Test: Genelec 8340A, Studiomonitore

2. Oktober 2017

Mit Einmessen zum Erfolg

Neben den aktuellen und gerade erst vorgestellten koaxialen Studiomonitore 8331 und 8341 sowie die dritte Generation der 1032 hat der finnische Hersteller Genelec eine enorme Bandbreite zu bieten. Bei günstigen Einstiegsmodellen angefangen bis hin zur Oberklasse, die Investitionen von mehreren tausend Euro erfordern, bietet das Unternehmen unterschiedlichste Studiomonitore an. Heute schauen wir uns einmal die obere Mittelklasse an, die Genelec 8340A stehen auf dem Prüftisch.

Schwerer Eindruck

Die Genelec 8340A kommt im bekannten Alu-Druckguss Gehäuse daher und macht dementsprechend bereits auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Ausgestattet ist die 8340A mit einem 6,5 Zoll Tieftöner sowie einem 3/4-Zoll Hochtöner, es handelt sich hierbei also um ein klassisches 2-Wege-System.

Optisch ähneln sich die Monitore der 8000er Serie von Genelec sehr, jeder erkennt sofort, dass es um einen Genelec Monitor geht. Das Gehäuse ist zweiteilig aufgebaut, die Kanten für ein besseres Abstrahlverhalten und eine breitere Hörzone abgerundet. Auf der Unterseite findet sich ebenfalls ein vertrautes Bild, der Monitor steht auf einem Iso-Pod mit dessen Hilfe er einerseits von der Arbeitsfläche/Tisch entkoppelt wird und zweitens lässt sich damit der Abstrahlwinkel verändern. Bis zu 15 Grad kann man den Lautsprecher so nach vorne und hinten neigen. Neben Tief- und Hochtöner befindet sich auf der Vorderseite noch eine LED, diese leuchtet je nach Status der Box grün, gelb oder rot. Die Bedeutung: Normaler Betrieb, Stromsparmodus (der nach 60 min aktiv wird) und Übersteuerung. Auf Wunsch lässt sich der Stromsparmodus auch abschalten. Die Genelec 8340A ist in Anthrazit und Weiß erhältlich und bringt mit den Maßen 350 x 237 x 223 mm moderate 8,5 kg auf die Waage.

IsoPod

Anschlüsse und Einstellungen

Die Rückseite der Genelec 8340A beherbergt einerseits die Anschlüsse, wozu neben einem analogen XLR-Eingang auch der digitale AES/EBU-Eingang gehört. Über den Thru-Port lässt sich das Signal digital an die zweite Box weiterleiten, welcher Lautsprecher welchen Kanal wiedergibt, stellt man über einen Schalter ein. Strom bezieht die 8340A über ein normales Kaltgerätekabel.

Um den Studiomonitor an die räumlichen Gegebenheiten anzupassen, bietet Genelec bei der 8340A zwei Möglichkeiten. Einerseits lassen sich über insgesamt 14 Dipschalter des „Mäuseklaviers“ Anpassungen vornehmen, u.a. zwei verschiedene Bass Roll Offs (-2/- 4 dB), eine Absenkung bei 160 Hz um 4 dB, zwei Bass Tilt (-2/-4 dB) sowie zwei Höhen Tilts (+2/-4 dB). Ebenso ist die Absenkung der Gesamtlautstärke um 10 oder 20 dB möglich.

Alternativ bietet Genelec für die 8340A das GLM-System an, mit dessen Hilfe man klangliche Probleme, die aufgrund der Raumakustik entstehen, abmildern kann. Über ein Einmessmikrofon, der zugehörigen Software und den Ethernet-Anschluss der 8340A lassen sich bis zu 20 Filter (16 vollparametrische, 4 Shelving) aktivieren und einstellen, so dass sich der Monitor quasi an den Raum anpassen kann. Das GLM-System gehört nicht zum Lieferumfang und schlägt mit knapp 500,- Euro zu Buche.

Klang

Vor dem Einsatz des GLM-Systems höre ich mir die Genelec 8340A jedoch zunächst mit den Werkseinstellungen an. Als Vergleichsmonitor kommen ADAM A7X zum Einsatz, das „Mäuseklavier“ wird zunächst bei Seite gelassen. Der erste Eindruck ist sehr frisch, äußerst positiv überrascht bin ich von der sehr guten räumlichen Darstellung. Auch die vom Hersteller versprochene breite Hörzone kann ich bestätigen. Wer seinen Kopf öfters mal nicht direkt im Sweetspot halten kann, der könnte mit den 8340A sicherlich Abhilfe schaffen und seinen Bewegungsradius somit erweitern.

Anschlüsse der 8340A

Der Klang der Genelec 8340A ist sehr druckvoll, wobei es im unteren Frequenzbereich dann doch schnell eng wird. Hier sollte man ggf. mit einem Subwoofer erweitern. Die Abhörlautstärke ist für kleinere bis mittlere Räume vollkommen ausreichend, die beiden Class-D Endstufen bieten mit jeweils 150 Watt Leistung gute Reserven. Genelec gibt für die 8340A einen SPL von 110 dB an.

Schön ist, dass die Genelec 8340A auch einfach Spaß machen, Lieblingssongs werden durch die Speaker etwas „aufgefrischt“, d.h. Bass und Höhenbereich werden etwas nach vorne gestellt, was jedoch alles im Rahmen bleibt, so dass man mit den 8340A sehr gut mixen kann. Wie bereits erwähnt, können die Monitore u.a. durch eine sehr gute Stereo-Positionierung punkten.

Einmessung

Das optional erhältliche GLM-System ermöglicht die automatische Einmessung und Anpassung der Genelec 8340A an die örtlichen Gegebenheiten. Hierfür ist zunächst die Installation der GLM-Software, erhältlich für Windows und OSX, notwendig.

GLM-System

Danach heißt es „Verbindung herstellen“, d.h. GLM-Modul per USB an den Rechner anschließen, danach das Modul via Netzwerk-Kabel mit den Speakern verbinden und das Mikrofon zum Einmessen ebenfalls ans Modul anschließen. Software starten, danach geht fast alles wie von selbst. Die Aufstellung der Monitore bestätigen, Einmessung starten, kurz warten und das Ergebnis betrachten. Wie bereits erwähnt, verfügen die Genelec 8340A über 20 DSP-Filter, je nach Ergebnis der Einmessung sind diese nun aktiv. Bei welchen Frequenzen das System Schwachstellen erkannt hat, wird sowohl grafisch als auch numerisch angezeigt. Dabei ist das Resultat keineswegs in Stein gemeißelt, sollte man nicht mit dem „neuen Sound“ zufrieden sein, lassen sich alle Änderungen in 0,1 dB Schritten anpassen.

Obwohl die Messung in meinem Raum und die darauf folgende Anpassung der DSP-Filter zu einem deutlich aufgeräumteren Klangbild führt, senkt mir das System eine Bassfrequenz mit 4 dB etwas zu stark ab, diese justiere ich manuell nach und siehe da, so passt das Klangbild nun zu meiner eigenen Vorstellung. Trotz dieses Eingriffs bietet das GLM-System klare Vorteile und kann nur empfohlen werden, es verbessert das Klangbild doch im deutlichen Maße.

Fazit

Mit den Genelec 8340A bietet der finnische Hersteller sehr gute Studiomonitore an, die auf Wunsch eine automatische Einmessung und Anpassung an die Raumakustik ermöglichen.

Die 8340A klingen von Haus aus bereits sehr gut, druckvoll und erlauben einen großen „Sweet Spot“-Bereich, das „Mäuseklavier“ erlaubt detaillierte Einstellungsmöglichkeiten. Noch besser geht es mit der automatischen Einmessung über das GLM-System. Besonders akustisch wenig bis gar nicht optimierte Räume profitieren hiervon, auch wenn die Einstellungen ggf. manuell nachjustiert werden müssen, um dem persönlichen Geschmack zu entsprechen. Wer auf die automatische Einmessung verzichten kann, sollte sich die „klassischen“ Monitore von Genelec anschauen, diese sind preislich entsprechend etwas günstiger als die Modelle des SAM-Systems.

Plus

  • robuste Bauweise
  • optionales GLM-System
  • von Haus aus bereits sehr guter Klang
  • individuelle Einstellmöglichen über "Mäuseklavier"

Preis

  • Ladenpreis: 1.228,- Euro (Stückpreis)
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