Test: Genelec 8351A, Studiomonitore

2. November 2015

Finnisches Muskelspiel auf höchstem Niveau

Auf den Test der neuen Genelec 8351A SAM habe ich mich besonders gefreut, da ich in meinem Studio seit ungefähr 17 Jahren immer ein Pärchen Studiomonitore dieses finnischen Herstellers im Einsatz habe und dementsprechend „eingehört“ bin. Zum anderen ist die Ausführung mal etwas gänzlich anderes, als man es gewohnt ist.

Genelec 8351

Genelec 8351

Von außen

Sie ziehen wohl jeden sofort in ihren Bann, die Genelec 8351A SAM. In einem massiven Gehäuse aus Aluminium sitzt zentral ein verhältnismäßig kleiner Lautsprecher. So sieht es allerdings nur aus, denn dieser vermeintlich kleine Lautsprecher ist ein Koax-System! Genauer gesagt ist hier ein 3/4-zölliger Hochtöner in einen 5-zölligen Mitteltöner eingebaut. Gut, schön, aber wo zum Kuckuck sitzt der Basslautsprecher? Hier hat sich Genelec etwas besonderes einfallen lassen: Hinter der ovalen Frontabdeckung sitzen 2 Basstreiber in ovaler (!) Ausführung, die für den Frequenzkeller zuständig sind.

Anschlussseitig gibt es einen XLR-Eingang für das analoge Signal vom Pult sowie einen XLR-Eingang für ein digitales AES/EBU-Signal, das über eine Thru-Buchse auch wieder weitergeleitet werden kann. Für das GLM-Netzwerk (zum Einmessen der Lautsprecher) stehen dann noch zwei RJ45-Buchsen zur Verfügung. Zur Verdrahtung nimmt man hier die gängigen CAT5-Patchkabel. Ebenso vorhanden ist das Genelec-typische „Mäuseklavier“ zur manuellen Raum- und Pegelanpassung.

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Forum
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    Das Beste an dem Test ist das Bild von Onkel Sigi in seinem Studio. ;)

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    fno  

    Ich hab sie hören dürfen und finde die Genelec eher günstig, falls man sich mit der erreichbaren Maximallautstärke arrangieren kann – in Mietwohnungen dank diesbezüglich hilfsbereiter Mitmieter oft kein Problem. Möchte ich Vergleichbares im Hifi-Bereich, in dem vollaktive Lautsprecher mit Digitaleingängen eher selten sind, erreichen, benötige ich ein Paar passive Dreiweglautsprecher mit Tri-Wiring-Möglichkeit, 3 Stereoendstufen, 2 digitale 3-Wege-Frequenzweichen mit Einmessmöglichkeit nebst A/D- und D/A-Wandlern und viele Meter Verkabelung, wobei so nicht wenig Geld in diverse Gehäuse wandert. Da scheint mir ein Gesamtbudget von 6000 eher knapp bemessen, wenn ich im „gehobenen Hifi-Bereich“ landen will. Und ob so im Ergebnis die meiner Ansicht nach umwerfende Homogenität der Genelec erreicht werden kann, bezweifle ich beim Zusammenstellungskonzept. Aber den Bass krieg ich so wenigstens lauter, wenn ich will.

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    AMAZONA Archiv

    Ich kann „Onkel Sigi“ nur zustimmen zum Fazit , insg. ein sehr guter Test mit prima Beschreibungen der Klang Performance.
    Was aus diesem eher kleinen Boxen-Paar an Klang herausgeholt wird ist auch für mich beeindruckend , gerade hinsichtlich Neutralität und Musikalität. Ich selbst habe mir nach etlichen Demostellungen in meinen Räumen (u.a. Neumann KH , Genelec 8351, Barefoot, Quested) die im Gegensatz zur 8351 noch etwas tiefer und lauter gehenden 8260 von derselben FIrma gekauft. Die 8260er enthalten dasselbe koaxiale Mittel/ Hochton Gespann. Mein Entscheidung für die 8260 SAM gegenüber der 8351 SAM Variante lag darin begründet, dass mein Abhörraum mit 40qm etwas zu groß für die 8351 schien, aber nur, was das das Thema Lautstärke betrifft. BIs 25qm qm kann man m.E. die 8351 als Midrange System nutzen. Ich zumindest habe bis dato in diesem Presisegment keine vergleichbar knackig schnelle, präzise wie tief reichende Box gehört wie die 8351. Und eine kleine Anmerkung noch: M.E. ist das Kalibrierungssystem Pflicht in diesem Genelec Segment. Es holt auch aus guten Räumen noch einmal 5-10 % an Frequenzoptimierung für den Hörplatz heraus. Wer das Geld für die 8351 auf den Tisch legen kann, hat sicher auch kein echtes Problem damit, noch die ca. 400 Euro (nach Verhandlung mit dem Händler vor Ort) für das Einmesssystem drauf zu legen .

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