Test: Fun Generation PL 108 P, PL 110 P, Passivboxen

Sound- und Klangtest

Beim Klangtest wird eine kräftige Endstufe eingesetzt, die ihre Signale über ein analoges Kleinmischpult bezieht. Unterschiedliches Song-Material und Sprachanwendungen mit einem ein dynamisches Mikrofon (SM58) sind jetzt die Schwerpunkte des Tests. Die Klangregelung am Pult steht zunächst auf linear. Messungen mit dem Phonic PAA3 (Rosa Rauschen) geben Aufschluss zu den Frequenzbereichen der Passivboxen.

Die Musiksignale im Audio-Test stammen ausnahmslos von qualitativ hochwertigen Original-CDs. Da haben wir einmal „Hold the Line“, den alten Toto-Klassiker und „She’s a Woman“, gespielt von Jeff Beck. Vom sehr gut produzierten Album „So“ (Original aus dem Jahr 1986) kommen die beiden Stücke „Red Rain“ und „Sledgehammer“, mit denen Peter Gabriel sein fünftes Solo-Album eröffnet. Im perkussiven „Red Rain“ spielen übrigens zwei Drummer. Kein Geringerer als Stewart Copeland (Police) ist für die Hi-Hat im Background zuständig, während der Rest der Schlagzeugaufnahme von Gabriels Drummer Jerry Marotta beigesteuert ist. Als musikalische Kontrapunkte dienen die beiden Aufnahmen „Also sprach Zarathustra“ (Opus 30 von Richard Strauss) und „Come un Foxtrott“ (Gitarren Duo Montes-Kircher).

Die kleinere Ausführung: PL 108 P

Die kleinere Ausführung: PL 108 P

 

Zur Aufnahme „Also sprach Zarathustra“, die Hans Georg Pflüger in der St. Michaelis-Kirche in Schwäbisch Hall mit Bravour gespielt hat, sagt das Beiblatt: „(…) Das kräftige Bassfundament eignet sich gut zur Überprüfung der Tiefbass-Eigenschaften von Lautsprechern sowie Verstärkern und offenbart schonungslos Probleme mit Raumresonanzen. Besonders bei kleinen Boxen und eher schwachbrüstigen Verstärkern sollte diese Aufnahme nur mit mittlerer Lautstärke abgespielt werden, da sonst Elektronik und Lautsprecher gefährdet sind.“

Auffallend ist die betonte Wiedergabe des Höhenbereichs in beiden Fun Generation Lautsprecherboxen. Während das Modell PL 110 P bedingt durch den etwas größeren 10-Zoll Tieftöner noch einigermaßen ausgewogen klingt, klingt die PL 108 P bereits sehr harsch in den Höhen. Die S-Laute treten hier vor allem bei den Songs von Peter Gabriel deutlich in den Vordergrund. Am Ende hilft nur noch der beherzte Griff zum Höhenregler am Mischpult, um den Sound einigermaßen in den Griff zu bekommen. Also Höhen raus, dann geht es.

Die Aufnahme von Richard Strauss‘ Opus 30 ist bereits für wesentlich teurere Lautsprecher eine echte Herausforderung. Und bei dieser Einspielung müssen beide Boxen der Fun Generation endgültig die Segel streichen. Die extrem tiefen Frequenzen erzeugen bei großen Lautstärken Störgeräusche, sodass ich dem Hinweis im Beiblatt folgte und die Lautstärke deutlich reduziere. Die Musik des Gitarren-Duos klingt recht ansprechend, wenngleich die Gitarren an Volumen vermissen lassen.

Mit dem SM58 im Nahbesprechungsbereich getestet klingen beide Lautsprecher dann wiederum recht klar. Die reduzierte Basswiedergabe bei betonten Höhen kommt der Sprach- oder Gesangswiedergabe zugute und reduziert quasi von selbst den Mulm, der durch zu kräftige Bassanhebung (Nahbesprechungseffekt) bei vielen Mikrofonen entstehen kann. Das „Problem“ mit den scharfen S-Lauten tritt aber auch hier in den Vordergrund und muss mit dem EQ korrigiert werden.

Mit Feststeller am Flansch: sehr gut

Mit Feststeller am Flansch: sehr gut

Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.