Im Hörtest
Bereits ein Pärchen 6010A klingt sehr gut. Fein aufgelöst in den Mitten in Breite und Tiefe, sehr analytisch und lebendig in den Höhen. Dadurch, dass man ja nun einmal den Hochtöner sehr direkt vor der Nase hat, kann es einem „oben rum“ auch schnell mal zu viel werden. Das ist aber kein Kritikpunkt sondern eine logische Konsequenz der Anordnung. Ist man mit Mitte 40 erst einmal aus dem Wohnheim zurück zu Muttern gezogen, stehen die Lautsprecher der Stereoanlage eben wieder in der Eichen-Schrankwand und damit gewöhnlich weiter weg. Der am Ohr eintreffende Direktschall ist bereits kräftig mit Raumreflexionen vermischt, deren Anteil an hohen Frequenzen durch Muttis Perser und Strukturtapete mehr oder minder deutlich reduziert ist.
Am Computerarbeitsplatz dagegen herrschen ähnliche Bedingungen wie im Freifeld in 1 Meter Abstand, unter denen die Frequenzgänge von Lautsprechern üblicherweise gemessen werden: Damit das offensichtlich noch besser zutrifft, habe ich das Desktop-Filter gerne zugeschaltet: Andernfalls gerät der Klang einer 6010A etwas undefiniert und verfärbt. Beim Rest der mitbewerbenden Multimediasysteme ohne Desktopfilter bleibt er es auch.
Für sich allein klingen die 6010A sehr sauber, der Bass reicht dabei erstaunlich tief und ist erstaunlich trocken. Dadurch klingen die 6010A alleine etwas zu sachlich.
Mit dem Subwoofer kommt dann aber richtig Freude auf. Der Zuhörer bekommt ein weiterhin gut durchhörbares Klangbild geboten, das nun noch räumlicher und vor allem viel lebendiger wirkt. Dies bei allerdings zum Preise einer etwas reduzierten Definiertheit und Ortbarkeit. Bereits im zweikanaligen Betrieb entsteht der eher ungewohnte Eindruck, in einer „Klangwolke“ zu sitzen. Verläßt man das Nahfeld der Kompaktmonitore, ist dieser Effekt verschwunden, bereits in ein paar Metern Entfernung klingt das Set recht neutral, aber auch deutlich unspektakulärer.
Entgegen landläufigem Vorurteil ist es gerade bei diesem 2.1-Set keineswegs egal, wo der Subwoofer aufgestellt wird. Dank einer günstig niedrigen Übernahmefrequenz von etwa 100Hz ist der Subwoofer zwar schwierig zu orten. Sie möchten ihn ja aber dennoch „vernehmen“, denn sie haben ja dafür bezahlt.


























