziemlich weit oben platziert ist!

    Zum Glück muss man ja auf der Bühne heutzutage ja nicht mehr gegen den vollaufgerissenen Full-Stacks seines Mitmusikers ankämpfen. ;)

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Aber gegen Schlagzeuger schon…;) Für die Bühne würde ich mir definitiv etwas Größeres holen. Du kannst den kleinen CL105A vielleicht noch am Mikrofonstativ befestigen um dichter dran zu sein, aber als echter Bühnenmonitor ist der kleine Kerl nicht gedacht. LG

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