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Test: Genz Benz, NEO-PAK 3.5, NEOX 210T und NEOX 212T, Bassverstärker

Sound/Bedienung

NEO-PAK 3.5

Der Name GENZ BENZ steht im Bereich Bassverstärkung für druckvolle, klare Klänge und der bei AMAZONA.de zum Test vorliegende NEO-PAK 3.5 steht voll in dieser Tradition. Druckvolle Bässe, die vielleicht nicht ganz so ultratief wiedergegeben werden wie bei manchem Mitbewerber (der Saaltechniker freut sich…), klar artikulierende Mitten und milde, dabei feinzeichnende Höhen kennzeichnen den Grundsound des Verstärkers bei neutral eingestellter Klangregelung. Die Dynamik wird ebenfalls bis in hohe Lautstärken sehr gut dargestellt und Akkorde ohne Wummern differenziert abgebildet. Die beiden Regler für Bässe und Höhen sind als Kuhschwanzfilter bei 80 Hz bzw. 3,5 kHz ausgeführt, mit maximaler Anhebung/Absenkung von 15dB, während der parametrische Mittenequalizer in einem Bereich von 150 Hz bis 2 kHz einstellbar ist und die gewählte Frequenz um bis zu 12dB anhebt oder absenkt. Das funktioniert in der Praxis sehr gut und es macht Spaß mit dieser einfachen Klangregelung zu arbeiten, da sie immer sehr musikalisch klingt. Das gleiche gilt für die „Signal Shaping“-Sektion, die aus drei Druckknöpfen besteht. Da gibt es LOW BOOST (Anhebung bei 38-67 Hz), MID SCOOP (Absenkung bei 0,8 bis 1kHz) sowie SIGNAL ATTACK (Anhebung bei 2,25 bis 8 kHz) jeweils auf Knopfdruck.

Wem nun der oben beschriebene klare Grundsound des Verstärkers nicht zusagt, dreht etwas die Höhen heraus, drückt auf LOW BOOST und erhält so einen wunderbar warmen, gutmütigen „Vintage“-Sound. Wenn man die Vorstufe in den „roten Bereich“ fährt, kommt die Röhre ins Spiel und fügt dem Sound angenehme Zerranteile hinzu ohne dass das Bassfundament leidet. Aktiviert man alle drei TONE SHAPING– Knöpfe gleichzeitig, wird die Slaptechnik unterstützt und der Amp erinnert auf einmal an eine berühmte Englische Bassverstärker-Marke mit der man im allgemeinen die Farbe “grün“ assoziiert… Alles in allem eine zwar einfache aber sehr vielseitige Klangregelung, die viele überzeugende Sounds abrufbereit hat. Auch mit Kontrabass macht der NEO PAK 3.5 eine gute Figur. Verzichtet man auf allzu drastische Anhebung in den Höhen, hat man es mit einem hervorragenden Nebengeräusch- Verhalten zu tun, was auch für den DI– Ausgang gilt. Die vom Hersteller angegebene Leistung von 350 Watt bringt die Endstufe glaubhaft zu Gehör, im Vergleich mit anderen Verstärkern mit Transistorendstufe zieht der Genz Benz keinesfalls den kürzeren, selbst wenn diese über herkömmliche Netzteile verfügen.

NEOX 210T

Wuchtige Tiefmitten bei flinker Ansprache sind typisch für Boxen die mit 10“ Lautsprechern bestückt sind, die leichtgewichtige GENZ BENZ-Vertreterin macht da keine Ausnahme. Beeindruckend allerdings sind Lautstärke und Volumen, mit der diese Box mühelos kleine bis mittlere Veranstaltungen mit Basstönen versorgt. Hierfür verantwortlich dürfte wohl das oben beschriebene Dual Edge Porting-Bassreflexsystem zusammen mit der vertikalen Anordnung der Lautsprecher sein. Auch die H- Saite wird souverän und kraftvoll wiedergegeben, wobei die allertiefsten Töne etwas verwaschen klingen, was nicht verwunderlich ist bei der Lautsprecherbestückung. Eine erstaunlich Raum füllende und dabei klar und differenziert klingende Box, die, entsprechend mit Leistung versorgt, nur in seltenen Fällen Sehnsucht nach einer größeren Bestückung aufkommen lassen wird. Der Hochtöner kann ebenfalls gefallen und je nach Geschmack für unaufdringlichen Glanz sorgen.

-- NEOX 210T --

— NEOX 210T —

NEOX 212T

Auch diese Box klingt artgerecht: Mit Ihren zwei 12“ Lautsprechern ist sie noch etwas lauter und differenzierter als ihre kleine Schwester und hat dieses typische näseln in den hohen Mitten, was den Fretless so herrlich singen lässt und ansonsten für eine präzise Ortbarkeit im Bandgefüge sorgt. Etwas träger in der Ansprache und weniger direkt als die NEOX 210T werden dafür auch die tiefsten Töne eines Fünfsaiters präzise wiedergegeben. Fraglos eine tolle Fullrange-Box. Der Hochtöner fügt sich hier noch einen Hauch besser ins klangliche Geschehen ein!

-- NEOX 212T --

— NEOX 212T —

Fazit

Die hier von AMAZONA.de getesteten „Leichtgewichte“ von Genz Benz entpuppen sich im Performance-Test auf der Bühne als klangliche Kraftprotze. Das Topteil NEO-PAK 3.5 hat einen guten Grundsound, ist ungemein flexibel, professionell ausgestattet, laut und bringt lediglich 3,6 kg auf die Waage. Die Wahl der Box hängt auch vom persönlichen Geschmack ab. Beiden Boxen gemeinsam ist die raumfüllende Projektion bei hoher Lautstärke, wobei der Klang stets differenziert bleibt. Die angenehm zu transportierende Kombination aus NEO-PAK 3.5 und NEOX 210T empfiehlt sich für Pop und Funk aller Spielarten, für die härtere Gangart und noch höhere Lautstärken eignet sich die NEOX 212T besser. Räume mit bis zu 150 Personen kann man mit diesen Aggregaten problemlos tanztauglich beschallen. Gigantisch klingt es, wenn man beide Boxen zu einem mannshohen Turm aufbaut und gleichzeitig betreibt (ok, ne acht mal Zehner isses nich ganz, aber fast!). Die Preise gehen für das gebotene absolut in Ordnung. Wer keine Lust hat, schwer zu schleppen, aber auf hohe Leistung und professionellen Klang nicht verzichten will oder kann, sollte die hier getesteten Genz Benz Produkte unbedingt einmal antesten !

Plus

  • *NEO PAK 3.5:
  • Grundsound
  • Soundmöglichkeiten
  • Austattung/Features
  • Gewicht nur 3,6 kg bei 350 Watt Ausgangsleistung
  • Haptik („Anfassgefühl“)
  • Einfache aber effektive Klangregekung
  • Umfangreiche Schutzschaltungen
  • *NEOX 210T& NEOX 212T:
  • Gewicht
  • Leistung
  • Lautstärke
  • Sound
  • Transportrollen

Minus

  • *NEO PAK 3.5:
  • Effektweg nur seriell
  • *NEOX 210T& NEOX212T:
  • Position der Tragegriffe

Preis

  • NEO PAK 3.5 ca 990,00,- Euro
  • NEOX 210T ca. 950,00,- Euro
  • NEOX 212T ca. 970,00,- Euro
  • Transporttasche f. NEO-PAK ca. 55,00,- Euro
  • Rag Ear Kit für ca. 35,- Euro
Klangbeispiele
Forum

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