Test: Genelec 8320A, Nahfeld Monitore

Automatische Kalibrierung / GLM Software

GLM Netzwerk Interface

GLM Netzwerk Interface

Zur automatischen Einmessung müssen die Genelec 8320A über das GLM Interface im Netzwerk verbunden sein. Das mitgelieferte Messmikrofon wird direkt ans GLM Interface angeschlossen und möglichst genau am späteren Abhörpunkt platziert.

Messmikrofon zum Direktanscluss an das GLM Interface

Messmikrofon zum Direktanschluss an das GLM Interface

Wahlweise können auch mehrere Messungen an verschiedenen Punkten gemacht werden, wodurch dann eine für den Raum gemittelte Frequenzgangkorrektur vorgenommen wird. Eine Mehrfachmessung ist immer kompromissbehaftet, da vor allem der Bassfrequenzgang je nach Standort im Raum stark variiert. Ich habe also eine Einzelmessung an meinem Abhörplatz vorgezogen. Mein Abhörraum ist relativ klein und oberhalb von 400 Hz auch recht stark bedämpft. Doch im Bassbereich gibt es die üblichen Probleme von kleinen Räumen, d. h. die Raummoden liegen recht weit oben im Bassbereich und teilweise auch dicht beieinander.
Ganz unabhängig von den Messmöglichkeiten sollte man die Lautsprecher trotzdem sorgfältig aufstellen, d.h. möglichst symmetrisch im Raum und von den Entfernungen zu den umgebenden Wänden so, dass der Bassfrequenzverlauf möglichst gleichmäßig ist. Da hilft meist nur ausprobieren, wenige Zentimeter können da schon entscheidend sein. Im Handbuch der 8320A gibt es dazu auch ein paar Tipps.

Die benötigte Software GLM 2.0 kann von der Genelec Community Seite ohne vorherige Registrierung heruntergeladen werden. Die Installation klappte auf einem betagten Windows XP Rechner problemlos, die Mac-Version wird hoffentlich bald folgen.

Beim ersten Start werden die im Netzwerk verbundenen Lautsprecher registriert. Daraus erstellt man ein Layout, in meinem Fall einfach linker und rechter Lautsprecher. Es sind natürlich auch größere Layouts möglich mit mehr als zwei Lautsprechern und einem oder mehreren Subwoofern. Auf dem betagten Testrechner mit Windows XP lief die Software stark verzögert, was die Bedienung etwas erschwert hat. Die Probleme führe ich aber eher auf den Testrechner zurück, den ich aufgrund der noch fehlenden Mac-Version benutzt habe. Hat man das Layout fertiggestellt, könnte man noch Lautsprecher in Gruppen zusammenfassen, dann alles bestätigen und die Messung kann beginnen. Glücklicherweise muss der Messrechner nicht gleichzeitig der Rechner sein, über den die Audiosignale ausgespielt werden, denn die Messung per Sinus-Sweep erfolgt rein über das GLM-Interface. Es wird also kein Audiointerface dazu benötigt.

GLM 2.0 mit Messung und Frequenzdiagramm

GLM 2.0.3 mit Messung und Frequenzdiagramm

Nach dem Ausspielen der Sinus-Sweeps, für jeden Lautsprecher einzeln, wird im Diagramm der Ist-Frequenzverlauf als rote Linie dargestellt. Nach einer kurzen Berechnungszeit erscheinen im Diagramm, die Filterkurven als blaue Linie sowie der Ziel-Frequenzgang als grüne Line. Bei der Messung in meinem Abhör-Raum werden vor allem zwei stärkere Überhöhungen zwischen 5 dB und 8 dB bei 140 Hz bzw. 190 Hz sowie eine Senke bei 115 Hz augenscheinlich. Wie man sieht, werden nur absenkende Filter benutzt. Die Überhöhungen werden ausgeglichen, die Senke jedoch bleibt unangetastet. Dazu kommt noch eine leichte, breitbandige Absenkung im Mittenbereich von ca. 1 dB. Der Bassfrequenzgang fällt etwas schneller ab als im Freifeld, was an einer Raummode liegt.

Dass nur die Frequenzüberhöhungen herausgerechnet werden, hat einen einfachen physikalischen Hintergrund, denn eine Senke im Frequenzgang entsteht durch Überlagerungen und Auslöschungen von Direktschall und reflektiertem Schall, beispielsweise über eine Rückwand, den Boden oder die Decke. Eine Anhebung des betroffenen Frequenzbereichs wäre wirkungslos, da somit auch die Energie des reflektierten Schalls erhöht wird.

Ist man mit der Messung zufrieden, kann man dies mit Confirm Calibration bestätigen oder noch mal messen lassen. Die Frequenzkorrekturen können danach in den Lautsprechern gespeichert werden, so dass der Messrechner im Folgenden nicht mehr benötigt wird.

Forum
  1. Profilbild
    Obmar

    Bei allem Respekt, selbstverständlich ist ein Subwoofer notwendig, ich kenne Genelecs dieser Größe seit 10 Jahren. Sie sind Profi laut Profil! 66Hz untere Frequenz bei +-1,5dB – das sagt alles! Es sei denn, man macht es sich zur Passion, mit jedem Mix zu einer richtigen – vollständigen! – Abhöre zu rennen, die man leider nicht selbst besitzt. Ich konnte mir Jahre lang den Woofer für die definitiv vergleichbaren 8020A nicht leisten und weiß, wovon ich rede. Eine einigermaßen ernst zu nehmende Abhöre reicht mindestens signifikant unter 40Hz.

    MfG

    Göran Hassenrück

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Ob man einen Subwoofer braucht oder nicht, kommt auch auf den Einsatzbereich an. Für Sprach-Editing am Schnittplatz kann man wohl darauf verzichten, wenn man tieffrequente Nebengeräusche anderweitig im Blick behält. Ansonsten muss ich sagen, dass für die Boxengröße 66Hz (-1,5dB) gar nicht schlecht sind. Ich gebe Ihnen aber Recht, man macht sich das Leben mit einem korrekt auf- und eingestellten Subwoofer natürlich um Einiges leichter. Auf einer großen Anlage gegenzuhören (Stichwort: PA) kann trotzdem nicht schaden.

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