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Test: Future Artists MIDI LOOPER, 4-Spur-MIDI Looper


We're jammin' in the loop

Wie ist es?

Der Future Artists MIDI LOOPER ist mehr ein Instrument als ein Effektgerät. Zählt man mal die Möglichkeiten zusammen, haben wir es hier schon mit einer hinreichend komplexen Anzahl an Möglichkeiten zu tun – eben auch etwas falsch zu machen. Denn einen sauberen Loop einzuspielen und vor allem den Loop-Punkt so zu setzten, so dass der Loop rund läuft, ist gar nicht mal so einfach und erfordert schon ein gewisses Maß an Taktsicherheit. Will sagen: Das muss man erst mal üben, bevor man es kann. Die Quantisierung bügelt hier einiges aus. Da diese natürlich nicht „weiß“, was ich spielen wollte, kommen manchmal ungewollte Ergebnisse heraus. Das muss nicht schlecht sein, denn gerade bei Rhythmen ergeben sich interessante Variationen eben genau dadurch.

A Perfect Pair - Vierfach timbraler G2x und 4-Spur MIDI LOOPER von Future Artists

A Perfect Pair – vierfach timbraler G2x und 4-Spur MIDI LOOPER von Future Artists

Die aktivierten Spuren (1 bis 4, alle) und die Betriebszustände (Record, Play, Overdub) werden sämtlich über verschiedene Farben der beiden Taster angezeigt und bieten somit eine Orientierung an. Mir wird das aber teilweise einfach ein wenig zu bunt und es desorientiert mich ab und an, da ich mich ja auch auf das Einspielen konzentrieren muss. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit sitzt aber die Farbenlehre, nur das ständige Blinken ist mir persönlich auf Dauer zu aufdringlich, vielleicht könnte man das weniger hell gestalten? Auf der Bühne allerdings kann das sicher von Vorteil sein, wenn man den Takt von verschiedenen Positionen aus gut „sehen“ kann.

Update November 2017:

Nach rund einem Jahr auf dem Markt hat Future Artist im Rahmen seiner Modellpflege ein Hard- und Software-Update für sein MIDI Looping Tool veröffentlicht. Das bisherige blau des MIDI Loopers wurde von einer neuen Pulverbeschichtung in metallic-grau abgelöst. Neben der Optik wurden auch unter der Haube zahlreiche mechanische Optimierungen vorgenommen. Investiert wurde u.a. in zusätzliche Robustheit mit optimierter Stabilität der Anschlüsse und der Platine im Inneren des Gerätes. Damit möchte der Hersteller seinen Anspruch „Quality manufactured in Germany“ unterstreichen. Darüber hinaus wurde die aktuelle Firmware unter Berücksichtigung von Kunden-Feedback generalüberholt und neben diversen Bugfixes um neue Funktionen ergänzt:

  • Die interne MIDI Clock wurde weiter ausgebaut und lässt sich nun u.a. auch im synchronisiertem Modus beliebig starten und stoppen
  • Thru von MIDI auf USB wurde vollständig umgesetzt, womit sich auch Softwareinstrumente steuern lassen
  • Loops können nun bereits mit einem Taktschlag aufgenommen werden, was für höhere Freiheit sorgt

Das Softwareupdate auf Version 2.2 ist ab sofort auf der Herstellerseite www.future-artist.com verfügbar und lässt sich natürlich auch mit dem bisherigen blauen MIDI Looper verwenden.

future artist midi looper future artist midi looper

Fazit

Das Spielen mit dem Future Artists MIDI LOOPER macht nach der Einarbeitungsphase richtig Laune und ist nicht nur für elektronische Musiker interessant, obwohl es mit diesem Fokus entwickelt wurde. Als Keyboarder einer Band kann man auch schön mal den Larry machen und eine 1-Mann-Show präsentieren, während sich die Kollegen erfrischen. Die Option, etwas abzuspeichern, vermisse ich nicht so arg, denn das Gerät soll eben der spontanen Improvisation Vorschub leisten. Im Studio kann man ja die Jams über USB in den Rechner spielen und so konservieren oder eben als Ausgangspunkt für eine Komposition nehmen. Natürlich gäbe es hier dann auch Softwarelösungen, die zum Teil auch noch kostenlos sind – der MIDI LOOPER ist für die Bühne, so viel steht fest.

Dabei haben Entwickler ein offenes Ohr für User-Wünsche und sind auch neuen Ideen nicht abgeneigt, so dass das Gerät mit der Zeit noch besser werden dürfte. Zur Diskussion stand z.B. die Verwendung von „krummen“ Takten, also z.B. ein 7/8, der über einen 4/4-Takt läuft, dessen Startpunkte dann auch noch gegeneinander verschoben werden könnten etc. pp.

Der Preis geht in Ordnung, bedenkt man erstens, dass es sich um eine Kleinserie Made In (mainly) Germany handelt und dass der MIDI LOOPER der einzige seiner Art ist. Trotzdem ist das Fazit „Sehr gut“ mit einer Tendenz nach unten zu sehen, aufgrund der angesprochenen Probleme. Der Support ist vorbildlich und auch in Zukunft werden die Funktionen des Gerätes über ein Firmware Update zunehmen, also eine Investition, die sich lohnt.

Plus

  • konkurrenzlos
  • jede Spur kann alle MIDI-Daten aufnehmen
  • Echtzeitquantisierung
  • Overdubs können wieder gelöscht werden

Minus

  • kein Program Change
  • Platine biegt sich bei festem Drücken
  • kein Thru von MIDI auf USB
  • manchmal werden Note-Ons verschluckt bei Betrieb mit USB und DAW
  • Auflösung für manche EInsatzgebiete nicht ausreichend

Preis

  • Ladenpreis: 269,- Euro
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  1. Profilbild
    *modular*

    Anmerkung: 2015 gab es noch keine Superbooth, auf der 2016er Superbooth wurde das Teil präsentiert.

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Future Artists MIDI LOOPER

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